Was ist ein Börsenmakler? – Definition

Ein Börsenmakler vermittelt beim Wertpapierhandel zwischen dem Anleger und der Börse. Er handelt überwiegend im Auftrag von institutionellen Kunden. Aber auch für Privatkunden wird er tätig. Für die Ausübung dieses Berufes sind bestimmte Qualifikationen erforderlich. Doch wie können Sie Börsenmakler werden und welche Voraussetzungen sind nötig? Welche Aufgaben hat ein Makler an den Börsen und wie viel verdient er überhaupt? Diese Fragen beantworte ich Ihnen in diesem Artikel.

Börsenmakler werden: Was macht den Beruf aus?
Börsenmakler werden: Was macht den Beruf aus?

Was ist ein Börsenmakler? – Definition & Erklärung

Ein Börsenmakler bietet den Wertpapierhandel beispielsweise mit Aktien an und handelt dabei im Auftrag seiner Kunden. Er fungiert als Vermittler zwischen einem privaten oder institutionellen Anleger und der Börse.

Börsenmakler werden auch Kursmakler genannt. Genau genommen handelt es sich hierbei um eine veraltete Berufsbezeichnung, die bis Juni 2002 im deutschen Börsengesetz verankert war. Gemäß § 29 Abs. 1 und § 30 Abs. 1 BörsG vermittelten Handelsmakler an deutschen Börsen gewerbsmäßig Börsengeschäfte zwischen Börsenhändlern und stellten Börsenpreise amtlich fest.

Im Juli 2002 ist das vierte Finanzmarktförderungsgesetz in Kraft getreten. Seitdem sind Börsenmakler rechtlich keine Makler mehr, sondern werden nunmehr als Skontroführer bezeichnet. Die Berufsbezeichnung Börsen- oder Kursmakler ist umgangssprachlich jedoch geblieben. Insbesondere Laien können sich unter dem Begriff “Börsenmakler” den Beruf besser vorstellen. Daher werden die Begriffe “Börsen- und Kursmakler” aufgrund ihrer Geläufigkeit weiter verwendet. Rechtlich handelt es sich jedoch um Skontroführer.

Skontroführer sind neben der Vermittlung von Wertpapiergeschäften auch für die Preisbildung an den Börsen verantwortlich. Dies gilt jedoch nur im regulierten Markt außerhalb elektronischer Handelssysteme. Sie sind also an Parkett- oder Präsenzbörsen tätig, also dort, wo noch nicht alles über ein elektronisches System läuft. Dieser Beruf ist also auf dem Rückzug, da nach und nach immer mehr elektronische Systeme diesen Berufszweig verdrängen. Die Tätigkeit als Broker bietet sich daher besser für eine Karriere an. Als Broker sind sie zwar auch für die Vermittlung von Finanztransaktionen tätig, jedoch auch innerhalb von Online-Handelsplattformen.

Unterschied zwischen Börsenmakler und Broker

Aufgrund der irreführenden Bezeichnung “Broker”, was übersetzt Makler bedeutet, kommt es häufig zu Verwechslungen mit der Berufsbezeichnung Börsenmakler. Jedoch ist hiermit nicht das gleiche gemeint. Börsenmakler war bis 2002 ein geschützter Begriff in Deutschland. Sie waren im öffentlichen, hoheitlichen Auftrag tätig. Ein amtlicher Handelsmakler hat die Kaufs- und Verkaufswünsche beim Live-Handel auf dem Börsenparkett verschiedener Händler zusammengebracht. Sie sind somit auch an der Kursfestlegung beteiligt. Seit 2002 wird diese Tätigkeit von sogenannten Skontroführern wahrgenommen. Skontro bedeutet Orderbuch. Dieser Beruf spielt jedoch nur noch bei wenigen Präsenzbörsen, bei denen noch auf dem Börsenparkett gehandelt wird, eine Rolle. Das ist beispielsweise an der Börse Stuttgart oder der Börse Berlin der Fall.

Broker hingegen arbeiten auch im Hintergrund von elektronischen Handelsplattformen und beraten beispielsweise Kunden. Außerdem erstellt er Analysen und Berichte zu einzelnen Unternehmen, Branchen und Märkten. Diese Analysen dienen als Basis für die Kundenberatung und Wertpapierempfehlungen. Die Informationen stellt ein Broker im direkten Kundenkontakt oder online für die Kunden zur Verfügung. So ist ein Broker deutlich breiter aufgestellt in seinen Tätigkeiten und kann die Digitalisierung für sich nutzen. Er ist im Gegensatz zu einem Börsenmakler nicht auf eine Parkett- oder Präsenzbörse angewiesen.

Aufgaben: Was macht ein Börsenmakler?

Ein klassischer Börsenmakler arbeitet an deutschen Parkett- oder Präsenzbörsen. Er vermittelt dort zwischen verschiedenen Händlern und führt Wertpapiergeschäfte an der Börse aus. Er stellt Kaufs- und Verkaufskurse und führt die Aufträge seiner Kunden zusammen. Der Kursmakler nimmt für seine Vermittlung eine sogenannte Makler-Courtage.

Die Tätigkeit des Börsenmaklers wird heutzutage fast nur noch elektronisch ausgeführt. Daher verliert dieser Berufszweig heutzutage immer mehr Bedeutung. Klassische Börsenmakler sind nur noch an kleinen Parkett- und Präsenzbörsen tätig. Das ist beispielsweise an der Börse Stuttgart oder der Börse Berlin der Fall. Mittlerweile sind die Funktionen und Aufgaben eines Börsenmaklers digital an den Börsenplätzen integriert.

Trotz zunehmender Digitalisierung muss ein Kursmakler nicht die Arbeitslosigkeit fürchten. Denn fundiertes Fachwissen wird auch in Zukunft weiter gefragt und begehrt sein. So kann der Makler beispielsweise sein Wissen für die Entwicklung von Handelsalgorithmen und Softwarelösungen bereitstellen und eng mit Programmieren zusammenarbeiten. Auch eine Umschulung zum Finanzberater ist denkbar, denn Beratung wird auch im digitalen Zeitalter nicht an Wert verlieren.

Als Börsenmakler müssen Sie über umfangreiches Wissen über Regulierungen, Buchhaltung, Wirtschaft und Finanzplanung verfügen. Außerdem müssen Sie sich mit dem deutschen Börsenrecht und der Preisbildung an den Börsen auskennen. Doch das ist nicht genug, denn entsprechende Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen sind nötig, um als Börsenmakler tätig werden zu können.

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Ausbildung: Wie können Sie Börsenmakler werden?

Börsenmakler ist kein Ausbildungsberuf im eigentlichen Sinne. Dennoch sind gewisse Voraussetzungen und Qualifikationen notwendig. Eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder ein Studiengang in BWL sind vorteilhaft. Eine Kombination von Ausbildung und Studium sind selbstverständlich noch besser. Entsprechende Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sind ebenfalls nötig.

Auch als Quereinsteiger können Sie Börsenmakler werden. Sie müssen allerdings fundiertes Fachwissen mitbringen. Ein hohes Interesse für die Börse, Finanzen und Wirtschaft ist demnach unabdingbar. Das nötige Wissen müssen Sie sich im Selbststudium aneignen oder geeignete Seminare oder Online-Kurse besuchen. Auswahl an Weiterbildungsangeboten gibt es heutzutage mehr als genug. Obwohl ein Quereinstieg möglich ist, führt der Weg zum Börsenmakler meistens über eine Bankenlehre sowie einem BWL-Studium. Oft wird auch von vornherein ein duales Studium absolviert. So wird Praxis und Theorie direkt vereint.

Ein fundiertes Fachwissen alleine reicht jedoch nicht aus, um sich Börsenmakler nennen zu dürfen. Damit Sie als Kursmakler tätig werden können, müssen Sie eine Prüfung bei der Deutschen Börsen AG ablegen. Um die Zulassung als Börsen- oder Kursmakler zu erhalten, muss eine entsprechende Händlerprüfung bestanden werden. Nur wer über fundiertes Fachwissen verfügt, kann diese Prüfung bestehen, denn sie ist alles andere als einfach. Mit bestandener Prüfung erhalten Sie die nötige Zulassung, um als Makler tätig werden zu können.

Als Quereinsteiger können Sie sich im Lerncenter der Deutschen Börse AG im Selbststudium weiterbilden. Außerdem können Sie sich über das Center zur Prüfung anmelden. Die Prüfungsgebühren betragen ungefähr 200 EUR.

Neben den Grundkenntnissen von Finanzen und Wirtschaft benötigen Sie weiteres Fachwissen. So sind beispielsweise Kenntnisse des deutschen Börsenrechts, der Börsensegmente und der Preisbildung an den Börsen notwendig. Außerdem benötigen Sie fundiertes Wissen über Transaktionen, Terminmarktprodukten und des Xetra-Marktmodells.

Verdienst: Was verdient ein Börsenmakler?

Überzogene Millionengehälter und Provisionen wie in Filmen von “Wolf of Wallstreet” sind natürlich komplett überspitzt.

Als angestellter Börsenmakler bei einer Bank können Sie zwischen 3.000 und 10.000 EUR verdienen, je nachdem wie viel Erfahrung Sie bereits mitbringen. Neben einem festen Gehalt kommen natürlich auch noch Provisionen oder Boni hinzu. Als freiberufliche Börsenmakler sind die Gehälter dank Provisionsmodell nach oben offen. Auch als freiberuflicher Trader können Sie je nach eigenem Geschick viel Geld an der Börse verdienen.

Das Berufsbild des Börsenmaklers im Wandel

Durch die zunehmende Digitalisierung der Finanzmärkte befindet sich das Berufsbild des Börsenmaklers im Umbruch. Viele Tätigkeiten eines Kursmaklers werden mittlerweile von elektronischen Systemen übernommen. Zudem ist mittlerweile für jeden Privatanleger ein Online-Handel von Wertpapieren möglich. Privatanleger können beispielsweise in ETFs oder Fonds investieren, für die nahezu keine eigenen Kenntnisse notwendig sind.

Auch Webinare, Seminare und Coachings gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Jeder Privatanleger kann sich demnach problemlos das nötige Fachwissen aneignen. Alternativ können Einsteiger auch mit Social Trading in die Finanzmärkte einsteigen. So können Anfänger mit einem Mausklick die Strategien erfolgreicher Trader kopieren und vom Wissen anderer profitieren.

Fazit

Der Bedarf an klassischen Börsenmaklern wird mit zunehmender Digitalisierung immer geringer. Mehr als die Hälfte der Wertpapiergeschäfte ist bereits digitalisiert und die Digitalisierung nimmt weiter zu. Nichtsdestotrotz müssen Börsenmakler keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Durch geeignete Zusatzqualifikationen können Sie beispielsweise Handelsalgorithmen entwickeln, beratend tätig sein oder Lerninhalte für Privatanleger zur Verfügung stellen. Das Interesse an den Finanzmärkten sowie dem Aktienhandel wird aufgrund fehlender Anlagealternativen auch unter Privatleuten immer beliebter. Für klassische Börsenmakler entstehen also Chancen, ihre Tätigkeit an die Digitalisierung anzupassen.

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