Nach dem Einbruch im Zuge der Corona Pandemie hat sich der FTSE 100 wieder erholt.

FTSE100

FTSE 100 einfach erklärt – Definition

Der FTSE 100 ist der Leitindex der britischen Börse. Die Abkürzung leitet sich von Financial Times Stock Exchange Index ab, der umgangssprachlich auch als Footsie bezeichnet wird. Im Index sind die einhundert umsatzstärksten Unternehmen der London Stock Exchange gelistet. Herausgeber des Index ist die FTSE Group, die 1995 aus einem Joint Venture der Financial Times und der Londoner Börse entstanden ist. Gegründet wurde der FTSE 100 am 03. Januar 1984. Im Gegensatz zum DAX handelt es sich beim FTSE 100 um einen Kursindex. Der bisherige Höchststand der Londoner Börse wurde mit 7.792,56 Punkten am 12. Dezember 2018 erreicht.

Nach dem Einbruch im Zuge der Corona Pandemie hat sich der FTSE 100 wieder erholt.
Nach dem Einbruch im Zuge der Corona Pandemie hat sich der FTSE 100 wieder erholt.

FTSE 100 Definition

Der FTSE 100 bildet die einhundert größten britischen Unternehmen ab. Gemessen wird die Größe anhand der Marktkapitalisierung. Durch seine hohe Anzahl an Aktiengesellschaften bildet der FTSE 100 insgesamt 80 % der gesamten Britischen Börse an der London Stock Exchange ab. Der FTSE 100 ist Teil der FTSE-Familie. Neben dem FTSE 100 wird hierunter der Unterbau FTSE 250 verstanden. In diesem Index sind 250 Unternehmen gelistet, die den 100 größten britischen Unternehmen des FTSE 100 im Wert folgen. Herausgeber der FTSE-Familie, zu der beispielsweise auch die Athener, die Mailänder und die malaysische Börse gehören, ist die FTSE Group. Dieses Unternehmen wurde 1995 als Joint Venture durch die Financial Times und die Londoner Börse gegründet. Heute handelt es sich bei der FTSE Group um eine Tochter der London Stock Exchange. Sie hat ihren Sitz in London und weitere Geschäftsstellen auf dem gesamten Globus. Insgesamt werden neben dem FTSE 100 über 200.000 weitere Indizes verwaltet und herausgegeben.

Beim FTSE 100 handelt es sich um einen Kursindex mit der WKN 969378. Kursindex besagt, dass Dividenden herausgerechnet werden, was dem realen Vorgehen entspricht, da Dividenden am Finanzmarkt ebenfalls ausgeschüttet werden und nicht im Unternehmenswert verbleiben. Der Wert des FTSE 100 wird an der London Stock Exchange sekündlich neu berechnet und automatisch ausgegeben. Die Handelszeit beträgt 08:00 bis 16:30 Uhr Londoner Zeit, was 09:00 bis 17:30 Uhr MEZ entspricht. Zur FTSE-Familie gehören zudem Finanzprodukte, die einen früheren oder späteren Handel am Tag ermöglichen. Der FTSE 100 gilt als sogenannter Benchmarkindex und wird als Leitindex zum Vergleich der weltweiten Börsen herangezogen. Die Verläufe von FTSE 100, Dow Jones oder Nikkei sind problemlos vergleichbar und spiegeln den jeweiligen Zustand der Aktienmärkte wider.

Geschichte des FTSE 100

Der FTSE 100 wurde am 03.01.1984 zum ersten Mal veröffentlicht und auf einen Basiswert von 1.000 Punkten festgeschrieben. Durch Rückrechnungen erfolgte eine Zurückdatierung auf das Jahr 1969 und einen Wert bei 313,16 Punkten. Erstmals über 2.000 Punkten stand der FTSE 100 am 04.03.1987, was einer Verdopplung entsprach. Im Oktober folgte der Schwarze Montag der New Yorker Börse, der für einen Kursrückgang um 12,22 Prozent an einem Tag sorgte und bis heute als schlechtester Tag an der Londoner Börse zählt. Erholt und erstmals über 3.000 Punkten stand der Index im August 1993 dar. Es folgten Jahre der steigenden Kurse, ehe am 30.12.1999 beim Allzeithoch von 6.930,20 Punkten die Dotcom-Blase platzte, wodurch der FTSE 100 bis in den März 2003 um 50,4 Prozent abgab.

Im Anschluss konnten weitere Kursgewinne bis ins Jahr 2007 gefeiert werden, wobei der FTSE 100 im Gegensatz zu anderen globalen Werten kein neues Allzeithoch generieren konnte. Beim Stand von 6.732,40 Punkten machte sich die internationale Finanzkrise bemerkbar, in deren Zusammenhang der Index erneut auf den Bereich rund um 3.500 Punkte herabstürzte. Vom Jahr 2009 bis 2018 stieg der FTSE 100 auf ein neues Allzeithoch, was seit dem 12.01.2018 bei 7.792,56 Punkten liegt. Durch Unabwägbarkeiten durch den Brexit und die weltweite Coronapandemie wurde der Anstieg in den folgenden Monaten gestoppt. Seitdem schaffte es der Index im Jahr 2020 und 2021 nicht auf ein neues Allzeithoch. Damit bildet er eine Ausnahme im Gegensatz zu vielen weiteren Indizes auf der Welt.

Wie bildet sich der FTSE 100?

Der FTSE 100 bildet die 100 größten Unternehmen ab, die an der London Stock Exchange gelistet sind. Dies ist zugleich eines der Aufnahmekriterien. Die Aktien müssen zudem am Handelssystem SETS (Stock Exchange Electronic Trading Service) in Pfund Sterling oder Euro notiert sein. Zudem bestehen weitere Anforderungen der FTSE. Vier Mal jährlich wird der FTSE 100 überprüft und bei Bedarf neu zusammengestellt. Hierzu werden alle Unternehmen der Londoner Börse anhand ihrer Marktkapitalisierung in eine Reihenfolge gebracht. Ist eine Aktiengesellschaft in dieser Rangfolge auf einen der ersten 90 Plätze hochgerutscht, so steht ihr ein Platz im FTSE 100 zu. Das schwächste bisher gelistete Unternehmen verliert seinen Platz hingegen. Bei einem Abrutschen auf einen Platz 111 oder schwächer muss ein Unternehmen den britischen Leitindex verlassen. Eine Aufnahme ist außerdem nur möglich, wenn der aufzunehmende Konzern die Liquiditätsprüfungen durch die FTSE bestanden hat. Eine außerordentliche Aufnahme am gleichen Tag erhält ein Unternehmen, wenn dieses direkt mit seiner Emittierung bereits 1 % von der gesamten Marktkapitalisierung ausmacht.

Im FTSE 100 sind Unternehmen sämtlicher Branchen gelistet, da eine Spezialisierung nicht gegeben ist. Als Leitindex spiegelt der FTSE 100 die gesamte britische Wirtschaft wider. Der am stärksten vertretene Sektor ist der Bergbau mit gleich acht Konzernen. Gefolgt von Finanzdienstleistern und dem Einzelhandel mit je sechs Unternehmen. Außerdem sind die Luftfahrt und die Versicherungsbranche mit je fünf Aktiengesellschaften vertreten. Die Indexgewichtung im FTSE 100 ist eher unausgewogen. Mit Royal Dutch Shell macht ein Unternehmen gleich 10,35 % vom Index aus und hat daher einen besonders großen Einfluss. Gefolgt vom Bankhaus mit 7,34 % und British American Tobacco, die 5,20 % ausmachen. Außerdem spielt British Patrol mit 5 % eine gehobene Rolle. Der nächste Konzern folgt mit gut 3 % Indexgewichtung, sodass vier Konzerne bereits 28 % des FTSE 100 bewegen können. Kleinere Aktiengesellschaften wie Evraz, Fresnillo, NMC oder Antofagasta mit unter 0,20 % Indexgewichte spielen im Gegensatz dazu eigentlich keine Rolle. 

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Wo kann ich den FTSE 100 handeln?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Unternehmen lassen sich von einem Aktienindex nicht einfach Anteile kaufen, weshalb Investoren alternative Finanzprodukte benötigen, um den FTSE 100 zu handeln. Dies geschieht beispielsweise über sogenannte Optionsscheine, CFD-Kontrakte oder ETFs. Optionsscheine sind hierbei die abstrakteste Form der Finanzprodukte. Ein Investor sichert sich die Option, eine Position auf den FTSE 100 in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Steht der Kurs des Index zum Zeitpunkt des Optionsdatums in der richtigen Richtung, so hat der Wert der Investition zugenommen. Ist der Kurs entgegengesetzt der Meinung des Investors gelaufen, so hat der Wert zum Ausführungsdatum stark verloren. Neben den Optionsscheinen mit Ablaufdatum existieren sogenannte Knock-Out-Scheine. Diese gewinnen an Wert, wenn der Kurs in die gewünschte Richtung läuft. Im gegenteiligen Fall verlieren Sie jedoch komplett an Wert, wenn die vorab bestimmte Knock-Out-Schwelle über- oder unterschritten wurde.

Eine zweite Möglichkeit für eine Investition in den FTSE 100 ist der Kauf eines Fonds, auch als ETF bezeichnet. Diese Fonds lassen sich kaufen und zeichnen den Kurs des Index möglichst genau ab. Sie sind deutlich risikoärmer als beispielsweise Optionsscheine, da sie ohne Hebel arbeiten. Ein Investor sollte jedoch darauf achten, dass der Fonds tatsächlich in Aktien investiert, damit im Insolvenzfall ein Gegenwert vorhanden ist. Außerdem ist es wichtig, unter den zahlreichen Anbietern und Angeboten das beste Produkt herauszusuchen. Ein wichtiger Faktor sind hierbei die Gebühren, die für das Management eines Fonds durch den Emittenten erhoben werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, wie hoch das gesamte Fondsvermögen ist, da ein größerer ETF deutlich mehr Sicherheiten bietet als ein Exot mit wenig Kundengeldern.

Eine letzte Variante zum Handel des FTSE 100, die an dieser Stelle genannt werden soll, sind CFD-Kontrakte. Hierbei handelt es sich um eine besondere Form der Investition, die ein Trader speziell mit einem CFD-Broker wie beispielsweise XTB eingeht. Dazu wird ein Kapital eingezahlt, welches dem Trader als Margin dient und eine Sicherheit für den Broker im Verlustfall bedeutet. Der Trader kann auf steigende und fallende Kurse im FTSE 100 setzen und je nach Risikowunsch die Höhe seiner Anteile auswählen. Außerdem lassen sich Einstiege und Ausstiege punktgenau bestimmen, weshalb CFD als sehr transparent und einfach gelten. Dennoch ist der Handel schwierig, da Psyche, Wissen und Moneymanagement eine große Rolle spielen. Neben dem FTSE 100 können je nach Broker weitere Indizes, Rohstoffe, Währungspaare, Edelmetalle oder einzelne Aktien gehandelt werden.

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