JPY

Was ist der Japanische Yen (JPY)? – Definition & Erklärung

Der ISO-Währungscode JPY steht für den japanischen Yen, sein internationales Symbol ist das Y mit 2 Querbalken im unteren Bereich. Im nachfolgenden Beitrag erfahren Sie, seit wann es den Yen als offizielle Währungseinheit gibt, wie er zur international anerkannten Währung wurde und welche Münzen sowie Banknoten zur Verfügung stehen. Des Weiteren wird erklärt, wann der JPY von europäischen Akteuren erfolgreich am Devisenmarkt gehandelt werden kann und welche Risiken es dabei zu beachten gibt.

Japanischer Yen
Japanischer Yen

Woher kommt die Bezeichnung Yen?

Fachleute behaupten, dass das japanische Wort Yen aus dem Chinesischen Yuan hervorgeht, welches, ins Deutsche übersetzt, auf einen runden Gegenstand hinweist. Demnach soll der Yen bereits seit Jahrhunderten im Umlauf sein, allerdings wurde das Wort in jeder Epoche anders geschrieben und ausgesprochen. Ab dem späten 18. Jahrhundert setzte sich die Schreibweise Yen durch und man einigte sich auf eine der Schrift entsprechenden Aussprache.

Wann wurde der Yen als offizielle Währung von Japan eingeführt?

Die Meiji Regierung etablierte unter dem Tenno Mutsuhito im Jahr 1871 den Yen als Landeswährung und orientierte sich dabei an den Geldstrukturen der europäischen Staaten. Die Entscheidung fiel auf das in Europa zunehmend oft verwendete Dezimalsystem, welches den Yen in 100 Sen unterteilt.

Seinerzeit galt für den Yen der Goldstandard ebenso wie der Silberstandard. Beim Handel zwischen Japan und anderen asiatischen Ländern setzte sich die Deckung durch Silber durch. Gleichermaßen an der amerikanischen Pazifikküste, an welcher damals der Silberdollar die am meisten genutzte Münze war. Japan folgte im späten 19. Jahrhundert dem internationalen Trend zur Golddeckung und prägte eine goldene Yen-Münze für den Handel. Die japanische Yen-Silbermünze wog per Gesetz 26,96 Gramm respektive 0,867 Silber-Feinunzen.

Der Yen als international anerkannte Währung

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wusste die westliche Welt nur sehr wenig von Japan. Das Land wollte Kultur, Moral und Wohlstand für seine Einwohner erhalten und schottete sich weitestgehend von den westlichen Nationen ab. Der Yen hatte also eine denkbar schwache Ausgangsposition, dennoch entwickelte er sich in relativ kurzer Zeit zu einer der weltweit stärksten Währungen.

Japan führte die Gold-Währung im Jahr 1897 ein und wurde durch den Ersten Weltkrieg zur Aufgabe der Golddeckung gezwungen. Es gab einige Versuche zur Rückkehr zum Goldstandard, bevor die japanische Regierung dieses Ansinnen 1931 endgültig aufgab. Fachleute sehen Gründe für das Scheitern im Börsenabsturz 1929 und der darauf folgenden Wirtschaftskrise.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Japan zerstört, besetzt und hatte eine am Boden liegende Wirtschaft. Es dauerte fast 20 Jahre, bis der japanische Yen die Konvertibilität von vor dem Krieg wieder erreichte. Ab 1964 konnte der Yen zwar problemlos in Dollar, Pfund oder D-Mark umgetauscht werden, er wurde aber in den 1960-er Jahren nur wenig beachtet.

Währungen weltweit
Währungen weltweit

Japan war immer noch mit dem Wiederaufbau des Landes beschäftigt und grenzte seine Währung weitgehend von der Außenwelt ab. Die Regierung untersagte die Kreditaufnahme bei ausländischen Banken und regulierte den Besitz von Fremdwährungen für die Japaner. Wer ausländische Devisen erwarb und nicht innerhalb eines Monats für Reisen oder den Handel nutzte, war zur Rückgabe an inländische Institute verpflichtet. In diesem Kontext darf nicht vergessen werden, dass die Reglementierungen vom Devisenkontrollrat im Jahr 1950 festgelegt und von der Siegermacht USA beeinflusst wurden.

Das japanische Finanzministerium übernahm 1952 die Devisenbestimmungen und entwickelte sie weiter. Bis zum Jahr 1971 war es japanischen Banken nur möglich, bestimmte Währungen zu nutzen. Dazu zählten:

  • US-amerikanische Dollar
  • Australische und kanadische Dollar
  • D-Mark und österreichische Schilling
  • Pfund Sterling und niederländische Gulden
  • Französische und belgische Franc
  • Schweizer Franken und schwedische Kronen
  • Norwegische und dänische Kronen
  • Italienische Lira und portugiesischer Escudo

Japan wurde zur Exportmacht

Zu Beginn der 1980-er Jahre entdeckte Japan seine Stärke als Exportnation und verkaufte unter anderem Automobile in die ganze Welt. Marken wie Toyota, Sony, Mitsubishi und Honda wurden von den Verbrauchern in Europa und den Vereinigten Staaten als zuverlässig und preiswert wahrgenommen. Konzerne wie General Motors, Mercedes Benz und Renault fürchteten die neuen Konkurrenten aus Fernost. Sie fanden in ihren Regierungen jedoch wenig Rückhalt, die freie Marktwirtschaft war der dominierende Zeitgeist.

Die Japaner hatten in den 1980-er Jahren ausreichend ausländische Währungen angehäuft und nutzten das Kapital zur Errichtung von Produktions- und Endmontagestätten in ihren erstrangigen Absatz-Ländern. Zudem fassten japanische Banken in Europa und auf anderen Kontinenten Fuß. Zwischen 1970 und 1983 wuchs die Zahl der im Ausland operierenden japanischen Geldhäuser von 87 auf mehr als 400.

Unze

Erstmals in der Geschichte wurde Japan als auf den Export ausgerichtete Industrienation von den Regierungen der westlichen Welt wahrgenommen. Man suchte das Gespräch mit den japanischen Konzernen und war um einvernehmliche Lösungen bemüht. Den Erfolg als Exportnation hatte Japan einem völlig unterbewerteten Yen zu verdanken. In der Folge kosteten japanische Erzeugnisse in Europa und den USA vergleichsweise wenig. Den Japanern machte die Konsequenz der unterbewerteten Währung nur wenig aus, denn es gab kaum Interesse an Produkten aus dem Westen.

Die japanische Außenhandelsbilanz wies 1971 bereits einen Überschuss von 5,8 Milliarden Dollar auf.

Japan öffnet seine Finanzmärkte

Die Regierungen von Japan und den Vereinigten Staaten verhandelten 1984 über eine Neuordnung der Beziehungen und der beiden Währungen. Die USA forderte von Japan den freien Handel des Yen gegenüber den Währungen des Westens. Hintergrund der Gespräche war, zu einem stärkeren Yen und damit zu teureren japanischen Produkten zu kommen. Japan zeigte sich in einigen Punkten kompromissbereit. So durften ausländische Finanzinstitute ab Oktober 1984 mit japanischen Wertpapieren handeln. Ab 1985 wurden in Japan ausländische Treuhand-Institute zugelassen. Die japanischen Finanzmärkte wurden schrittweise geöffnet, nur bei der Bewertung des Yen blieb die Zentralbank eisern.

Die amerikanischen Aufwertungs-Forderungen wurden von der japanischen Notenbank zwar wahrgenommen. Gleichwohl taktierte sie mit asiatischer Gelassenheit und betrachtete vor jeder Entscheidung alle berechtigten Interessen genau. Die Wirtschaft brauchte einen vergleichsweise schwachen Yen, während sich die Kapitalanleger eine starke Währung mit hohem Leitzins wünschten. Dieser Balance-Akt setzt sich bis in die Gegenwart fort, der Bank of Japan gelang es nicht immer, allen Interessen gerecht zu werden.

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JPY versus USD

  • Ein Dollar kaufte 1971, also vor 50 Jahren noch mehr als 350 Yen
  • 1981 konnten für 1 Dollar nur noch 135 Yen erworben werden
  • In den 10 Folgejahren schwankte der Wert des Dollars zwischen 128 und 250 Yen
  • 1991 erwarb ein Dollar wieder 135 Yen
  • 2001 mussten für einen Dollar 122 Yen bezahlt werden
  • 2011 war der US-Dollar nur noch 83 Yen wert
  • Aktuell kauft 1 Dollar etwa 111 Yen

Das Währungspaar USD/JPY zeigte in den letzten 50 Jahren erhebliche Schwankungen, welche für Marktteilnehmer Chancen und Risiken bedeuten.

Welche Yen-Münzen und Banknoten sind im Umlauf?

Münzen gibt es in Form von 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Yen. Bis auf die 1-Yen-Münze aus Aluminium bestehen alle Münzen aus Kupfer-Nickel-Legierungen oder Kupfer-Zinn-Legierungen. Auf den Rückseiten sind überwiegend florale Motive zu sehen.

Die aktuelle Serie von 2004 ist in Banknoten im Wert von 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 Yen unterteilt. Die beidseitig bedruckten Noten sind unterschiedlich groß und werden von der Bank of Japan emittiert.

Abgeschafft und außer Kurs gesetzt wurden Noten im Wert von 1, 5, 10, 100 und 500 Yen.

JPY Münzen

Die ersten japanischen Banknoten wurden 1872 von einer Druckerei mit Sitz in Frankfurt am Main fertiggestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg druckten die Siegermächte einige Yen-Serien. Die Bank of Japan nutzt die neuesten Techniken für die Sicherung der Yen Banknoten und Münzen vor Fälschern. Gedenkmünzen oder Sammlermünzen aus Gold haben einen nominellen Wert von bis zu 100.000 Yen.

Die Bedeutung des Yen im Devisenhandel

Der japanische Yen zählt seit Jahren zu den wichtigsten Währungen der Welt. Viele Länder sichern mit Yen-Vorräten die eigenen Währungen ab. Im Forex-Trading aktive Broker bieten unter anderem diese Yen-Paare an:

Der Devisenhandel ist grundsätzlich an Werktagen rund um die Uhr möglich, indes gibt es für bestimmte Paare mehr oder weniger gute Handelszeiten. Wenn am Sonntag gegen 0:00 Uhr MEZ die asiatischen Märkte den Handel beginnen, unterliegen die Yen-Paare oft großen Schwankungen. Die Chancen für europäische Händler sind am Montagmorgen zwischen 2:00 und 5:00 besonders groß. Allerdings ist für die meisten Akteure die Uhrzeit mit Überwindung verbunden.

Wenn die europäische Session beginnt, ist der Handel in Asien so gut wie vorbei. Es gibt kaum noch nennenswerte Bewegungen und daraus resultierende Chancen. Lukrative Gelegenheiten kommen erst gegen 12:00 Uhr MEZ wieder. Die Übergangsphase zwischen europäischer Session und US-amerikanischer Handelszeit eröffnet für alle Yen-Paare unvermutete Chancen. Es ist ratsam, Yen-Paare nur kurzfristig, auf Sicht und mit enger Verlustbegrenzung zu handeln. Prognosen stammen in der Regel aus dem asiatischen Raum, kommen mitten in der Nacht zur Veröffentlichung und verlieren spätestens in der europäischen Session ihre Gültigkeit.

Die nordamerikanischen Akteure handeln hinsichtlich der Yen-Paare oft unkalkulierbar. Der Handel neigt insbesondere beim JPY/USD oft zu heftigen Schwankungen. Insgesamt bieten die Yen-Paare für Händler aus Europa weniger Chancen als die klassischen Währungspaare EUR/USD und GBP/USD. Hinzu kommen die bequemeren Handelszeiten zwischen 07:00 und 11:00 sowie die bessere Versorgung mit aktuellen Informationen.

Wenn die japanische Zentralbank den Leitzins korrigiert, wirkt sich diese Maßnahme wesentlich geringer auf die Majors aus als ein ähnliches Vorgehen der FED oder EZB. Zum erfolgreichen Handel mit Yen-Paaren bedarf es Informationen in einer Dichte, die es für europäische Marktteilnehmer nur in Ausnahmefällen gibt. Zudem ist das japanische Marktsentiment schwerer einzuschätzen als die europäische Marktstimmung.

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