Abandonnement / Abfindung: Definition und Erklärung

Der Begriff Abandonnement kommt in der Finanzwelt bei zwei verschiedenen Vorgängen zum Einsatz. Einmal steht er für die Abfindung von Aktionären. Die Aktionäre erhalten diese Abfindung, weil sie nicht zugestimmt haben, dass die Rechtsform der Gesellschaft, an der sie beteiligt sind, in eine andere Rechtsform umgewandelt wird.

Abandonnement bezeichnet allerdings auch die Möglichkeit, auf ein bestimmtes Recht zu verzichten. Dies ist dann der Fall, wenn die damit verbundene Verpflichtung nicht ausgeführt werden kann. Eine Abfindung muss an die außenstehenden Aktionäre der übernommenen AG gezahlt werden, wenn eine AG eine andere AG zu mindestens 95 % übernimmt.  

Beispiele für Abandonnement 

Abandons finden immer dann Gebrauch, wenn Verpflichtungen nicht ausgeführt werden können oder gar nicht erfüllbar sind. Am häufigsten finden sie an der Börse statt. Ein Beispiel für ein Abandonnement ist, wenn ein Börsentermingeschäft vereinbart wurde, bei dem aber am Tag des entsprechenden Verkaufs bzw. Kaufs die Lieferung der vereinbarten Aktien nicht möglich ist. Wenn der Käufer bzw. der Verkäufer nun das Recht hat, vom vereinbarten Geschäft zurückzutreten, bezeichnet man dieses Recht als Abandonrecht

Ein anderes häufig vorkommendes Beispiel für ein Abandonnement ist die Umwandlung der einer AG in eine GmbH. Wenn bei dieser Umwandlung die Aktionäre nicht zustimmen, erhalten sie eine Abfindung. Im § 305 Aktiengesetz wird dieser Vorgang beschrieben. 

Welche Formen von Abfindungen gibt es an der Börse?

Die Abfindung, die Aktionäre einer Gesellschaft erhalten, kann in Form eines Aktientauschs geschehen. Das heißt, dass die Aktionäre des übernommenen Unternehmens Aktien der kaufenden Gesellschaft erhalten. Die Abfindung kann als Barabfindung an die Aktionäre ausgezahlt werden, sodass die Aktionäre den Wert ihrer Anteile überwiesen bekommen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Übernahmeangebot und einem Pflichtangebot?

Ein Übernahmeangebot entsteht, wenn der Bieter mehr als 30 % der Stimmrechte an der Zielgesellschaft anstrebt. Ein Pflichtangebot an die Aktionäre muss der Käufer dann abgeben, wenn er auf andere Weise als durch ein freiwilliges Übernahmeangebot die Kontrolle über eine Zielgesellschaft übernimmt.


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Zuletzt geupdated am 22/08/2022 von Andre Witzel

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