Reserve Currency

Reserve Currency Definition: Was ist eine Leitwährung?

Eine Leitwährung ist eine Währung, die in hohem Maße bei internationalen Finanztransaktionen von Akteuren genutzt wird, die stattdessen auch ihre eigene Landeswährung verwenden könnten. Leitwährungen werden auch als Reservewährungen oder Transaktionswährungen gebraucht und bieten anderen Ländern Orientierung bei Maßnahmen der Währungspolitik.

Leitwährungen machen den Haupteil von Transaktionen aus.
Leitwährungen machen den Haupteil von Transaktionen aus.

Welche Leitwährungen gab und gibt es?

Es gibt in der Geschichte und auch noch in der Gegenwart viele Beispiele dafür, dass ein Land (oder in der Vergangenheit auch ein Reich oder eine Kultur) die Handelswelt in der entsprechenden Region so stark dominiert, dass die Währung dieses Staates oder Reiches zur Leitwährung oder auch Ankerwährung wurde. Im griechischen Kulturkreis der frühen Antike war es die Drachme, im Römischen Reich war es der Denar, der auch im Neuen Testament seine Erwähnung findet. Zur Blütezeit des Denar war dieser weiter verbreitet als heute der Euro. Man konnte damals sowohl in Brittania als auch in Afrika, Kleinasien oder im Rheingebiet mit ihm bezahlen, und er blieb über ein halbes Jahrtausend lang stabil.

Ein Beispiel aus der heutigen Zeit für eine Währung, die verschiedene Länder miteinander verbindet, ist das Britische Pfund, das als Leitwährung in den Ländern des Commonwealth fungiert. Die aktuell bedeutsamste Währung ist allerdings der US-Dollar, der nicht nur den nordamerikanischen und mittelamerikanischen Wirtschaftsraum dominiert, sondern von manchen Wirtschaftsexperten sogar als Weltleitwährung betrachtet wird.

Die zweitwichtigste Währung ist mittlerweile der Euro. Er wurde um die Jahrtausendwende eingeführt (ab 2002 kann man mit ihm bar bezahlen), und schon im Jahr 2014 wurden mehr als ein Viertel aller Zahlungen in Euro abgewickelt. Nach dem US-Dollar und dem Euro folgen das Britische Pfund und der japanische Yen auf den weiteren Plätzen. Das Britische Pfund war mal weltweit die bedeutsamste Währung, hat aber im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren. London ist aber nach wie vor einer der größten und wichtigsten Finanzplätze der Welt. Der Yen ist beherrschende Währung im asiatisch-pazifischen Raum, der alleine in Japan Tag für Tag von über 100 Millionen Menschen genutzt wird.

Was macht eine Leitwährung aus?

Eine Leitwährung zeichnet sich dadurch aus, dass sie von vielen Menschen verwendet wird, die eigentlich auch Transaktionen in ihrer Inlandswährung durchführen könnten. Wegen dieser überregionalen Bedeutung kann eine Leitwährung auch als Transaktionswährung oder als Reservewährung genutzt werden.

  • Transaktionswährung: Wenn eine Währung häufiger für internationale Transaktionen genutzt wird als es ihrer eigentlichen Beteiligung am weltweiten Handelsvolumen entspricht, wird diese Währung auch Transaktionswährung genannt. Hier ist wieder an erster Stelle der US-Dollar zu nennen, mit dem nach wie vor die meisten Transaktionen am Devisenmarkt durchgeführt werden. Auch hier belegt der Euro mittlerweile den zweiten Platz vor dem Pfund und dem Yen.
  • Reservewährung: Der Begriff Reservewährung für eine bestimmte Währung wird dann verwendet, wenn diese von den verschiedenen Zentralbanken als Reserve genutzt wird, weil sie über eine hohe Geldwertstabilität verfügt. Hier liegt wieder der US-Dollar vorne, aber sein Anteil schrumpft ein wenig seit der Einführung des Euros, der auch hier auf dem zweiten Platz liegt. Im Jahr 1970 lag der Anteil des US-Dollars an den international geführten Reservewährungen noch bei 77,2%, während er im Jahr 2019 nur noch 60,9% betrug. Der Euro hatte im Jahr 2009 schon einmal Anteile von über 27%, ist dann zwar etwas abgefallen, konnte aber in den Jahren danach dennoch stabil über 20% bleiben.

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Was bedeutet eine Leitwährung für das jeweilige Land?

Wenn viele Personen eine andere Währung als die Inlandswährung nutzen, so bringt dieses Verhalten einen hohen Nutzen für das Land der jeweils verwendeten Währung. Es gibt einen großen Geldschöpfungsgewinn durch die Ausgabe von Zentralbankgeld (diese Gelder werden auch Seigniorage-Einnahmen genannt). Zusätzlich gibt es bei einer Leitwährung ein geringeres Wechselkursrisiko, was wiederum die anfallenden Transaktionskosten am Markt senkt. Insgesamt erhöht natürlich eine Leitwährung auch das Vertrauen aller Anleger weltweit in die Wertstabilität der Währung und verleiht dem Land und dessen wirtschaftspolitischen Akteuren ein hohes Renommee.

Welche weitere Entwicklung ist zu erwarten?

Manche Analysten gehen davon aus, dass der Euro den US-Dollar künftig als Weltleitwährung ablösen könnte. Dementsprechende Prognosen, die etwa von der Deutschen Bank oder Alan Greenspan geäußert wurden, sind aber bisher nicht eingetreten. Eine derartige Entwicklung vollzieht sich aber in der Regel über einen sehr langen Zeitraum und ist von langfristigen politischen und wirtschaftlichen Modifikatoren abhängig. Es wird auch interessant zu beobachten sein, wie sich die Wirtschaft in den Ländern mit hoher Bevölkerung wie China oder Indien entwickeln wird.

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