Einkaufsmanagerindex: Was ist das? – Definition

Der Einkaufsmanagerindex – kurz auch EMI oder PMI (Englisch: “Purchase Manager Index”) – wurde im Jahr 1996 eingeführt, um die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und in ähnlicher Form auch in anderen Regionen weltweit zu skizzieren. In Deutschland wir der EMI jeden Monat aktualisiert und veröffentlicht. Der Einkaufsmanagerindex wird gebildet, indem ein Fragebogen an die Top-Einkaufsmanager deutscher Unternehmen, die im verarbeitenden Gewerbe tätig sind, gesendet wird. Aktuell werden hierfür deutschlandweit die Einkaufsmanager von 400 Industrieunternehmen befragt.

Einkaufsmanagerindex
Einkaufsmanagerindex als Frühindikator

Was sagt der Einkaufsmanagerindex aus?

Die Intention des Index ist, dass Einkaufsmanager ausgewählt werden, da diese einen sehr nahen Bezug zum tagesaktuellen Geschehen in der Branche haben. Sobald es also Veränderungen gibt, die Einfluss auf die Wirtschaft in Deutschland nehmen, sollten die Einkaufsmanager demnach unter den ersten Personen sein, denen eine solche Veränderung auffallen kann.

Somit ist der EMI also in gewisser Weise ein Frühindikator. Gerade deshalb ist er besonders interessant, da er -anders als viele sonstige Indizes- nicht nur auf den Ist-Zustand eines Unternehmens limitiert ist, sondern auch darüber hinaus die zukünftige Entwicklung prognostiziert.

Berechnung

Wie bereits erwähnt, wird zur Datenerhebung monatlich eine Umfrage an die Top-Einkaufsmanager gesendet, in der sie die Veränderungen zum Vormonat in bestimmten Kriterien beschreiben sollen. Die Kriterien, die bei der Datenerhebung relevant sind, sind beispielsweise die Beschäftigungszahlen, die Lieferzeiten und die Bestände in den Lagern der jeweiligen Firmen.

Des Weiteren wird auch die generelle Auftragslage betrachtet, indem die Produktionsrate im Vergleich zum Vormonat und die Anzahl der eingehenden Aufträge bewertet werden sollen. Je nach Größe des Unternehmens und Anteil am gesamten BIP wird die Beantwortung der Umfrage dann unterschiedlich gewichtet, sodass die Aussagen der größeren Unternehmen auch letztendlich eine höhere Relevanz haben.

Mithilfe der Zahlen, die an den Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) gesendet werden, wird dann der Index gebildet. Im Index selbst ist ein Wert von 50 als neutral zu bewerten. Das bedeutet also, dass die Einkaufsmanager der größten Industrieunternehmen aus Deutschland im Vergleich zum Vormonat keinen signifikanten Unterschied in der Wirtschaftsentwicklung des Landes sehen. Sollte der Wert des Index über 50 liegen, dann ist es gleichbedeutend damit, dass sich die Wirtschaft in Deutschland positiv entwickelt. Logischerweise bedeutet ein Ausschlag des Index auf einen Wert unter 50 dann, dass sich die Wirtschaftslage des Landes verschlechtert. Je stärker der Ausschlag des Index von 50 abweicht, desto größere Veränderungen sehen die Einkaufsmanager also.

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Vor- und Nachteile des Einkaufsmanagerindex-

Ein sehr großer Vorteil des Index ist, dass er immer auf objektiven Daten beruht und somit, anders als andere Geschäftszahlen, nicht zu Gunsten eines Unternehmens beschönigt werden kann. Dies liegt daran, dass die abgefragten Kriterien immer eindeutig messbar sind. So lassen sich Beschäftigungszahlen, Lieferzeiten oder Bestände, aber auch Ein- und Verkaufspreise klar messen und in Zahlen angeben. Die Interpretation solcher Zahlen lässt einen deutlich geringeren Spielraum als es bei anderen subjektiv geprägten Unternehmensaussagen oftmals der Fall ist.

Ebenso handelt es sich bei den Angaben sozusagen um Insider-Wissen. Die Einkaufsmanager sind äußerst nah am täglichen Geschäft, was dazu beiträgt, dass sie eine sehr klare Sicht auf Zustände und Veränderungen haben. Ebenso ist die regelmäßige, planbare und häufige Veröffentlichung der Daten vorteilhaft, wenn es darum geht, die Wirtschaftsentwicklung detailliert zu beschreiben. Der EMI wird immer relativ früh im Monat veröffentlicht und ist somit einer der ersten Indizes, der darüber Aufschluss gibt, inwiefern der Vormonat positiv oder negativ verlaufen ist.

Als Nachteil ist allerdings klar zu erkennen, dass der EMI, wie bereits anfangs erwähnt, nur das verarbeitende Gewerbe in Betracht zieht. Große Teile der deutschen Wirtschaft werden also nicht beachtet, was dazu führt, dass der Index nur beschränkt als Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands gesehen werden kann. Allerdings gibt es auf internationaler Ebene bereits Erweiterungen beziehungsweise Ergänzungen zum Einkaufsmanagerindex, bei denen dann vor allem der tertiäre Sektor, also der Dienstleistungssektor, stärker ins Gewicht fällt. In Deutschland heißt ein solcher ergänzender Index EMI der Dienstleistungsbranche. In diesem werden dann 500 Unternehmen aus dem tertiären Sektor befragt.

Wie man also sehen kann, ist der EMI ein sehr wichtiger Index, um die Entwicklung der Wirtschaft eines Landes zu betrachten. Anders als bei vielen anderen Indizes kann man durch den EMI auch Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung einzelner Branchen gewinnen. Allerdings gilt bei diesem Index, dass man sich nicht allein auf den EMI verlassen sollte und auch hier andere Indizes zum Vergleich betrachten sollte, um einen differenzierten Überblick über die Wirtschaftsentwicklung einer Region zu erhalten.

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