Bruttoinlandsprodukt (BIP) Definition

Eine einfache Möglichkeit, sich über die gesamtwirtschaftliche Lage zu informieren: Die Google-News-Suche mit dem Begriff Bruttosozialprodukt ergibt etwa 67.000 Treffer. In allen Berichten geht es um die wirtschaftliche Entwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Wer sich über andere Länder informieren will, gibt einfach nach dem Suchwort Bruttoinlandsprodukt das betreffende Land ein. Für Ökonomen hat das BIP, die Abkürzung für Bruttoinlandsprodukt, eine enorme Bedeutung, um die Wirtschaftskraft zu beschreiben. Was steckt also hinter dem Begriff? Wie wird das BIP berechnet und warum ist es so wichtig?

Das BIP ist eine wichtige volkswirtschaftliche Kennzahl.

Bruttoinlandsprodukt (BIP): verständlich erklärt

Als BIP wird eine Kennzahl bezeichnet, welche die Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft in einem definierten Zeitraum darstellt. Es ist der Wert von allen Gütern, welche innerhalb der nationalen Landesgrenzen im angegebenen Zeitraum hergestellt werden und für den Endverbrauch vorgesehen sind. Güter, die als sogenannte Halbfertigprodukte zur Herstellung anderer Waren verwendet werden, sind hierin nicht enthalten.

Da das Bruttoinlandsprodukt ein Maß für das Wirtschaftswachstum eines Landes ist, zählt es zu den wichtigsten Kennzahlen der wirtschaftlichen Gesamtrechnung. Typischerweise wird das BIP für Jahre und Quartale berechnet. Das BIP wird auch für die Wirtschaftsleistungen der Länder im internationalen Vergleich benutzt.

Es zählen alle Leistungen derer, die im Inland leben

Für die Berechnung des BIPs spielt es keine Rolle, ob die Güter von Inländern oder Ausländern hergestellt werden. Beispielsweise zählt das Einkommen einer Italienerin, die an einer internationalen Schule in Deutschland arbeitet, zum deutschen BIP. Leistungen von Inländern im Ausland, beispielsweise der deutsche Maler in Frankreich, fließen hingegen nicht in das inländische BIP. Das Bruttoinlandsprodukt kann sich auf Staaten beziehen oder auf andere Einheiten, wie beispielsweise die Europäische Union.

Verschiedene Methoden: Die Berechnung des BIPs

So einfach sich die Kennzahl anhört – ganz so simpel ist die Berechnung nicht. Daher beschäftigt sich eine Vielzahl von Wirtschaftswissenschaftlern täglich mit der exakten Ermittlung der Zahlen.

Drei Verfahren haben sich herausgebildet:

  • Verteilungsrechnung oder Ertragswertverfahren (income approach)
  • Entstehungsrechnung
  • Verwendungsrechnung oder Ausgabenansatz (expenciture method)

Verteilungsrechnung

Bei diesem Verfahren werden sämtliche Einkommen addiert, die in einem Land erzielt werden. Das bedeutet alle Unternehmensgewinne, Einkünfte aus Vermögen und sämtliche Einnahmen der Arbeitnehmer. Die Summe des sogenannten Volkseinkommens ist somit die Basis für die Ermittlung. Subventionen werden nicht einbezogen.

Entstehungsrechnung

Hier werden die Werte, die das BIP ergeben, in den Wirtschaftsbereichen der Entstehung erfasst. Dazu gehören beispielsweise Produktion, Handel, Dienstleistung sowie die Landwirtschaft. Ausgangsbasis sind die Produktionswerte. Von denen werden die Vorleistungen abgezogen, was die sogenannte Bruttowertschöpfung ergibt. Um das BIP zu erhalten, werden Steuern addiert und Subventionen abgezogen.

Verwendungsrechnung

Die Ausgaben als Basis für die Berechnung des BIPs anzusetzen, gehört zu den am häufigsten angewandten Berechnungsverfahren. Hierzu wird die Summe aller Ausgaben für Konsumgüter, Geldanlagen und der staatlichen Ausgaben angesetzt. Abschließend fließt das Ergebnis der Handelsbilanz ein: die Exporte aller Güter, abzüglich der Importe.

Bruttoinlandsprodukt und Bruttosozialprodukt – der Unterschied

Als 1983 aus den Lautsprechern ein Song der Band Geier Sturzflug tönte, wurde der Begriff Bruttosozialprodukt berühmt. Schließlich lautete ein Satz “Wir steigern das Bruttosozialprodukt”. Die genaue Definition dürfte vielen damals nicht bekannt gewesen sein.

Das Bruttosozialprodukt, inzwischen unter dem Begriff Bruttonationaleinkommen (BNE) bekannt, beinhaltet sämtliche Einkommen der Deutschen eines Jahres. Für die Berechnung zählt dabei ausschließlich die Gruppe der “Inländer”, wie sie volkswirtschaftlich genannt wird. Ausschlaggebend ist, dass sich der erste Wohnsitz in Deutschland befindet. Die Einkommen der in Deutschland lebenden Ausländer werden nicht berücksichtigt. Das Bruttosozialprodukt bezieht sich also auf den Wohnort der Arbeitnehmer und nicht auf den Ort, wo die wirtschaftliche Leistung entstanden ist.

Das BIP ist im Vergleich regional ausgerichtet. Schließlich tragen Ausländer, die in Deutschland ein Unternehmen gründen, zum Erfolg der deutschen Wirtschaft bei. Umgekehrt fördern Deutsche, die sich in chinesischen Unternehmen engagieren, die dortige Volkswirtschaft. Das BIP ist somit aussagekräftiger, die Wirtschaftskraft eines Landes zu messen. Als Kennzahl zur Darstellung der Wirtschaftsleistung hat daher das BIP das BNE abgelöst.

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Bedeutung des Bruttoinlandsprodukts für ein Land

Das BIP ist der Indikator für die Leistungsfähigkeit sowie den Wohlstand einer Volkswirtschaft. Schließlich zeigt es den gesamten Wert aller umgesetzten Waren und Dienstleistungen innerhalb eines definierten Zeitraums. Die gesamtwirtschaftliche Leistung und der Wohlstand steigen mit der Höhe des Bruttoinlandsprodukts.

Die für das BIP entscheidenden Faktoren wirken sich am Ende auf alle Bürger eines Landes aus. Eine positive wirtschaftliche Lage bedeuten meistens eine geringe Arbeitslosenquote sowie steigende Löhne. Verändert sich das Bruttoinlandsprodukt spürbar, hat dies ebenso Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Schließlich deutet eine negative Entwicklung des BIPs auf geringere Gewinne der Unternehmen hin, was die Aktienkurse fallen lässt. Eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts lässt wiederum die Kurse steigen, da die Wirtschaftskraft nachweislich steigt.

Da das BIP als wesentliche Kennzahl für die wirtschaftliche Kraft eines Landes gilt, dient es dem Vergleich der Länder untereinander. Ebenso werden Staatsausgaben immer in Relation zum BIP gesetzt. Beispielsweise liegt Deutschland mit knapp fünf Prozent des BIPs für Bildung hinter Dänemark, Norwegen und Schweden. Ein anderes Beispiel sind die nach den NATO-Beschlüssen festgelegten Militärausgaben: Jedes Mitglied soll dafür zwei Prozent des BIPs einplanen.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland

Deutschland kann eine langfristig kontinuierliche Steigerung des BIPs vorweisen. In der Geschichte gab es lediglich 2009 sowie 2020 eine negative Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. 2009 war es die Finanzkrise und 2020 die Coronakrise, die der Wirtschaft zu schaffen machten.

Die Entwicklung zeigen die zwei Eckzahlen:

  • 1963 lag das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bei 195,5 Milliarden Euro
  • 2020 betrug das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 3 336,18 Milliarden Euro (gegenüber 3.449,05 Milliarden Euro in 2019)

Im weltweiten Ranking liegt Deutschland damit auf Platz vier, nach den USA, China und Japan.

Wenn es um Wohlstand der einzelnen Bürger geht, hat das BIP pro Einwohner eine höhere Aussagekraft. Mit rund 40.100 Euro belegt Deutschland bei dieser Betrachtung den 18. Platz im weltweiten Vergleich. Die Bürger des Golfstaats Qatar bringen es beispielsweise mit einem BIP von nur etwa 150 Milliarden auf ein pro Kopf BIP von rund 62.000 Euro. Unter den 20 Ländern mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt je Einwohner befinden sich neun EU-Länder.

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