Marktkapitalisierung einfach und verständlich erklärt

Die Welt der Finanzen sprudelt nur so über von Begrifflichkeit, Fachwörtern und dem ein oder anderen Anglizismus. Wer sich für die Börse interessiert, der sollte diese Begriffe bestens kennen, denn das gefährlichste beim Aktien-Handel ist Unwissenheit. Einer der Begriffe, der oftmals vorkommt – und den Aktionäre unbedingt verstehen sollten – ist die sogenannte Marktkapitalisierung. Ein Wort mit einer Bedeutung, die sozusagen zum Grundwissen in der Finanz-Welt gehört. Im Folgenden erklärten wir einfach und doch ausführlich, was es mit dem Begriff auf sich hat.

Märkte können durch Kennzahlen eingeordnet werden. Die Marktkapitalisierung ist als Kennzahl sinnvoll.

Marktkapitalisierung – Definition und Bedeutung

Es ist unschwer zu erkennen, dass sich der Begriff aus zwei Wörtern zusammensetzt, die in der Finanzbranche eine Rolle spielen. Mit dem Bestimmungswort “Markt” ist der Aktienmarkt oder auch allgemeiner die Börse an sich gemeint. Das Grundwort “Kapitalisierung” soll hingegen zum Ausdruck bringen, dass es bei dem Begriff auch um die Bewertung von Transformationen der künftigen Entwicklung auf dem Markt zu einem Bewertungszeitpunkt geht. Im Englischen wird der Begriff Market Cap genannt, was wichtig zu wissen ist, da dieser Ausdruck auf vielen internationalen Plattformen genutzt wird.

Die Marktkapitalisierung drückt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens aus. Dadurch stellt der entsprechende Wert ein einfaches und hilfreiches Mittel für Investoren dar, die Größe eines Unternehmens festzustellen. Das kann wiederum dabei helfen, das Risiko von Investitionen in Anteile des Unternehmens einschätzen und beurteilen zu können.

Die Marktkapitalisierung stellt also den sogenannten Marktkonsens zu dem Wert hinsichtlich des Eigenkapitals (Equity Value) eines Börsenunternehmens dar. Sie hängt teils stark von den Erwartungen der Anleger ab – sie kann daher starken Schwankungen unterliegen. Die Marktkapitalisierung ist auch der Wert, den ein Investor aufwenden müssten, um das komplette Unternehmen zu kaufen. Außerdem kann die Kennzahl dazu verwendet werden, die Größenvergleiche bezüglich Unternehmen anzustellen. Der Wert der Marktkapitalisierung bringt noch mehr Vorteile mit sich, die im Folgenden beschrieben werden.

Beispiel und Berechnung der Marktkapitalisierung

Für die Berechnung der Marktkapitalisierung werden alle im Umlauf befindlichen Aktien eines Unternehmens (also die Anzahl) mit dem jeweiligen Aktienkurs multipliziert. Es handelt sich also um eine einfache Rechnung, die ich anhand eines Beispiels erkläre:

Wir nehmen an, dass eine AG insgesamt über 1.300.00 Aktien verfügt und sich davon 300.000 Aktien im Besitz des Unternehmens befinden. Am Stichtag liegt der Börsenkurs bei 20 Euro. Wenn das der Fall ist, dann ergibt sich folgende Rechnungen.

  • So werden alle Aktien berechnet, die sich im Umlauf befinden: 1.300.000 – 300.000 = 1.000.000
  • Dann folgt die Bestimmung der Marktkapitalisierung: 1.000.000 x 20 Euro = 20.000.000 Euro

Unternehmen, die nach der Berechnung eine hohe Marktkapitalisierung aufweisen, sind im Normalfall große börsennotierte Aktiengesellschaften, deren Aktien im so genannten Streubesitz sind. Das bedeutet, dass es eine Vielzahl von Aktionären gibt. Beispiele dafür sind die Blue Chip Aktien wie Apple oder Microsoft. Die Marktkapitalisierung kann praktisch jeden Moment neu berechnet werden, da die zugehörigen Parameter einem ständigen Wandel unterliegen.

Vor- und Nachteile durch die Marktkapitalisierung

Beim Handel mit Aktien entstehen durch die Marktkapitalisierung viele Vorteile – auf der anderen Seite aber auch einige Nachteile.

Vorteile der Marktkapitalisierung

Am deutlichsten werden die Vorteile, welche die Marktkapitalisierung mit sich bringt, wenn man sie bei der Entscheidung zurate zieht, welche Aktien gekauft werden sollten. Bei der Entscheidungsfindung ist sie ein wichtiges Instrument, da sie den Investoren wichtige Informationen über die Größe des Unternehmens gibt und außerdem als Vergleichsinstrument verwendet werden kann. In diesem Zuge werden die jeweiligen Bestände von vielen Investoren hinsichtlich der Marktkapitalisierung in drei Kategorien unterteilt: in Small-Cap, Mid-Cap und Large-Cap.

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Low-Cap-Unternehmen weisen in der Regel eine Marktkapitalisierung von 300 Millionen bis hin zu zwei Billionen US-Dollar auf. Bei Mid-Cap-Unternehmen liegen die Werte zwischen zwei Milliarden und 10 Billiarden US-Dollar. Bei Large-Cap-Unternehmen beträgt die Marktkapitalisierung auf jeden Fall über 10 Milliarden US-Dollar. Die Grenzwerte unterscheiden sich in verschiedenen Ländern und kann außerdem vage sein. Eine ganz genaue Bestimmung ist in Grenzfällen nicht immer möglich.

Fakt ist hingegen, dass die Marktkapitalisierung ein effektives und doch einfaches Mittel ist, um das Risiko bei Investitionen in Aktien beurteilen zu können. Investitionen in Unternehmen der Kategorie Large-Cap stellen langfristig gesehen ein geringes Risiko dar, da sie stabil und auf dem Markt etabliert sind. Mid-Cap-Unternehmen locken hingegen mit einem großen Wachstumspotenzial, sind allerdings auch mit mehr Risiko verbunden. Small-Cap-Aktien sind mit dem größten Risiko verbunden. Das liegt beispielsweise an den begrenzten finanziellen Mitteln der Unternehmen.

Folgende Unterscheidung trifft in der Regel zu:

  • Large Caps auch Blue Chips genannt, sind in Deutschland im DAX gelistet sind
  • Mid Caps sind im MDAX gelistet
  • Small Caps sind im SDAX oder im TECDAX gelistet

Wichtig zu wissen ist, dass für alle gelisteten Unternehmen Offenlegungspflichten herrschen, die je nach Aktienindex abgestuft sind. Außerdem unterstehen sie der Börsenaufsicht. Unter den Small Caps können sich teilweise auch Micro Caps befinden, bei denen die Marktkapitalisierung nicht mit einem genauen Betrag abgegrenzt werden kann. Die Offenlegungspflicht trägt dazu bei, dass Aktien mit einer hohen Marktkapitalisierung tatsächlich mit deutlich weniger Risiko verbunden sind. Auch die Tatsache, dass die Unternehmen Gegenstand von vielen Wirtschaftsnachrichten und Analysen sind, hilft, da die Transparenz hoch ist.

Nachteile

Neben der Vielzahl von Vorteilen, welche die Marktkapitalisierung beim Aktienhandel mit sich bringt, ist der Nutzen des Wertes auch eingeschränkt und nicht immer ideal für jede Methode. Es gibt Stolpersteine, die auf jeden Fall beachtet werden sollten. Der wohl wichtigste: Durch die Marktkapitalisierung wird nicht exakt der Unternehmenswert wiedergegeben. Stattdessen wird nur der Wert des Eigenkapitals beschrieben. Aktienkurse spiegelt lediglich wider, was der Markt bereits ist für eine Aktie auszugeben. Sie können daher unter- oder auch überbewertet sein.

Es kommt hinzu, dass durch die Marktkapitalisierung nur die Aktien berücksichtigt werden, die im Streubesitz sind. Großaktionäre, die den Unternehmensbesitz deutlich beeinflussen, bleiben hingegen außen vor. Unternehmen der Aktien einen hohen Streubesitz aufweisen, haben damit eine höhere Marktkapitalisierungsquote als Unternehmen, deren Aktien deutlich mehr Streubesitz aufweisen. Die Marktkapitalisierung hat also ihre Grenzen, wenn es darum geht, genau festzustellen, wie hoch die Aktie bewertet ist.

Dieser Fakt hat auch zur Folge, dass die Marktkapitalisierung teilweise nicht genau den Wert ausdrücken kann, der benötigt wird, um ein Unternehmen zu kaufen. Daher liegen Übernahmeangebote an Unternehmen sehr oft über den Werten der Marktkapitalisierung, die aktuell sind – und auch über dem aktuellen Aktienkurs. Dabei kommt hinzu, dass ein Unternehmen das eigene Angebot so attraktiv wie möglich gestalten will, damit die jeweiligen Aktien tatsächlich von Aktionären gekauft werden.

Ein weiterer Grund für abweichende Übernahmeangebote liegt im positiven Synergieeffekt, der bei einer Übernahme oftmals erwartet wird. Auch deswegen sind Investoren dazu bereit, einen Preis über dem aktuellen Börsenkurs zu zahlen.

Fazit

Die Marktkapitalisierung ist ein sehr nützliches Instrument für alle, die an der Börse mit Aktien handeln wollen. Der Wert ist sehr schnell und einfach ausgerechnet und gibt durchaus Ausschluss auf wichtige Indikatoren rund um die Frage: Sollten Aktien dieses Unternehmens gekauft werden?

Einer der wichtigsten Faktoren beim Aktienhandel ist die Minimierung des Risikos – und genau dabei hilft die Marktkapitalisierung. Es macht daher unbedingt Sinn, den Wert vor jedem Trade auszurechnen und mit anderen zu vergleichen. Die Marktkapitalisierung hat in ihrer Aussagekraft allerdings auch Grenzen.

Da nur Aktien, die sich im Streubesitz befinden, in den Wert einwirken, spiegelt die Marktkapitalisierung teilweise nicht den genauen Wert eines Unternehmens wider. Das muss Aktionären bewusst sein, wenn sei den Wert zurate ziehen. Es empfiehlt sich, die Marktkapitalisierung mit anderen Methoden zu kombinieren, um genau zu wissen, ob sich die Investition in ein Unternehmen lohnt. Dafür eignen sich der Substanzwert, der Ertragswert und die Discounted Cash Flow-Methode.

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