Fiatgeld: Was ist das? – Definition und Erklärung

Wer sich mit Währungen, dem Wertpapiermarkt oder der Börse beschäftigt, wird mit neuen Begrifflichkeiten überhäuft. Ist etwas Zeit vergangen, meint man alles zu kennen. Doch auch dann tauchen immer wieder neue Wörter auf, deren Definition man erst nachschlagen muss. “Fiatgeld” ist sicher ein solcher Begriff. Doch zum Glück sind Sie hier auf dieser Seite gelandet. Ich erkläre Ihnen das Fiatgeld bis ins kleinste Detail, sodass Sie beim nächsten Gespräch mit Ihrem Fachwissen glänzen können.

Fiatgeld ist auch ein Tauschmittel.

Definition – Was ist Fiatgeld?

Als Fiatgeld wird ein Wirtschaftsobjekt bezeichnet, das keinen inneren Wert besitzt, aber dennoch als Tauschmittel verwendet wird. Der Wert des Fiatgeldes kommt vor allem durch das Vertrauen der Menschen zustande, dass das Geld auch weiterhin zum Kauf von Gütern benutzt werden kann. Fast alle Währungen dieser Welt sind Fiatgeld. Beispielsweise bestand Geld früher aus Silber oder Gold, das heißt es hatte einen “wirklichen”, inneren Wert.

Ob Geld verwendet wird, hängt vor allem von seiner Nützlichkeit ab. Geld ist in erster Linie ein Mittel, um zu tauschen und zu sparen, wird aber auch zur Wertmessung herangezogen. Als Tauschmittel wird es aber nur akzeptiert, wenn alle Beteiligten im Wirtschaftskreislauf dem Geld dieselbe Bedeutung beimessen. Das Sparen funktioniert dagegen nur, wenn der Verlust an Kaufkraft sehr gering ausfällt und das Vertrauen in den zukünftigen Wert des Geldes als Tauschmittel in der Gesellschaft ungebrochen ist. Die Aufgabe, dieses Vertrauen zu erhalten und zu schaffen, liegt vor allem bei den Zentralbanken.

Begriffserklärung:

Das Wort “Fiat” lässt sich vom lateinischen Verb “fieri” ableiten. Grob übersetzt werden kann es mit den Aussprüchen “Es ist getan!”, “Es geschehe!” oder “Es werde!”.

Fiatgeld und Warengeld: Wo sind die Unterschiede?

Das Gegenteil von Fiatgeld wird Warengeld genannt. Der Unterschied liegt darin, dass Warengeld einen “echten” Wert besitzt. Meist kommt dieser durch die Materialien zustande, aus denen es hergestellt wurde. Ein Beispiel wären hier Goldmünzen. Auch Tabak, Reis oder Silber können als Warengeld bezeichnet werden. Dieser äußere Wert ist unabhängig von Regierungen oder Zentralbanken – er kann in jeder Situation als Tausch – oder Zahlungsmittel genutzt werden. In keinem Land der Welt ist die Währung an ein bestimmtes Wirtschaftsgut gebunden. Das Fiatgeld erhält seine Legitimation also durch das Vertrauen der Bürger bzw. durch die Entscheidungen der Regierungen, es als offizielles Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Die Geschichte des Fiatgeldes

Möchte man die Geschichte des Fiatgeldes ergründen, kommt man um die Geschichte der Banknote nicht herum. Bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde ein erstes Experiment mit Fiatgeld gewagt. Ein persischer Herrscher hatte die glorreiche Idee, “Papiergeld” in Umlauf zu bringen. Gleichzeitig kündigte er an, dass jeder mit dem Tode bestraft wird, der dieses nicht akzeptieren will. Damit wollte er vor allem die leere Staatskasse seines Reiches aufbessern und gleichzeitig seinen gehobenen Lebensstil sichern. Nach zwei Monaten wurde das “Experiment” abgebrochen, da es zu Unruhen und einem kompletten Stillstand des Handels gekommen war. Der König fiel kurz danach einem Attentat zum Opfer.

Während der französischen Revolution wurde ebenfalls Papiergeld verwendet, sogenannte Assignaten. Auch hier wurde die Pflicht für jeden Bürger ausgegeben, das Papiergeld anzunehmen. Andernfalls drohten die Todesstrafe und der komplette Verlust des eigenen Vermögens. Trotz weiterer Verschärfungen – beispielsweise wurde bereits die alleinige Frage nach dem Zahlungsmittel vor einem Geschäft ebenfalls mit dem Tode bedroht – wurden die Assignaten mit der Zeit wertlos.

Im Amerikanischen Bürgerkrieg waren sogenannte “Greenbacks” im Umlauf. Sie wurden vom damaligen amerikanischen Finanzministerium ausgegeben, allerdings wurde der Nennwert der Noten durch einen Kongressbeschluss auf “nur” 340 Millionen Dollar begrenzt. Diese Greenbacks konnten von den Bürgern nicht in Gold getauscht werden.

Im 20. Jahrhundert konnte sich das Fiatgeld allerdings durchsetzen und wurde in einem System mit Mindestreserven die Regel. Der US – Präsident Roosevelt legte fest, dass die Zentralbank nicht mehr verpflichtet war, Geld in Goldmünzen umzutauschen. In der Folgezeit wurde sogar privater Goldbesitz mit einem Wert von über 100 Dollar komplett verboten und mit einer Gefängnisstrafe bedacht. Im Jahre 1944 wurde das sogenannte Bretton – Woods – System installiert, das als internationale Währungsordnung mit festen Wechselkursen und dem Dollar als Ankerwährung fungieren sollte. Präsident Nixon setzte diesem System ein Ende, indem er zwei völlig überraschende Entscheidungen in Bezug auf die amerikanische Außen – und Finanzpolitik erließ. Mitgliedsstaaten konnten danach keine US – Dollar mehr in Gold umtauschen.

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Vor – und Nachteile von Fiatgeld

Im Gegensatz zu Waren oder Rohstoffen ist Fiatgeld keine begrenzte Ressource. Das hat für die Zentralbank eines Landes den Vorteil, dass sie die Verfügbarkeit und damit den Wert steuern kann. So kann beispielsweise die EZB die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf eines Landes steuern, indem sie die Leitzinsen erhöht oder senkt. Somit kann das Fiatgeld auch nicht unvorhergesehen abgewertet werden, da das Angebot durch die Regierung oder Zentralbank reguliert werden kann. Die Menge eines Rohstoffes wie Gold kann beispielsweise nicht in dieser Art kontrolliert werden, da immer eine neue Goldader gefunden werden kann.

Der Wert des Fiatgeldes für Bürgerinnen und Bürger hängt im Wesentlichen davon ab, wie gut die Entscheidungen bzw. die Fiskalpolitik der Zentralbanken sind. Da es keinen tatsächlichen Wert besitzt, können hier durch Fehlentscheidungen schwerwiegende Folgen auftreten. Eine Geldpolitik wie in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg kann beispielsweise eine starke Inflation zur Folge haben. Zu dieser Zeit wurde sehr viel Geld gedruckt, um die Reparationszahlungen der Siegermächte zu bedienen. Durch das Überangebot verloren die Bürger das Vertrauen in die Währung – damit hatte das Geld keinen Wert mehr, weder einen inneren, noch einen äußeren. In einer solchen Situation werden Waren als Tauschmittel natürlich deutlich interessanter.

Eine weitere Gefahr bei Fiatgeld ist die Blasenbildung. Das passiert vor allem in wirtschaftlichen Zyklen, die zunächst von einem immensen Preisanstieg gekennzeichnet sind, dann aber einen starken Rückgang der Preise aufweisen. Eine Zentralbank kann theoretisch unbegrenzt Geld drucken bzw. in Umlauf bringen. Dies ist zwar einerseits eine gute Möglichkeit, um die Wirtschaft anzukurbeln, anderseits kann diese Praktik eine Inflation auslösen und auch andere Bereiche wie den Finanzmarkt oder die Immobilienpreise beeinflussen.

Fazit: eine spannende Geschichte

Was für uns heute normal ist, hat eine lange und spannende Geschichte. Die Entwicklung zu unserem heutigen Geldsystem kam über sehr viele Umwege und Verwirrungen zustande. Das Wissen um Fiatgeld und Warengeld wird die heutigen Entscheidungen am Finanzmarkt weniger beeinflussen, allerdings ist es wirklich interessant zu verstehen, wie mit “Geld” früher umgegangen wurde. Da unser Geld heutzutage nicht mehr an einen wirklichen Wert geknüpft ist, ist eine vernünftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ein absolutes Muss, um das Vertrauen in dieses System aufrecht zu erhalten.

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