Offene Investmentfonds traden: Definition & Kriterien bei der Auswahl

Investmentfonds sind eine gute Alternative für das herkömmliche Sparen auf dem Sparbuch oder Girokonto. Sie gewinnen zunehmend an Beliebtheit und bieten eine große Auswahl an Produkten in diversen Bereichen. Allein in Deutschland gibt es mehr als 10.000 verschiedene Fonds.

Investmentfonds als Geldanlage

Doch es gibt maßgebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Fondsarten, die Anleger kennen sollten. Zum einen den Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Investmentfonds. Doch was sind offene Investmentfonds überhaupt, welche Vor- und Nachteile haben sie und welches sind die besten? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende Artikel.

Was sind offene Investmentfonds?

Ein Investmentfond ist eine Geldanlage, die das Geld vieler Investoren sozusagen in einem großen Topf sammelt und anschließend in bestimmte Fonds investiert. Das geschieht in der Regel durch eine Investmentgesellschaft, auch Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) genannt.

Diese verwaltet das kumulierte Vermögen und investiert es in zahlreiche Werte, was zur Diversifikation des Portfolios und somit zu einer breiteren Risikostreuung beiträgt. Eine KVG ist ein Unternehmen, dessen Sitz und Hauptverwaltung sich im Inland befindet.

Zudem ist der Geschäftsbetrieb darauf gerichtet, da inländische Vermögen, EU-Investmentvermögen oder ausländische Alternative Investmentfonds zu verwalten.

Fondsverwaltung

Investmentfonds lassen sich grundsätzlich in zwei Arten unterscheiden: offene und geschlossene Investmentfonds. Den Unterschied schauen wir uns weiter unten genauer an. Bei offenen Investmentfonds bzw. Fonds sammelt die Fondsgesellschaft oder die Kapitalverwaltungsgesellschaft das Geld der Anleger und investiert es in einen oder mehrere Bereiche, zum Beispiel Aktien oder Immobilien.

Im Gegenzug für die Investition erhalten die Anleger Anteilsscheine, welche börsentäglich an den jeweiligen Wertpapiermärkten gehandelt werden können. Dabei sollten Anleger darauf achten, sich für einen Fonds mit breiter Streuung sowie langer Laufzeit zu entscheiden, um zuverlässige Renditen zu erzielen.

Offene Fonds Definition

Ein offener Investmentfonds ist eine Anlageklasse, in die zahlreiche Investoren ihr Geld stecken und im Gegenzug dafür Anteilsscheine erhalten, die sie an der Börse handeln können. Dabei können Anleger aus einer breiten Auswahl an verschiedenen Arten von offenen Fonds wählen – dazu später mehr.

Große Auswahl an Investmentfonds

Offene und geschlossene Investmentfonds im Vergleich

Im Gegensatz zu offenen Fonds gibt es bei geschlossenen Investmentfonds nur eine begrenzte Anzahl an Anteilsscheinen. Entsprechend kann nicht jeder Anleger darin investieren. Außerdem gibt es einen festgelegten Platzierungszeitraum. Ist dieser Zeitraum vorbei, wird der Fonds geschlossen.

Fondsanteile oder Wertpapiere offener Investmentfonds hingegen, können Anleger jederzeit online, im Direktvertrieb, über die Börse oder bei der Bankberatung erwerben. Hier gibt es keine Limitationen.

Vor- und Nachteile von offenen Investmentfonds

Wie alles andere, haben auch offene Investmentfonds sowohl Vor- als auch Nachteile, die wir uns nachfolgend genauer anschauen werden. Einen wichtigen Vorteil haben wir bereits erwähnt: die breite Risikostreuung. Während beispielsweise Aktien vom Erfolg eines einzelnen Unternehmens abhängig sind, investieren Anleger mit einem Fonds gleich in mehrere.

Fonds mit hohen Renditechancen

Zudem profitieren Anleger von der hohen Flexibilität – von dem offenen Einstieg, einer offenen Laufzeit sowie attraktiver Renditechancen. Für die Investition ist kein tiefgreifendes Fachwissen erforderlich. Daher eignet sich diese Anlageklasse nicht nur für erfahrene Händler und Experten, sondern auch für Einsteiger an der Börse.

Es gibt außerdem viele Arten von Fonds, so findet sicher jeder Anleger das für ihn passende Produkt. Investitionen sind bereits mit kleinem Geld möglich – als Sparplan zum Beispiel oft schon ab 10 Euro. Anleger müssen sich darüber hinaus nicht mit der Analyse und der Auswahl der Wertpapiere beschäftigen – das Fondsmanagement übernimmt die Fondsgesellschaft. Hier die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Breite Risikostreuung
  • Große Auswahl an verschiedenen Arten
  • Hohe Flexibilität
  • Attraktive Renditechancen
  • Investition schon mit geringen Beträgen möglich
  • Kein Rechercheaufwand

Neben all dem, darf der Investor allerdings auch die Nachteile nicht vergessen. Wie jedes andere Finanzprodukt tragen auch Investmentfonds ein gewisses Risiko mit sich. Geldmarktfonds in Euro beispielsweise sind wenig riskant, da sie keinen Kurs- oder Währungsrisiken unterliegen. Dahingegen gelten Aktien eines ausländischen Unternehmens in einer risikoreichen Branche als riskante Investition.

Risikostreuung

Welche offenen Investmentfonds gibt es?

Wie schon erwähnt, gibt es eine Reihe an verschiedenen Arten von offenen Investmentfonds, die wir im Folgenden genauer unter die Lupe nehmen. Dazu gehören diese:

  • Aktienfonds
  • Rentenfonds
  • Mischfonds
  • Immobilienfonds
  • Geldmarktfonds
  • Hedgefonds
  • ETFs

Offene Aktienfonds

Bei offenen Aktienfonds liegt das investierte Fondsvermögen in unterschiedlichen Aktien und Anteilen – darunter deutsche Aktien, Nebenwerte, Branchen- und Themenfonds in Euro oder in Fremdwährung. Wie der Name schon verrät, ist das Geld entweder ausschließlich oder zum größten Teil in Aktien angelegt.

Diese unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer Ausrichtung. So können sie zum Beispiel regional, thematisch, nach Branche oder nach Währung aufgestellt sein. Doch auch die Größe der jeweiligen Unternehmen kann bei der Auswahl festgelegt werden – das heißt, ob es sich um sogenannte Small Caps, Mid Caps oder Blue Chips handelt.

Fonds Filter

Damit Anleger genau den Fonds finden, der zu ihnen passt, können sie die Suche auch auf ihre ethnischen Werte abstimmen und beispielsweise in Aktienfonds von Unternehmen investieren, die besonders umweltfreundlich sind. Oder aber sie schließen bestimmte Unternehmen aus, die nicht zu ihren Maßstäben passen – zum Beispiel Firmen, die Waffen herstellen oder der Atomwirtschaft angehören.

Offene Rentenfonds

Mit Rentenfonds, auch Anleihefonds oder Rentenpapiere genannt, investieren Anleger ihr Kapital ausschließlich oder überwiegend in Anleihen. Dabei handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen.

Dazu gehören zum Beispiel öffentliche Anleihen, Pfandbriefe, Kommunalobligationen, Optionsanleihen, Wandelschuldverschreibungen oder Zero-Bonds. Grundsätzlich kann man zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen unterscheiden.

Staatsanleihen

Die Suche lässt sich aber auch gezielt auf eine spezifische Region, Branche oder auf eine bestimmte Währung abstimmen. Für die Investition erhalten Anleger Renditen durch Zinszahlungen einerseits und den Handel mit diesen gehaltenen Wertpapieren andererseits.

In Perioden, in denen die Zinsen sinken, steigen die Kurse der Anleihen stark. So profitieren Anleihefonds überproportional. Dahingegen haben Rentenfonds Schwierigkeiten, wenn bei steigenden Zinsen eine positive Rendite erzielt werden soll.

Offene Mischfonds

Mischfonds investieren nicht ausschließlich in eine Anlageklasse, sondern in eine Mischung aus Aktien, Anleihen, Geldmarktpapieren, Rohstoffen sowie Edelmetallen und Immobilien. Die Kombination aus Wachstumschancen, Aktienengagement und Renditen ist ein großer Vorteil für Investoren. Die Aufteilung des Kapitals in die verschiedenen Instrumente variiert von Produkt zu Produkt.

Offene Immobilienfonds

Anleger, die ihr Kapital in offene Immobilienfonds stecken, investieren in – wer hätte es gedacht? – Immobilien. Aus dem kumulierten Vermögen der Anleger werden Immobilien gekauft. Das Ziel dabei ist es, aus der Vermietung oder aber aus dem Verkauf dieser Objekte Gewinne zu erzielen. Dabei profitieren Anleger von soliden Renditen.

Immobilienfonds

In der Regel investieren offene Immobilienfonds in verschiedene Regionen und Länder. Dabei geht es meist um Bürogebäude, Lagerhäuser, Logistikzentren oder Shopping-Center. Auch hier können Anleger bereits mit geringen Summen Miteigentümer werden.

Geldmarktfonds

Mit Geldmarktfonds legen Investoren ihr Geld in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere an, zum Beispiel in Schuldscheindarlehen, Termingelder oder festverzinsliche Wertpapiere. Die Restlaufzeit ist eher gering – oft nur bis zu 12 Monate.

Hedgefonds

Von Hedgefonds Managern hat sicher jeder schon einmal gehört. Doch was sind Hedgefonds überhaupt? Dabei handelt es sich um eine Anlagestrategie, mit der auf eine bestimmte Kursbewegung von Finanzinstrumenten wie Zertifikaten, Optionsscheinen und Termingeschäften spekuliert wird.

Ursprünglich ging es dabei darum, Anleger gegen verschiedene Risiken abzusichern. Damals boten Hedgefonds noch recht hohe Gewinnchancen. Damit haben sie allerdings mittlerweile kaum noch zu tun. Stattdessen lassen sich immer häufiger riskante Strategien erkennen, mit denen investiertes Geld durch komplizierte Wetten auf Spiel gesetzt wird.

Hedgefonds Manager

Hedgefonds arbeiten dabei meist mit wenig Eigenkapital und setzen stattdessen größtenteils auf Kredite. Dadurch vervielfachen sie den eigenen Gewinn im Erfolgsfall mithilfe eines Hebels. Allerdings kann es genauso schnell zu Verlusten bis hin zum Totalverlust kommen, was diese Anlageklasse so riskant macht.

ETFs

Bei Exchange Traded Funds, kurz ETF, handelt es sich um Investmentfonds, welche keinen aktiven Fondsmanager benötigen. Sie sind passiv und bilden einen bestimmten Index wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex, DAX, exakt nach. Und das nicht nur nach den enthaltenen Werten, sondern auch nach ihrer Gewichtung.

Dadurch, dass kein aktives Management notwendig ist, ist die Kostenstruktur äußerst preisgünstig. Einige beliebte ETFs sind beispielsweise der Vanguard FTSE All-World, der iShares Core MSCI World oder der iShares STOXX Global Select Dividend 100.

Exchange Traded Fund

Weitere Beispiele: Themenfonds, Nachhaltigkeitsfonds und Regionenfonds

Darüber hinaus gibt es einige weitere Investmentfonds, die sich auf bestimmte Themen oder Regionen konzentrieren. Drei davon schauen wir uns genauer an: Themenfonds, Nachhaltigkeitsfonds und Regionenfonds. Themenfonds legen ihren Fokus auf bestimmte Themen wie Branchen. So können Anleger gezielt beispielsweise in erneuerbare Energien investieren.

Mit Nachhaltigkeitsfonds legt der Investor sein Kapital in nachhaltige Produkte an und kann so einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Viele der Produkte, die in diesen Bereich fallen, sind an dem Kürzel ESG zu erkennen. Dieses steht für Umwelt (Environment), Sozial (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance).

Zu guter Letzt kommen wir zu den Regionenfonds. Dabei wird lediglich in Werte aus bestimmten Regionen investiert. Beispiele dafür sind einzelne Städte, Länder oder Kontinente.

Regionenfonds

Offene Fonds kaufen – So funktioniert’s

Wer sein Geld in offene Investmentfonds anlegen möchte, stellt sich vermutlich eine Reihe an Fragen. Daher beschäftigen wir uns im Folgenden mit diesen Fragen und schauen uns an, wie teuer Fonds sind, wie es mit Steuern aussieht und worauf Anleger bei der Wahl achten sollten.

Wie viel kostet ein Investmentfonds?

Wie viel ein Investmentfonds kostet, kann pauschal nicht gesagt werden. Stattdessen kommt es auf mehrere Faktoren an, darunter der Anbieter. Aber auch die Höhe der Transaktionskosten, des Ausgabeaufschlags und weiteren Verwaltungskosten spielt eine Rolle. Und auch die Depotkosten variieren je nach Anbieter.

Allerdings können Interessenten mit einem Sparplan bereits ab 10 Euro pro Monat langfristig in offene Investmentfonds investieren. ETFs sind in der Regel kostengünstiger, da sie nicht aktiv verwaltet werden müssen. Diese können auch in ETF Sparplänen bespart werden.

Wie sieht es mit den Steuern aus?

Erträge, welche durch die Anlage in Investmentfonds generiert werden, sind in Deutschland steuerpflichtig. Das umfasst sowohl Kursgewinne als auch Ausschüttungen. So wird die Abgeltungssteuer entweder bei Ausschüttung oder aber bei Verkauf der Fondsanteile abgeführt.

Steuern bei Fondskauf

Thesaurierende Fonds sind von der Besteuerung nicht ausgenommen, auch wenn die jährlichen Ausschüttungen direkt wieder investiert werden. Allerdings gibt es grundsätzlich einen Steuerfreibetrag, auch Sparerpauschbetrag genannt. Dieser beträgt für Ledige maximal 801 Euro und bei Zusammenveranlagten bis zu 1602 Euro.

Kriterien bei der Auswahl der passenden Anlage

Bei der Auswahl des passenden Investmentfonds sind einige Kriterien zu berücksichtigen:

  • Geringe Gebühren des Anbieters
  • Breite Streuung für geringeres Risiko
  • Auf lange Anlagedauer setzen

Verschiedene Anbieter stellen verschiedene Fondsarten zur Verfügung. Entsprechend variieren auch die Gebühren für Vermarktung sowie Verwaltung, was Auswirkungen auf die Rendite hat. Oftmals werben Anbieter mit Rabatten auf den Ausgabeaufschlag. Das gibt häufig allerdings erst ab einer bestimmten Anlagesumme.

Eine breite Streuung in verschiedene Bereiche sorgt zudem für eine bessere Risikoverteilung. Ein gutes Beispiel sind offene Immobilienfonds, die in Objekte verschiedener Nutzungsarten in verschiedenen Ländern investieren. Schwankungen auf bestimmten Märkten können so ganz einfach durch die anderen Investitionen ausgeglichen werden.

Fondsinvestition Ausgleich

Zuletzt ist ein langer Atem wichtig, denn je länger die Anlagedauer ist, desto höher sind mit hoher Wahrscheinlichkeit schlussendlich auch die Erträge. Meist können zwar Investoren selbst bestimmen, wie lang sie ihr Kapital für die Anlage zur Verfügung stellen möchten, allerdings sind dabei gewisse Halte- und Kündigungsfristen zu berücksichtigen.

Welche Fonds sind empfehlenswert?

Das Angebot an zum Handel verfügbaren Fonds ist groß. Um einen Überblick zu geben und die Entscheidung zu erleichtern, haben wir in folgender Übersicht die erfolgreichsten offenen Investmentfonds aufgelistet, was die Rendite angeht.

fonds:
isin:
kosten:
rendite 1 Jahr:
Baillie G. World­wide Long Term Global Growth B USD Acc
IE00BYQG5606
0,68 Prozent
18,2 Prozent
Baillie G. World­wide Long Term Global Growth B EUR Acc
IE00BYX4R502
0,68 Prozent
18,1 Prozent
Quan­tex Glo­bal Va­lue USD R
LI0274481121
1,55 Prozent
17,4 Prozent
Quan­tex Glo­bal Va­lue CHF R
LI0042267281
1,55 Prozent
17,3 Prozent
Quan­tex Glo­bal Va­lue EUR R
LI0274481113
1,55 Prozent
16,9 Prozent
TR Pri­ce Glo­bal Fo­cu­sed Growth Equi­ty Q EUR
LU1127969597
0,87 Prozent
15,8 Prozent
TR Pri­ce Glo­bal Fo­cu­sed Growth Equi­ty Q GBP
LU1028172499
0,86 Prozent
15,8 Prozent
Schro­der Glo­bal Sus­tai­na­ble Growth C Acc
LU0557290854
0,84 Prozent
15,3 Prozent
TR Pri­ce Glo­bal Fo­cu­sed Growth Equi­ty A
LU0143551892
1,71 Prozent
14,8 Prozent
TR Pri­ce Glo­bal Fo­cu­sed Growth Equi­ty A (EUR)
LU1438969351
1,71 Prozent
14,8 Prozent

Fazit: Interessante Anlagemöglichkeit für Einsteiger und Experten

Bei offenen Investmentfonds handelt es sich um Fonds, die im Gegensatz zu geschlossenen Fonds nicht in ihrer Menge und Zeitraum begrenzt sind. Sie können online, an der Börse oder im Direkthandel erworben werden und werden meist aktiv von einer Fondsgesellschaft verwaltet. Eine Ausnahme ist der ETF, welcher einen bestimmten Index genau abbildet und somit keinerlei aktive Verwaltung benötigt.

Offene Investmentfonds bieten eine große Flexibilität, Vielfalt an verschiedenen Produkten und attraktive Renditechancen. Allerdings dürfen Anleger dabei auch immer das bestehende Risiko nicht vergessen.

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Zuletzt geupdated am 09/11/2022 von Maren

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