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Währungsabwertung

Was ist eine Währungsabwertung? – Definition & Beispiele

Im nachfolgenden Beitrag geht es um ein Phänomen, das von allen Teilnehmern am Devisenhandel täglich zu beobachten ist und nur unzureichend erklärt werden kann. Was ist eine Währungsabwertung, wer löst sie aus und welche Folgen hat sie. Zum besseren Verständnis wird zunächst dargestellt, in welchem Verhältnis die wichtigsten Währungen früher zueinander standen. Anschließend wird auf die gegenwärtige Verfahrensweise eingegangen. Abschließend kommt es zu einer Risikobewertung für Akteure am Forex Markt.

Die Währungsabwertung per Definition

Fachleute sprechen grundsätzlich von einer Währungsabwertung, wenn sich der Wechselkurs einer bestimmten Währung nominal und negativ gegenüber einer anderen verändert. Bei gegenteiliger Entwicklung wird von Währungsaufwertung gesprochen.

Es kann nur bei unterschiedlichen Währungen zu Auf- und Abwertungen kommen. In einer Währungsunion sind derartige Veränderungen unmöglich. Zwischen Euro, Dollar und britischem Pfund kommt es fast täglich zu Auf- oder Abwertungen im kleineren Rahmen. Bei anhaltender Tendenz entstehen diese Folgen für das Land mit abgewerteter Währung:

  • Importe und Auslandsreisen werden teurer.
  • Die abgewertete Währung hat weniger Kaufkraft.
  • Exporte aus einem Land mit abgewerteter Währung werden billiger.

Bemerkenswert ist, dass es das Phänomen der Währungsabwertung, erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit gibt. Zunächst war es nur mit geringen Auswirkungen vorhanden, gegenwärtig werden jedoch keinerlei Grenzen mehr gesetzt.

Ein Blick in die Vergangenheit – Beispiele

Im vergangenen Jahrhundert waren die wichtigsten Währungen noch durch Gold zum fixen Preis gedeckt. Münzen bestanden aus Gold, Banknoten konnten jederzeit in das gelbe Edelmetall umgetauscht werden. Die feste Anbindung an Gold ließ keine Währungsabwertung zu, gleichermaßen war die Aufwertung unmöglich.

1944 wurde das System fester Wechselkurse vom Internationalen Währungsfonds eingeführt. Der goldgedeckte US-Dollar wurde von vielen Staaten als Leitwährung anerkannt. Die Währungs-Parität des amerikanischen Dollars definierte, wie viele Einheiten einer Fremdwährung zum Erwerb eines Dollars nötig waren.

Fixierte Wechselkurse wurden für alle Mitglieder des Internationalen Währungsfonds berechnet. Gleichwohl kam es damals zu geringen Auf- und Abwertungen, wie nachfolgendes Beispiel zeigt:

  • 1949 im Mai kauften 3,33 DM einen US-Dollar.
  • Bereits im September 1949 mussten aufgrund einer deutschen Währungsabwertung 4,20 DM für einen Dollar bezahlt werden.
  • Im März 1961 kam es durch eine Abwertung des US-Dollars zum Verhältnis 1 zu 4. Für den Erwerb von 1 Dollar waren 4 DM erforderlich.
  • Der Dollar wurde im Jahr 1969 in 2 Stufen abgewertet. Im Dezember 1969 waren nur noch 3,22 DM für den Kauf von 1 Dollar nötig.

Die Schwäche des Dollars war für amerikanische Exporte vorteilhaft, Importe aus den USA wurden aber deutlich teurer. Gleichzeitig kam es zu Überlegungen, die in gewissen Bandbreiten fixierten Wechselkurse abzuschaffen und ein neues System zu etablieren.

Zum einen mussten die Zentralbanken zunehmend häufig intervenieren, weil die wirtschaftliche Entwicklung in jedem IWF-Mitgliedsstaat unterschiedlich verlief. Die BRD war seinerzeit eine starke Ökonomie, deren Währung an die Entwicklung der heimischen Wirtschaft angepasst werden musste.

Währungsabwertungen waren hingegen in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderen westlichen Nationen notwendig.

Präsident Nixon beendete im August 1971 die Bindung des US-Dollars an Gold und kündigte einseitig das Abkommen von Bretton-Woods auf. Seither werden die Werte von Dollar und anderen Währungen durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt bestimmt. Der amerikanische Dollar hat zudem seine Funktion als Leitwährung weitgehend verloren, nur noch wenige Rohstoffe müssen zwingend mit ihm bezahlt werden.

Auf dem europäischen Kontinent wird seit den frühen 1970-er Jahren ein politisch motiviertes Experiment durchgeführt. 22 Staaten mit völlig unterschiedlichen Wirtschaften sollen als gemeinsame Währung den Euro nutzen. Der Euro wurde zum 1. Januar 2002 anerkanntes Zahlungsmittel in der gleichnamigen Zone.

Die Vor- und Nachteile der Gemeinschaftswährung

  • Als positiv wird bewertet, dass bei Reisen ins europäische Ausland mit einer Währung bezahlt werden kann.
  • Zudem soll die Gemeinschaftswährung ermöglichen, Waren und Dienstleistungen innerhalb der Eurozone einfacher zu bewerten.
  • Nachteilig ist der Fakt, dass einstmals billige Urlaubsländer mittlerweile recht teuer geworden sind.
  • Von Nachteil ist des Weiteren, dass ökonomisch schwachen EU-Ländern keine nationale Währungsabwertung mehr möglich ist.

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Währungsabwertungen in der Neuzeit

Seit den 1970-er Jahren erfolgt die Abwertung von Währungen über den internationalen Devisenmarkt. Folgende Gründe können hierzu führen:

  • Im abwertenden Land dominieren vergleichsweise höhere Inflation und/oder niedrigere Zinsen die Wirtschaft.
  • Negative Leistungsbilanz und/oder der Nettoabfluss ausländischer Währungen.
  • Die Zentralbank interveniert und erhöht die Geldmenge.
  • Extreme Ausweitung der Geldmenge aufgrund quantitativer Lockerungen.

Die Währungsabwertung bringt diese Folgen mit sich:

  • Das abwertende Land wird wettbewerbsfähiger.
  • Im Inland für den Export produzierte Güter werden billiger. Ein Anstieg der Exporte kann allerdings nur bei vorhandener Nachfrage im Ausland erfolgen.
  • Im Ausland hergestellte Waren werden für das abwertende Land teurer. In der Regel sinken Bedarf und Einfuhrmengen. Im Idealfall kaufen die Verbraucher vor Ort produzierte Güter.

Die Währungsabwertung als Instrument der Geld- und Wirtschaftspolitik

Fachleute sprechen hierbei von einer kompetitiven Währungsabwertung durch die planmäßige Intervention einer Zentralbank in den Devisenmarkt. Angewendete Maßnahmen können unter anderem sein:

  • Erhöhen oder Senken des Leitzinses.
  • Die unverhältnismäßig starke Ausweitung der Geldmenge.

Heutzutage greifen die Zentralbanken der westlichen Industrieländer nur noch über den Leitzins und die Ausweitung der Geldmenge in die Entwicklung der Währungen ein. Darüber hinaus überlassen sie Auf- oder Abwertung ihrer Währungen den Kräften des Marktes.

Die alltäglich stattfindende Währungsabwertung am Devisenmarkt

Jeder Akteur im Forex Trading wird täglich Zeuge von Auf- und Abwertungen bei den populären Währungspaaren.

Beispiel:

  • Sie sehen zu Beginn der Session, dass 1 Euro rund 1,20 Dollar kauft.
  • Am Ende der Handelsperiode steht der Euro bei 1,18 Dollar.

Die Kaufkraft der Gemeinschaftswährung ist um 2 Cent gesunken, weil die Marktteilnehmer durch ihr Verhalten eine Währungsabwertung herbei geführt haben. In der Praxis sind Abwertungen von 2 Cent innerhalb einer Session sehr selten und nur bei gegebenem Anlass möglich.

Mario Draghi brachte in seiner Funktion als EZB-Chef während Ansprachen zur wirtschaftlichen Situation die Marktteilnehmer zu derartigen Reaktionen. Normalerweise verändert sich der Wert des Euro zum Dollar innerhalb von wenigen Stunden nur um 30 bis 50 Pips.

Eine Währungsabwertung kommt in der Gegenwart nicht über Nacht sondern ist ein Prozess, der über mehrere Tage, Wochen oder Monate vonstattengeht.

Beispiel:

Die markanteste Abwertung des Euro fand zwischen den Jahren 2010 und 2015 statt.

  • Im Dezember 2010 kaufte 1 EUR noch 1,52 USD.
  • Bis Juli 2014 sank der Wert des EUR auf 1,37 USD.
  • Im Rahmen der Eurokrise erfolgte eine rasche Abwertung auf 1,04 USD im März 2015.

Aufgrund diverser Maßnahmen der EZB gewannen die Marktteilnehmer ab 2017 wieder Vertrauen zur Gemeinschaftswährung.

  • Der EUR notierte im Januar 2017 bei 1,05 USD und stieg innerhalb eines Jahres auf knapp 1,25 USD.
  • Bis 2019 kam es zu einer erneuten Abwertung des EUR auf 1,10 USD.
  • Seit November 2020 schwankt der Euro zwischen 1,18 und 1,20 US-Dollar.

Eine Währungsabwertung ist dementsprechend das Resultat von fehlendem Vertrauen seitens der großen Marktteilnehmer. Oft genannte Gründe wie steigende Arbeitslosenzahlen, sinkende Produktivität und zunehmendes Handelsdefizit sind zwar mitverantwortlich, aber weniger von Bedeutung als angenommen.

Sie können das Verhalten der relevanten Akteure bei der Veröffentlichung von wichtigen Daten auf Ihrem Chart verfolgen. Manchmal führen negative Daten zu keinerlei Reaktionen oder völlig unerwarteten Verhaltensweisen. Ein anderes Mal reagieren die Teilnehmer den Erwartungen entsprechend.

Das Marktsentiment ist für keinen Analysten kalkulierbar, deshalb treten prognostizierte Entwicklungen nur selten und rein zufällig ein.

Wer beeinflusst die Kurse von Währungspaaren?

Wesentliche Veränderungen respektive Auf- oder Abwertungen werden an einem Markt mit 5 Billionen Dollar Umsatz pro Tag nur von institutionellen Teilnehmern erreicht. Dazu zählen unter anderem:

  • Versicherer.
  • Geschäftsbanken.
  • Vermögensverwaltungen.

Diese Institutionen sind in der Lage, mit mehrstelligen Milliardensummen zu handeln und die Entwicklung von Währungen zu bestimmen. Der Grund für die Aktivität institutioneller Marktteilnehmer ist überwiegend wirtschaftlicher Natur. Es geht fast immer um das Erwirtschaften von attraktiven Einkünften, welche in Zeiten niedriger Zinsen dringender gebraucht werden den je.

Hin und wieder wetten US-amerikanische Geschäftsbanken wie Goldman Sachs unter sorgsam aufgebauter medialer Beachtung gegen den Euro oder den Dollar. Goldman Sachs Ex-Chef Blankfein wollte, seiner eigenen Aussage entsprechend, im Jahr 2016 Gottes Werk verrichten und 220 Milliarden USD gegen den EUR auf den Markt werfen.

Mit derartig großen Summen ist der Währungsmarkt unübersehbar zu beeinflussen, weil sie durch den Herdentrieb um ein Mehrfaches wachsen. Jeder erfahrene Forex Trader sucht nach Chancen und springt auf anfahrende Züge auf.

Wie können Sie von einer Währungsabwertung profitieren?

Die Abwertung einer Währung hat immer die Aufwertung einer anderen zur Folge. Sie müssen aber nicht auf die aufzuwertende Währung setzen, sondern können an jeder Entwicklung teilhaben. Um von einer Währungsabwertung zu profitieren ist nur wichtig, den Trend richtig zu erkennen und auszunutzen.

Angenommen, der EUR wird gegenüber dem USD schwächer, können Sie entweder den Euro Short oder den Dollar Long handeln. Erfahrene Händler bevorzugen Short-Trades, weil Währungen einfacher fallen als steigen. Möglich sind aber beide Optionen.

Welche Risiken bestehen für Forex Trader?

Sofern Sie auf Sicht und mit enger Verlustbegrenzung handeln, sind die Risiken überschaubar. Riskanter ist es, langfristige Positionen einzugehen, weil das Marktsentiment sich jederzeit ändern kann.

Langfristig gehaltene Positionen müssen optimal abgesichert werden und dies erfordert mehr Kapital auf dem Trading-Account. Zudem können Sie beim kurzfristigen Handel von Bewegungen in beide Richtungen profitieren und Gebühren sparen.

Fazit

Die Währungsabwertung ist kein Phänomen, sondern eine alltäglich vorkommende Routine im Devisenhandel. Sie müssen nur den Markt verstehen und wissen, wer für relevante Kursveränderungen verantwortlich ist, um von einer Auf- oder Abwertung zu profitieren. Wichtigste Regel für private Akteure: Folge dem Trend und handele nie gegen ihn.

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