Wie funktioniert eine Market Order? – Erklärung für Anfänger

Die Börse bietet Investoren jeden Tag zahlreiche Chancen auf lukrative Gewinne. In vielen Momenten können bereits wenige Sekunden über das Ergreifen oder Verpassen dieser Chancen entscheiden. Damit ein Investor seine Einstiege flexibel ausrichten kann, stehen ihm verschiedene Möglichkeiten der Ausführungen beim Kaufen und Verkaufen zur Verfügung. Die Market Order ist dabei die Ausführung zum sofortigen Zeitpunkt, ohne dass ein bestimmter Preis erreicht werden muss. Aus diesem Grund ist die Market Order ideal für schnelle Chancen am Aktienmarkt geeignet oder für das komplette Gegenteil, wenn nämlich der exakte Preis nicht so entscheidend ist, was bei langfristigen Investitionen der Fall sein kann. Das Gegenteil einer Market Order ist das Buy Limit oder Sell Limit bei denen sich ein Trader zu bestimmten Preisen in den Markt einkauft.

Market Order können in unterschiedlichen Zusammenhängen stattfinden.

Market Order Definition

Die Market Order ist die Ausführung einer Position zum aktuellen Marktpreis. Dabei können klassische Aktien, Optionsscheine oder auch CFD gehandelt werden. Ein Anleger beauftragt seinen Broker, einen Aktienkauf oder -verkauf zum schnellstmöglichen Zeitpunkt unabhängig vom Preis durchzuführen. Da kein Preis vorgegeben wurde, ist häufig auch von der unlimitierten Order die Rede. Die Market Order ist die einfachste Form der Investition, da hierbei keine zusätzlichen Angaben zu Limitpreisen gemacht werden müssen.

Bei einigen Brokern mit der Funktion One-Click-Trading können über eine Market Order sogar Investitionen mit dem Klick auf nur ein Feld im Internet eingegangen werden. Bei einem Kauf wird der Ask-Kurs und bei einem Verkauf der Bid-Kurs einer Aktie oder eines alternativen Wertpapiers ausgeführt, wenn genügend Liquidität auf dem Markt herrscht. Finden sich keine Käufer oder Verkäufer zum aktuellen Marktpreis, so können zwischen dem Preis der Market Order und dem tatsächlichen Ausführungspreis deutliche Unterschiede liegen. Dies liegt daran, dass Angebot und Nachfrage eventuell erst bei anderen Preisen zustanden kommen. Neben der Market Order gibt es die Limit Order. Hierbei gibt der Investor einen Wunschpreis ein, zu dem gekauft oder verkauft werden soll. Wird der Preis nicht erreicht, so wird auch keine Order durchgeführt. Die Limit Order lässt sich zudem mit Ablaufdaten versehen.

Funktionsweise einer Market Order – Beispiele

Eine Market Order kann durch Trader an unterschiedlichen Märkten ausgeführt werden. Wie dies im Detail abläuft und welche Besonderheiten dabei auftreten können, lässt sich am ehesten über ein paar einfache Beispiele erläutern.

Aktienkauf mit der Market Order

Der Investor D. plant eine langfristige Anlage in das Unternehmen Tytlon AG, da er von dessen Erfolg in der Zukunft überzeugt ist. Der Aktienwert des Unternehmens liegt bei 24,58 EUR. Der Briefkurs, also der Ask-Preis liegt bei 24,59 EUR. Während der Geldkurs, also der Bid-Preis bei 24,57 EUR liegt. Die Differenz beschreibt den Spread, den der Finanzdienstleister als Gebühr erhält. Investor D. führt eine Market Order über 1.000 Anteile aus. Da eine ausreichende Liquidität für dieses bekannte Unternehmen herrscht, erhält D. die Aktien zum gewünschten Geldkurs von 24,59 EUR. Unternehmensanteile in Höhe von 24.590 EUR wechseln in den Besitz von D. die er zum aktuellen Zeitpunkt zu 24.570 EUR verkaufen könnte.

Aktienverkauf mit der Market Order

Vier Jahre später hält D. seine Anteile an der Tytlon AG noch immer. Das Unternehmen war erfolgreich am Markt, sodass die Nachfrage nach den Aktien gestiegen ist. Der Aktienkurs liegt mittlerweile bei 77,12 EUR. Der Bid-Kurs beträgt 77,10 EUR und der Ask-Kurs lautet 77,14 EUR. Der Investor D. möchte seine Aktien verkaufen, da er die liquiden Mittel benötigt. Er wartet nicht auf einen bestimmten Preis, sondern möchte sein Geld so schnell wie möglich. Aus diesem Grund gibt D. eine Market Order zu seinen 1.000 Anteilen der Tytlon AG ab. Er erhält den aktuellen Bid-Preis, welcher bei 77,12 EUR liegt. Ihm wird ein Kapital in Höhe von 77.120 EUR ausgezahlt, wodurch ein Gewinn von 52.530 EUR entstanden ist, welcher natürlich noch versteuert werden muss.

Short Position im CFD Handel

Im CFD Handel sind Market Orders gängige Praxis, da hier schnelles Handeln und Positionen über wenige Minuten zum Alltag der Daytrader gehören. Im CFD Handel lässt sich auf steigende Kurse aber problemlos auch auf fallende Kurse setzen. Die Market Orders beim CFD Handel Kurse funktionieren wie beim klassischen Aktienhandel über die Bid- und Ask-Preise. Anders verhält es sich beim Shortselling, also dem Setzen auf fallende Kurse. Hierbei nimmt der Trader den Bid-Preis an. Möchte er seine Short Position verkaufen, so nutzt er hierfür den Ask-Preis. Ansonsten bestehen keine Unterschiede zum klassischen Aktienhandel.

Market Order am volatilen Markt

Daytrader K. nutzt CFD zum Handeln und ist auf schnelle Gewinne aus. In wenigen Minuten steht der Zinsentscheid der FED an, was am Goldpreis erfahrungsgemäß starke Schwankungen auslösen wird. K. ist vorbereitet und hat den One-Klick-Handel aktiviert. Zum Zeitpunkt des Zinsentscheides verändert sich der Goldpreis deutlich. Von 1.822 USD je Unze geht es blitzschnell herunter auf 1.789 USD. K. geht davon aus, dass der Preis sich erholen wird und setzt eine Market Order Long. Ausgelöst wird diese bei den schnellen Bewegungen jedoch nicht bei 1.789 USD, sondern erst bei 1.783,4 USD. Der Preis erholt sich im Anschluss tatsächlich. Zehn Minuten später verkauft K. seine Position bei 1.811 USD. Da noch immer eine hohe Volatilität im Markt herrscht, löst die Order versetzt bei 1.809,8 USD aus. K. hat einen Gewinn an CFD in Höhe von 26,4 Punkten eingefahren, welcher mit seinem Hebel und eingesetztem Kapital multipliziert wird.

Market Order bei geringer Liquidität

Der Investor S. ist auf ein kleines vielversprechendes Startup namens Iway AG gestoßen. Der Preis einer Aktie der Iway AG liegt im Bereich der Pennystocks bei 1,24 EUR. Da S. dem Unternehmen eine gute Zukunft voraussagt, wird er Kapital investieren. Hierzu gibt er eine Market Order auf, die 10.000 Anteile im Wert von 12.400 EUR ausführen soll. Da jedoch für dieses unbekannte Unternehmen kaum Liquidität auf dem Markt herrscht, muss der Broker zunächst Anbieter finden, die 10.000 Anteile abgeben möchten. Da dies zu 1,24 EUR je Aktie nicht möglich ist, steigt der Preis auf 1,46 EUR. Durch die Market Order muss S. diesen Preis zahlen, sodass er anstatt 12.400 EUR direkt 14.600 EUR investiert.

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Wann nutzen Trader Market Orders?

Wie aus den Beispielen bereits deutlich wurde, ist eine Market Order nicht für jede Art von Trade die beste Wahl. Market Orders sind in zwei Situationen besonders sinnvoll. Einmal dann, wenn schnell Chancen ergriffen werden müssen und auf der anderen Seite, wenn der exakte Preis nicht entscheidet, da die Position longterm geplant ist. Im Falle der schnellen Chancen nutzen Daytrader gerne die Market Order, was insbesondere auf den CFD-Handel zutrifft. In speziellen Momenten, wenn die Volatilität besonders hoch ist und die Gewinnchancen sich in Sekunden ergeben, so ist keine Zeit für viele Eingaben.

Eine Market Order ist in diesem Fall die beste Methode für ein schnelles Kaufen und Verkaufen von Positionen. Eine andere Möglichkeit für die Market Order ist die Investition in eine langfristige Position. Soll eine klassische und bekannte Aktie über längere Zeit in das Portfolio wechseln und dort viele Jahre bleiben, so ist der genaue Einstieg nicht entscheidend. Es kommt nicht darauf an, ob der Kauf erst wenige Sekunden später mit ein paar Cent Differenz ausgeführt wird. Gleiches gilt für den Verkauf von Longterm-Positionen. Vorsicht jedoch, wenn dieses Vorhaben bei einem kleineren Pennystock durchgeführt werden soll. In diesem Fall kann eine zu geringe Liquidität herrschen, wodurch die Order erst zu dem Preis ausgeführt wird, wenn Angebot und Nachfragen aufeinandertreffen. Dies kann vom aktuellen Preis deutlich abweichen. Im Zweifelsfall sollte daher auf die Limit Order zurückgegriffen werden.

Fazit: Vor- und Nachteile im Überblick

Die großen Vorteile der Market Order sind die schnelle Ausführung und die einfache Handhabung. Bis auf wenige Ausnahmen wird die Order direkt durchgeführt, sodass der Trader bereits Sekunden später die gewünschten Aktien und Wertpapiere in seinem Portfolio besitzt. Außerdem ist die Durchführung sehr einfach. Es kann bereits ein Klick reichen, um eine Market Order auszuführen. Eingabe von Preisen und Daten sind nicht nötig.

Nachteile besitzt die Market Order in besonderen Marktsituationen. Insbesondere dann, wenn ein besonders volatiler Markt oder ein Kurs mit wenig Liquidation vorliegt, bringt die Market Order Nachteile für den Investor mit. Ist der Markt sehr volatil, so kann die Ausführung der Market Order verzögert stattfinden. Wenige Sekunden können in diesem Fall bereits bares Geld ausmachen. Ist eine Aktie wenig gefragt, so entstehen ebenfalls Unterschiede zwischen dem aktuellen Kurs und dem tatsächlichen Ausführungspreis. Es müssen immer erst Angebot und Nachfrage zueinander passen. Dieser Marktpreis kann bei kleineren Unternehmen schnell vom aktuellen Preis der Market Order abweichen. Auch hierbei kann ein Investor viel Geld verlieren.

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