Bargeld abschaffen oder nicht

Bargeld abschaffen oder nicht? – Vor- und Nachteile auf einen Blick

Für die einen ist Bargeld gelebte Freiheit, für die anderen eine überflüssige Sache aus der Vergangenheit. Kaum eine Frage entzweit die Deutschen mehr als: Bargeld abschaffen oder nicht? Wir stellen Ihnen in diesem Beitrag einige Gründe für und gegen die Bargeldabschaffung vor. Die Entscheidung dafür oder dagegen bleibt allein Ihnen überlassen.

So könnte das Portemonnaie aussehen, wenn Bargeld abgeschafft wird. Eine Utopie?
So könnte das Portemonnaie aussehen, wenn Bargeld abgeschafft wird. Eine Utopie?

Warum wurde Geld eigentlich erfunden?

Zu Beginn waren die Menschen noch Nomaden, die in kleinen Gruppen zusammenlebten und sich weitestgehend selbst versorgten. An dem Zwang zur Selbstversorgung änderte sich zunächst nicht viel, als die Leute sesshaft wurden und die Jagd durch Ackerbau und Viehzucht ersetzten. Für einige Menschen war die eigene Versorgung ein schwer lösbares Problem – welches nur durch den Tauschhandel beseitigt werden konnte.

Allerdings stiegen die Grundbedürfnisse auch und dieser Fakt machte den Tauschhandel zu einer komplizierten Angelegenheit. Tauschpartner waren oft nicht in unmittelbarer Nähe zu finden, sodass jeder seine tauschbaren Güter mühevoll weit transportieren musste. Des Weiteren war es schwierig, einzelne Güter für den Tausch gerecht zu bewerten.

Der Tauschhandel war zwar im Interesse aller Beteiligten, es musste aber ein Tauschmittel her, welches bei allen auf Akzeptanz traf. Es galt, ein Zahlungsmittel zu finden, das gleichzeitig als Wertmaßstab für den Tausch dienen konnte. Zunächst wurden in Europa und Asien überwiegend bestimmte Naturalien als Maßstab für den Tausch genutzt, in China beispielsweise Reis oder Tee, in Ägypten Weizen etc. Das Problem der Naturalien war ihre Verderblichkeit, sie mussten permanent ausgetauscht und irgendwann einmal verzehrt werden, um nicht völlig wertlos zu werden. In Europa und der Region, welche heute als der Nahe Osten bezeichnet wird, kamen 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung erstmals geprägte Gold- und Silbermünzen zum Einsatz. Das Geld war erfunden und der Tauschhandel erfuhr eine neue Dimension.

Der Tauschhandel wurde durch die Einführung von Geld als Tauschmittel stark vereinfacht. Während früher kleine Händler Waren tauschten, profitiert heute die gesamte Weltindustrie vom Tauschmittel.
Der Tauschhandel wurde durch die Einführung von Geld als Tauschmittel stark vereinfacht. Während früher kleine Händler Waren tauschten, profitiert heute die gesamte Weltindustrie vom Tauschmittel.

Geld wurde fortan Mittel zum Tausch und war aus dem Handel nicht mehr zu verdrängen. Indes brachte der Besitz von Gold- und Silbermünzen in großen Mengen ein neues Problem. Das Gewicht war im täglichen Umgang hinderlich und die Besitzer der Münzen waren oft Opfer von Dieben. Findige Leute bauten solide und bewachte Häuser und boten sich als Verwahrstellen für die Schätze an. Wer seine Gold- und Silbermünzen bei einer „Bank“ deponierte, bekam einen handgeschriebenen Schuldschein des verwahrenden Hauses.

Es dauerte nicht lange, bis die Besitzer der Schuldscheine diese direkt zu Erwerb von Waren und dergleichen mehr nutzten. Gleichzeitig kamen die Verwahrer auf die Idee, mehr Schuldscheine auszugeben, als tatsächlich durch Edelmetalle gedeckt wurden. Das Geschäftsmodell hatte Hunderte von Jahren Bestand und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Banken und deren Noten gewannen das Vertrauen der Menschen, weil hinter jedem Stück Papier eine gewisse Menge an Edelmetall stand. 

Im digitalen Zeitalter ist die Golddeckung ein Relikt aus grauer Vorzeit. Die Scheine sind mittlerweile eigentlich wertlos, aber es gibt einen gesetzlichen Zwang, welcher alle Beteiligten zur Akzeptanz und Annahme zwingt. Geld wird heute mittels Buchungszeilen geschöpft und nur zum kleinen Teil von weniger als 10 % als Bargeld in Umlauf gebracht. Parallel dazu entstehen immer mehr elektronische Zahlungsdienstleister und Zentralbanken stellen ihre Währungen auf die digitale Variante um. 

Wussten Sie schon?

Die Medien propagieren eine weltweite Abschaffung des Bargelds innerhalb der nächsten 10 Jahre und spalten damit die Bevölkerung in Gegner und Befürworter.

Welche Vorteile könnte eine Bargeldabschaffung haben?

1. Sinkende Kriminalität 

Die Befürworter der Bargeldabschaffung meinen, dass mit dem fehlenden Bargeld die Anzahl der Raubüberfälle drastisch sinken wird. Sie vergessen dabei jedoch, dass nicht nur Banknoten, sondern auch Wertgegenstände jeglicher Art geraubt werden. Demnach ist eher eine Verlagerung der Diebe auf Uhren, Smartphones und sonstiges zu erwarten. Die Kriminalität dürfte mit der Bargeldabschaffung nicht merklich gesenkt werden können.

Sinkende Kriminalität wird vielmehr durch ein sozial gerechtes Umfeld erreicht. Von dem sind die meisten Staaten Europas aber heute weiter entfernt denn je.

Kriminalfälle Bargeld

2. Anonymes Bargeld

Mit Bargeld können alle Aktivitäten anonym gestaltet werden. Es ist nahezu unmöglich, das Verhalten der Verbraucher beim Konsum zu überwachen. Bargeld kann, so die Gegner, unbegrenzt gehortet und für kriminelle Vorhaben genutzt werden. Zudem kann jemand mit Bargeld unerkannt verreisen oder seinen Aufenthaltsort verschleiern.

Auch hierbei vergessen die Bargeldgegner, dass betroffene Menschen unerwartet kreativ sein können und auf andere Zahlungsmittel umsteigen werden. Kryptowährungen sind weltweit auf dem Vormarsch und bieten Kriminellen oder auf Anonymität bedachten Leuten weitaus größeren Schutz vor dem entdeckt werden. 

Anonymität durch Bargeld

3. Ohne Bargeld zu einem faireren Steuersystem

Der Staat könnte nach Auffassung der Gegner des Bargelds wesentlich mehr Steuern einnehmen, weil es aufgrund der fehlenden Banknoten zu immer weniger Schwarzarbeit käme. Auch hierbei wird die Kreativität der Beteiligten außer Acht gelassen, denn die Bezahlung kann auf andere Arten stattfinden.

Zudem ist es eine Illusion, zu glauben, dass das Steuersystem fairer wird, nur weil die Schwarzarbeit teilweise verschwindet. 

Steuern mit Bargeld

4. Ohne Bargeld keine Drogen- und Waffen-Käufe mehr

Natürlich zahlt der Junkie auf der Straße seinen Stoff mit Bargeld. Gleiches gilt auch für den Erwerber einer nicht registrierten Waffe auf dem Schwarzmarkt. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass die großen Spieler in diesen Segmenten zwingend auf Bares angewiesen sind. Entweder wird das Bargeld auf unbekannten Wegen gewaschen und fließt als sauberes Geld in den Wirtschaftskreislauf oder es werden alternative Zahlungsmittel verwendet. Verbote beseitigen nicht den Bedarf, aber sie machen erfinderisch, das sollte seit der Prohibition im 20. Jahrhundert in den USA klar sein.

Drogenkauf durch Bargeld vereinfachen

5. Teures Bargeld

Die Bargeldgegner behaupten, dass es überaus teuer sei, Bargeld zu prägen, zu drucken und in Umlauf zu bringen. Zudem verschlingen Überwachung, Verwaltung und Lagerung große Summen. Das mag zweifellos richtig sein, allerdings wird die andere Seite des Geschäfts ausgeblendet. Wir erinnern uns: Die ersten Banknoten waren Schuldscheine, welche später von den Banken gegen Zinsen verliehen wurden. Daran hat sich bis heute nichts geändert, außer der Golddeckung natürlich.

Was macht eine Zentralbank?

Eine Zentralbank lässt Scheine drucken und Münzen prägen, um diese an andere Banken gegen Entgelt zu verleihen. Diese Institute vergeben damit Kredite gegen Zinsen weit über dem Entgelt der Zentralbank. Bargeld ist also zum Handelsgut mit Profit geworden und die Hersteller respektive Nutznießer monieren mittlerweile die hohen Kosten.

6. Ohne Bargeld wird der Verbraucher leichter zum Konsum gezwungen

Dieses Argument wird von Befürwortern der Bargeldabschaffung zwar oft ins Feld geführt, allerdings handelt es sich hierbei um ein zweischneidiges Schwert. Wir kommen darauf noch einmal in den Nachteilen der Bargeldabschaffung zu sprechen.

Vorteilhaft könnte sein, dass Druck ausübende Zentralbanken nicht mehr zur grenzenlosen Ausweitung der Geldmenge angehalten wären. Aber…

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Welche Nachteile könnten mit der Bargeldabschaffung verbunden sein?

1. Überforderung der Senioren

Ältere Menschen sind mit Bargeld aufgewachsen und haben mit zunehmendem Alter den Umgang mit Scheinen und Münzen perfektioniert. Das Argument der Abschaffungs-Gegner klingt nachvollziehbar. Allerdings kann in Zweifel gezogen werden, dass Transaktionen mit Smartphone & Co. Senioren überfordern. Zum einen sind die Vorgänge meist selbst erklärend, zum anderen sind die Älteren oft lernfähiger und williger als die Jungen.

Senioren Überforderung

2. Die Macht der Zentralbanken

Wie in Punkt 6 oben bereits angedeutet, können Zentralbanken über das Bankensystem Druck auf die Verbraucher ausüben und diese zu erhöhtem Konsum zwingen. Wirksame Mittel dazu könnten digitales Geld und negative Zinsen sein. Die Wirtschaft durch Strafzinsen für Kontoinhaber anzukurbeln ist bislang noch Theorie in den Köpfen der Abschaffungs-Gegner. Allerdings lassen Zentralbanken und andere Häuser gebotene Möglichkeiten selten ungenutzt.

EZB

3. Totale Kontrolle möglich

Bargeld generiert Anonymität und Freiheit. Ohne Bargeld wird der Mensch gläsern und leicht überwachbar, so argumentieren zumindest die Gegner der Abschaffung. In der Tat hinterlassen Sie mit der Verwendung von Karte und digitalem Geld eine leicht nachvollziehbare Spur. Kontrolle ausübende Organe wissen über jeden Einkauf Bescheid, kennen Ihren aktuellen Aufenthaltsort und Ihre Gewohnheiten. Bargeldloses Bezahlen bringt Sie der totalen Überwachung nahe. Diese kann sowohl von Fürsorge motiviert sein als auch von dem Willen zur totalen Unterwerfung. Entscheiden Sie selbst.

Kontrolle durch Bargeldabschaffung

4. Cybercrime und Kosten

Die Befürworter der u argumentieren mit sinkender Kriminalität und den Kosten, die mit Barzahlungen verbunden sind. Das digitale Geld ändert nichts an der Gesamtsituation, sondern setzt lediglich neue Prioritäten. Aus ehemaligen Dieben und Räubern werden bei Bedarf talentierte Hacker und Spezialisten für Cybercrime. Die bislang erforderlichen Beträge für Drucken, Verwalten und Aufbewahren von Bargeld wandeln sich in Summen, die für optimale Sicherheit der digitalen Transaktionen aufzuwenden sind. Unterm Strich bleibt die Situation gleich – Gelegenheit schafft Diebe.

Cyber Kriminalität

5. Neue Monopolisten

Digitales Bezahlen funktioniert online über Karten oder Endgeräte wie Smartphone und Tablet. Sobald die Alternative, das Bargeld wegfällt, werden Onlinebanken, Telefon-Netzbetreiber und Kartenausgeber zu Monopolisten, die Gebühren in beliebiger Höhe verlangen können. Die Begründungen basieren dann wahrscheinlich auf den steigenden Gefahren durch Cybercrime Spezialisten, welche immer teurere Verschlüsselungen erforderlich machen.

6. Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel

In der BRD ist allein Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen. Ohne gesetzliche Neuregelung käme die Abschaffung des Bargelds einer Wegnahme des einzigen Zahlungsmittels gleich. Auf den ersten Blick ist dies ein echter Nachteil der Bargeldabschaffung. Gleichwohl ist zu erwarten, dass die Verantwortlichen rechtzeitig, geltende Gesetze ändern und an EU Recht anpassen.

Kreditkarten

Fazit

Wir haben Ihnen in diesem Beitrag die bekanntesten Vor- und Nachteile einer Bargeldabschaffung aufgelistet. Interessant ist, dass fast jeder Vorteil als Nachteil interpretiert werden kann. Wir vertreten weder die Pro-Seite noch die Contra-Fraktion. Unser Bestreben ist ausschließlich, Ihnen mit diesem Artikel die Meinungsbildung zu erleichtern. Ob mit oder ohne Bargeld, das Leben geht weiter und bietet stets neue Möglichkeiten.

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