Die Bullen sind los: Der Bullenmarkt an der Börse – Definition

Die Vorgänge an der Börse werden oft mit Metaphern oder bildlicher Sprache erklärt. Der Begriff “Bullenmarkt” hat sich als geflügeltes Wort für einen nachhaltigen Aufwärtstrend an den Wertpapiermärkten etabliert. Zwar wird manchmal auch das französische Wort “Hausse” genutzt, allerdings sind «Bullenmarkt» für steigende Kurse und «Bärenmarkt» für fallende Aktien geläufigere Begriffe unter Anlegern. In diesem Artikel schaue ich mir mit Ihnen an, was an der Börse passiert, wenn die “Bullen” los sind.

An der Börse treffen sich immer Bullen und Bären.

Wann liegt ein Bullenmarkt vor?

Grundsätzlich spricht man von einem Bullenmarkt, wenn die Kurse von Aktien über einen längeren Zeitraum stetig gestiegen sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wertpapiere eines ganzen Landes oder “nur” einer Branche gestiegen sind. Dieser Trend geht oft auf einen gesamtwirtschaftlichen Aufschwung zurück. Der Anstieg ist von hohen – teilweise überzogenen – Gewinnerwartungen begleitet und löst damit Euphorie an den Börsen aus. Dadurch werden noch mehr Anleger an den Wertpapiermarkt gelockt. Diese Dynamik befeuert den Bullenmarkt zusätzlich, ganz getreu der alten Börsenregel “Die Hausse nährt die Hausse.” So kann ein Bullenmarkt sehr lange und unabhängig von äußeren Faktoren bestehen.

Woran erkennen Sie einen Bullenmarkt?

Eine einheitliche Definition, wann ein Bullenmarkt vorliegt, gibt es nicht. Die amerikanische Börsenaufsicht spricht von einer Hausse, wenn die Kurse steigen und die Stimmung an der Börse optimistisch ist. Eine Kurssteigerung von über 20 % in zwei Monaten in einem gesamten Markt ist ein deutliches Indiz für eine Hausse. Gleichzeitig zeigen sich auch andere positive Effekte, wie eine sinkende Arbeitslosenquote. Durch die generelle “Aufbruchsstimmung” und dem frischen Kapital für die Unternehmen (durch steigende Aktienkäufe), können diese expandieren und neue Mitarbeiter einstellen. Eine Hausse findet oft dann statt, wenn die Zentralbanken die Leitzinsen entsprechend gesenkt haben. Unternehmen können dann sehr günstig Kredite aufnehmen und das Geschäftsmodell weiter ausbauen. Anleger erhalten für konservative Anlagen wie Giro- oder Tagesgeldkonten aber fast keine Verzinsung mehr und suchen daher lukrativere Anlagemöglichkeiten wie z.B. den Aktienmarkt.

Beispiele für Bullenmärkte

Beispiele für lang anhaltende Bullenmärkte gibt es einige. Zwischen 2002 und 2007 gab es in den Vereinigten Staaten einen regelrechten Run auf Immobilien. Dieser gipfelte im Jahre 2008 in einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Den längsten Bullenmarkt gab es ebenfalls zwischen 2009 und 2020. Hier regierten die bullischen Anleger also ganze elf Jahre die Börse. In dieser Zeit legte beispielsweise der amerikanische Index S&P 500 um 400 % zu. Die Corona Pandemie bremste die Bullen aus und bescherte den Anlegern einen satten, wenn auch kurzen, Bärenmarkt.

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Die Bullenfalle

Die sogenannte Bullenfalle ist ein fehlinterpretiertes Kaufsignal in der Kursentwicklung einer Aktie. Gerade bei einer Aktie, die stark gefallen ist, nun aber eine Gegenbewegung einleitet (“Bärenmarktrallye”), “wetten” viele Privatanleger auf eine Trendumkehr und kaufen das Wertpapier. Handelt es sich hier allerdings nur um eine kurzfristige Erholung, sind sie in die Bullenfalle getappt und verkaufen in Panik ihre Aktien, um weitere Verluste zu verhindern. Es ist daher ratsam, Kaufentscheidungen an der Börse immer anhand von fundamentalen Kennzahlen und einer ausgiebigen Analyse des Unternehmens zu treffen.

Bullen- und Bärenmarkt im Vergleich

Das Gegenteil von einem Bullenmarkt ist der sogenannte Bärenmarkt. Haben die Bären die Börse übernommen, herrscht Untergangsstimmung. Die Kurse fallen nachhaltig und teilweise drastisch, was zu Panik und irrationalen Handlungen führt. Betroffen können hier ebenfalls einzelne Sektoren sein oder aber der gesamte Markt. Auch hier gibt es zwar keine einheitliche Definition, ein nachhaltiger Rückgang um 20 % weist aber deutlich auf einen Bärenmarkt hin.

Woher kommen aber diese beiden Metaphern? Der Bulle gilt als Symbol für Optimismus. Greift er einen Gegner an, stößt er diesen mit seinen kräftigen Hörnern von unten nach oben. Ebenso machen es die Aktienkurse bei einem Bullenmarkt. Ein Bär hingegen attackiert ein anderes Tier, indem er mit seinen Tatzen von oben nach unten zuschlägt. Genauso kraftvoll wie ein Bär also mit seiner Tatze ausholt, rauschen auch die Börsenkurse in den Keller. Der Legende nach geht diese Metapher darauf zurück, dass sich ein Bulle und ein Bär im 17. Jahrhundert in der Nähe der Londoner Börse Schaukämpfe geliefert haben sollen. Aus dem Verhalten der Tiere entwickelten sich die geflügelten Worte, die wir heute noch benutzen.

Fazit: eine hilfreiche Metapher, mehr aber auch nicht

Die Regeln an der Börse können sehr verwirrend sein. Umso besser ist, wenn bildhafte Sprache uns dabei unterstützt, die Vorgänge am Wertpapiermarkt besser einordnen zu können. Die sprachlichen Bilder des Bullen- oder Bärenmarkts sind leicht verständlich und auch Neulinge an der Börse können schnell erklären, was es damit auf sich hat. Problematisch wird es, wenn Anfänger am Wertpapiermarkt aus diesen Entwicklungen Kapital schlagen wollen und unbedacht Aktien kaufen. Grundsätzlich sollte man jedes Wertpapier genau prüfen, bevor man es ins Portfolio legt. Verfolgen Sie die sogenannte “Buy and Hold” Strategie, spielen Bären- und Bullenmarkt sowieso nur noch eine sekundäre Rolle. Während Sie im Bärenmarkt Zukäufe bei hochwertigen Unternehmen tätigen können, bietet ein überhitzter Bullenmarkt die Möglichkeit, Gewinne mitzunehmen. Mögliche Verluste dürften sich bei einer Haltedauer von über 20 Jahren ausgleichen. Bullen- und Bärenmarkt gehören also zum Grundlagenwissen an der Börse, viel mehr ist aber auch nicht dahinter.

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