Trader Andre Witzel
Geschrieben von: Andre Witzel
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Überprüft von: Maren Dinges
Finanzierung

Hebel, die im Daytrading verwendet werden ermöglichen einen Handel auf Marge. Anleger investieren also nicht direkt in eine Anlage, sondern in deren positive oder negative Wertentwicklung. Dies ermöglicht das Ausnutzen kurzfristiger Schwankungen und das beidseitig.

Im nachfolgenden Beitrag geht es um das Daytrading und das kontrovers diskutierte Thema Hebel. Da wir möchten, dass dieser Artikel auch von Neueinsteigern vollständig verstanden wird, kommt es zunächst zu einer Erklärung der genannten Begriffe. Anschließend stellen wir die Verbindung zwischen Daytrading und Hebel dar und erklären die richtige Anwendung von Letzterem bei dieser spezifischen Vorgehensweise. 

Die wichtigsten Informationen zum Daytrading mit Hebel:

  • Trading auf Marge ermöglicht das Setzen auf sinkende und steigende Kurse.
  • So nutzen Anleger kurzfristige Marktschwankungen aus.
  • Die Hebel sind für Kleinanleger bei europäischen Brokern auf maximal 1:30 (Forex) begrenzt.

Was ist ein Hebel im Daytrading?

Die Frage kann falsch verstanden werden und manche Leser werden vollkommen zu Recht behaupten, dass es nur eine Hebelkraft gibt. Wir möchten Sie im folgenden Abschnitt darüber informieren, dass Hebel mit verschiedenen Handelsarten unterschiedlich angewendet werden sollten.

USD-CAD-Stop-Loss-setzen

Dazu einige Beispiele:

Langfristig orientierte Swing-Trader

Wer eine Position eröffnet, die einem aktuellen Trend über Tage und Wochen folgt, muss temporäre Korrekturen einkalkulieren. Das bedeutet, der Stop-Loss muss großzügiger gesetzt werden als beispielsweise im Daytrading. Liegt das Gewinnziel bei etwa 200 Pips, ist eine Verlustbegrenzung von 50 Pips angebracht.

Klassische Daytrading

Wer dem Trend eines Handelstages folgt, muss ebenfalls aufzeitweilige Rücksetzer aufpassen. Die Verlustbegrenzung kann zwar enger als im Swing-Trading gesetzt werden, indes muss die Position ausreichend Raum für die Entwicklung haben.

Scalping Akteure

Wer kleinste Kursbewegungen innerhalb kurzer Zeiträume wahrnimmt, geht das geringste Risiko ein und kann mit sehr engem Stop-Loss agieren. Aus diesem Vergleich resultieren verschieden starke Hebel:

Swing-Trading

Wer als Swing-Trader einen Hebel von 1:500 verwendet, begibt sich unnötig in große Gefahr. Langfristige Positionen schwanken oft mehr als 30 Pips und dieser Fakt bedeutet das vorzeitige Aus für den Trade. Dazu ein Rechenbeispiel:

  • Angenommen, Sie handeln ein Währungspaar mit 1 Lot (100.000 Währungseinheiten)
  • Mit 500er Hebel kostet die Position 100.000 geteilt durch 500 gleich 200 Währungseinheiten plus Gebühren
  • 1 Pips resultiert bei einem Lot in 10 EUR oder USD Gewinn/Verlust. Nachdem die Position 20 Pips in die verkehrte Richtung gelaufen ist, ist die Margin von 200 Währungseinheiten aufgebraucht

Langfristig laufende Positionen sollten nur mit maximalem Hebel von 1:100 eröffnet werden, damit haben Sie ausreichend Spielraum für unkalkulierbare Vorkommnisse.

Swing-Trading

Klassisches Daytrading

Die Vorhersage einer Kursentwicklung innerhalb eines Tages ist weitaus sicherer als Prognosen über längere Zeiträume. Gleichwohl müssen kleinere Korrekturen einkalkuliert werden. Der maximale Hebel von 1:200 ist beim traditionellen Daytrading angemessen, weil daraus ein Spielraum von 50 Pips resultiert.

Scalping

Bei dieser Technik prognostizieren Sie lediglich den Kursverlauf innerhalb der nächsten Minuten. Sie können daher mit maximalem Hebel traden, und Verluste möglichst eng begrenzen. Akteure mit Scalping Ansatz setzen den Stop-Loss meist bei 5 Pips und kommen mit etwas Übung auf 8 richtige Einstiege bei 10 Versuchen.

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Wie wendet man den Hebel richtig im Daytrading an?

Als Daytrading wird der Handel innerhalb einer Session oder eines Tages bezeichnet. Akteure müssen Kursentwicklungen nur über vergleichsweise kurze Zeiträume prognostizieren und gehen relativ geringe Risiken hinsichtlich Fehleinschätzung ein.

Das Trading mit hohen Hebeln ist aufgrund enger Verlustbegrenzungen weniger gefährlich:

  • Klassische Daytrader riskieren maximal 10 Pips Verlust
  • Akteure mit Scalping Ansatz können den Verlust auf 5 Pips begrenzen
  • Langfristig aufgestellte Trader müssen mit rund 50 Pips weitaus größere Risiken eingehen und zudem auf sehr hohe Hebel verzichten

Bei einer Positions-Größe von einem Lot sind traditionelle Daytrader und Akteure mit Scalping Technik eindeutig im Vorteil:

  • Dank höherer Hebel geringere Margin
  • Enge Stop-Loss resultieren im Ernstfall in überschaubaren Verlusten

Ein Swing-Trader muss 50 Pips und damit bei einer Positions-Größe von 1 Lot 500 Währungseinheiten riskieren, um seinen Trade einigermaßen sicher zum Ziel zu führen. Steht ein traditioneller Daytrader vor einer Fehlentscheidung, kann er mit identischer Positions-Größe seinen Verlust auf 10 Pips respektive 100 Währungseinheiten begrenzen. Erfahrungsgemäß irrt sich ein Akteur mit Scalping Ansatz selten und riskiert pro Trade maximal 5 Pips oder 50 Währungseinheiten.

Die richtige Anwendung des Hebels im Daytrading besteht also aus einer Kombination aus hoher Leverage mit engem Stopp-Loss. Damit sind die Optionen eines Daytraders aber noch nicht erschöpft. Hohe Daytrading Hebel zwingen zu engen Verlustbegrenzungen und damit ergeben sich neue Chancen. Der Langzeit-Akteur kalkuliert ein, dass seine Position zeitweise ins Minus gerät und hofft auf positive Entwicklung. Manchmal passt dieser Ansatz, aber bei Weitem nicht immer.

Merke!
Ist eine Position bereits mit 30 Pips im negativen Bereich, fällt die Realisierung des Verlustes schwer. Damit geht zumindest eine Zeitverschwendung einher, im schlimmsten Fall werden die Einbußen größer. Hohe Daytrading Hebel zwingen zu schnellen Entscheidungen – und eröffnen neue Chancen. Es ist wesentlich sinnvoller, jede Welle zu reiten, aufwärts oder abwärts, überall wartet der Profit.

So berechnet man den Hebel

Die von jedem Broker benötigte anfängliche Margin kann je nach Größe des Handels variieren. Wenn ein Trader EUR/USD im Wert von 100.000 USD kauft, muss er möglicherweise 1.000 USD als Margin auf dem Konto halten. 

Mit anderen Worten, die Margin-Anforderung wäre 1 % oder 1.000 / 100.000 USD. Die Leverage Ratio zeigt an, um wie viel die Handelsgröße durch die vom Broker gehaltene Margin vergrößert wird. Unter Verwendung des obigen Beispiels für die anfängliche Margin würde die Leverage Ratio für den Handel 100:1 (100.000 / 1.000) betragen. Mit anderen Worten, für eine Einzahlung von 1.000 US-Dollar kann ein Akteur 100.000 US-Dollar in einem bestimmten Währungspaar handeln.

Flexible Hebel CFD

Margin-Anforderung und Leverage Ratio:

  • 2 % entspricht einem Hebel von 50:1
  • 1 % kommt einem Hebel von 100:1gleich
  • 0,5 % Margin bedeutet einen Hebel von 200:1
  • 0,2 % Margin entspricht einem Hebel von 500:1

Bei der Berechnung des idealen Hebels muss berücksichtigt werden, dass die Margin bei größerer Hebelkraft schneller aufgebraucht ist.

Entsprechend der Ausführungen oben können Daytrading Hebel größer sein, weil innerhalb kleinerer Zeiträume gehandelt wird. Insbesondere Akteure mit Scalping Ansatz gehen mit großer Hebelkraft nur geringe Risiken ein, sofern sie enge Verlustbegrenzungen nutzen. Natürlich erlaubt nicht jeder Broker die Anwendung hoher Hebel.

Bester Broker für Daytrading mit Hebel

Seit Januar 2019 sind die Hebel für Daytrader aus der Eurozone stark eingeschränkt. Die Initiative ging nicht von den Brokern mit Sitz in einem Euroland aus, sondern von der selbst ernannten europäischen Finanzmarkt-Aufsicht ESMA. Die ESMA hat den maximalen Hebel für private Daytrader auf maximal 30:1 begrenzt, während professionelle Marktteilnehmer weiterhin mit hoher Leverage handeln können. Wer also weiterhin attraktive Daytrading Hebel in Anspruch nehmen möchte, muss sich bei einem ausländischen Anbieter registrieren. 

Broker mit Sitz im Ausland sind nicht an die Regeln der ESMA gebunden, allerdings unterliegen deren Niederlassungen in der EU den hier geltenden Beschränkungen. Daher sind Sie als potenzieller Daytrader zur Vorsicht bei der Kontoeröffnung angehalten. Viele internationale Broker verfügen über Dependancen in der Eurozone, weil sie an diesem Markt teilhaben wollen.

Esma-Logo

Unsere Empfehlung für Leute, die auf hohe Daytrading Hebel nicht verzichten wollen: Eröffnen Sie Ihr Live-Konto stets am Hauptsitz des ausländischen Brokers. Lassen Sie sich nicht durch negative Berichterstattungen abhalten, die ausländischen Brokerage-Anbietern mangelnde Sicherheit nachsagen. Fakt ist, dass internationale Regulierungen auf ebenso hohem Standard nahezu identische Sicherheiten bieten.

  • Die EU Broker schützen Ihr Kapital, weil sie per Verordnung dazu verpflichtet sind
  • Ausländische Anbieter sorgen gleichermaßen effektiv für Ihre Sicherheit, aber auf freiwilliger Basis

Dank hoher Daytrading Hebel genügen bei ausländischen Brokern geringe Summen zur Kontoeröffnung und zum Handeln mit attraktiven Gewinnen.

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Hierzu einige Beispiele:

Beim ausländischen Broker zahlen Sie 300 USD ein und handeln dank des 500er Hebels mit 1 Lot Positions-Größe. 200 USD Einsatz plus Gebühren plus eine Reserve für missglückten Einstieg. Bei durchschnittlichem Engagement sind 30 Pips respektive 300 USD pro Handelstag möglich.

Beim EU Broker benötigen Sie 3.333 EUR für die Positions-Größe von 1 Lot, plus Gebühren. Inklusive einer Reserve sollten 4.000 Euro auf dem Tradingaccount sein. Ausländische Broker finden Sie auf unserer Webseite. Unsere Empfehlung:

Fazit: Ein hoher Daytrading Hebel ist unverzichtbar

Generell sollten Sie als Trader den Hebel frei wählen können. Gerade als Einsteiger mit limitiertem Kapital sind Sie auf Broker angewiesen, die Ihnen hohe Hebel zur Verfügung stellen. Beachten Sie bitte, dass extrem hohe Hebel, wie oben ausgeführt, nicht für langfristig laufende Positionen geeignet sind. 

Beim Daytrading und insbesondere beim Scalping können Sie hingegen die maximal mögliche Hebelkraft nutzen, weil bei der Vorgehensweise enge Verlustbegrenzungen obligatorisch sind. Natürlich muss der Umgang mit großen Hebeln zu Beginn im Demokonto geübt werden. Kostenlose Demoaccounts stellen Ihnen gerade ausländische Broker unbegrenzt und bedingungslos in Option. Verbleiben Sie aber nicht zu lange im Demomodus, denn das Daytrading mit Echtgeld muss ebenso geübt werden.

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Meist gestellte Fragen:

Welcher Hebel für Daytrading?

Beim Daytrading – insbesondere mit einem kleinen Trading Konto – lohnt es sich, einen hohen Hebel (z.B. 1:20 oder 1:30) zu wählen, da die Rendite pro Trade beim Daytrading relativ niedrig ist. Nur mit Hebel sind Sie daher als Anfänger mit kleinem Konto in der Lage, akzeptable Gewinne beim Daytrading zu erzielen.

Wie funktioniert der Hebel beim Traden?

Beim Trading mit Hebel handeln Sie mit wesentlich größeren Kapitalmengen, als Ihnen selbst zur Verfügung steht, da Sie sich den Großteil des Geldes vom Broker leihen. Der Anteil, den Sie als Eigenkapital in eine Position investieren, dient als Sicherheitsleistung (Margin). Somit multiplizieren sich Ihre Renditen pro Trade im Verhältnis zum Eigenkapitalanteil. Läuft die Position gegen Sie, können Sie aber auch umso höhere Verluste erleiden, weshalb enge Stops beim Daytrading mit Hebel obligatorisch sind.

Ist Daytrading mit Hebel riskant?

Ja, Daytrading mit Hebel ist mit hohen Risiken verbunden, denn die Hebelwirkung multipliziert sowohl Ihre Gewinne als auch Ihre Verluste. Ohne Risikomanagement kann es so sehr schnell zum Totalverlust Ihres eingesetzten Kapitals und in einigen Fällen sogar darüber hinaus kommen.

Wie schützt man sich vor Risiken beim Daytrading mit Hebel?

Um Risiken beim Daytrading mit Hebel zu minimieren, müssen enge Stops gesetzt werden. Passen Sie zudem die Positionsgröße so an, dass Sie in einem guten Verhältnis zur Hebelwirkung und zur Gesamtgröße Ihres Trading Kontos passt. Für Anfänger empfiehlt es sich, das Daytrading mit Hebel zunächst mit einem Demokonto zu üben, um ein solides Risikomanagement zu erlernen.

Trader Andre Witzel
Andre Witzel
Gründer & Chefredakteur
Über den Autor: Erfahrener Trader im Bereich Forex, CFDs, Aktien und Futures seit 2013. Über 21.000 Abonnenten auf Youtube und 500 veröffentlichte Trading Videos.
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Geschrieben von: Andre Witzel Gründer & Chefredakteur
Erfahrener Trader im Bereich Forex, CFDs, Aktien und Futures seit 2013. Über 21.000 Abonnenten auf Youtube und 500 veröffentlichte Trading Videos.
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Reviewed by: Maren Dinges Autorin und Brokerexpertin
Maren ist aktiv im Finanzbereich und redaktioniert bei Trading für Anfänger Themenbereiche wie Portfoliomanagement, Betrug im Anlagensektor und klassische Investitionsmöglichkeiten.
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