Trader Andre Witzel
Geschrieben von: Andre Witzel
johannes striegel
Überprüft von: Johannes Striegel
Finanzierung

Eine Bullenfalle ist ein umgangssprachlicher Handelsbegriff. Er beschreibt ein häufiges Vorkommnis auf dem Markt beschreibt, bei dem eine Aktie, die stark gefallen ist, ihren Fall zu stoppen oder umzukehren scheint. In Wirklichkeit handelt es sich aber nur um eine kurze Pause vor weiteren Kursrückgängen.

Bullenfalle Infografik

Bullenhafte Anleger neigen dazu, sich in diesen schlechten Geschäften zu verfangen, da sie versuchen, das „fallende Messer“ eines übertriebenen Ausverkaufs eines Wertpapiers zu „fangen“ und darauf wetten, dass es zu einer scharfen Umkehr nach oben kommt, der Kurs jedoch weiter fällt, während sich der Wert ihrer Position verschlechtert.

Key Facts: Bullenfalle

  • Bullisches Signale, aber fallender Markt
  • Meist ausgelöst durch Gewinnmitnahmen von Bärentradern
  • Schwer im Vorfeld zu erkennen
  • Kommt nicht selten am Markt vor
  • Ein Stop-Loss schützt vor hohen Verlusten

Bullen und Bären verstehen

Bulle und Bär sind Begriffe, die verwendet werden, um Händler mit positiven bzw. negativen Marktstimmungen zu beschreiben. Obwohl es sich hierbei nicht um strenge Begriffe handelt und ein einzelner Händler gegenüber einem Wertpapier rückläufig sein kann, während er gegenüber einem anderen zinsbullisch sein kann, tendieren die meisten Händler dazu, sich einem Ende des Spektrums zuzuwenden.

Aufwärtsgerichtete Händler suchen nach versteckten Werten in einem Wertpapier, während rückläufige Händler versuchen, negative Merkmale eines Wertpapiers zu entdecken, die der Markt übersehen hat. Diese unterschiedlichen Handelsansätze neigen dazu, bestimmte Persönlichkeitstypen zu bevorzugen.

Bullen Trader und Bullen Fallen

Sehen Sie hier ein Beispiel für eine typische Bullenfalle. Anleger greifen in das „fallende Messer“ und denken der Preis wird wieder steigen. Die Bären sind in voller Kontrolle. Zwar macht der Kurs Anzeichen, dass er stoppt und höher gehen wird. Das sind aber meistens nur Gewinnmitnahmen von Bärentradern.

Aktuelle Bärenfalle bei der Lufthansa Aktie
Aktuelle Bärenfalle bei der Lufthansa Aktie

Trader denken der Preis ist schon weit genug gefallen. Wegen der Corona-Krise macht das Unternehmen Lufthansa aber erhebliche Verluste. Niemand weiß wann diese Krise aufhören wird. Sie geht immer weiter. Zu frühe Einstiege in diese Aktie werden jetzt bestraft. 

Bullenfallen laden in trügerischer Weise zu bullischen Händlern ein, da erhebliche Preisrückgänge häufig zu starken Aufwärtsumkehrungen führen. Je stärker der anfängliche Preisrückgang ausfällt, desto mehr werden die Anleger in Panik geraten und ihre rasch abwertende Position verkaufen.

Dies schafft eine Gelegenheit für bullische Anleger, die glauben, dass die anfängliche Panik schließlich vorübergehen muss und das Wertpapier wieder in eine angemessenere Preisspanne steigen wird.

Es gibt jedoch zahlreiche Gelegenheiten, bei denen ein Boden oder eine schnelle Aufwärtsumkehr in einem fallenden Preistrend nur eine Pause vor einem anhaltenden raschen Rückgang ist. Da sich der Markt in diesen Situationen so schnell bewegt und auf die Stimmung reagiert, kann es äußerst schwierig sein, einen Floor oder eine Aufwärtsumkehr von einer Bullenfalle zu unterscheiden.

Mein Fazit zu Bullenfallen

Bullenfallen sind für bullische Händler besonders gefährlich, da der anhaltende rasche Preisrückgang nach der Pause oder kurzen Umkehr oft erheblich ist, manchmal sogar stärker als der anfängliche Rückgang.

Es kann sehr schwer abzuschätzen sein, wann ein fallender Preis stoppt und sich umkehrt, da die Anleger emotional auf eine sich schnell entwickelnde Situation reagieren.

In der Lage zu sein, den Boden eines fallenden Preises zu erkennen, ist eine großartige Gelegenheit für bullische Trader, aber es ist sehr wichtig, sich bewusst zu sein, wie verbreitet Bullenfallen auf den heutigen Märkten sind.

Meist gestellte Fragen zu Bullenfallen:

Was ist eine Bullenfalle?

Eine Bullenfalle ist ein vermeintliches Kaufsignal, das auftritt, wenn der Kurs eines Wertpapiers nach einer Abwärtsbewegung kurzzeitig ansteigt und Anleger dazu verleitet zu glauben, dass ein nachhaltiger Aufwärtstrend beginnt und entsprechend Long-Positionen zu eröffnen. Tatsächlich handelt es sich aber nur um eine Aufwärtskorrektur, nach deren Ende die Kurse deutlich stärker sinken.

Wie erkenne ich eine Bullenfalle?

Ein häufiges Anzeichen für eine Bullenfalle ist, wenn die beginnende Aufwärtsbewegung nicht von einem hohen Volumen auf der Kaufseite begleitet ist. Weitere Indikatoren, die dabei helfen, Bullenfallen zu erkennen, sind gleitende Durchschnitte, RSI (Relative Strength Index), MACD (Moving Average Convergence Divergence) und andere technische Analyseinstrumente. Behalten Sie sich aber im Gedächtnis, dass Sie sich niemals zu 100% sicher sein können, ob es sich um eine Bullenfalle handelt oder ein tatsächliches Kaufsignal vorliegt. Die genannten Indikatoren sind lediglich ein Hilfsmittel, um Sie bei der Entscheidung zu unterstützen.

Was ist ein Beispiel für eine Bullenfalle?

Nehmen Sie an, die US-Regierung gibt bekannt, dass ein neuer Gesetzentwurf zur bundesweiten Legalisierung von Cannabis dem Kongress vorgelegt wurde und die Chancen gut stehen, dass dieser Entwurf akzeptiert wird. Cannabis-Aktien, insbesondere solche aus den USA, erleben daraufhin massive Kurssprünge nach oben. Eine Woche später wird der Gesetzesentwurf wider erwarten doch abgelehnt – in der Folge stürzen die Cannabis-Aktien wieder auf ihr ursprüngliches Niveau oder sogar tiefer ab und sämtliche Anleger, die aufgrund der anfangs positiven Nachrichten Cannabis-Aktien eingekauft haben, stehen nun tief im Verlust.

Wie schütze ich mich vor einer Bullenfalle?

Um sich vor einer Bullenfalle zu schützen, sollten Sie zunächst zusätzliche Indikatoren wie Volumen oder gleitende Durchschnitte zu Rate ziehen, um zu überprüfen, wie solide das von Ihnen festgestellte Kaufsignal bestätigt wird. Ist die Lage nach Überprüfung dieser Indikatoren für Sie nicht eindeutig, können Sie zunächst darauf verzichten, eine Long-Position zu eröffnen und auf weitere Impulse warten, die einen Aufwärtstrend wahrscheinlicher machen. Sind Sie bereits investiert und möchten sich gegen das Risiko einer Bullenfalle absichern, ist der Stop-Loss Ihr bester Freund. Legen Sie diesen am besten auf die zuletzt durchbrochene Widerstandslinie oder die darunterliegende vorherige Unterstützung.

Trader Andre Witzel
Andre Witzel
Gründer & Chefredakteur
Über den Autor: Erfahrener Trader im Bereich Forex, CFDs, Aktien und Futures seit 2013. Über 21.000 Abonnenten auf Youtube und 500 veröffentlichte Trading Videos.
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Geschrieben von: Andre Witzel Gründer & Chefredakteur
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Reviewed by: Johannes Striegel Autor, Texter & Redakteur
Autor und Redakteur für Geldanlage und Trading. Als studierter Ökonom beschäftigt sich Johannes seit über sechs Jahren intensiv mit dem Thema Geldanlage. Parallel führt er seine eigene Agentur, die unter anderem Unternehmen im Finanzbereich redaktionell zur Seite steht.
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