Sektoren in der Wirtschaft – Arten & Erklärung

Ein Sektor in der Wirtschaft dient zur Unterteilung einer Volkswirtschaft oder eines Marktes. Damit wird der Vergleich von Unternehmen, Dienstleistungen oder Waren vereinfacht.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was ein Wirtschaftssektor ist und welche Arten es gibt. Außerdem verraten wir Ihnen, wie sich die Wirtschaftssektoren in Deutschland über die Zeit entwickelt haben.

Was ist ein Wirtschaftssektor? – Definition & Erklärung

Ein Wirtschaftssektor ist eine Unterteilung einer Volkswirtschaft oder eines Marktes, um verschiedene Unternehmen oder Dienstleistungen besser vergleichen zu können. Die Unterteilung in verschiedene Sektoren soll die Performance-Analyse oder den Vergleich von Unternehmen mit ähnlichen Eigenschaften und Leistungen vereinfachen.

Welche Arten von Sektoren gibt es?

Traditionell wird die Wirtschaft nach der Drei-Sektoren-Hypothese in folgende drei Wirtschaftssektoren unterteilt:

  • Primärsektor ( Urproduktion)
  • Sekundärsektor (Industrie und Gewerbe)
  • Tertiärsektor (Dienstleistungen)

Sektoren werden nicht immer landesweit eingeteilt. Auch größere Wirtschaftsräume wie beispielsweise die Europäische Union oder kleinere Städte können in verschiedene Wirtschaftssektoren aufgeteilt sein.

Primärsektor (Urproduktion)

Der Primärsektor ist einer der ältesten Wirtschaftssektoren und wird auch als Urproduktion bezeichnet. Es handelt sich hierbei um die ursprünglichste Form der Produktion und zwar um die Gewinnung von Rohstoffen. Zu diesem Sektor gehört die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft (Holzgewinnung und Jagd) sowie die Fischerei. Auch der Bergbau, also die Gewinnung von Bodenschätzen wie Erdöl, Kohle oder Gold, zählt zu diesem Sektor.

Länder mit einem großen Primärsektor gelten als Entwicklungsländer. Entwicklungsländer müssen sich zunächst auf die Produktion von Rohstoffen konzentrieren, da diese die Basis für weitere Sektoren bildet. Ohne Rohstoffe und Ressourcen kann nichts aufgebaut werden. Industrienationen weisen daher einen kleineren Primärsektor als Entwicklungsländer auf. Es besteht also eine inverse Korrelation zwischen dem Entwicklungsstand eines Staates und der Größe des Primärsektors.

Sekundärsektor (Industrie und Gewerbe)

Der Sekundärsektor baut auf den Primärsektor auf und wird auch als industrieller Sektor bezeichnet. In der Industrie und im Gewerbe werden die Rohstoffe des Primärsektors weiterverarbeitet. Die Weiterverarbeitung erfolgt durch die Industrie, das Baugewerbe, das Handwerk, die Energiewirtschaft und die Wasserversorgung.

Der Sekundärsektor verliert ebenso wie der Primärsektor bei voranschreitender Entwicklung des Landes an Bedeutung. Die Produktion wird meist ins Ausland (in Entwicklungs- und Schwellenländer) verlegt, um Kosten einzusparen. Der Produktionsprozess des sekundären Sektors weist einen hohen Bedarf an Rohstoffen und Maschinen zur Weiterverarbeitung auf. Insgesamt ist dieser Prozess also sehr kapital- und materialintensiv, sodass die Produktion im Ausland deutlich günstiger ist. Dies liegt zum einen an den kürzeren Transportwegen der Rohstoffe als auch an den günstigeren Lohnkosten.

Tertiärsektor (Dienstleistungen)

Der Tertiärsektor umfasst alle Dienstleistungen, die in einem Land geleistet werden. Daher wird dieser Sektor auch als Dienstleistungssektor bezeichnet. Dienstleistungen werden beispielsweise von Banken, Ärzten, Versicherungen, Handwerkern oder Beratern angeboten. Dieser Sektor ist daher besonders personalintensiv, da nicht auf Maschinen zurückgegriffen werden kann. Rohstoffe oder Sachgüter spielen in diesem Sektor keine Rolle.

Der Tertiärsektor nimmt in Industriestaaten und gut entwickelten Ländern den größten Anteil an. Die anderen beiden Sektoren werden dafür ins Ausland verlagert, um Kosten zu sparen.

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Wirtschaftssektoren-Pyramide

Die klassischen Wirtschaftssektoren werden auch in der sogenannten Wirtschaftssektoren-Pyramide dargestellt. Das Fundament bildet dabei der primäre Sektor. Darauf baut dann der sekundäre und tertiäre Sektor auf. Die Pyramide verdeutlicht, dass ohne die Urproduktion von Rohstoffen (Primärsektor) kein Ausbau der anderen Sektoren möglich ist. Es fehlt dann schlichtweg das Kapital und die Ressourcen, um die anderen beiden Sektoren zu entwickeln. Die Entwicklung eines Staates beginnt daher immer mit dem Primärsektor, um anschließend die anderen beiden Sektoren darauf aufbauen zu können.

Weitere Sektoren in der Wirtschaft

Durch die Weiterentwicklung der Wirtschaft wird der klassischen Unterteilung ebenso die moderne Volkswirtschaft hinzugefügt. Es handelt sich dabei um den Quartärsektor (Informationssektor). In seltenen Fällen wird auch von einem Quintärsektor (Entsorgungswirtschaft) gesprochen. Allerdings ist die Verwendung vom Quartär- und Quintärsektor nicht einheitlich geregelt. sodass die Unterteilung in die drei ursprünglichen Wirtschaftssektoren meist beibehalten wird.

Quartärsektor (Informationssektor)

Der Quartärsektor umfasst Tätigkeiten, die besonders hohe intellektuelle Ansprüche und großes Verantwortungsbewusstsein voraussetzen. Dazu zählen Tätigkeiten in der Beratung wie beispielsweise Ingenieure, Steuerberater und Wirtschaftsberater. Aber auch IT-Dienstleistungen, Biotechnologie, Nanotechnologie und die Telekommunikation zählen zum Quartärsektor. Dieser Sektor wird daher auch als Informationssektor bezeichnet.

Außerdem werden dem Quartärsektor manchmal auch Dienstleistungen der Bereiche Freizeit und Unterhaltung zugeordnet.

Quintärsektor (Entsorgungswirtschaft)

Der Quintärsektor umfasst die Entsorgungswirtschaft. Diesem Sektor wird demnach die Müllentsorgung (Müllabfuhr, Schrottplätze, Recycling) und die Wasseraufbereitung (Kläranlagen) zugeordnet. Normalerweise werden diese Bereiche dem Sekundärsektor zugeordnet, in seltenen Fällen werden diese aber dem Quintärsektor zugeteilt.

Entwicklung der Wirtschaftssektoren in Deutschland

Die Relevanz einzelner Sektoren verändert sich mit zunehmender Entwicklung eines Staates vom Entwicklungsland zur Industrienation. Vor der Industrialisierung spielte der Primärsektor in Deutschland beispielsweise eine deutlich größere Rolle als heutzutage.

1990 waren die drei Wirtschaftssektoren in Deutschland wie folgt ausgelastet:

  • Primärsektor mit 29,92 %
  • Sekundärsektor mit 40,00 %
  • Tertiärsektor mit 21,53 %

Bei dieser Statistik fehlen 9,18 %, da einige Daten nicht erfasst wurden.

2017 waren die drei Wirtschaftssektoren in Deutschland hingegen wie folgt ausgelastet:

  • Primärsektor mit 0,60 %
  • Sekundärsektor mit 30,30 %
  • Tertiärsektor mit 69,10 %

Aus dieser Entwicklung wird deutlich, dass sich die deutsche Volkswirtschaft mit voranschreitender Entwicklung zu einer Dienstleistungsnation entwickelt hat. Der Primärsektor wird kaum noch bedient, da diese ins Ausland verlagert wurde.

Sektorauswahl beim Trading

Seine Investments als Trader lediglich auf einen einzelnen Sektor zu konzentrieren ist sehr riskant. Daher empfiehlt es sich, in verschiedene Wirtschaftssektoren zu investieren. Diese Strategie zur Risikominimierung wird als Diversifikation bezeichnet.

Unternehmen werden in weitere Sektoren oder Branchen unterteilt. Dies können beispielsweise Branchen wie Energieversorgung, Rohstoffe, Bergbau, Technologie, Konsumgüter oder Gesundheitswesen sein. Es ist möglich, mit einem Investment in einen ETF oder Index einen speziellen Sektor oder mehrere Sektoren gleichzeitig abzudecken.

Fazit

Die Wirtschaft wird im klassischen Sinne in drei Sektoren unterteilt, damit verschiedene Unternehmen besser verglichen werden können. Die drei Sektoren bauen aufeinander auf, wobei der Primärsektor die Grundlage für den Aufbau und die Entwicklung weiterer Sektoren bildet. Daher ist in Entwicklungsländern der Primärsektor größer als in Industrienationen.

Industrienationen lagern die Urproduktion von Rohstoffen gerne in Entwicklungsländer und Schwellenländer aus, um Kosten zu sparen. Die Industrieländer fokussieren sich eher auf den Tertiärsektor und bauen ihre Dienstleistungen aus. Mit fortschreitender Entwicklung nimmt also die Produktion im Primärsektor ab und verlagert sich in den Sekundär- und Tertiärsektor. Dies ist auch an der Entwicklung der Wirtschaftssektoren in Deutschland klar erkennbar.

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