GBP

Was ist der Britische Pfund (GBP)? – Definition & Erklärung

GBP ist der ISO-4217-Code für das Great Britain Pound Sterling oder einfach das britische Pfund. Die Währung ist im gesamten Vereinigten Königreich gültig sowie auf den Kanalinseln und der Isle of Man in der Irischen See. Wie kam das Pfund zu seinem Namen, welche Banknoten und Münzen gibt es und wie sieht die Geschichte der britischen Währung aus. Der nachfolgende Beitrag enthält alle wichtigen Informationen zu der einstigen Weltleitwährung.

GBP

Wie ist der Name Pfund Sterling entstanden?

Das britische Pfund ist etwa 1.200 Jahre alt. Es handelt sich um die weltweit älteste Währung, welche immer noch genutzt wird. Dementsprechend gibt es zur Namensgebung voneinander abweichende Ansichten.

Einige Historiker meinen, dass die Bezeichnung Sterling vom britischen Silberpenny abgeleitet wurde. Andere sehen bei der Namensgebung biblische Hintergründe. Es gibt keine allgemein anerkannten Belege für die Bezeichnung der britischen Währung. Erstmals tauchte der Name Sterling im 11. Jahrhundert in einem Dokument französischen Ursprungs auf, welches die beste Qualität von Silber seinerzeit als Sterlingsilber definierte. Das Wort Sterling sollte bei den Nutzern von Silber Vertrauen erwecken. Denkbar ist, dass es sich bei der Namensgebung Pfund Sterling um die vertrauensbildende Maßnahme für die britische Währung gehandelt hat.

Wann ist das britische Pfund Sterling ins Leben gerufen worden?

Vor dem Pfund gab es auf dem Gebiet des heutigen Großbritanniens leichte Silbermünzen, welche im Jahr 775 von den angelsächsischen Königen durch schwere Münzen ersetzt wurden. Diese entsprachen seitens Optik und Wert dem karolingischen Denar und wurden seit Ende des 8. Jahrhunderts als Silberpennys bezeichnet. Das auf dem europäischen Festland damals weitverbreitete karolingische Pfund oder Karls-Pfund war in 20 Schillinge unterteilt. Jeder Schilling hatte 12 Denar (Pfennig) als kleinste Unterteilung. Der angelsächsische König Offa von Mercien übernahm das System des Pfundes von Karl dem Großen mitsamt Name und Unterteilung.

Sterling

Bis in die 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts bereitete die ungewöhnliche Aufteilung des Pfund Sterlings in Schillinge und Pfennige vielen England-Reisenden Probleme beim Bezahlen. Im 8. Jahrhundert hatte das Pfund Sterling jedoch lediglich eine Bedeutung als Zähleinheit, viel wichtiger für den täglichen Gebrauch waren die Silberpennys. 240 Pennys bildeten seinerzeit ein Pfund Sterling.

Heinrich II reformierte die damals geltenden Münzen seitens Namensgebung und Optik, er veränderte aber weder das Gewicht noch den Feingehalt von 925/1000. Der zwischen 1180 und 1247 geprägte Short-Cross-Penny zeigte auf der Vorderseite das Abbild des Königs und auf der Rückseite ein kurz ausgeführtes Kreuz. Ihm folgte 1247 der so bezeichnete Long-Cross-Penny, welcher von 4 Institutionen geprägt wurde und auf der Rückseite ein Langkreuz zeigte.

Der Penny war seinerzeit eine sehr beständige und weit verbreitete Münze, welche zwischen Schottland und dem Rheinland sowie in Skandinavien beim Handel genutzt wurde. Durch verschiedene Handelsmessen gelangte der Penny bis nach Italien und in die Anrainer-Länder des östlichen Mittelmeers. Zu Zeiten Edwards I zwischen 1239 und 1307 hatte das Pfund Sterling geringfügig weniger Gewicht als das Karls-Pfund in der französischen Troyes-Variante. Heinrich VIII führte während seiner Regentschaft zwischen 1491 und 1547 das Troyes-Pfund im Königreich England ein.

Die ersten Pfund-Noten von der Bank of England

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war die finanzielle Lage des Königreichs von England in miserablem Zustand. Das englische Königshaus führte Krieg mit Frankreich und wusste nicht, wie es seine Kriegsflotte und die Truppen bezahlen sollte. Seinerzeit gab es weder ein organisiertes Kreditsystem noch eine zentrale Bank für diese Angelegenheiten.

Offiziellen Verlautbarungen entsprechend, bot der schottische Kaufmann William Paterson dem König William einen Kredit in Höhe von 1,2 Millionen Pfund Sterling an. Er verlangte dafür 8 % Zinsen pro Jahr und das Recht, die Bank of England etablieren zu dürfen. Des Weiteren bestand Paterson darauf, Geldscheine in Höhe des von ihm ausgereichten Kredits drucken und gegen Gebühren verleihen zu können.

Andere Quellen behaupten, dass William Paterson die Idee zur Geldschöpfung nicht selbst entwickelt haben soll. Sie verweisen auf die spätere Mitteilhaberschaft an der Bank of England durch einen Sohn von Mayer Amschel Rothschild aus Frankfurt am Main. Gleichwohl gab die Bank of England 1694 erstmals Pfund-Sterling-Noten aus. Diese waren auf herkömmlichem Papier von Hand geschriebene Zettel ohne Nummern und leicht zu fälschen. Ab 1696 wurden die Noten einseitig gedruckt, nummeriert und mit dem Versprechen beschriftet, dem Inhaber auf Verlangen den aufgedruckten Wert auszuzahlen.

Bank of England

Wasserzeichen erhöhten die Sicherheit der Pfund-Noten ab 1697. In den Zeichen waren Schriftrolle und Tafel mit der Beschriftung Bank of England erkennbar. Gleichwohl waren die Pfund-Noten der Bank of England bis zum Jahr 1928 ausschließlich auf weißem Papier in Schwarz gedruckt, die Rückseite blieb bis dahin frei. Im Umlauf befanden sich Noten bis zu einem Wert von 1.000 Pfund. Ab 1928 waren die 10-Schilling-Noten und 1-Pfund-Noten beidseitig farbig bedruckt. Erst seit dem Jahr 1957 sind beidseitige Mehrfarbdrucke für alle Noten der Bank of England verfügbar. Die Bank versorgte den Staat als einzige Institution seit Entstehung mit Geld auf der Basis von Krediten und fungiert seit dem 18. Jahrhundert als Zentralbank des Königreichs.

Goldmünzen und Goldstandard

Neben dem Silberpenny erlangte ab 1663 eine Goldmünze namens Guinee an Bedeutung. Ab dem Jahr 1717 beschritt das Königreich den Weg zum Goldstandard. Initiator soll Isaak Newton gewesen sein, der seinerzeit als Münzmeister in England fungierte. Newton legte fest, dass 21 Silberpennys dem Wert einer Guinee entsprachen. Die Einteilung Newtons resultierte in einer Überbewertung von Gold im Königreich England, verglichen mit dem Weltmarktpreis. Innovative Händler importierten Gold ins Königreich, tauschten es vor Ort in Silber und exportierten dieses mit Gewinn. In der Folge verschwand der Silberpenny aus dem Zahlungsverkehr und wurde aufgrund von Mangel an Kleingeld durch eine privat entwickelte Kupfer-Variante ersetzt.

Goldmünzen dominierten fortan den Zahlungsverkehr, Silber wurde als Standard von Gold verdrängt. Der Goldstandard wurde im Vereinigten Königreich offiziell 1816 eingeführt. Viele europäische Staaten übernahmen den Goldstandard zur Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit ihrer Währungen.

Gold

Durch den Goldstandard und dem aufgedruckten Versprechen wurden die Pfund-Noten zu verbrieften Gold-Forderungen. Die Bank of England legte das Verhältnis zwischen Banknote und Goldwert fest. Zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Goldstandard soweit verbreitet, dass er ein internationales System von Wechselkursen ermöglichte. Durch die Kriege des 18. Und 19. Jahrhunderts kam die Bank of England mehrmals in Bedrängnis, welche nur durch finanzielle Interventionen der Familie Rothschild gemildert werden konnten. Die Öffentlichkeit erfuhr jeweils bald von der desolaten Lage, entwickelte Misstrauen und verlangte nach werthaltigen Goldmünzen.

Das Ende des britischen Goldstandards

Die schwindenden Goldreserven resultierten in der Einstellung der Goldmünzen-Ausgabe und dem Drucken von 1 und 2 Pfund Banknoten. Der Goldstandard wurde im September 1931 endgültig aufgehoben. Stattdessen kam es zu einem Verbund von Staaten, welche ihre Währungen am britischen Pfund ausrichteten.

Großbritanniens Pfund Sterling war bis in die 1940-er Jahre die weltweite Leitwährung, sie wurde 1944 vom erstarkenden US-Dollar abgelöst. Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg langsamer als in den Ländern des europäischen Kontinents. Dieses Missverhältnis resultierte 1967 in einer Abwertung des Pfunds um gut 14 %.

Großbritannien war nicht das einzige Land, dass mangels Goldreserven seinen Goldstandard aufgeben musste. Die FED der Vereinigten Staaten entschloss sich, wohl aus gleichem Grund, 1971 zum Abschied vom Goldstandard.

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Einführung des Dezimalsystems

Bis zum Februar 1971 war ein Pfund Sterling in 20 Schillinge unterteilt. Jeder Schilling bestand aus 12 Pence. Am Stichtag vereinbarte die Bank of England das international leichter verständliche Dezimalsystem. Ein Pfund besteht seither aus 100 Pence.

Welche Banknoten und Münzen sind verfügbar?

Seit der Einführung des Dezimalsystems sind in Großbritannien und in den britischen Überseegebieten folgende Münzen und Noten im Umlauf:

Münzen:

  • 1-Pfund-Münze und 2-Pfund-Münze mit dem Abbild der Königin Elisabeth
  • Münzen im Wert von 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Pence aus Kupfer und diversen Legierungen

Banknoten:

  • 5-Pfund-Note mit Elisabeth II auf der Vorderseite und Winston Churchill auf der Rückseite
  • 10-Pfund-Note mit Elisabeth II vorne und Jane Austen rückseitig
  • 20-Pfund-Note mit einem Porträt von Elisabeth II auf der Vorderseite und einem Bildnis von JMW Turner auf dem Rücken
  • 50-Pfund-Note mit der Abbildung von Königin Elisabeth II vorne und den Porträts von James Watt und Matthew Boulton auf der Rückseite
Britische Münzen

Das britische Pfund verliert an Wert

Einerseits war die britische Wirtschaft nicht optimal auf die Anforderungen der Neuzeit ausgerichtet. Andererseits kam die Währung des Vereinigten Königreichs durch Spekulanten wie George Soros unter Druck. In der Folge verlor das britische Pfund gegenüber dem Dollar oder dem Euro enorm an Wert:

  • 1 GBP kauft derzeit etwa 1,40 USD
  • 1,16 EUR kaufen aktuell ein GBP

Im Vereinigten Königreich gab es zu keiner Zeit eine wirkliche Mehrheit für die Ablösung des GBP durch den EUR.

Die Bedeutung des GBP am Devisenmarkt

Das britische Pfund wird vor allem gegenüber dem amerikanischen Dollar und der europäischen Einheitswährung rege gehandelt. Seit dem Brexit investieren große Marktteilnehmer gerne in das GBP. Für kleinere Akteure entsteht durch die Beliebtheit eine Volatilität, die täglich attraktive Gewinne ermöglicht.

Dem Pfund trauen die Händler inzwischen mehr Stärke und Beständigkeit zu als dem Euro oder dem Dollar. Experten empfehlen, das GBP nur auf Sicht und kurzfristig sowie mit Verlustbegrenzung zu handeln. Prognosen ergeben beim Handel mit der britischen Währung noch weniger Sinn als beim Trading mit Euro oder Dollar. Die Bank of England und die City of London sind in fast jeder Session für eine Überraschung gut. Kursveränderungen bei den Währungspaaren GBP/USD und GBP/EUR von 100 Pips sind keine Seltenheit.

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