Was ist ein Rollover im Trading – Definition & Erklärung

Ein Rollover beschreibt das Halten einer Position über Nacht sowie das Halten von Terminkontrakten über deren Verfallszeitpunkt hinaus. Auch im Finanzwesen wird dieser Begriff im Zusammenhang mit Darlehen benutzt.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was Rollover im Finanzwesen und beim Trading bedeutet. Außerdem verraten wir Ihnen, worauf Sie bei einem Rollover achten müssen und welche Kosten Sie erwarten.

Rollover Beispiel eines Future-Kontraktes

Was ist ein Rollover im Trading – Definition & Erklärung

Als Rollover werden im Trading zweierlei Vorgänge bezeichnet. Zum einen steht Rollover für das Halten von bestimmten Positionen über Nacht beispielsweise von gehebelten Finanzprodukten. Zum anderen ist damit das Halten von Terminkontrakten über deren Verfallszeitpunkt gemeint. Terminkontrakte laufen ohne eine entsprechende Verlängerung zu einem bestimmten Zeitpunkt aus. Es würde demnach zu einem Kontraktverfall kommen, der mit einem Rollover umgangen werden kann.

Durch den Rollover entstehen zusätzliche Kosten, beispielsweise Übernachtfinanzierungskosten, die als „Rollgeld“ oder „Haltekosten“ bezeichnet werden. Die Kosten entstehen bei gehebelten Produkten beispielsweise für das Ausleihen von Kapital beim Broker. Diese lässt sich der Broker durch tägliche Zinsen bezahlen.

Außerdem wird der Begriff Rollover im Finanzwesen mit der Verlängerung von Darlehen in Verbindung gebracht.

Rollover im Finanzwesen

Im Finanzwesen bezieht sich der Begriff auf die Verlängerung eines entsprechenden Darlehens. Unter einem Darlehen versteht man mittel- und langfristige Kredite. Es handelt sich also um Verträge, die einen bestimmten Kreditrahmen (ausgezahlte Summe), regelmäßige Tilgungen, Zinszahlungen und eine bestimmte Laufzeit enthalten. Wird ein Darlehen verlängert, fallen normalerweise zusätzliche Kosten an. Die Verlängerung des Fälligkeitsdatums eines Darlehens ist in der Regel mit erhöhten Kreditkosten aufgrund höherer Zinsen verbunden. Das Darlehen wäre also zum neuen Fälligkeitsdatum teurer, als es zum ursprünglichen Fälligkeitsdatum zu begleichen.

Rollover beim Trading

Beim Kauf auf Margin, also bei gehebelten Finanzprodukten, ist mit einem Rollover das Halten der Position über Nacht gemeint. Ein Kauf auf Margin bedeutet, dass sich finanzielle Mittel beim Broker ausgeliehen werden, um Wertpapiere zu kaufen. Der Trader zahlt nur einen Bruchteil, also einen gewissen Prozentsatz (Margin) der Gesamtposition. Den Rest des Kapitals liefert der Broker. Diese Kosten werden demnach nur bei gehebelten Produkten berechnet.

Durch diesen Rollover entstehen zusätzliche Kosten beim Broker. Diese Kosten berechnet der Broker mit einem täglichen Zinssatz. Diese Kosten werden auch als Übernachtfinanzierungskosten bezeichnet, da sie meist beim Offenhalten einer Position über Nacht berechnet werden. Die Zinssätze hängen von den Marktgegebenheiten und Referenzzinssätzen ab. Daher können diese sowohl positiv als auch negativ ausfallen.

Auch beim Forex-Trading beschreibt der Rollover das Halten einer Position über Nacht, wodurch zusätzliche Kosten, in Form von Zinsen, entstehen können. Auch hier hängen die Zinssätze von den Marktgegebenheiten und Referenzzinssätzen ab. Je nachdem ob diese positiv oder negativ sind entstehen zusätzliche Kosten oder die Zinsdifferenzen werden gutgeschrieben.

Bei Terminkontrakten wie Futures kann ein Trader das Ablaufdatum für den entsprechenden Vertrag mittels Rollover verschieben. So wird die Lieferung der Vermögenswerte beispielsweise von Rohstoffen verschoben. Das kann ein Trader machen, wenn er den zugrunde liegenden Basiswert beispielsweise Gold nicht physisch besitzen möchte, sondern lediglich von Kursschwankungen profitieren möchte. So werden die Verpflichtungen und zusätzliche Kosten vermieden.

Warum fallen Kosten bei einem Rollover unterschiedlich hoch aus?

Die Kosten, die durch einen Rollover entstehen, werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Zum einen kommt es auf das Finanzprodukt und der Art des Rollovers an. Außerdem beeinflussen die Referenzzinssätze, Dividenden sowie Lagerkosten oder Versicherungskosten bei Futures die Gesamtkosten.

Fazit

Ein Rollover kann im Finanzwesen und Trading verschiedene Vorgänge bezeichnen. Zum einen wird damit das Halten einer Position über Nacht bezeichnet und zum anderen die Verlängerung von Fälligkeitszeitpunkten bei Terminkontrakten und Darlehen. Durch den Rollover können zusätzliche Kosten entstehen, die beispielsweise von den Referenzzinssätzen, Dividenden sowie Lagerkosten oder Versicherungskosten bei Futures abhängig sind. Die Referenzzinssätze können sowohl positiv als auch negativ sein. Dadurch können entsprechend zusätzliche Kosten entstehen oder Zinsgutschriften.

(Risikohinweis: 67% der Konten verlieren Geld)

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