Was ist EBITDAR? – Definition und Erklärung

Die Kennzahl EBITDAR ist eine Erweiterung der Kennzahlen EBIT und EBITDA. Die Abkürzung hat ihre Wurzeln im Englischen und bedeutet so viel wie “earnings before interest, taxes, depreciation, amortization, and restructuring or rent costs“. Übersetzen lässt sich dies mit ” Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände und Mieten oder Restrukturierungskosten”.

Wie man also erkennen kann, werden anders als beim EBITDA zusätzlich auch noch Miet- und Restrukturierungskosten bei der Berechnung addiert. Die Kennzahl wird vor allem bei Unternehmen sehr häufig genutzt, die beispielsweise hohe Summen für Miete zahlen. Einige Beispiele für solche Unternehmensarten wären Hotels, Restaurants oder auch Krankenhäuser. Mit dem EBITDAR wird dann die Profitabilität des Geschäfts betrachtet, ohne dass die Mietkosten bei der Bilanz ins Gewicht fallen.

EBITDAR steht für earnings before interest, taxes, depreciation, amortization, and restructuring or rent costs
EBITDAR steht für earnings before interest, taxes, depreciation, amortization, and restructuring or rent costs.

Anwendung der Kennzahl EBITDAR

Das EBITDAR hat ähnlich wie das EBIT und das EBITDA Anwendungen, die sowohl innerbetriebliche als auch außerbetriebliche Prozesse betreffen. Im Betrieb selbst kann die Kennzahl unter anderem im Bereich Controlling benutzt werden, um das Unternehmen hinsichtlich der Profitabilität zu bewerten. Ebenso wird die Kennzahl von Kreditinstituten hinzugezogen, wenn es darum geht, die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens zu überprüfen.

Wenn beispielsweise Privatinvestoren zwei Unternehmen vergleichen wollen, kann die Kennzahl ebenfalls aussagekräftig sein. Insbesondere ist das der Fall, wenn die zu vergleichenden Unternehmen in derselben Branche tätig sind, sich aber in der Kostenstruktur so unterscheiden, dass das eine Unternehmen die genutzten Immobilien besitzt, während das andere Unternehmen die Immobilien lediglich mietet. Auf diese Weise lässt sich anhand einer Kennzahl relativ schnell die Effizienz betrieblicher Abläufe gegenüberstellen.

Die Berechnung des EBITDAR

Wie bereits erwähnt ist das EBITDAR lediglich eine Erweiterung der bereits bekannten Kennzahlen EBIT und EBITDA. Dementsprechend ist auch die Berechnung größtenteils sehr ähnlich und nur um wenige Punkte ergänzt.

Beim EBIT wird der Umsatz eines Unternehmens betrachtet. Von diesem werden dann betriebliche Aufwendungen wie Personal- und Materialkosten abgezogen. Des Weiteren werden materielle und immaterielle Abschreibungen wie Maschinenverschleiß und auch beispielsweise Patentkosten vom Umsatz abgezogen. Es werden also lediglich Steuern und Zinsen nicht in die Berechnung aufgenommen.

Beim EBITDA werden allerdings diese materiellen und immateriellen Abschreibungen ebenso wie die Steuern und Zinsen nicht einberechnet. Das EBITDAR stellt noch eine zusätzliche Erweiterung dar, bei der dann auch Miet- und Restrukturierungskosten von den Ausgaben abgezogen werden.

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Ein Beispiel für die Berechnung dieser Kennzahl: Ein Unternehmen erzielt einen Umsatz von 2.000.000 EUR. Von diesen 2.000.000 EUR werden 600.000 EUR betriebliche Aufwendungen abgezogen, sodass ein Betriebsergebnis von 1.400.000 EUR erwirtschaftet wurde. Dies ist dann auch das EBIT. Um das EBITDA zu berechnen, werden nun die materiellen und immateriellen Abschreibungen aus den betrieblichen Aufwendungen wieder addiert. Angenommen, diese lägen bei 100.000 EUR, dann läge das EBITDA bei einer Höhe von 1.500.000 EUR. Um nun im letzten Schritt das EBITDAR zu berechnen, müssen des Weiteren noch die Miet- und Restrukturierungskosten addiert werden. Wenn diese nun bei weiteren 150.000EUR lägen, dann läge das EBITDAR bei 1.650.000 EUR.

Vor- und Nachteile des EBITDAR

Wie bereits angedeutet, ist die Kennzahl besonders gut geeignet, wenn es darum geht, Unternehmen zu vergleichen, die zwar in derselben Branche aktiv sind, allerdings unterschiedliche Kostenstrukturen gewählt haben. Dort lassen sich dann die Vor- und Nachteile der jeweiligen Kostenstruktur erkennen.

Für Unternehmen hat die Kennzahl vor allem Vorteile, wenn sie sich in einer Phase der Umstrukturierung befinden. Da in einer solchen Phase oftmals hohe Kosten anfallen, fällt auch der Jahresabschluss dementsprechend schlechter aus. Mit der Kennzahl EBITDAR ist es allerdings möglich, diese Kosten nicht zu berücksichtigen und trotzdem augenscheinlich positive Zahlen zu liefern.

Gerade Privatinvestoren sollten sich allerdings beim Vergleich zweier Unternehmen nicht nur auf diese Kennzahl fixieren, da sie – wie gerade aufgezeigt – relativ leicht benutzt werden kann, um Bilanzen aufzupolieren.

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