Was ist Margin Trading? – Definition

Erklärung: Als Trading mit Margin bezeichnet man den eigentlichen Handel mit Fremdkapital. Dieses Fremdkapital wird vom Broker geliehen bzw. stellt dieses bereit für den Trader, der eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen muss. Der Trader kann also mehr Kapital an den Finanzmärkten handeln als er tatsächlich besitzt. Höhere Gewinne und Verluste sind dadurch möglich. Der Hebel wird auf die Sicherheitsleistung angewendet und multipliziert diese hoch. Es gibt eine große Reihe an Hebelprodukten, welche ich Ihnen auch in den nachfolgenden Texten vorstellen werde.

Fakten Handel mit Hebelprodukten: 

  • Die Margin wird Sicherheitsleistung genannt
  • Die Sicherheitsleistung wird beim Broker hinterlegt
  • Die Sicherheitsleistung wird mit dem Hebel multipliziert
  • Der Broker leiht dem Trader im Prinzip Geld für eine größere Position
  • Der Hebel kann den möglichen Gewinn und Verlust erhöhen
margin trading

Forex Trading bei einem guten Broker

Wie funktioniert Margin Trading? – Ein Beispiel:

Im folgenden möchte ich Ihnen ein Beispiel zum Margin Trading zeigen. Der Trader besitzt einen Kontostand von 10.000€. Nun möchte der Trader Aktien mit einem Hebel handeln. Der Broker bietet ihm CFDs (Differenzkontrakte) mit einem Hebel von 1:5 für Aktien an. In der Theorie könne der Händler nun Aktien im Wert von 5 x 10.000€ = 50.000€ kaufen oder leerverkaufen. Dies macht meiner Meinung aber wenig Sinn, denn der komplette Account würde belastet werden und das Risiko währe viel zu hoch.

Der Trader entscheidet sich die Aktie BMW bei einem Preis von 100€ zu kaufen und zwar gleich 200 Stück davon. Die Gesamtsumme der Position beträgt nun 20.000€. Dank dem Hebelprodukt ist hier nur eine Sicherheitsleistung von 4.000€ nötig. Mit einem Tradingaccount von 10.000€ werden also 20.000€ an Aktien gehandelt und dafür wird nur eine Margin von 4.000€ benötigt.

Die Aktie steigt in einer Woche direkt um 10€ auf den Preis von 110€ und der Trader möchte die Position abstoßen. Der Gewinn beträgt nun 2000 x 10€ = 2.000€. Dank dem Hebel konnte der Trader also einen Gewinn von 20% auf seinen Account verbuchen. Ohne Hebelprodukt wäre der Gewinn maximal 1000€ hoch, denn der Trader könnte ja nur für
10.000€ Aktien kaufen.

Beispiel zusammengefasst: 

  • Accountgröße 10.000€
  • Trader kauft 200 Aktien zum Preis von 100€
  • Die Gesamtposition ist 20.000€ hoch
  • Dank dem Hebelprodukt (Hebel 1:5) wird nur einer Sicherheitsleistung von 4.000€ fällig
  • Die 200 Aktien steigen auf den Preis von 110€ und werden wieder Verkauft
  • Der Profit beträgt 200 x 10€ = 2.000€
  • Dank dem Hebel konnten mehr Aktien gekauft werden und der Gewinn ist größer

Was ist ein Margin Call?

Ein Margin Call ist das schlechteste Szenario was einem Händler an der Börse passieren kann. Es bedeutet, dass Verluste auftreten und der Account des Händlers kleiner wird. Es sind weiterhin Positionen am Markt geöffnet und der Trader besitzt nicht mehr genügend Margin (Sicherheitsleistung), um die Positionen zu decken.

Jetzt greift ein automatischer Mechanismus des Brokers und die Positionen werden automatisch ausgestoppt. Es kann unterschiedlich von Broker zu Broker sein bei welchem Level man ausgestoppt wird. Manche Anbieter erlauben es sogar die Margin ein bisschen zu überreizen. Zusammengefasst bedeutet ein Margin Call in den meisten Fällen das Begräbnis des eigenen Kontostandes, das die Positionen zu hoch sind.

Hinweis zum Margin Call:

Ein Margin Call tritt eigentleich nur auf, wenn der Trader unvernünftige und zu große Positionen am Markt eröffnet, die nicht zu seinem Kontostand passen.

Wie verdient der Broker Geld durch Hebelprodukte?

Jetzt fragen sich bestimmt viele Anfänger: Warum sollte der Broker mit Geld für mein Trading leihen? – Es ist ja ähnlich wie ein Kredit und ich brauche nur eine geringe Sicherheitsleistung. 

Dazu muss man noch verstehen, dass der Broker das Geld leiht bei der Eröffnung einer Position und das Geld wieder zurück bekommt bei einer Schließung der Position. Verschiedene Sicherheitsmechanismen verhindern eine Überschuldung des Traders, sodass die Position ausgestoppt wird, wenn die Sicherheitsleistung aufgebraucht ist. Dies kommt aber nur in äußerst selten Fällen vor. Dafür müsste man den Handelsaccount überhebeln.

Der Broker leiht sich das Geld von größeren Banken (meist Investmentbanken) und leiht dieses Geld an den Trader weiter. Im normalen Daytrading (Tageshandel) fallen keine Zinskosten für den Trader an. Nur bei Positionen, die über Nacht gehalten werden fallen Zinskosten an (Swap). Hierbei ergibt sich eine Zinsmargin für den Broker, denn dieser verleiht das Geld zu höheren Zinsen an den Trader weiter.

Dieses Modell ist ziemlich einfach und leicht verständlich. Es hat viele Vorteile, denn der Trader kann sich sehr einfach Kapital leihen und weiterverwenden. Die Funktionen sind automatisiert.

  • Der Broker leiht sich selbst Geld von Banken
  • Das Geld wird an den Trader weiterverliehen
  • Es fallen Zinskosten nur über Nacht an
  • Der Broker verdient Geld an einer Zinsmargin

Die beliebtesten Hebelprodukte:

Viele Hebelprodukte werden außerbörslich gehandelt. Es kommt zu einem Vertragsschluss zwischen Broker und Trader. Nun werde ich Ihnen einen kurzen Überblick über die meistgehandelten Hebelprodukte geben:

  1. Forex: Forex Trading bedeutet der Handel mit Währungen. Der Trader kann auf fallende und steigende Wechselkurse setzen. Hier ist ein Hebel unbedingt nötig, denn die Volatilität ist sehr gering. Die Liquidität ist sehr hoch und der Handel gestaltet sich sehr transparent. Viele Broker bieten einen Hebel von bis zu 1:500.
  2. CFDs (Differenzkontrakte): Diese Kontrakte können auf jeglichen Markt angewendet werden. Dazu zählen Aktien, Rohstoffe, Kryptowährungen und weitere. Es ist ein außerbörslicher Handel. Der Vorteil davon ist, dass kleine Einsätze und ein hoher Hebel eingesetzt werden. Auch Leerverkäufe (Shorttrades) sind mit diesem Finanzinstrument einfach möglich.
  3. Futures (Terminkontrakte): Die wohl älteste Form, um sich an der Börse als Unternehmen abzusichern. Preise werden sich damit für die Zukunft gesichert für einen Kauf oder Verkauf eines Produktes. Ein hoher Hebel ist hier möglich, aber man benötigt sehr viel Kapital.

Welchen Anbieter & Broker für das Margin Trading?

In mehr als 5 Jahren Erfahrungen an den Finanzmärkten habe ich sehr viele Broker getestet, welche das Margin Trading anbieten. In der unteren Tabelle finden Sie meine top 3 Anbieter für Hebelprodukte. Wichtig für einen Trader ist, dass der Anbieter seriös und schon viele Jahre Erfahrungen am Markt hat. Die Gebühren sollten zudem sehr günstig sein, damit man keine bösen Überraschungen erlebt.

Die Einrichtung eines Margin Trading Accounts gestaltet sich aus meinen Erfahrungen ziemlich einfach und ist innerhalb eines Tages geschehen. Wahlweise kann auch ein kostenloses Demokonto benutzt werden, um die Handelsplattformen und Finanzprodukte ausführlich zu testen. Des Weiteren sollte der Anbieter einen guten Support haben und Sie auch über alle Risiken beim handel mit Hebelprodukten aufklären.

Chancen und Risiken beim Margin Trading: Nachschusspflicht?

Durch einen hohen Hebel kann es zu erheblichen Risiken am Markt kommen. Der hohe Hebel erlaubt es dem Trader große Positionen zu eröffnen. Hierbei ist aber der Trader selbst in der Verantwortung. Er muss selbst entscheiden, welche Positionsgrößen für das Handelskonto passen.

Meine Meinung nach sind überhebelte Positionen für Anfänger und Fortgeschrittene Händler sehr schlecht und führen meistens zu großen Verlusten. Man sollte sich an ein sinnvolles Risikomanagement halten und nicht seinen ganzen Handelsaccount in eine Position setzen. In der Vergangenheit kam es so schon zu einer Nachschusspflicht und Trader konnten sich überschulden. Dank neuer Regulierungen und Sicherheitsvorkehrungen gibt es die Nachschusspflicht beim Handel mit CFDs (Differenzkontrakten) in Europa nicht mehr. Sie können sich also nicht mehr verschulden.

Der Hebel bietet dem Trader die Chance einen höheren Gewinn zu machen. Dies kann sehr gezielt in bestimmten Trades eingesetzt werden. Der Händler muss aber auch damit rechnen einen Verlust zu machen. Je höher der Gewinn ist desto höher ist auch das Risiko. Trader sollten unbedingt ein gutes Risikomanagement beherrschen und keine übertriebenen Positionen eröffnen.

  • Margin Trading eröffnet Chancen einen höheren Gewinn zu machen
  • Schulden zu machen beim CFD Handel ist nicht mehr möglich (Keine Nachschusspflicht)
  • Unüberlegte zu große Positionen können im hohen Verlust enden

Erfahrungen mit Margin Trading – Mein Fazit

Das Margin Trading mit Hebelprodukten ermöglicht es dem Trader neue Chancen, um an den Märkten Gewinn zu machen. Beispielsweise können so größere “Carry-Trades” abgeschlossen werden (Man nutzt den Zinsunterschied zwischen Währungen und verdient täglich Zinsen in Forex).

Zum Schluss ist der Trader immer noch verantwortlich für seinen Gewinn und Verlust. Manche Trader geben einem zu hohen Hebel die Schuld am eigenen Versagen und Verlusten. Dies ist ein komplettes Fehlverhalten, denn der Trader bestimmt die Positionsgröße selbst über die Plattform. Das Hebelprodukt bietet Ihnen nur die Chance mehr einzusetzen.

Abschließend erhöht sich das Risiko durch Ihre eigene Entscheidung den Markt zu handeln. Margin Trading ist mit sicherheit nicht gefährlicher als der Handel ohne Margin Account. Nutzen Sie den Hebel sinnvoll durch gute Risiko-Managemententscheidungen.

Andre Wi.Erfahrener Trader seit mehr als 5 Jahren
Margin Trading
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