Aktien und Inflation: Ist es ein Inflationsschutz?

Inhaltsverzeichnis
  1. Aktien und Inflation: Ist es ein Inflationsschutz?

Im März 2022 stand die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat bei +7,3 Prozent. Somit ist ein absoluter Rekord erreicht – und die Steigerungsraten könnten bis 2023 noch erheblich höher sein. Grund dafür ist zum einen die Corona-Krise, welche seit 2020 anhält und allmählich ausläuft. Bereits im Dezember 2021 wurde dadurch eine Preissteigerungsrate von etwa 5 Prozent erreicht.

Aktien und Inflation - Inflationsschutz
Bei einer Inflation wird das Geld immer weniger wert: Die Rettung ist eine Übertragung der aktuellen Werte in andere Anlagen, z. B. Aktien

Am 24. Februar 2022 kam es zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Hierdurch erhöhten sich die Preise noch einmal. Es sind vor allem Dinge die Rohstofftarife, die im Zuge der Maßnahmen und Sanktionen gegen die Russische Föderation gestiegen sind, welche für eine zunehmende Entwertung des Geldes sorgen. Gleichzeitig gibt es eine Stagnation beim produzierenden Gewerbe ähnlich wie in den 1970er Jahren während der Ölkrise.

Die Notenbanken weltweit bleiben trotz der hohen Teuerungsrate bei einem Zinssatz von 0 Prozent. Das heißt also, dass Sie mit Sparen auf der Bank kein Geld mehr vermehren können. Ganz im Gegenteil: Es kommen nicht nur keine Zinsen hinzu. Darüber hinaus sinkt der Wert Ihrer Ersparnisse radikal ab. In fünf bis zehn Jahren können Sie sich wesentlich weniger für den angesparten Betrag kaufen als heute. Sie werden somit schleichend enteignet.

Was können Sie also dagegen tun? Wie schaffen Sie sich einen soliden Vermögensaufbau mit Inflationsschutz?

Aktien, ETFs, Edelmetalle, aber auch Immobilien können eine Lösung sein. Seit mehr als 20 Jahren steigen die Werte an den Börsen schrittweise. Die Kurse liegen gerade im Vergleich zum Geldwachstum auf den Banken wesentlich höher und sind z. T. sogar in der Lage, die Inflationsrate komplett auszugleichen.

Um sich mit Aktien erfolgreich vor der Inflation zu schützen, muss man sich aber etwas mit dem Aktienmarkt auseinandersetzen. Passende Value Aktien zu finden, das richtige Aktiendepot ohne Gebühren finden und das Portfolio angemessen zu diversifizieren, sind die wichtigsten Aufgaben, die Sie als Anleger haben.

Viele Investoren setzen abseits der Aktien aber auch auf Immobilien. Solche Sachwerte verfestigen das Geld und können es durch steigende Grundstückspreise teilweise sogar wachsen sehen. Immobilien haben im Vergleich zu Aktien aber einige Nachteile. Sie lassen sich so nicht flexibel veräußern und sind stark den kommunalpolitischen Entscheidungen unterworfen. Sie können jedoch ein Element im strategisch klugen Inflationsschutz sein.

Was die Inflation überhaupt ist, wie sie sich auf die Börse auswirkt und welche Möglichkeiten es gibt, sich vor ihr zu schützen, zeige ich Ihnen in den folgenden Abschnitten.

Inflation – was ist das und wie entsteht sie?

Der Begriff Inflation kann relativ einfach mit Preissteigerung oder Geldentwertung übersetzt werden. Es handelt sich um ein Phänomen, bei dem die Preise für verschiedene Produkte exorbitant steigen. In extremen Fällen wie in Venezuela können die Kosten für einfache Alltagsartikel und Lebensmittel wöchentlich um den Faktor 1000 und mehr steigen. Die Löhne kommen in ihrem Wachstum dann nicht mehr hinterher.

Bei hoher Inflation kommt es zu einer enormen Abnahme der Kaufkraft. Für das erhaltene oder angesparte Geld kann man sich binnen kurzer Zeit immer weniger kaufen. Reichen 10 Euro heute z. B. für ein Brot, Aufschnitt, Käse, Marmelade und Kaffee kann man sich in der Woche darauf vielleicht nur noch ein Brötchen leisten.

Die Gründe für die Preissteigerung können verschieden sein. Oft wird die sich im Umlauf befindliche Geldmenge und deren Umlaufgeschwindigkeit angeführt. Tatsächlich ist die Erhöhung der Geldmenge oftmals aber auch nur eine Folge der bereits steigenden Kosten am Markt.

Plausibler lässt sich die Inflation dagegen mit dem Angebot und den Herstellungskosten erklären. Wachsen Letztere in die Höhe, wird das auf die Preise umgeschlagen. Als Gegenmaßnahme haben die Finanzbehörden früher meist die Geldmenge ausgeweitet und die Situation somit verschlimmert.

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Rekorde bei der steigenden Inflation: das Jahr 2022 und die Geldentwertung

In der aktuellen Krise ist die Angebots- und Produktionsseite der wichtigste Faktor, der den Kaufkraftverlust vorantreibt. Zum einen leidet die Wirtschaft seit etwa zwei Jahren aufgrund der Corona-Pandemie an einer ungenügenden Infrastruktur. Die Lieferengpässe bei Halbleitern hat so die Mikrochips und Prozessoren um ein Vielfaches verteuert.

Der Krieg Russlands in der Ukraine sorgt seit Anfang 2022 für gestiegene Kosten bei den Rohstoffen. Es ist allem voran die Energie, welche sich auf die Preise in allen erdenklichen Segmenten auswirkt und für einen zusätzlichen Push der Inflation sorgt. Genau diese Kombination lässt im Moment die Kaufkraft schrumpfen – Sparguthaben sind in Gefahr.

Inflation Aktien
Sprunghafte Inflation 2021/2022 (Quelle: Statistisches Bundesamt/destatis.de)

Bereits im ersten Quartal 2022 ist die Inflation auf einen Wert von mehr als 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Sollte die Rohstoffkrise weiter anhalten, könnte es zu nach Schätzung von Experten sogar noch zu höheren Inflationsraten kommen. Der ein oder andere Autor rechnet 2023 sogar mit mehr als 20 Prozent. Um aus der derzeitigen Zwickmühle herauszukommen, müsste zunächst eine nachhaltige Alternative zu russischem Gas und Öl gefunden werden. Dazu bedarf es anderer Quellen und eventuell eines effizienteren erneuerbaren Energiesektors.

Verbraucherpreisindizes für Deutschland - Statistik
Preissteigerung nach Segmenten (Quelle Statistisches Bundesamt/destatis.de)

Vergleiche zu den 1970er Jahren: die Ölkrise

Ein starker Anstieg der Preise und speziell die Verteuerung der Rohstoffe erinnert in gewisser Hinsicht an die 70er Jahre. Im Zuge des Jom-Kippur-Krieges drosselten die arabischen Öl-Staaten die Fördermengen um etwa fünf Prozent und sorgten somit weltweit für einen Sprung der Ölpreise um mehr als 70 Prozent. Hierdurch wurden vor allem die ölabhängigen Industriestaaten im Westen stark getroffen.

Aktien-Ölpreis in Dollar seit 1861 - nominal und real (Graphen)
Entwicklung der Ölpreise vom 19. Jahrhundert bis heute (Quelle: Wikipedia/TomTheHand)

Auf dem Höhepunkt der Krise wurden in Deutschland Fahrverbote, Geschwindigkeitsbeschränkungen und autofreie Sonntage eingeführt. Durch den Mangel an Rohstoffen kam es gleichzeitig zu einer Stagnation in der Produktion. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Insolvenzen waren die Folge. Durch die geldpolitischen Maßnahmen der Regierung in Deutschland schlitterte man in eine Kombination aus Inflation und Stagnation, auch Stagflation genannt. Ähnliche Effekte wurden während der Islamischen Revolution im Iran Ende der 70er Jahre und in den Golfkriegen deutlich.

Droht eine Stagflation?

2022 sind die Voraussetzungen für eine Stagflation ebenso gegeben wie in den 70er Jahren. Bei diesem Phänomen herrscht eine deutliche Unterbeschäftigung und die Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich nicht auf steigende Löhne einigen. Durch den Mangel an Energie kommt es zu einer gedrosselten Produktion. Während die Preise steigen, erhöhen sich weder das Angebot noch die Einnahmen.

Was 2022 gegen die Stagnation spricht, ist der jedoch der weltweit vorhandene Konsumhunger. Gerade im Bereich IT und digitale Technik schreiten die Innovationen voran und sind heiß begehrt. Das betrifft allem voran die Chips, künstliche Intelligenz, E-Commerce und Fintech.

Nichtsdestotrotz befindet sich die Welt heute in einer sehr fragilen Situation, in welcher die Sparer auf ihrem Konto das wachsende Preisniveau nicht mehr ausgleichen können. In Zeiten der Nullzinspolitik verlieren die Anleger Jahr für Jahr Geld und können sich von Ihrem Ersparten nichts mehr leisten. Entsprechend ist es wichtig, in eine andere Anlageklasse zu investieren, um das Risiko der Teuerung zu umgehen.

Steigende Energiepreise – sollte man in Rohstoffe investieren?

Angesichts der wachsenden Energiepreise sind Investments in Öl und Gas natürlich besonders naheliegend. Sie sollten sich vorab jedoch darüber informieren, warum die Kosten in diesem Segment steigen und wer dahinter steckt. So kann der Ölpreis künstlich durch die OPEC-Staaten hochgesetzt werden, indem weniger fossile Brennstoffe gefördert werden. Ein anderer Grund sind eben die Kriege und Embargos, die aktuell gegen einen der wichtigsten Öl- und Gasförderer der Welt, Russland, eingesetzt werden.

Ähnlich einer Aktienblase kann sich der Run auf das Öl aber zu einer gefährlichen Falle für die Anleger gestalten. Wenn Sie z. B. über einen Broker Anteile an Öl kaufen und immer mehr Menschen an diesem Investment interessiert sind, geht die Spirale womöglich weiter nach oben. Durch die starke Abhängigkeit von der Politik kann es innerhalb kurzer Zeit, aber zu einem Einbruch kommen. Zudem gehen die Kurse für Rohöl und Gas auch immer wieder zyklisch nach unten und oben.

Aktien und Inflation - Brent Ölkurs über ein Jahr im Diagramm
Preissprünge beim Rohöl 2022 (Brent/WTI)

In Bezug auf die Rohölpreise empfehle ich Ihnen daher, eher kurzfristige Trends mitzunehmen. Mithilfe der Chartanalyse erkennen Sie die Tradingsignale und Richtungswechsel. Bei einem aktuellen Einbruch kaufen Sie Anteile an Rohöl bzw. CFDs, die sich auf den Rohstoff beziehen, an und verkaufen bei einem Wachstum der Preise. So können Sie mit guter Analyse schnell hohe Einnahmen generieren.

Um mit der technischen Analyse Erfolg zu haben, müssen Sie sich erst das dafür notwendige Handwerkszeug aneignen. Beschäftigen Sie sich so mit den Candlestick-Charts, den Elliott-Wellen, Fibonacci-Folgen, Trendkanälen, Resistance und Support. Diese Begriffe sollten Ihnen ins Blut übergehen und können in der Anwendung beim Erkennen von aussichtsreichen Investments helfen.

Der Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren – Steigende Kurse

Ein Blick auf den Aktienmarkt legt nahe, dass hier noch Optionen für Wachstum bestehen. Selbst inmitten der Inflation wachsen die Gewinne weiter und somit kann man sich in diesem Segment einen lukrativen Ausgleich zum Anstieg der Preise verschaffen.

In den letzten 20 bis 25 Jahren gab es in vielen Branchen ein durchgehendes Wachstum. Auf die großen Indizes wie S&P 500 und MSCI World gerechnet ging es fortwährend nach oben, während die Zinsen für Sparer immer weiter gesunken sind. Abgesehen vom starken Einbruch in der Weltfinanzkrise 2007/2008 kam es zu einer Gesamtsteigerung von etwa 400 Prozent.

MSCI-World - von der 1 Woche bis zum 5 Jahre Maximum von +381,6 %
Starkes Wachstum des MSCI World in den letzten 20 Jahren

Kluge Investoren haben übrigens genau im Tief zwischen 2007 und 2009 in den Aktienmarkt investiert. Auch wenn es in Folge der Immobilienblase zu einer extremen Krise kam, war das Comeback der Börsen garantiert. Nur wenige Jahre später wurde ein neuer Rekord erreicht – heute steht der MSCI World besser denn je da.

Auch in der aktuellen Krise bietet der Aktienmarkt den Anlegern Chancen. Im Vergleich zum Realzins bei den Banken liegen die Renditen hier wesentlich höher und scheinen bei einer guten Diversifikation garantiert zu sein.

Sie müssen hier das Spiel mit den Bären und Bullen zu meistern wissen. Wenn die Kurse im Keller liegen, investieren Sie und wenn Sie auf einem Höchststand ankommen, wird profitorientiert verkauft. Der bekannte Bankier Carl Mayer von Rothschild bezeichnete dieses Vorgehen als „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“

Was für den gesamten Markt gilt, muss aber nicht zwingend die einzelne Aktie betreffen. Hier können die Schwankungen in Bezug auf den Gesamtmarkt wesentlich höher sein. Schlechte Nachrichten, enttäuschende Quartalszahlen und vieles mehr sorgen für börsenpsychologisch bedingte Einbrüche.

Anstatt Ihr Geld also auf eine Karte zu setzen, verteilen Sie das Vermögen auf verschiedene Positionen. So federn die Gewinne in einer Branche die Verluste in einer anderen wieder ab. Das Risiko der Aktionäre, Verluste einzufahren, ist somit gering.

Durch die Diversifikation schaffen Sie eine ausgewogene Mischung an Aktien, die im Gros ideal und stetig steigen, um eine steigende Inflation ausgleichen zu können. Aktuell müssen Sie mit Ihrem Portfolio über die 7 Prozent Inflationsrate kommen. Bei einer noch optimierteren Aufstellung kann man sehr gut gegen die Teuerung ankämpfen. Wie man das Aktiendepot aufbaut, erfahren Sie in meinem Artikel zu dem Thema.

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Wirkt sich die Inflation negativ auf die Aktienkurse aus?

Die Börsen bleiben von der Inflation natürlich nicht gänzlich unberührt. Letzten Endes handelt es sich bei Aktien um Anteile an realen Unternehmen, die unter Energiekrisen leiden und ebenfalls von der Entwertung des Geldes betroffen sind.

Nichtsdestotrotz sind die Einnahmen der Unternehmen bei einer steigenden Inflation nominal oft höher denn je. Dafür können aber dann keine entsprechenden Käufe getätigt werden. Andererseits suchen viele Anleger Zuflucht in Aktien und Immobilien. Somit betreibt man Absicherung gegen den Kaufkraftverfall und lässt die Kurse somit wachsen.

Langfristig dienen die Aktien in jedem Fall als praktischer Inflationsschutz. Bereits seit mehr als 20 Jahren gibt es eine schleichende Geldentwertung. Da diese bisher aber nicht sprunghaft war, konnte man mit einem diversifizierten Portfolio einen guten Ausgleich schaffen. Bei kosteninduzierten Inflationen passen die Unternehmen einfach ihre Preise an und haben somit dieselben Gewinnraten wie vorher.

Kurzfristig eintretende Preissteigerungen durch Energiekrisen wie im ersten Quartal 2022 sind dagegen meist weniger günstig für die Anleger. Durch den Schock für die Märkte fallen die Kurse zunächst bei einer stark steigenden Inflation.

Aktionäre sollten zunächst also stillhalten und das zwischenzeitliche Tief abwarten. Als Nächstes kann man in der Talphase in aussichtsreiche Segmente investieren und auf ein Abflauen der Inflation hoffen. Langfristig dürften sich die Aktienkurse aber auch unabhängig von der Inflationsrate erholen. Das hat mit der Anpassungsfähigkeit der Unternehmen und den gleichbleibenden Einnahmen zu tun.

Value Aktien haben bei hoher Inflation immer den Vorrang vor klassischen Growth- und Einkommensaktien. Hier lässt sich davon ausgehen, dass innere Werte wie der Gewinn je Aktie, Umsatz und Liquidität/Cashflow stabil sind und auf ein einfaches Überwinden der Krise hinweisen. Ebenso haben die sehr wertvollen Bluechips durchweg Aussicht auf langfristigen Gewinn.

Bei Wachstum- und Einkommensaktien kommt es kurzfristig meist zu einem Sinken der Kurse. Hier steigen die Händler aufgrund von unklaren Umsätzen eher aus und setzen auf Leerverkäufe. Diese können auch für Sie interessant sein, um aus den sinkenden Preisen etwas Profit herauszuschlagen. Bei den Leerverkäufen leihen Sie sich Aktien, verkaufen diese und erwerben sie später zu einem niedrigeren Preis zurück.

Daytradern und Technikern sei gesagt, dass bei steigender Inflation kurzfristig höhere Schwankungsgrade eintreten. Das bietet Chancen für tägliche Gewinne durch die Kursveränderungen. Die ständigen Richtungswechsel lassen sich anhand der Tradingsignale wie kurz ausschlagenden Kerzendochten erkennen. In diesem Moment legt man das Geld an der Börse an und verkauft die Aktien direkt nach dem Wachstum wieder.

Mit Value Aktien und Bluechips dauerhaft die hohen Preisniveaus ausgleichen

Auf was Sie im Fall einer hohen Inflation als erstes setzen sollten, sind die Value Aktien und die Bluechips. Beide Kategorien wachsen in der Regel langfristig mit der Inflation mit. Zunächst kann es aufgrund des Schocks rasant nach unten gehen. Die Investoren merken jedoch schnell, dass es sich bei diesen Vermögenswerten um aussichtsreiche Anlagen handelt, die sich bald erholen dürften.

Viele Sparer wechseln zudem zunehmend von Ihrem Bankkonto zum Aktienmarkt. Man kann hier mit besseren Konditionen rechnen und den steigenden Preisen ein Schnippchen schlagen. Die zunehmende Nachfrage lässt letztlich die Kurse steigen. Diesen Schwung können Sie mitnehmen und auf Dauer Inflationsschutz betreiben.

Was sind Value Aktien und wie finde ich sie?

Ob nun eine hohe Inflationsrate herrscht oder nicht – es gibt Investoren, die in den Value Aktien die Erfüllung schlechthin sehen und gezielt auf solche Schnäppchen setzen. Bekannt geworden sind mit diesem Konzept vor allen Dingen Benjamin Graham und sein Jünger Warren Buffett.

Die Idee dahinter ist es, in aussichtsreiche Wertpapiere zu investieren, aber nur dann, wenn sie als Schnäppchen zu haben sind. Man berechnet also, ob Aktien am Markt zu Unrecht unterbewertet sind. Hierfür zieht man innere Werte wie den Gewinn je Aktie und im Vergleich dazu die Marktbewertung zurate.

Der innere Wert könnte nun ein sehr hohes Potenzial und eine gesunde Finanzstruktur im Unternehmen anzeigen. Weicht dieses Potenzial nun vom Kurs am Markt ab, muss das einen bestimmten Grund haben. Diesen gilt es nun herauszufinden.

Die besten Value Aktien entdecken Sie zunächst über das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das bei einem Wert von etwa 12 auf eine Unterbewertung hinweist. Die passenden Papiere setzen Sie zunächst auf die Watchlist bei Brokern wie eToro und analysieren nun tiefgründiger zu dem Unternehmen.

Finden Sie z. B. heraus, wie es um die Prognosen für das nächste Jahr bestellt ist. Die Gewinnerwartungen können als alternative Basis für die KGV-Berechnung genommen werden. Zudem sollte man sich das Geschäftsmodell und die Aussichten für die Zukunft ansehen. Als Nächstes beantworten Sie die Frage, warum die Aktien des Konzerns so niedrig bewertet sind.

In vielen Fällen wird die Unterbewertung eine plausible Ursache haben. Zum Beispiel kann das Geschäftsmodell veraltet sein oder eine neue Technik der Konkurrenz wird die Produkte des Unternehmens ersetzen. Darauf reagieren die Anleger und die Nachfrage nach den Wertpapieren sinkt. In diesem Fall sollten Sie Ihr Geld lieber woanders investieren.

Es gibt aber auch die Situationen, in denen die Aktionäre die Chancen des Unternehmens noch nicht einschätzen können und daher zögerlich sind. Hier können Sie frühzeitig investieren und auf Dauer entgegen aller Inflationsraten den Aufbau Ihres Vermögens betreiben.

Ein typischer und oft kurzfristiger Fall sind die negativen Nachrichten und temporären Krisen. Ein in den Medien breit diskutierter Skandal führt dazu, dass unerfahrene Investoren schnell ihre Anteile loswerden wollen. Es entsteht eine Spirale nach unten. Bleibt die Gewinnerwartung aber gut, wird es sehr bald zu einem Rebound kommen. Das einzige, was Sie tun müssen, ist im Tief preisgünstig zu investieren.

Ein weiteres Beispiel ist der Beginn der Corona-Krise. Hier brach die Börse aus Angst vor Umsatzeinbußen in allen Sektoren ein. Weitblickende Trader konnten aber erkennen, welche Unternehmen von der Krise profitieren würden, so aus Segmenten wie E-Commerce, Lieferdienste, Biotech, künstliche Intelligenz, Gaming und IT.

Ein Konzern wie Amazon brach im März und April 2020 dem allgemeinen Trend nach an der Börse ein. Das Einkommen konnte aber schnell gesteigert werden, da der Onlinehändler als Ersatz für den geschlossenen Einzelhandel auftrat. Nur wenige Monate später erreichte Amazon einen Rekordwert. Die Differenz von Tiefpunkt und Allzeithoch garantierte den Tradern in der Krise extrem hohe Renditen und einen optimalen Ausgleich der Inflation.

amazon-2020 chart
Kurzer Corona-Knick bei Amazon, gefolgt von einem starken Anstieg

Bluechips – stabile Wertpapiere in Ihrem Depot

Bluechips sind im Gegensatz zu den wachstumsstarken Value Aktien bereits auf einem hohen Niveau angekommen. Sie sind die mächtigen Hochseekreuzer im Sturm der Börsenkurse und halten sich aufgrund ihres Gewichts problemlos in den Wogen.

Kennzeichnend für die Bluechips ist die hohe Marktkapitalisierung von oftmals weit mehr als zehn Milliarden US-Dollar. Traditionell lagen die großen Automobilhersteller, Kleidungskonzerne und Banken in diesem Bereich. BMW, Mercedes, adidas und die Deutsche Bank waren in der Vergangenheit Beispiele für Bluechips.

Mittlerweile haben die Tech-Firmen die herkömmliche Industrie aber bei Weitem übertroffen. Zum Jahreswechsel 2021/2022 erreichte Apple so eine Marktkapitalisierung von 3 Billionen US-Dollar – als erstes börsennotiertes Unternehmen weltweit. Ähnlich hoch sind die Ergebnisse von Google (Alphabet), Facebook (Meta), Microsoft & Co.

Was Bluechips in Ihrem Portfolio bewirken: Sie geben ihm Stabilität. Die Werte sind schwankungsunanfällig und wachsen nur langsam an. Als Ausgleich dafür zahlt man Ihnen eine attraktive Dividende. Diese wird ein- bis viermal im Jahr ausgeschüttet.

Das Gute an den Bluechips ist, dass sie Krisen mit Leichtigkeit überwinden. Selbst wenn es konjunkturbedingt mal nach unten geht, haben diese Unternehmen immer noch genug Kapital und Renommee in der Rückhand, um schon nach wenigen Monaten wieder oben auf zu sein.

Insofern sind Bluechips als Basis im Portfolio unverzichtbar und dienen auch als Grundlage für Ihren Inflationsschutz. Vorausgesetzt man diversifiziert das Depot angemessen, verwahrt man das Vermögen in solchen Aktien sicherer vor der Inflation als auf dem eigenen Bankkonto.

Welche Werte lohnen sich aktuell bei hoher Inflation?

  • E-Commerce
  • Lieferdienste
  • Künstliche Intelligenz
  • Fintechs
  • Erneuerbare Energien
  • Alternative Öl- und Gasproduzenten
  • Waffenindustrie

Wenn die Inflation steigt, sollten Sie sich in erster Linie an Werte halten, die sehr gute Entwicklungschancen in der Zukunft haben. Im Moment ist die digitale Wirtschaft deutlich im Vorteil. Allein aufgrund des technologischen Fortschritts wird sie in unserem Alltag immer präsenter. Die Corona-Krise hat den letzten Push für diese Industrie nach vorn gegeben. So erreicht Amazon heute einen Monopolstatus, an dem kaum noch jemand vorbeikommt.

E-Commerce

Branchen wie E-Commerce haben die Folgen der Corona-Pandemie spielend überwunden und werden wohl auch weitere wirtschaftliche Einschläge überstehen. Unternehmen wie Amazon, eBay, Alibaba, JD.com und Jumia können die Menschen selbst bei Lockdowns und in Kriegen spielend mit den wichtigsten Gütern versorgen.

Zudem lassen sich für die Online-Dienstleister die Kosten wesentlich einfacher senken. Der Einzelhandel muss zwangsläufig die gestiegenen Energiepreise auf die Kunden verlagern und die Waren werden damit teurer. E-Commerce operiert dagegen international und offeriert Produkte mit geringeren Herstellungskosten. Daher stürzen sich in der Inflation mehr Personen auf diese preiswerten Angebote und lassen den Umsatz der Marktplätze wachsen.

Amazon-Aktie in der Ein-Jahres-Übersicht
Relativ stabiles Auf und Ab bei Amazon zwischen ca. 2.500 und 3.200 Euro

Mit der Corona-Krise im Frühjahr 2020 gingen die Kurse von Amazon bspw. schlagartig nach unten. Dies bot cleveren Anlegern eine gute Möglichkeit, um in den Trade einzusteigen. Nur wenige Monate später erzielte der Konzern aus den USA Rekordwerte an den Börsen. Mittlerweile changieren die Kurse etwa um die 3.000 US-Dollar. Selbst mit dem Kriegsbeginn in der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen kommt Amazon relativ gut klar. Mit Stand vom März 2022 sind die Kurse nahezu unverändert. Das sagt viel über den Status von Amazon als Bluechip aus.

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IT und künstliche Intelligenz

Die IT-Branche ist seit einigen Jahren aufgrund der Lieferengpässe bei den Halbleitern in aller Munde. Die Chips von Herstellern wie ASML und TSMC werden immer begehrter und die Preise steigen. Sie sind dabei nicht zuletzt einer der ausschlaggebenden Faktoren für die steigende Inflation und basieren selbst auf Rohstoffen, die immer kostenintensiver aus dem Boden geborgen werden müssen.

Nichtsdestotrotz ist die moderne, chipbasierte Technik nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Intel, Qualcomm, AMD und NVIDIA legen einen Umsatzrekord nach dem anderen hin und sorgen für eine immer stärkere Abhängigkeit unserer Gesellschaft von künstlicher Intelligenz. NVIDIA erreichte 2021 solche Rekordzahlen, dass man sich aus optischen Gründen für einen Aktiensplit entschied. Seit dem Beginn des Ukrainekrieges und mit der nunmehr galoppierenden Inflation ging es mit den Kursen etwas hoch und runter. Ein wirkliches Abflauen der Aktienkurse kann aber nicht erkannt werden.

Nvidia - Entwickler von Grafikprozessoren - Grafik
NVIDIA Aktie im Jahr 2021/2022

Künstliche Intelligenz umfasst aber nicht nur die Chips selbst, sondern u. a. auch die Handys als Endgeräte der Augmented Reality sowie deren Funktionen – zu nennen wären Hersteller wie Apple, Samsung und Xiaomi. Google vereinfacht auf diesen Geräten die Suche nach Keywords, Wegen und Abfahrtszeiten. Großen Erfolg hat das Unternehmen z. B. mit seinem Maps-Angebot. Die Google (Alphabet) Aktie weist so seit mehr als drei Jahren ein stabiles Wachstum auf.

Lieferdienste

Die Lieferdienste haben sich vor allen Dingen in der Corona-Krise bewährt und erlebten einen enormen Aufschwung. HelloFresh und Delivery Hero schafften es mit ihrem Angebot sogar spielend in den DAX 40. Just Eat Takeaway aus den Niederlanden war während Corona der größte Gewinner im Bereich der Lieferdienste.

Takeaway Chart mit Einzeichnung nach 3 Jahren
Aktienkurse von Just Eat Takeaway

Nach dem Ende der Lockdown-Maßnahmen wird davon ausgegangen, dass mehr Essen draußen konsumiert wird. Hierdurch kam es bereits Ende 2021 zu einer Preiskorrektur an den Börsen. Nichtsdestotrotz haben sich viele Nutzer stärker an die Lieferung gewöhnt und werden den Service weiterhin nutzen. Bei den aktuell niedrigen Kursen könnten die Anbieter gute Optionen für einen Einstieg in den aktienbasierten Inflationsschutz eröffnen.

Generell würde ich aber im Moment nicht alles auf diese Karte setzen. Diversifikation ist ohnehin die Grundregel beim Investieren in Aktien. So sollte man gerade bei unsicheren Werten etwas dezenter einsteigen und das eingesetzte Vermögen lieber breit über die potenziellen Value Aktien und Bluechips verstreuen.

Alternative Ölraffinerien vs. erneuerbare Energien

Kurzfristig könnte man die Krise mit einem Investment in Öl- und Gasquellen überbrücken, die nicht aus Russland stammen. Während Firmen wie Gazprom, Lukoil, Surgutneftegas, Novotek und Rosneft unter die Sanktionen fallen, profitieren gerade die Amerikaner von dieser Entwicklung.

Hier könnte Fracking-Gas aus den USA und Kanada zu einer Alternative werden. In den kommenden Jahren werden weitere Häfen für den Import in Europa gebaut und somit steigen letztlich die Gewinne der beteiligten Firmen. Tätig sind in dem Bereich u. a. Exxon Mobil, Chesapeake Energy, Anadarko, Devon Energy und ConocoPhillips. Einige davon sind bereits aus der Ölwirtschaft international bekannt. Ebenso relevant sind EOG Resources Inc., Halliburton Co., Kinder Morgan, US SIlica Holdings und Canyon Services Group Inc.

Der 6-Monate-Trend im Chart von Halliburton
Starkes Wachstum bei Halliburton seit dem Beginn der Ukraine-Krise

Öl und Gas dürften in den 2020er Jahren noch wichtig für die Weltwirtschaft bleiben. Bis 2035 wird sich jedoch einiges verändern. So werden die Verbrennermotoren in vielen Ländern der Erde und selbst im bevölkerungsreichen China in spätestens 15 Jahren verboten. Weiterhin wird es eine Wende bei der Energieversorgung und Wärmeerzeugung geben. Damit kommt es zwangsläufig zu einem Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien.

Noch stehen Wind und Sonne relativ volatil da. Es gibt noch zu viele Schwankungen, um kurzfristig damit stabile Gewinne zu erzeugen. Die Richtung ist jedoch klar und Sie müssen nur noch die Unternehmen finden, welche sich auf Dauer durchsetzen werden. Aktuell stehen der dänische Windradhersteller Vestas und sein Konkurrent Nordex in den Startlöchern, um sich auf eine renditereiche Reise zu begeben. Beide Aktien kosten im Moment noch relativ wenig.

Aktienchart von Nordex über 3 Jahre
Entwicklung der Nordex-Aktie: Auffällig sind die Kurssprünge Ende 2020 und im Februar 2022

In der Solarbranche sind die Chinesen mit massiver staatlicher Unterstützung eine Macht. Speziell Jinko Solar und Xinyi Solar könnten zu relevanten Global Playern werden. Von den USA aus exportiert First Solar seine Dünnschicht-Panele und verfügt ebenfalls über gutes Potenzial, um die Inflation in Ihrem Portfolio auszugleichen.

Jinko Aktie - Chart 3 Jahre
Aktie von Jinko Solar: Der Kurssprung 2020 ist mit dem 5-Jahres-Plan der Kommunistischen Partei Chinas und deren Fokus auf erneuerbare Energien zu erklären

Im Bereich der Autoindustrie wird die E-Mobilität ein starkes Wachstum sehen. Dies wird u. a. am Megakonzern Tesla deutlich, dessen Aktie seit einiger Zeit rund um die 1.000 US-Dollar changiert. Das Problem mit Tesla ist jedoch, dass die Marke noch relativ teuer ist und das KGV bei spektakulären 180 Punkten und mehr liegt. Somit ist das Unternehmen massiv überbewertet und könnte Teil einer Aktienblase sein.

Diese Aktienblase könnte in dem Moment platzen, wenn günstigere Alternativen auf den Markt kommen. Selbst wenn der Growth bei Tesla angesichts des vielen Geldes in der Hinterhand möglich ist, drängen zahlreiche Akteure aus China in das Segment. CATL, NIO, Geely und BYD sind Namen, die Sie sich merken sollten. Zudem sind die Produzenten aus Japan und Korea weit vorne, bspw. Hyundai, Toyota und Mitsubishi.

Waffen

Von den Kriegen weltweit profitiert in erster Linie die Waffenindustrie. Mit dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine und dem Versprechen der Regierung, 100 Milliarden Euro in die Bundeswehr zu investieren, sind die Kurse von Rheinmetall, Hensoldt, BAE Systems und Thales in die Höhe gegangen. Ähnlich erging es dem elektronischen Sicherheitsanbieter Secunet.

Rüstung Aktien
Starker Kurssprung bei Hensoldt im Februar 2022

Die Waffenbranche kann kurzfristig während der Aufrüstung als Stütze im Portfolio dienen. Hensoldt machte so am 24. Februar 2022 einen Sprung um fast 50 Prozent nach oben und verweilt derzeit auf diesem Niveau. Die Abnahme der hergestellten Produkte ist derzeit sicher und somit dürfte sich das Wachstum in den kommenden Jahren fortsetzen.

Diversifizieren als Grundregel bei der Geldanlage

Bei allen aussichtsreichen Aktien, die sich für den Schutz vor der Inflation eignen, sollte man nie alles auf einen Wert setzen. Machen Sie sich zunächst ein umfangreiches Bild von der Gesamtlage und sondieren Sie am Anfang bestimmte Wertpapiere aus. Die technischen und fundamentalen Analysetools bei Brokern wie eToro helfen Ihnen dabei. Hier können Sie eventuelle Kandidaten für Ihr Depot zunächst auf die Watchlist setzen.

Ein cleverer Vermögensverwalter wird sich nun anschauen, wie viel Geld er in der Rückhand hat und dieses versuchen, aufzuteilen. Traditionell nutzt man dabei die 60/40-Regel. 60 Prozent des Kapitals kommt so zunächst einmal auf Aktien und 40 Prozent auf Anleihen bzw. ETF-Fonds.

In den letzten Jahren äußern Experten aber immer mehr Kritik an diesem Vorgehen. Die Märkte haben sich geändert, es gibt stärkere Turbulenzen und die Inflation zehrt an den Kräften. Grund dafür ist vor allem der Blick auf die Coronakrise. Mit einer solchen Mischung hätte man im ersten Quartal 2020 den maximalen Verlust erlitten.

Ein Jahr darauf sah die Lage an den Börsen nicht unbedingt positiver aus. Dennoch hatten sich die Portfolios mit dem 60/40-Modell weitgehend regeneriert und konnten den Druck der Krise abfedern. Die Formel lässt sich übrigens auch innerhalb des Aktien-Sparplans anwenden. Hier würde man sich zu mehr als 50 Prozent für Value und Growth Werte entscheiden. Sie treiben die Kurse nach oben, während die Bluechips die Basis des Portfolios bilden.

Wichtig sind aber nicht nur die verschiedenen Aktienkategorien, sondern auch die Herkunft und die Branche. Entscheiden Sie sich so für unterschiedliche Segmente, sodass Sie nicht von einem einzigen Bereich der Wirtschaft abhängig sind. Darüber hinaus können Sie neben Wertpapieren aus den USA und Europa Aktien aus Schwellenländern wie China und Indien ins Portfolio aufnehmen.

Ziel ist es, eine optimierte Zusammenstellung zu erstellen und ein Depot aufzubauen, welches den Grundsätzen des CAPM entspricht. Hierbei orientiert man sich an der Kapitalmarktlinie und schaut, welche Investments mit geringstem Risiko den höchsten Ertrag bringen.

Sinkende Aktienkurse? Mit Shortselling können Anleger Gewinne machen

Sollten die Aktien aufgrund von Krisen oder einer Blase abstürzen, können Sie Ihr Vermögen auch mit Leerverkäufen retten. Das Shortselling baut auf dem Prinzip auf, dass Sie sich eine Aktie ausleihen, sie sofort wieder verkaufen und sie kurz vor dem Ende des Vertrags zu einem niedrigeren Preis zurück erwerben. Somit haben Sie einen Gewinn, der aus der Differenz zwischen Anfangspreis und Rückkaufpreis minus der Leihgebühr besteht.

Mit diesem Modell machen Sie einfach bei sinkenden Kursen Gewinn. Bei extremen Krisen sind die Gewinnmargen hier weitaus größer und diese gleichen die Inflation dann problemlos aus. Es gibt aber auch einige Risiken beim Shortselling. Auf der einen Seite ist das der sehr spekulative Charakter dieses Segments, auf der anderen Seite sind die Wachstumswerte nach oben offen.

Wachstum der Kurse ist bei Leerverkäufen immer gleichbedeutend mit Verlust für den Anleger. Dieser ist aber nicht wie in der Long Position auf die Zahl 0 begrenzt, sondern hat theoretisch kein Limit. Somit kann es zu einem absoluten Totalverlust und einer Verschuldung kommen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es zu einem so genannten Short Squeeze kommt.

(Ihr Kapital ist gefährdet. Es fallen andere Gebühren an. Weitere Informationen finden Sie unter etoro.com/trading/fees.)

Wo kann ich mein Portfolio für die langfristige Geldanlage aufbauen?

Traditionell entscheidet man sich beim Aufbau einer inflationssicheren Geldanlage für die Bank. Mittlerweile gibt es aber auch viele Broker, welche Ihnen online einen ähnlichen Service für geringere Gebühren bieten. Beide Optionen haben durchaus ihre Vorteile und können bei der Absicherung des Kapitals helfen. Neben Aktien lassen sich bei solchen Finanzinstituten übrigens auch Fonds, Anteile an Rohstoffen und Edelmetalle wie Gold kaufen.

Broker oder Bank – welche Anbieter sind besser?

Die Bank bietet Ihnen zunächst einmal eine persönliche Beratung. Das kann gut für all diejenigen sein, die sich noch nicht im Trading auskennen. Für diesen Service werden aber sehr hohe Gebühren umgelegt. So bezahlen Sie Depotführungs- und Verwahrkosten, die im Jahr etwa 50 Euro und mehr betragen.

Hinzu kommen die Orderkosten. Sobald Sie einen Kauf oder Verkauf über die Bank einleiten, müssen Sie einen bestimmten Prozentsatz abgeben. Bei einigen Banken liegen die Gebühren bei 9,99 bis 20 Euro pro Order. Sie sind damit kaum flexibel, um richtig auf die Dynamiken am Markt zu reagieren. Zudem ist die Schwelle bis zum Gewinn und somit auch zur Überwindung der Inflationsrate extrem hoch.

Online Broker gehen hier neue Wege. Da diese Plattformen automatisiert arbeiten, keine Filialen und weniger Personal haben, sind die Kosten niedriger. Sie können also Konten ohne Depotführungskosten und kostenfreie Orders anbieten. Auf diese Weise sparen Sie sich unnötige Nebenkosten und können mehr Geld in den Inflationsschutz investieren.

Darüber hinaus bieten Ihnen Broker wie eToro viele praktische Tools, die ohne Aufpreis genutzt werden können. Sie können so über die App zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt die Charts analysieren oder die Kennzahlen einsehen.

Trading bei Bank oder Broker

Trading bei der Bank
Trading beim Broker
Hohe Kosten für Depot und Orders
Trading in Echtzeit rund um die Uhr
Keine aktuellen Marktpreise
Transparente Gebühren
Lange Verzögerungen bei Kauf und Verkauf (kein Trading in Echtzeit)
Kostenlose Trades und Depotführung (z. B. bei eToro)
Kein Zugriff auf Tools
Aktuelle Marktpreise
Keine Leerverkäufe
Viele Analysewerkzeuge verfügbar
Persönliche Beratung
Praktische App
Leerverkäufe über CFDs

So finden Sie den richtigen Broker

Angesichts der Beliebtheit der Broker sollten Sie sich vorab genau anschauen, ob der Anbieter auch wirklich seriös ist. Erfahrungsberichte helfen dabei, eine bessere Einschätzung zu bekommen. Wichtig sind eine offizielle Lizenzierung und Überwachung, transparente Gebühren sowie eine sichere Software.

  • Schnelle und sichere Software
  • Lizenzierung in einem westlichen Land
  • Kontrolle durch Finanzbehörden
  • Verfügbarkeit von Analysetools
  • Kostenlose Depotführung und gratis Orders (z. B. bei eToro)
  • Transparente Gebührenstruktur
  • Bezahlung in US-Dollar, Euro und Bitcoin
  • Praktische App zum Trading rund um die Uhr

Anmeldung beim Broker über die E-Mail

Anmelden können Sie sich bei den Brokern einfach über die E-Mail-Adresse. Klicken Sie zunächst auf den Button für „Konto einrichten“ in der oberen rechten Anzeige im Browser, gelangen Sie zu einem Fenster für die Dateneingabe. Hier vermerken Sie u. U. einen Usernamen und Ihr Passwort. Alternativ können Sie sich schnell mit Ihrem Facebook- oder Google-Profil anmelden.

anmelden_etoro
Anmeldung bei eToro

Erfahrungen angeben und Verifizierung durchführen

Gesetzlich sind die Broker dazu verpflichtet, einige persönliche Daten von den Mitgliedern zu erheben. So möchte man zunächst etwas zu Ihren Erfahrungen wissen. Wie häufig haben Sie bereits getradet und welche Beträge wurden dabei eingesetzt? Als Nächstes fragt man in einem kleinen Quiz Ihren Kenntnisstand ab, um sicherzugehen, dass Sie Ihr Vermögen nicht unnötig aufs Spiel setzen.

Als Nächstes erfolgt die Verifizierung. Telefonisch wird geprüft, ob es sich um einen echten Menschen und keinen Bot handelt. Danach müssen Sie Ihren Wohnsitz bestätigen. Dazu laden Sie ein Dokument hoch, welches als Beweis dient – z. B. Personalausweis, Meldebescheinigung, Reisepass oder Führerschein.

Handy SMS Verifizierung auf der Plattform eToro
Telefon bei eToro verifizieren

Zahlreiche Broker kooperieren übrigens auch mit dem deutschen Fiskus. So müssen Sie eine Steuernummer angeben, über welche die Kapitalertragssteuer ab Quelle abgeführt wird. Offiziell wird ein Pauschalsatz von 25 Prozent auf das Einkommen aus Verkäufen und Dividenden erhoben.

eToro Steuer-ID verifizieren - Profilerstellungsschritt
Geben Sie bei eToro Ihre Steuernummer an

Sie haben jedoch stets einen Sparer-Pauschbetrag, der aktuell bei 801 Euro im Jahr liegt. Diesen machen Sie ebenso wie Ihren tatsächlichen Steuersatz in der Steuererklärung geltend. Zu diesem Thema lesen Sie meinen Artikel über Steuern und Trading.

Virtuelles Vermögen im Demoaccount aufbauen: Lernen Sie die Grundlagen kennen

Als Anfänger empfehle ich Ihnen, zunächst eine Proberunde im Demoaccount zu drehen. Broker wie eToro geben Ihnen einen bestimmten Betrag an Spielgeld, mit dem Sie frei ein Portfolio gestalten können.

Aktie kaufen im virtuellen Konto (Screenshot zum virtuellen Portfolio)
Üben Sie Trading im Demokonto bei eToro

Lernen Sie hier vor allen Dingen die Dynamiken am Markt kennen und probieren Sie, das Vermögen so breit wie möglich zu streuen. Sie können sich sogar einen festen Renditewert setzen, mit dem Sie über die Inflationsrate und den Kosteneinsatz kommen. Schaffen Sie es, Ihre Ziele im Demokonto zu verwirklichen, wird in den Echtgeldbereich gewechselt.

Unser Tipp: Bei folgenden Brokern können Sie problemlos Aktien handeln. Probieren Sie es aus:

Aktien Broker:
Bewertung:
Regulierung:
Märkte & Spreads:
Vorteile:
Konto:
1. eToro
CySEC, FCA, ASIC
Ab 1,0 Pips ohne Kommission
3,000 Märkte+
# Aktien 0% Provision
# Social Trading
# Short-Trades
# Social Trading
# PayPal
Live-Konto ab 50€
Direkt zum Broker
(Ihr Kapital ist gefährdet. Es fallen andere Gebühren an. Weitere Informationen finden Sie unter etoro.com/trading/fees.)
2. IG.com
BaFin, FCA
Ab 0,4 Pips ohne Kommissionen
16.000 Märkte+
# Alle Märkte handelbar
# Deutsche Niederlassung
# Persönlicher Support
# Verschiedene Plattformen
# DMA Ausführung
Live-Konto ab 0€
Direkt zum Broker
(Ihr Kapital ist gefährdet. Es fallen andere Gebühren an. Weitere Informationen finden Sie unter etoro.com/trading/fees.)
3. Capital.com
CySEC, FCA, ASIC
Ab 0,0 Pips ohne Kommission
6,000 Märkte+
# Größte Auswahl
# Nutzerfreundlich
# Günstige Gebühren
# Variable Hebel
# PayPal
Live-Konto ab 20€
Direkt zum Broker
(Risikohinweis: 87,41% der privaten CFD Konten verlieren Geld)

Geld auf das Konto beim Broker aufladen

Um nun richtig traden zu können, müssen Sie Geld auf das Konto beim Broker aufladen. Die meisten Plattformen bieten Ihnen klassische Einzahlungsmethoden wie Banküberweisung, Soforttransfer, Kreditkarte, PayPal und Neteller an.

etoro zahlungsmethoden
eToro Zahlungsmethoden

Dabei gibt es meistens ein bestimmtes Limit. eToro verlangt von Ihnen so einen Mindesteinzahlungsbetrag von 50 US-Dollar. Andere Depots operieren ohne Mindesteinlage. Gerade in Sachen Inflationsschutz werden Sie jedoch ohnehin weitaus mehr als dieses Minimum investieren und Ihr Vermögen vom unsicheren Sparen auf dem Bankkonto auf den Tradingaccount übertragen wollen.

Analysetools nutzen und Watchlist erstellen

Die Analysetools helfen Ihnen dabei, sich einen Überblick über die verschiedenen Aktien zu verschaffen und deren Bewegungen an den Börsen zu verfolgen. Zunächst einmal können Sie mit den Kennzahlen operieren. So finden Sie Bluechips (hohe Marktkapitalisierung) und unterbewertete Value Aktien (niedriges KGV) heraus. Diese beiden Kategorien sind bei einem inflationssicheren Portfolio besonders wichtig.

Diese Aktien setzen Sie nun auf die Watchlist bei Brokern wie eToro. Somit haben Sie die Verläufe und Entwicklungen immer auf dem Startbildschirm. Sie wissen nun auch, welche Wertpapiere Sie weiter analysieren müssen. Wenden Sie jetzt die technische Analyse an, um Trendwechsel zu erkennen.

Watchlist Aktien Corona
Folgen Sie über die Watchlist bei eToro verschiedenen Aktien

Hierfür markieren Sie die Hochs und Tiefs und zeichnen die Support-Zonen im unteren Segment sowie den Widerstand oben ein. Jetzt können Sie auf bestimmte Muster achten. Typisch für einen Richtungswechsel sind die Elliott-Wellen. Trends gehen nämlich nie geradlinig nach oben oder unten. Nach einem starken Wachstum kommt es meist zu einem Absturz um etwa die Hälfte, bevor es wieder zum Aufstieg kommt.

Chart mit eingezeichneter Unterstützungslinie und Widerstandslinie
Eingezeichnete Unterstützungs- und Widerstandslinien

Kurze, lang ausschlagende Kerzendochte auf den Doji Candlestick Charts liefern Hinweise auf einen bestimmten Trend. Dieser verläuft dann meist in die Gegenrichtung des Dochts. An einer solchen Stelle kann man relativ sicher in den Trade einsteigen. Das richtige Handeln bedarf aber etwas Übung und Fingerspitzengefühl. Mit der Zeit hat man den Dreh raus und weiß, an welcher Stelle sich der Einstieg lohnt. Etwas Trial & Error ist mit geringem Einsatz anfangs erlaubt.

Einstieg in den Aktienmarkt: So kaufen Sie Wertpapiere beim Broker

Wenn Sie nun ein Wertpapier kaufen möchten, klicken Sie auf das entsprechende Profil und tragen in dem sich öffnenden Fenster eine Menge oder eine Summe ein. Beim Kauf von ganzen Aktien müssen Sie stets den vollen Preis bezahlen. CFDs ermöglichen es Ihnen aber, replizierte Bruchstücke mit geringerem Einsatz zu kaufen.

kaufen etoro
Kaufen Sie Aktien und CFDs bei eToro

Mit einem Klick auf Kaufen leiten Sie den Trade nun kostenlos ein. Die Aktie wird Ihrem Portfolio hinzugefügt und ist nun Teil Ihres Investments. Wählen Sie je nach Bedarf einen Hebel, um den Einsatz zu erhöhen. Die Broker schießen Ihrem Trade dann Geld in einem bestimmten Verhältnis zu und Sie können ein Vielfaches des Gewinns erzielen. Bei einem Hebel 5:1 bekommen Sie so das Fünffache heraus.

Sie müssen den Hebel aber als eine Art Beleihung des Portfolios verstehen. Dadurch gehen Sie ein gewisses Risiko ein, wenn sich die Kurse für Sie nicht günstig entwickeln. Der Hebel wirkt nämlich auch in die andere Richtung und Sie machen somit u. U. einen sehr hohen Verlust. Entsprechend sollten gerade Anfänger dieses Finanzinstrument mit Vorsicht einsetzen.

Sicherheitsschranken: Stop Loss und Take Profit

Wenn Sie sich bei Ihrem Investment nicht sicher fühlen und dieses besser vor Verlusten absichern möchten, entscheiden Sie sich für eine der automatisierten Tradingfunktionen bei Ihrem Broker. Stop Loss ist eine der beliebtesten Optionen. Hierbei steigen Sie automatisch aus dem Trade aus, wenn der Kurs der gewählten Aktie auf einen vorher festgelegten Wert sinkt.

Andersherum funktioniert Take Profit, welches Sie ebenfalls im Kauf-Menü auswählen. Hierbei wird ein oberes Limit festgelegt. Damit nehmen Sie den Gewinn ab einem bestimmten Wert mit. Auf diese Weise wird verhindert, dass Sie aus emotionalen Gründen und Gier nach mehr zu lange investiert bleiben. Die Automatisierung nimmt sozusagen die menschliche Komponente weg und reagiert einzig und allein auf die Zahlen.

Welche Gebühren werden bei den Brokern erhoben?

Die meisten Broker haben Gebühren fast gänzlich abgeschafft. Während Sie bei der Bank noch relativ viel für die Depotführung bezahlen, ist dieser Posten bei eToro und anderen kostenfrei. Weiterhin leiten Sie hier Orders ohne jede Provision ein. Auf diese Weise sparen Sie hohe Nebenkosten und sind beim Trading flexibler.

Den richtigen Broker mit transparenten und niedrigen Gebühren zu finden ist besonders wichtig, wenn Sie an der Börse erfolgreich sein möchten. Gerade im Vergleich zu den Banken haben Sie immense Vorteile und investieren wesentlich günstiger.

Wie sieht es mit Anleihen aus? Sind diese sicher?

Anleihen sind ebenfalls Wertpapiere, basieren aber auf einer größeren Sicherheit. Sie sind nämlich nicht den Turbulenzen des Marktes ausgesetzt, sondern gelten gemeinhin als festverzinslich. Sie leihen hier bspw. dem Staat Geld und bekommen dafür eine Garantie, die Summe mit Zinsen zurückzuerhalten. Es ist dabei genau festgelegt, wann diese Rückzahlung erfolgt und wie hoch die Zinsen sind.

Sie sollten jedoch vorsichtig sein, wenn Sie Staatsanleihen finden, die extrem hohe Zinsen bieten. Diese stammen meist von Staaten, deren Kreditwürdigkeit international schlecht bewertet wird. Die hohen Zinsen sind dann ein Lockmittel, um Investoren von einem Leihgeschäft zu überzeugen. Das kann über einen kürzeren Zeitraum gut gehen. Es fehlt jedoch die Sicherheit, dass das Geld auch wirklich zurückgezahlt wird.

Besser ist es im Vergleich dazu, gerade bei einer langen Laufzeit auf Anleihen aus stabileren Staaten zu setzen. Hier sind bspw. Deutschland, Großbritannien, die skandinavischen Länder und die USA zu nennen. In diesen Staaten ist die Verschuldung z. T. zwar auch sehr hoch. Es gibt aber gerade im Vergleich zu klassischen Aktien eine höhere Sicherheit.

Der Nachteil bei den Anleihen ist, dass die potenzielle Rendite nicht so hoch ist wie bei Aktien. Dafür gibt es aber ein relativ sicheres, stabiles Wachstum. Um die Inflation zu bekämpfen, sollten Sie dennoch Anleihen mit einem angemessenen Zinssatz wählen. Da dies in der Regel nicht ganz ausreicht, um die Inflationsrate auszugleichen, empfehle ich Ihnen eine ausgewogene Mischung, bei der Sie parallel dazu Value und Bluechip Aktien im Depot halten.

Guter Schutz bei hohen Inflationsraten – die ETFs

Früher waren Anleihen der absolute Klassiker für all diejenigen, die ihr Vermögen relativ sicher über mehrere Jahre hinweg vermehren wollten. Dann kamen die ETFs und sind mittlerweile ein beliebter Trend bei Sparern.

Bei einem ETF handelt es sich um einen Fonds, der frei an der Börse gehandelt werden kann. Er wird von Investmentgesellschaften herausgegeben und besteht aus einem ganzen Paket an Aktien. Dieses orientiert sich an einem Index und wird automatisiert durch einen Algorithmus meist vierteljährlich ausgetauscht. Dadurch befinden sich stets die Aktien mit der besten Performance im Fonds.

Da dieses Verfahren automatisiert ist, fallen sehr geringe Kosten für die Verwaltung an. Im Durchschnitt liegt die Gesamtkostenrate bei ETFs bei lediglich 0,35 Prozent. Somit haben Sie keine unnötigen Nebenkosten.

Der Vorteil am Prinzip des Aktientauschs bei ETFs ist, dass Sie hier immer gut laufende Wertpapiere halten. Zudem ist der Fonds von vornherein diversifiziert und Sie müssen sich nicht selbst um eine Optimierung des Portfolios kümmern. Es gibt somit ein sehr geringes Risiko und der ETF wächst konstant. Aufgrund des niedrigen Risikos können Sie höhere Beträge anlegen und erhalten eine entsprechend lukrative Rendite.

Diese ist natürlich deutlich kleiner, als sie potenziell bei einzelnen Aktien gegeben wäre. Durch die höhere Sicherheit kann aber auch der Einsatz größer sein und Sie erhalten absolut einen Gewinn, der die Inflation spielend ausgleicht. Selbst bei nur 5 Prozent Wachstum im Jahr sind Sie bei einer Anlage von 5.000 bis 10.000 Euro besser bedient als beim klassischen Sparen auf dem Bankkonto.

  • ETFs sind börsengehandelte Fonds
  • Die Fonds bestehen aus mehreren Aktien
  • Die Zusammenstellung orientiert sich an einem Index
  • Automatisiert werden die Positionen meist vierteljährlich nach Performance bewertet und ausgetauscht
  • Durch den Austausch gibt es ein konstantes Wachstum
  • Das Risiko ist im Vergleich zu einzelnen Aktien gering (hohe Diversifikation bereits gegeben)
  • Das Wachstum ist langsamer als bei Aktien, dafür aber auch sicherer
  • Durch das geringere Risiko kann man höhere Summen auf einen ETF setzen und inflationssicher vom Wachstum profitieren

Setzen Sie auf die großen Index-ETFs und aussichtsreiche Branchen

ETFs werden indexbezogen herausgegeben. So kann man einen Fonds kaufen, der sich auf die großen Welt-Indizes wie den S&P 500 und den MSCI World bezieht. In solchen Paketen sind überwiegend amerikanische Aktien vertreten, da diese zu den wertvollsten Anlagen gehören.

Andere ETFs picken sich aus den Weltindizes die besten Papiere bestimmter Länder heraus. So sind die Emerging Markets wie China und Indien interessant. Solche Fonds sind eine praktische Ergänzung zu den großen Indizes und können auf Dauer einen stärkeren Push nach oben bewirken. Dasselbe gilt für aussichtsreiche Branchen-ETFs wie Wasserstoff, erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Gaming, Cannabis und Tech.

Auch hier macht es die Mischung. Potenziell ist das Wachstum bei branchen- und länderspezifischen ETFs größer. Das Verlustrisiko ist aufgrund der Spezialisierung aber ebenfalls höher. So empfiehlt es sich gerade in Zeiten hoher Inflation auf einige sehr zukunftsträchtige Branchen-ETFs und eventuell auf wachsende Staatsökonomien zu setzen, dies jedoch durch einfache S&P 500 und MSCI World ETFs zu stützen. So lässt sich der Kaufkraftverlust auf Dauer am besten überwinden.

Immobilien oder Aktien?

In Zeiten der Geldentwertung ist immer wieder von Immobilien die Rede. Viele Anleger stecken ihr Geld hastig in das Betongold, um es zu sichern. Tatsächlich hat der Immobilienmarkt in deutschen Großstädten, aber auch in Metropolen wie London, New York und Paris über die letzten 20 Jahre ein ungeahntes Wachstum gesehen.

Entwicklung des Immobilienmarktes seit 2007 - ImmoScout24
Entwicklung des Immobilienmarktes seit 2007 (Quelle: ImmoScout24)

Aber ist es nicht bei so hohen Grundstücks- und Wohnungspreisen bereits zu spät, in Sachwerte wie Immobilien zu investieren? In der Tat könnte sich das Wachstum am Immobilienmarkt zu einer Investitionsblase entwickeln. Im Moment gibt es jedoch immer den „greater fool“, der angesichts von attraktiver Lage bereit ist, sehr viel Geld für eine Immobilie auszugeben – und im Vergleich zu internationalen Metropolen ist in deutschen Städten noch deutlich Luft nach oben.

Es gibt aber eben auch externe Faktoren, welche diesem Trend ein Ende setzen können. So wird von der politischen Seite mit Blick auf die Wahlen immer wieder versucht, die Mietpreise zu drücken. Mietpreisbremse und Mietendeckel sind hier nur einige Stichwörter, die Relevanz haben. Sollte es tatsächlich zu einem radikalen Politikwechsel kommen, würde das zu einem Platzen der Immobilienblase führen – ähnlich wie bei der Silberspekulation in den 70er Jahren, welcher Anfang der 80er durch die US-Regierung ein Ende gesetzt wurde.

Ein weiterer Nachteil von Immobilien als inflationssicherem Investment sind die hohen Nebenkosten. Sie müssen jedes Jahr eine Grundsteuer bezahlen, die von Kommune zu Kommune anders ausfällt. In Berlin rechnen Sie bei einem Eigentumswert von 200.000 Euro so mit einer jährlichen Steuer von mehr als 5.500 Euro. Günstiger fallen die Kosten in kleineren Gemeinden aus.

Weiterhin müssen Sie für das Hausgeld, Müll und Abwasser, Wasser, Strom und Heizung, Reparaturen, Instandhaltung und Wartung aufkommen. Hinzu kommen die verschiedenen Versicherungen. Wenn Sie vermieten, kann es immer zu Problemen mit unseriösen Mietern, welche die Immobilie herunterwohnen.

Dies sind allerdings nur die laufenden Kosten. Beim Kauf selbst fallen weitere Gebühren an, die über den Wert der Immobilie hinausgehen. Die Courtage für den Makler liegt so bei etwa 4 Prozent. Weiterhin muss ein Notar eingeschaltet werden, der natürlich ebenfalls für seinen Service bezahlt werden möchte. Über ihn rechnet man letzten Endes gleich die Eintragung im Grundbuchamt ab. An den Notar gehen etwa 2 Prozent des Kaufpreises. Ein weiterer Kostenpunkt ist die Grunderwerbssteuer von ca. 3,5 bis 6,5 Prozent.

Im Vergleich zu Aktien und ETFs haben die Immobilien somit deutliche Nachteile. Sie können hier nur investieren, wenn Sie bereits viel Kapital in der Hinterhand haben und müssen den Kauf meist durch Fremdkapital stützen. Kommt es zu Ausfällen bei der Kreditrückzahlung, kann die Immobilie konfisziert werden.

Bei Aktien und Fonds legen Sie Ihr Geld dagegen bereits ab kleinen Summen an. Wenn Sie nur 1.000 Euro auf die sichere Seite legen möchten, ist das sehr einfach über Broker wie eToro möglich. Alternativ zu Immobilien können Sie sogar über Immobilien– und REIT-Aktien vom Wachstum beim Real Estate profitieren. Als kleines Plus erhalten Sie bei echten Aktien sogar eine Dividende.

Edelmetalle als Möglichkeit des Inflationsausgleichs

Abseits der Sachwerte und Immobilien beginnt in Krisenzeiten und bei hoher Inflation ein Run auf Edelmetalle wie Gold und Silber. Diese sind grundsätzlich eine durchaus sichere Bank, auf der man das Geld stabil ruhen lassen kann. Durch die gestiegene Nachfrage wachsen letztlich auch die Preise – der Wert von Gold hat so 2020 mit der Corona-Krise und zum Beginn des Ukrainekrieges einen deutlichen Sprung nach oben erlebt.

Gold Chart - Starker Anstieg der Goldpreise 2022
Entwicklung der Goldpreise je Unze

Es empfiehlt sich jedoch, bei hohen Goldpreisen von derzeit fast 2.000 US-Dollar pro Unze einen Einbruch abzuwarten. Wer vor den Krisen bereits Gold im Depot hatte, durfte in den letzten beiden Jahren von einem hohen Wachstum profitieren und kann jetzt die Inflationsrate gut ausgleichen. Alternativ sind auch bei Gold immer Daytrading-Optionen möglich. Sie schauen sich hier wie bei den Aktien die Charts an und achten auf die Tradingsignale.

Zusammenfassung: Der Aktienmarkt ist besser für die Absicherung von Vermögen als das Sparkonto

Bei einer Inflation spricht die Volkswirtschaftslehre von einer schrittweisen oder sprunghaften Verteuerung der Preise. Diese ist auf der Seite der Kaufkraft mit einer Entwertung des Geldes verbunden. Konnten Sie sich vorher noch einen ganzen Wocheneinkauf für 50 Euro leisten, müssen Sie zu einem späteren Zeitpunkt womöglich das Doppelte aufwenden.

Im Moment hängt die Preissteigerung vor allen Dingen mit den weltweiten Lieferengpässen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und dem russischen Krieg in der Ukraine zusammen. Durch die Sanktionen sind die Preise für Öl und Gas erheblich gestiegen. Zudem gibt es voraussichtliche Ausfälle bei Agrarprodukten vom russischen Dünger bis hin zu Weizen und Sonnenblumen aus der Ukraine.

Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der sich Regierungen weltweit um eine Energiewende bemühen und die Nutzung von Öl, Gas und Atomkraft deutlich drosseln. Dadurch sind die Preise bereits seit einigen Jahren angespannt und steigen weiter an. Im Endeffekt könnte es nach Einschätzung einiger Experten auf eine Inflationsrate von bis zu 20 Prozent hinauslaufen.

Die Sparer werden somit indirekt enteignet. Seit vielen Jahren gibt es keine Zinsen mehr auf den Bankkonten. Durch den Kaufkraftverlust schmilzt das Vermögen zusätzlich dahin. Hier müssen Anleger also einen Strategiewechsel vornehmen und sich intensiv mit Optionen wie dem Aktienmarkt, Immobilien und Edelmetallen beschäftigen.

Der Aktienmarkt hat über die letzten 20 Jahre hinweg so ein enormes Wachstum gesehen. Die Einbrüche in manchen Branchen während der Corona-Krise und zum Beginn des Ukrainekrieges bieten sogar gute Chancen für den Einstieg – anders als bei den derzeit bereits teuren Werten wie Immobilien und Gold.

Gerade zukunftsträchtige Segmente wie IT, Künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, E-Commerce und Fintech dürften in den kommenden Jahren anziehen. Mit den hohen Renditen lässt sich das Vermögen also besser vor der Inflation schützen als auf dem Sparkonto.

Wichtig ist dabei immer ein vielseitiger Ansatz. Man sollte das Kapital breit streuen und eine angemessene Diversifikation vornehmen. Setzen Sie nicht Ihr gesamtes Vermögen auf eine Karte, sondern halten Sie mindestens 30 Positionen aus unterschiedlichen Branchen im Depot.

Unterstützt werden kann dies von Fonds und Anleihen, die als weitaus risikoärmer und stabiler gelten. Das Wachstum ist hier zwar langsamer, aber einigermaßen garantiert. Eine 60/40-Kombination (60 Prozent Risiko und 40 Prozent stabilere Investitionen) kann dabei helfen, sein Geld inflationssicher zu investieren.

(Ihr Kapital ist gefährdet. Es fallen andere Gebühren an. Weitere Informationen finden Sie unter etoro.com/trading/fees.)

Häufig gestellte Fragen zu Aktien und Inflation

Was passiert mit Aktien, wenn die Inflation steigt?

Bei den meisten Aktien gehen die Kurse bei einer abrupt auftretenden Inflation meist erstmal nach unten. Andere Wertpapiere, die unmittelbar von einer Krise profitieren (z. B. Waffenhersteller bei Kriegsausbruch) werden eine sofortige Steigerung erfahren. Wichtig zu wissen ist, dass bei einer länger anhaltenden Inflation Anleger nach Möglichkeiten suchen, ihr Vermögen zu retten. Immobilien, Gold und Aktien sind beliebte Investitionsziele. Somit lohnt sich in diesem Moment der Einstieg in den Trade, um sich vor der Inflation zu schützen.

Welche Aktien laufen gut bei Inflation?

Wird die Inflation von einer bestimmten Krise ausgelöst, profitieren natürlich die Unternehmen, welche aus der Situation Gewinn herausschlagen. Daneben sind Sie aber auch bei vielen zukunftsträchtigen Branchen gut mit einem Investment beraten. Im Moment kann man so bei IT, Künstlicher Intelligenz, E-Commerce und Halbleitern mit einem Wachstum rechnen. Viele Anleger werden mit dem Kauf von Aktien aus solchen Segmenten versuchen, Ihr Vermögen abzusichern.

Sind Aktien sicher vor Inflation?

Wenn Sie Ihr Vermögen auf dem Bankkonto liegen haben, bekommen Sie keine Zinsen und das Geld wird aufgrund der Inflation entwertet. Am Aktienmarkt steigen die Kurse dagegen über viele Jahre hinweg. Eine kurzzeitige Delle in der Kurve bietet Einstiegschancen und Sie können in den kommenden Monaten mit einem Wachstum rechnen. Insofern ist Ihr Vermögen bei Aktien sicherer angelegt, als bei der Bank – vorausgesetzt, Sie wenden eine umfassende Diversifikation.

Welche Geldanlage schützt vor Inflation?

Klassische Geldanlagen, die vor Inflation schützen, sind Aktien, Immobilien und Gold. Während man bei Immobilien bereits ein entsprechend hohes Kapital zur Verfügung haben sollte und die Goldpreise in der Regel bereits hoch sind, kann man bei Aktien mit wenig Geld einsteigen. Der Aktienmarkt bietet Ihnen somit flexiblere Möglichkeiten, um Ihr Vermögen in trockene Tücher zu bringen und Gewinne zu erzielen.

Welche Sachwerte kaufen bei Inflation?

Als klassische Sachwerte, die bei einer hohen Inflation gekauft werden, gelten insbesondere Immobilien und Edelmetalle wie Gold. Daneben kann man das Vermögen aber auch in Kunstwerke, Uhren, Edelsteine, edle Spirituosen wie Wein und Whiskey oder in Autos, insbesondere Oldtimer stecken.

Was ist Inflation?

Inflation bedeutet nichts anderes als eine Verteuerung der Preise auf dem Markt. Auf diese Weise sinkt die Kaufkraft und Sie können sich für dasselbe Geld immer weniger leisten. Einer der häufigsten Gründe für diese Entwicklung ist die Steigerung der Energie- und Rohstoffkosten. Im Falle einer Inflation werden die Anleger schleichend enteignet. Bankkonten sind dann nicht mehr sicher und man sollte das Geld besser in alternative Investments stecken, bspw. in Aktien.

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Zuletzt geupdated am 25/09/2022 von Andre Witzel

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