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Währungsaufwertung

Was ist eine Währungsaufwertung? – Definition & Beispiele für FX Trader

Im Handel mit Währungspaaren aktive Menschen können die Aufwertung einer Währung nahezu täglich erleben. Gleichwohl sind die wenigsten Akteure in der Lage, den Begriff Währungsaufwertung in vollem Umfang zu erklären. Der nachfolgende Beitrag befasst sich mit der Definition und behandelt zudem diese Themen:

  • Warum kann es zur Aufwertung einer Währung kommen?
  • Gab es in letzter Zeit markante Beispiele für eine Währungsaufwertung?
  • Welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?
  • Ergeben sich für Teilnehmer am Forex Trading Chancen und Risiken durch die Aufwertung?

Zuerst definieren wir für Sie den Begriff Währungsaufwertung möglichst einfach verständlich.

Währungsaufwertung – Das Geld steigt an Wert

Was ist eine Währungsaufwertung?

Die Antwort ist eigentlich bereits im Wort verborgen, es handelt sich um die Aufwertung einer Währung im Verhältnis zu einer anderen. Da am Devisenmarkt Währungen stets paarweise gehandelt werden, kommt es gleichzeitig zur Auf- und Abwertung.

Eine Aufwertung kann nur bei einer Währung mit ungebundenem Wechselkurs erfolgen. In einem Staatenbund mit einheitlicher Währung ist es keinem Land möglich, sein Zahlungsmittel zu verteuern oder zu verbilligen.

Eine Währungsaufwertung kann durch verschiedene Ereignisse eintreten. Sie ist entweder das Ergebnis des Handels respektive von Angebot und Nachfrage oder das Resultat einer Intervention der zuständigen Zentralbank. Ungeachtet der Ursache bring die Aufwertung einer Währung stets Konsequenzen für das aufwertende Land mit sich.

Aus welchen Gründen kann eine Währungsaufwertung erfolgen?

Es gibt für die Aufwertung einer Währung theoretisch mehrere Gründe, in der Praxis kommt es jedoch selten zur Umsetzung, weil die damit verbundenen Folgen befürchtet werden.

  • Ein Land möchte seine Exporte verteuern

Wie bereits erwähnt, geht in der Praxis kein wettbewerbsbedachter Staat das Risiko einer Verteuerung seiner Exporte ein. Es sei den, er hat ein Monopol und muss keine Mitbewerber fürchten.

Beispiel:

Wird der Euro um 10 % aufgewertet, werden Export-Produkte in den Vereinigten Staaten automatisch um den gleichen Prozentsatz teurer.

Im Umkehrschluss würden alle US-amerikanischen Waren in der Eurozone 10 % billiger. Davon haben allerdings die europäischen Verbraucher wenig, weil in Europa nur wenige Erzeugnisse aus den Vereinigten Staaten gekauft werden.

Es nützt niemandem, wenn Produkte aus den USA statt 100 Euro nach der Aufwertung nur noch 83 Euro kosten. Denn die Nachfrage nach Erzeugnissen Made in USA ist in europäischen Ländern sehr gering.

Bestes Beispiel ist die abnehmende Attraktivität der amerikanischen Automobile. Deutsche, italienische oder englische Kraftfahrzeuge sind zuverlässiger, verbrauchen weniger Treibstoff und leben länger.

Der einzige Grund für eine Aufwertung des Euro wäre, das sich dadurch Öl-Importe verbilligen würden. Rohöl muss bis heute in US-Dollar erworben werden. Gegen diese Anweisung handelnde Länder mussten und müssen erhebliche Konsequenzen befürchten.

Der Urlaub würde für Reisende mit US-Dollar als ursprüngliche Währung in der Eurozone um 10 % teurer. Eine daraus resultierend Minderung der Besucherzahlen nimmt allerdings kein Land der EU in Kauf.

Es gibt dementsprechend in der Neuzeit keinen sinnvollen Grund für eine Währungsaufwertung vonseiten einer Zentralbank. Im Gegenteil ergibt die Abwertung einer Währung wesentlich mehr Sinn für das abwertende Land.

Die Instrumente Währungsaufwertung und Währungsabwertung waren früher unnötig und daher unbekannt, wie ein Blick in die Geschichte zeigt.

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Feste Anbindung einer Währung an Gold

Vor dem Zweiten Weltkrieg dachte kein Staat an die Aufwertung oder Abwertung seiner Währung. Dollar, Franc und andere Devisen waren durch Gold abgedeckt und der Goldwert war fix. Ein Dollar stand für eine kleine Menge des Edelmetalls und konnte vom Besitzer jederzeit dagegen eingetauscht werden.

Der Wert einer goldgedeckten Währung war immer gleich, weil die Gold-Parität keinerlei Veränderungen zuließ. Warum von dieser zuverlässigen Regelung abgewichen wurde, ist heute schwer, zu ermitteln und für die Entscheidungsträger kein Thema.

Fakt ist aber, dass der so bezeichnete Internationale Währungsfonds die bewährte Verfahrensweise ins Wanken brachte. Es begann im Juli 1944 mit der Einführung fester Wechselkurse. Die Mitglieder des IWF vereinbarten seinerzeit festgelegte Währungs-Paritäten zwischen dem immer noch von Gold gedeckten Dollar und ihren eigenen Währungen.

Dadurch wurde ersichtlich, wie viele Einheiten einer anderen Währung zum Erwerb eines Dollars nötig waren. Es entstand ein System fester Wechselkurse, die Auf- und Abwertung einer Währung oblag dem Internationalen Währungsfonds in Kooperation mit den Zentralbanken.

Die Währungen aller Mitgliedsstaaten hatten einen identischen Wert-Maßstab: Gold. In den Folgejahren kam es mehrmals zur Währungsaufwertung zwischen dem US-Dollar und der D-Mark:

  • 1949 kauften 3,33 D-Mark einen US-Dollar.
  • Im September 1949 wurde eine Abwertung der DM beschlossen. 1 Dollar war anschließend 4,20 DM wert.
  • Dank einer Währungsaufwertung im März 1961 kauften 4,00 DM einen US-Dollar.
  • Weitere Aufwertungen der DM geschahen im Oktober und Dezember 1969. Nach der letzten Währungsaufwertung kauften 3,22 DM einen Dollar.

Die Aufwertung der D-Mark war seinerzeit durch die wirtschaftliche Entwicklung in der BRD begründet und gerechtfertigt. Produkte Made in Germany wurden weltweit ungeachtet des Preises erworben.

Damit war ein Problem verbunden, dessen Lösung flexible Wechselkurse erforderlich machte. Wie bereits erwähnt, geht die Aufwertung einer Währung immer mit der Abwertung einer anderen einher. Die Handelsbilanz der Vereinigten Staaten war ständig negativ und der Dollar verlor kontinuierlich an Wert. Das System der festen Wechselkurse war für die Erfordernisse der Neuzeit nicht mehr geeignet. Es kam zudem die Idee auf, den freien Markt über den Wert jeder Währung entscheiden zu lassen.

Im Jahr 1971 kam es zu mehreren wichtigen Ereignissen:

Bretton Wood Abkommen
Bretton Wood Abkommen
  • Im August stieg die amerikanische Regierung unter Richard Nixon aus dem IWF-Abkommen von Bretton-Woods aus. Einige Experten behaupteten seinerzeit, dass die USA sämtliche Goldreserven aufgebraucht hatte.
  • Am 12. Dezember wurde die Anbindung des Dollars an Gold beendet.
  • Zwischen 17. Und 18. Dezember wurde eine Neuordnung der Wechselkurse durch so bezeichnete Leitkurse verabredet. Dabei kam es zu einer deutlichen Erweiterung der Schwankungsbreite des Dollars. Der Dollar konnte fortan gegenüber anderen Währungen erheblich höher steigen oder tiefer fallen als bisher.

Nach 1973 wurde das Paritäten-System endgültig aufgegeben, Währungen waren fortan den Kräften des Devisenmarktes überlassen. Die breite Öffentlichkeit bekam diese Veränderung überhaupt nicht oder nur ansatzweise mit. Die Teilnehmer des neuen Marktes waren ausschließlich institutioneller Herkunft. Mit anderen Worten: Währungen wurden fast nur von Banken auf- oder abgewertet.

Beispiele für wesentliche Währungsaufwertungen der Neuzeit

  • Der Euro stand im Jahr 2009 bei 1,62 Dollar.
  • Die großen Marktteilnehmer hielten die Gemeinschaftswährung für überbewertet und drückten sie bis 2015 auf 1,05 Dollar.
  • Die Europäische Zentralbank schaute zu und unternahm nichts zur Stützung des Euro.

Erst als Mario Draghi 2015 versprach, alles in seiner Möglichkeit stehende zu tun, um den Euro zu retten, kam es zu einer Währungsaufwertung gegenüber dem Dollar und anderen Devisen.

  • Das Ausscheiden der Briten aus der EU resultierte später bei den großen Akteuren erneut im Vertrauensverlust. Im Ergebnis sank der Euro erneut auf 1,05 Dollar. Ab 2018 kam es wieder zu einer Aufwertung des Euro auf 1,25 US-Dollar.
  • Ungeachtet aller Vorkommnisse rangiert der Euro in den letzten beiden Jahren zwischen 1,22 und 1,18 Dollar.

Welche Nachteile sind mit einer Währungsaufwertung verbunden?

Wenn ein Land seine Währung aufwertet, werden Produkte im Export und Reisen dorthin teurer. Die Nachfrage nach Erzeugnissen dieses Staates sinkt ebenso wie die Zahl der Touristen. Letztlich kommt weniger Geld in die staatlichen und privaten Kassen, zudem wird das Steueraufkommen geringer.

Diese Effekte werden jedoch nur durch eine bemerkenswerte Aufwertung ausgelöst.

Wie können Sie von einer Währungsaufwertung im Forex-Trading profitieren?

Als Teilnehmer am Devisenhandel können Sie durch 2 Aktionen aus einer Aufwertung Nutzen ziehen. Sehen Sie dazu nachfolgende Beispiele:

  • Angenommen, der EUR notierte gestern im Verhältnis zum USD mit 1,18.
  • Heute steht die Gemeinschaftswährung bei 1,20 USD.

Sie wurden somit Zeuge einer Währungsaufwertung beim Euro um 0,02 Cent.

Profitiert hätten Sie von der Veränderung durch:

  • Den Long-Trade respektive die Wette auf den Euro.
  • Einen Short-Trade gegen den US-Dollar.

In beiden Fällen wären Ihnen rund 200 Pips sicher gewesen. Achtung: Es handelt sich im Beispiel zum besseren Verständnis um eine unrealistisch umfangreiche Währungsaufwertung. In der Regel kommt es zu täglichen Veränderungen zwischen 40 und 60 Pips, welche nur auf der dritten und vierten Stelle hinter dem Komma ersichtlich sind.

Kann die tägliche Währungsaufwertung oder Abwertung prognostiziert werden?

Es gibt Analysten, die sich dieser Aufgabe annehmen und fundamentale sowie wirtschaftliche Daten nutzen. Diese Prognosen treffen jedoch nur zu 50 % die wirkliche Entwicklung, weil sie das aktuelle Marktsentiment nicht erfassen können. Die jeweilige Stimmung der Akteure treibt aber die Kurse. Wie die Teilnehmer am Devisenhandel auf negative Daten, Beschlüsse der Zentralbanken und politische Ankündigungen reagieren, ist nicht kalkulierbar.

Wie sollten Auf- und Abwertungen gehandelt werden?

Institutionelle Marktteilnehmer handeln oft mit mehrstelligen Millionen- oder Milliarden-Beträgen. Sie neigen zu langfristig offenen Positionen und steigen bei historischen Höchst- oder Tiefstständen ein. Ihnen ist bewusst, dass Währungspaare erheblich schwanken können, sie setzen sehr großzügige Verlustbegrenzungen.

Es gab durchaus institutionelle Akteure, die die Aufwertung des Dollars zwischen 2009 und 2015 aktiv begleiteten und riesige Gewinne erzielten. Sinnvoller ist allerdings, die Währungsaufwertung als Day-Trader mitzumachen. Sie können jede einzelne Kursbewegung ausnutzen und auch von Korrekturen profitieren.

Sie können mit vergleichsweise geringen Summen einsteigen, hohe Hebel nutzen und ein Vielfaches von dem eines langfristig orientierten Akteurs verdienen. Wichtig sind:

  • Das persönliche Engagement für einige Stunden pro Tag vor dem Screen.
  • Die Bereitschaft zum Mitmachen jederzeit möglicher Trendwenden.
  • Das Setzen einer engen Verlustbegrenzung.

Fazit

Die Währungsaufwertung ist eine ebenso bedeutsame Entwicklung im Forex-Trading wie die Abwertung. Beides kommt bei jedem Währungspaar pro Handelstag mehrmals vor und sollte von Ihnen genutzt werden. Bei richtiger Handhabung überwiegen die Chancen eventuelle Risiken bei Weitem.

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