Aktien mit Hebel

Aktien mit Hebel traden: Was ist eine gehebelte Aktie?

Inhaltsverzeichnis:

Aktien sind die wohl bekanntesten Handelsinstrumente an der Börse. Beim Handel mit Aktien gibt es jedoch Unterschiede. Während die Investition in ein Unternehmen als Unternehmensbeteiligung als relativ sicher gilt, kann eine Aktie sich auch in ein spekulatives Instrument verwandeln, wenn eine Hebelwirkung entsteht. Anleger versuchen mit einem Hebel auf Aktien schnell Geld mit einem geringen Kapital erwirtschaften und so die Rendite exponentiell erhöhen. Wie der Handel von Aktien mit Hebeln funktioniert und welche Unterschiede es gibt, verrate ich Ihnen im Folgenden.

Definition: Abgrenzung von Aktienarten und der Hebelwirkung

Um zu verstehen wie die Hebelwirkung bei Aktien entsteht, sind zunächst die unterschiedlichen Formen des Aktienhandels zu verdeutlichen. Der klassische Aktienhandel besteht aus dem Kauf- und Verkauf von Unternehmensanteilen. Sowohl thesaurierende als auch ausschüttende Modelle sind für den Aktienhandel verfügbar. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine Reihe an anderen Handelsmöglichkeiten, die für die Anlageklasse Aktien funktionierten. Es ist beispielsweise möglich, keine Unternehmensanteile zu erwerben, sondern ein Wertpapier terminiert zu kaufen bzw. verkaufen. Eine solche Handelsmöglichkeit bieten Optionen. Gewinne erzielen, können Sie auch mit dem Handel von Aktien als Optionen. Diese Handelsform kann aufgrund des derivativen Charakters auch gehebelt werden.

Zuletzt gibt es noch Aktien, die als CFDs handelbar sind. Hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste sind bei dieser Form des Handels zu erzielen. Wenn man sich traut das hohe Risiko einzugehen, kann dank des Hebels der Contract For Differences auch eine umso höherer Rendite erzielt werden. Der Aktienhandel als CFDs zeichnet sich durch die Spekulation der Anleger auf das Fallen oder Steigen von Kursen aus. Orientiert wird sich hierbei immer am Preis des Basiswerts.

Wir halten also fest: Der Aktienhandel funktioniert auf drei Weisen:

  • Der Handel von Unternehmensanteilen
  • Handeln als derivative Finanzprodukte in Form von Optionen
  • Aktien als CFDs

Sowohl auf den Optionshandel als auch auf den CFD Handel kann eine Hebelwirkung entstehen. Der Hebel ermöglicht es, dass Anleger mit einem geringen Kapitaleinsatz hohe Gewinne erzielen können.

Hebelwirkung: Was bedeutet das eigentlich?

Hebelprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass das eingesetzte Kapital deutlich vermehrt werden kann. Aus diesem Grund ist der spekulative Aktienhandel vor allem unter Risiko-affinen Personen sehr beliebt. Als Basis für den Hebel wird immer das Underlying bzw. der Basiswert betrachtet. Das Verhältnis zwischen Basiswert und dem aktuellen Kurs zeigt die Höhe des Hebels an.

Je höher der Hebel ist, desto höher ist auch der Gewinn bzw. Verlust beim Handel von Aktien mit Hebel. Beachten müssen Anleger immer, dass eine Hebelwirkung in beide Richtungen erfolgt. Folglich können sowohl hohe Gewinne als auch Totalverluste erwirtschaftet werden.

Im Vergleich zu anderen Handelsstrategien an der Börse, ist der Handel von Hebelprodukten ein sehr spekulativer Trading-Ansatz.

Für wen sind Aktien mit Hebel geeignet?

Aufgrund des mit dem Hebel einhergehenden, hohem Risiko ist das Investieren in eine Aktie mit Hebel nicht für Jedermann eine geeignete Trading Strategie. Das zeigt die Risikoklassifizierung deutlich. Die mit dem Handel einhergehenden Risiken sind so hoch, dass eine Risikoklassifizierung der Höhe 7 für diese Handelsform besteht. Das bedeutet, dass Anleger auch ein starkes Nervengerüst beim Handel des eingesetzten Kapitals haben müssen. Im Trading können schließlich sowohl hohe Gewinne als auch Verluste erzielt werden. Im schlimmsten Fall erleiden Anleger einen Totalverlust. In diesem Fall verlieren Sie 100 Prozent des eingesetzten Kapitals. Gerade Privatanleger können sich ein solches Risiko meist nicht leisten und kaufen daher bevorzugt Aktien, die keinen Hebel besitzen.

Als Anleger muss sich also vor Augen geführt werden, dass der Kurs sich bei Hebelprodukten jederzeit ändern kann. Die hohe Volatilität im Markt führt schließlich erst dazu, dass auch exponentiell steigende Renditen zu erwarten sind. Im Vergleich zum klassischen Aktienhandel ist das Kapital beim Kauf von Aktien mit Hebel deutlich risikoreicher angelegt.

Broker

3 Broker, die sich für den Aktienhandel mit Hebel eignen

Die Wahl eines geeigneten Brokers ist letztlich entscheidend, wenn es darum geht, Hebelprodukte zu handeln. Nicht jeder Broker bietet beispielsweise den Handel von CFDs an. Contracts For Difference sind komplexe Instrumente, mit welchen auf das Steigen und Fallen von Kursverläufen spekuliert werden kann. Passende Broker für den CFD Handel sind:

Warum überzeugen die Broker für das Handeln von Aktien mit Hebel? Ganz einfach: Die Broker sind seriös, überzeugen mit fairen Handelsbedingungen und offerieren lukrative Hebel. Wie hoch der Hebel beim Handel ist, hängt natürlich vom Verhältnis zwischen Basiswert und Preis eines Finanzinstruments ab. Gleichzeitig hängt die Höhe vom Hebel aber auch vom Broker selbst ab. Alle drei Broker offerieren einen Hebel in einem Faktorverhältnis von 1:30.

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Kurzes Fazit: Aktien mit Hebel im Überblick

Optionen und CFDs auf Aktien können als Hebelprodukte für Anleger interessante Trades darstellen, da mit einem geringen Kapitaleinsatz hohe Gewinne schnell und einfach zu erwirtschaften sind. In bestimmten Fällen lohnt sich der Hebel und kann die eigene Rendite auf ein neues Level heben. Es gibt jedoch immer zwei Seiten einer Medaille: Wo es hohe Gewinne gibt, sind hohe Verluste nicht weit entfernt. Im Folgenden schauen wir uns daher genauer an, wie die Hebelprodukte wirklich zu handeln sind und welche Faktoren den Handel bestimmen.

Aktien mit Hebel traden erklärt:

Der Aktienhandel mit Hebel wird von drei Faktoren bestimmt:

  • Dem Preis bzw. aktuellen Stand des Kurses
  • Dem Verhältnis des Preises zum Basiswert
  • Der Margin

Je nachdem, ob Sie Aktien mit Hebel als Optionen oder CFDs handeln, spricht man über den direkten Handel bzw. effektiven Handel. Bevor wir uns die unterschiedenen Handelsmöglichkeiten genauer anschauen, müssen wir uns jedoch zunächst die Abhängigkeit des Hebels von der Margin genauer anschauen.

Wie wirkt sich die Margin auf den Handel aus?

Beim Optionshandel erwerben Anleger das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen bzw. zu verkaufen. Dieser derivative Handel kann nur erfolgen, wenn der jeweilige Anbieter für das Einräumen des Rechts auch einen Vorteil erwirbt. In der Wirtschaft gibt es schließlich ein ständiges Geben und nehmen. Die Margin kann hierbei als Leihgabe des Traders an den Broker betitelt werden.

Aktienhandel mit Hebel und Margin

Eine Margin ist somit eine Sicherheitsrücklage, die ein Broker erhebt, damit ein Anleger die Aktie mit Hebel handeln kann. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, was ein Margin Call ist. Über dieses Wort stolpern viele Privatanleger immer und immer wieder. Ein Margin Call bezeichnet den Aufruf eines Brokers, dass ein Anleger nochmals Geld hinterlegen muss, um die Position weiterhin zu halten und zu einem Zeitpunkt X zu handeln.

Der Broker wird die Position automatisch schließen, wenn zu wenig Margin (Geld) verfügbar ist. Abhängig vom Broker können Sie die Margin etwas überziehen bis die Positionen geschlossen werden.

Arten des Aktienhandels mit Hebel

Die Rahmenbedingungen sind nun klar: Eine Aktie mit Hebel kann in Form von Optionen sowie CFDs gehandelt werden. Der direkte Handel bezeichnet hierbei den Handel einer Option, während der effektive Handel, das Trading von CFD Aktien betitelt. Beide Anlageformen unterscheiden sich deutlich, unterliegen aber beide einem Hebel. Wie die jeweiligen Formen des Aktienhandels funktioniert, zeige ich Ihnen.

1. Direkter Handel

Der direkte Handel erfolgt über Optionsscheine und kann in beide Richtungen gehandelt werden. Bei diesem Handelsstil spekulieren Anleger auf das Steigen oder Fallen der Aktienkurse. Eine Put- oder Call-Option wird dabei ausgelöst. Orientiert wird sich bei einer Option immer am Wert des Basiswertes.

An dieser Stelle ist klar hervorzuheben, dass die erhobene Margin eines Brokers sich auf den Hebel auswirkt. Hierfür müssen Sie den vermeintlichen Hebel durch den prozentualen Anteil der Margin teilen. Das bedeutet, dass die Margin natürlich auch eine Auswirkung auf die Höhe der Rendite hat. Es ist daher immer ein Broker zu präferieren, der eine geringere Margin erhebt.

Merke!

Es ist jedoch nicht immer zwingend notwendig, einen besonders hohen Hebel anzustreben. Ein kleiner Hebel erwirtschaftet im Zweifelsfall einen schlechteren Gewinn, das Risiko ist von Beginn an jedoch auch geringer. Eine Investition in solche Optionsscheine ist gerade für Beginner sinnvoll.

Bei dem Handel einer Option ist nicht nur der Wert der Margin in Betracht zu ziehen, sondern auch der Omega-Hebel. Dieser zeigt nämlich auch an, um wie viel Prozent der Optionsschein steigt oder fällt, wenn der Basiswert um 1 Prozent steigt oder fällt.

Übrigens!

Optionen und Optionsscheine sind nicht das Gleiche. Während es bei dem Handel von Optionsscheinen einen Emittenten gibt, entfällt das Insolvenzrisiko bei einer Option auf den Anleger und kann so zu einem Totalverlust führen.

Rechenbeispiel: Aktie mit Hebel

Das klingt alles sehr technisch, ist in der Praxis aber leicht verständlich. Ein Rechenbeispiel kann Klarheit schaffen:

  • Aktienkauf von 10 x 100€ Aktien eines fiktiven Unternehmens
  • Margin: 10 %
  • Hebel: 10
  • Anleger geht long (Kauf)
Karolina Grabowska

Der Hebel entspricht in diesem Beispiel 1:10 (100/10 Prozent) bei einem Kapitaleinsatz (Margin) von 100 Euro (100 Euro *10 = 1.000€). Der Anleger spekuliert auf ein Ansteigen der Kurse. Gehen wir nun davon aus, dass sich der Aktienkurs um 10 % erhöht, hätte der Anleger einen Buchgewinn ohne Hebel von 10 Euro erzielt. Der Hebel von 1:10 bewirkt jedoch einen zusätzlichen Gewinn von weiteren 90 Euro. Insgesamt können so binnen kürzester Zeit 100 Euro Gewinn erzielt werden. Dieses Beispiel würde auch funktionieren, wenn der Anleger short geht und dieser Fall eintrifft.

Der Hebel birgt jedoch das Risiko, dass Anleger sich täuschen und zu hohe Risiken eingehen. Verluste entstehen, wenn sich eine Position entgegen der erhofften Richtung entwickeln.

2. Effektiver Handel

Neben dem Optionshandel kann eine Aktie auch als CFD gehandelt werden. Grundsätzlich funktioniert der Handel analog zum Trading einer Aktie als Option. Auch bei einem CFD Handel wetten Anleger auf ein Steigen (Long) oder Fallen (Short) der Kurse. Je nachdem, ob sie richtig liegen oder nicht, kann sich die Hebelwirkung positiv oder negativ auf den Trade auswirken. Die Margin spielt beim effektiven Handel auch eine Rolle, unterscheidet sich jedoch in der Berechnung des Hebels von einem direkten Handel.

Anders als beim direkten Handel wird die Margin beim effektiven Handel berechnet, indem die Margin in Euro mit dem direkten Hebel multipliziert und anschließend durch den Kontostand des Broker-Kontos geteilt. Die Hebelwirkung fällt so deutlich geringer als bei einem Optionshandel aus. Gehen wir vom oberen Beispiel und einem Kontostand von 500 Euro aus, liegt der Hebel nicht mehr bei 1:10, sondern bei einem Verhältnis von 1:2.

Vor- und Nachteile für Trader

Die Vor- und Nachteile beim Trading von Hebelprodukten bedingen sich gegenseitig. Bildlich gesprochen, erhöht der Hebel die Wirksamkeit eines Trades um ein Vielfaches. So ist eine hohe Welle beispielsweise deutlich gewaltiger als eine kleine Welle. Die Frage ist jedoch, ob Sie als Anleger die Welle reiten oder von dieser überschwemmt werden. Der Einsatz selbst ist gering: Im Meer benötigen Sie nur Mut und letztlich ist es auch das, was Sie beim Handel von Hebelprodukten benötigen. Ein geringer Kapitaleinsatz kann somit dazu führen, dass Sie die Welle reiten und somit hohe Gewinne erwirtschaften oder überschwemmt werden. Beim Worst-Case-Szenario steht dann die Frage im Raum, wie hoch der Schaden ist. Können Sie sich finanziell wieder erholen oder haben Sie einen Totalverlust erlitten? Wie Naturgewalten ist auch der Handel von Aktien mit Hebel unberechenbar.

Nur Profi-Surfer reiten die gewaltigen Wellen. Das kann auch auf den Handel von Hebelprodukten übertragen werden. Auch hier sollten Sie die Verluste in Grenzen handeln, indem Sie als Einsteiger zunächst keine Hebelprodukte handeln, sondern diesen Handel den Profis überlassen.

Die Vor- und Nachteile habe ich Ihnen nochmal im schnellen Überblick zusammengestellt.

Vorteile beim Handel von Aktien mit Hebel:

  • Hohe Gewinne sind möglich
  • Geringer Kapitaleinsatz notwendig

Nachteile beim Handel von Aktien mit Hebel:

  • Ein Verlust und Knock Out ist möglich
  • Risiken können nicht vorab prognostiziert werden
  • Nicht für Neulinge im Trading geeignet

Fazit: Wie lukrativ ist die Hebelwirkung wirklich? – Für verschiedene Strategien geeignet

Was lernen wir daraus? Der Aktienhandel hat unterschiedliche Facetten. Als Anleger ist es wichtig zu wissen, dass der klassische Aktienhandel meist langfristige Investitionen darstellt, während der Aktienhandel als Option oder CFD eher kurz- bis mittelfristig ausgerichtet ist. Der spekulative Handel eignet sich nur für diejenigen, die auch mit Verlusten zurechtkommen und gerne hohe Risiken eingehen. Das Risikoprofil muss mit dem eigenen Handel somit übereinstimmen.

Der Handel mit Hebel ist somit nicht zu unterschätzen. Zwar ist der Kapitaleinsatz gering, die Risiken sind aber umso höher. Aus diesem Grund sollten Sie immer nur das Geld investieren, dass Sie auch bereit sind wieder zu verlieren. Darüber hinaus ist es nicht immer ratsam nach dem größtmöglichen Hebel zu streben, da dann auch das Risiko mit höheren Schwankungen im Markt einhergeht und steigt.

Zuletzt sei noch darauf hinzuweisen, dass auch die Margin bei einem Aktienkauf mit Hebel immer betrachtet werden sollte. Diese bestimmt letztlich die Höhe des Hebels. Die Wahl eines Brokers mit einer geringen Margin ist für den Handel mit Hebelprodukten daher anzustreben.

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