Wie funktioniert das Aktien Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)?

Wer nur separat auf den Kurs und den Gewinn eines Unternehmens schaut, kann schnell zu einer falschen Einschätzung über die Entwicklung des entsprechenden Wertpapiers am Markt kommen.

Für ein genaueres Bild müssen Sie den reinen Gewinn, welchen Sie den veröffentlichten Finanzdaten entnehmen, zunächst einmal ins Verhältnis zu den einzelnen Anteilen setzen. Indem Sie den Jahresüberschuss durch die Anzahl der ausstehenden Aktien teilen erhalten Sie die Earnings per Share (EPS) oder den Gewinn pro Aktie.

Ausstehende Aktien

Bei den ausstehenden Aktien handelt es sich um die Anteile, die frei am Markt gehandelt werden und sich nicht im Besitz der AG befinden.

Hieraus lässt sich schließlich auch das wichtige KGV, also das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei Aktien errechnen. Sie teilen einfach den Kurs der einzelnen Aktie durch das EPS und kommen auf das KGV bzw. die PE Ratio (Price Earnings Ratio per Share).

Dieser Quotient zeigt ihnen, ob eine bestimmte Aktie günstig oder teuer im Vergleich zu ihrem Gewinn ist. Wenn Sie noch weitere Kennzahlen hinzuziehen, finden Sie so die besten Value Aktien, also Wertpapiere, die trotz hervorragenden inneren Werten von den Anlegern unterbewertet werden. Wer hier investiert, kann auf Dauer mit wenig Einsatz hohe Gewinne erzielen. An dieser Stelle erfahren Sie mehr über die Berechnung des KGV und seine richtige Anwendung.

Was ist das KGV bzw. die PE Ratio? Einfache Definition

Ganz einfach gesagt handelt es sich beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) um eine Kennzahl, bei der der Kurs einer Aktie mit ihrem heruntergerechneten Gewinn in Zusammenhang gesetzt wird.

Hierdurch lässt sich der innere Wert mit der Bewertung auf dem Markt vergleichen. Sie finden beispielsweise heraus, ob der Gewinn je Aktie im Vergleich zu ihrem Preis an der Börse höher ist – das Wertpapier also relativ günstig zu haben ist.

Sie können hieran also sehen, welches Potenzial die Aktie in sich trägt und zu welchem Preis sie womöglich in Zukunft gehandelt werden wird. Generell kann man also sagen, dass bei einem niedrigen KGV die Aktie unter ihrem eigentlichen Wert verkauft wird.

Doch Vorsicht: Wie viele Kennzahlen blickt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in erster Linie in die Vergangenheit. Nehmen wir einmal an, ein Unternehmen aus der Autoindustrie hat sich über die letzten Jahre prächtig entwickelt. Die Produkte sind beliebt und werden oft gekauft. Nun entscheiden mehrere Regierungen, ein Verbot von Verbrennermotoren in wenigen Jahren durchzusetzen.

Automobil Aktien E-Mobilität
E-Mobilität als Wachstumsmarkt

Hat die AG parallel keine alternative Strategie z. B. in Form von Elektroantrieben gefahren, wird die Zukunft nicht positiv aussehen, auch wenn das KGV zum Zeitpunkt des Gesetzeserlasses fälschlicherweise ein positives Bild vermittelt.

Beispiel Nokia

Ein weiteres Beispiel ist das finnische Unternehmen Nokia, welches in den 2000er Jahren Rekordgewinne einfuhr und Weltmarktführer beim Verkauf von Handys war. Noch mit der Einführung des iPhones von Apple und somit dem Konkurrenzprodukt, das ab 2007 Nokias Stellung schrittweise passé machen sollte, hätte man nach Kurs und letztem Gewinn eine Investition in den finnischen Konzern rechtfertigen können. Wer die relevanten Branchen in ihrer Gesamtheit im Auge hatte, konnte aber bereits von einem Niedergang ausgehen, da Nokia im Gegensatz zu anderen Firmen noch kein veritables Smartphone in der Produktion hatte.

Der Grund für den niedrigen Kurs im Vergleich zum inneren Wert kann so also auch in den Zukunftsaussichten liegen, welche das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) selbst nicht in Betracht zieht. Sie müssen bei der PE Ratio (KGV) bzw. dem Kurs-Gewinn-Verhältnis also immer auch andere Faktoren betrachten, um zu einer schlüssigen Interpretation zu kommen.

Problematisch ist zudem, dass meist nur das letzte Jahr mit seinen Gewinnen für die Berechnung genutzt wird. Wer langfristige Entwicklungen erkennen möchte, verwendet daher auch das Shiller KGV bzw. die CAPE Ratio, welche sich an den durchschnittlichen Gewinnen in den zehn vergangenen Jahren orientiert. Mit der Forward PE Ratio wird dagegen die Gewinnprognose des nächsten Geschäftsjahres als Berechnungsgrundlage verwendet.

Nichtsdestotrotz ist bei Aktien das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ein guter erster Indikator für Anleger. Im Laufe der Berechnung erfährt man so, ob das Wertpapier überhaupt einen Ertrag erzielt oder dieser durch die reine Menge an Anteilen auf dem Markt verwässert ist. Die PE Ration fungiert dabei als Multiplikator und gibt Ihnen Auskunft darüber wie viel Sie für welchen Gewinnanteil bei einer Aktie bezahlen.

Beispiel KGV als Multiplikator

Liegt der aktuelle Aktienkurs beispielsweise bei 100 Euro und der Gewinn pro Aktie bei 20 Euro, entrichten Sie beim Aktienkauf das Fünffache, um am aktuellen Jahresüberschuss beteiligt zu werden. Bei einem EPS von 50 Euro setzen Sie das Doppelte ein.

  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist eine Kennzahl aus der Fundamentalanalyse von Aktien
  • Ziel ist es, den aktuellen Aktienkurs mit dem Gewinn je Aktie zu vergleichen
  • Bei einem niedrigen KGV ist die Aktie im Vergleich zu ihren inneren Werten günstig
  • Ein hohes KGV bedeutet, dass Sie viel mehr für die Aktie bezahlen, als Sie im Inneren Wert ist
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) blickt in die Vergangenheit
  • Zukünftige und gegenwärtige äußere Faktoren werden nicht betrachtet
  • Anleger sollten unbedingt die Gründe für ein niedriges KGV bei Aktien ergründen, bevor sie investieren
  • Teils sind niedrige KGVs mit börsenpsychologischen Effekten bei unerfahrenen Akteuren am Markt zu erklären: hier besteht Potential für Value Investing wie von Warren Buffett beworben

Wie wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Einzelnen berechnet?

Um die PE Ratio bzw. das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu berechnen zu können, benötigen Sie zunächst den Gewinn pro Aktie. Dieser sagt aus wie viel an Gewinn auf das einzelne Wertpapier entfällt.

Sie nehmen sich hierfür den Jahresüberschuss aus dem Abschlussbericht des Unternehmens. Am besten verwendet man dabei den Wert nach dem Abzug der Steuern, da lediglich dieser Gewinn der AG praktisch und operativ zur Verfügung steht.

Nun benötigen Sie noch die Anzahl der ausstehenden Aktien. Bei ausstehenden Aktien handelt es sich um die Anteile, die nicht von der AG besessen werden – also frei an der Börse verfügbar sind. Die Formel für die Earnings per Share oder den Gewinn je Aktie lautet dann:

Gewinn pro Aktie = Jahresüberschuss nach Steuern ÷ Anzahl der ausstehenden Aktien

Der Gewinn je Aktie ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Wenn Sie sich nur den Gewinn eines Unternehmens ansehen, wissen Sie noch nicht, auf wie viele Aktien sich dieser Jahresüberschuss tatsächlich verteilt. So kann die Geschäftsführung die Anzahl der ausstehenden Aktien erhöhen und somit den Gewinn je Aktie verwässern. Damit lohnt es sich eventuell nicht mehr, eine Aktie zu erwerben.

Wenn Sie nun weiter zur PE Ratio bzw. dem KGV gelangen möchten, teilen Sie den aktuellen Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie. Sie erhalten nun eine Zahl, die meist zwischen 1 und 100 liegt und etwas über das Verhältnis zwischen der externen Bewertung durch die Investoren und den inneren Wert der Aktie aussagt.

PE Ratio/KGV = aktueller Aktienkurs ÷ EPS/Gewinn je Aktie

Alternativ lässt sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für Aktien auch auf Basis des gesamten Gewinns bilden. Sie nutzen dann den Jahresüberschuss nach Steuern als Nenner bei der Berechnung. Sie teilen die Marktkapitalisierung durch den Unternehmensgewinn. Bei der Marktkapitalisierung handelt es sich um die Gesamtheit der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs.

KGV = Marktkapitalisierung (Anzahl der Aktien * aktueller Aktienkurs) ÷ Unternehmensgewinn nach Steuern

Marktkapitalisierung (Market Cap)

Um zur Marktkapitalisierung zu kommen multiplizieren Sie den Aktienkurs mit der Anzahl der Aktien. Sie wissen dadurch, wie viel das Unternehmen an der Börse insgesamt zum aktuellen Zeitpunkt Wert ist.

KGV mit Gewinnprognose

Wenn Sie nicht nur einen Vergleich des aktuellen Aktienkurses mit dem vergangenen Gewinn haben, sondern auch die nächsten Jahre bewerten möchten, nutzen Sie anstelle des Jahresüberschusses die Gewinnprognose für die nächsten zwölf Monate und kommen auf die Forward PE Ratio. Die dafür notwendigen Rohdaten finden Sie ebenfalls im Jahresbericht des Unternehmens.

Die Gewinnprognose ist selbstverständlich kein feststehender Wert, sondern eine grobe Schätzung durch das Unternehmen. Sie sollten Ihre Berechnung und Bewertung also nicht ausschließlich darauf aufbauen, sondern sich auch das Ergebnis in den vergangenen Jahren ansehen sowie die Prognose mit den Quartalsberichten abgleichen und diese gegebenenfalls auf das gesamte Jahr hochrechnen.

Worin unterscheiden sich der Wert einer Aktie und der Kurs einer Aktie?

Was den Kurs und den Gewinn einer Aktie unterscheidet, sind die inneren und äußeren Werte. Der Gewinn je Aktie macht so eine Aussage darüber, wie erfolgreich das Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell über die letzten Jahre hinweg war und wie viel dieses Gewinns letztlich auf die einzelnen Anteile der Anleger entfällt.

Der aktuelle Aktienkurs entsteht dagegen durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Und dieses hat nicht immer etwas mit einer rein rationalen Bewertung durch die Investoren zu tun. Ein Großteil der Anleger an der Börse handelt de facto irrational und führt keine tiefgründige Analyse durch. Mit modernen Online Brokern wird die Schranken zum Einstieg in den Aktienhandel noch niedriger. Es beteiligen sich somit noch mehr nicht-professionelle Akteure am Markt.

Aktienkurse entwickeln sich durch Angebot und Nachfrage

Das bedeutet zum einen Risiken, aber auch Chancen für Sie. Negative Nachrichten über ein Unternehmen sorgen so schnell für den börsenpsychologische Effekt, dass viele Anleger auf einmal ihre Anteile verkaufen und der Kurs somit rapide fällt.

Die News können aber einerseits nur von kurzer Dauer sein und andererseits die Bewertung durch den Markt nicht mehr dem inneren Wert der Aktie entsprechen. Sie kaufen das Wertpapier also jetzt für einen sehr niedrigen Preis im Vergleich zu seinem Potenzial. Das nennt man Value Investing.

Um eine solche Diskrepanz zwischen Marktwert und Buchwert bzw. Gewinn je Aktie aufdecken zu können, nutzen Sie Kennzahlen wie das KGV und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Sie stoßen auf unterbewertete Aktien, die im Börsen-Slang auch gerne Value Aktien genannt werden.

  • Der aktuelle Kurs einer Aktie sagt etwas darüber aus, wie das Unternehmen von den Investoren bewertet wird (Stichwort Marktwert)
  • Beim Gewinn je Aktie wird der Jahresüberschuss auf die einzelnen Anteile heruntergebrochen. Man kann von einem inneren Wert der Aktie sprechen.
  • Oft bestehen große Unterschiede zwischen dem inneren Wert und dem Preis, der sich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage entwickelt.
  • Bei schlechten Nachrichten liegt der Aktienkurs oft niedriger als die EPS
  • Je niedriger das Ergebnis des KGVs, desto unterbewerteter ist die Aktie in Bezug auf das letzte Jahresergebnis
  • Je höher das Ergebnis des KGVs ist, desto teurer ist die Aktie im Vergleich zu ihrem eigentlichen inneren Wert.

Interpretation: So nutzen Sie die P/E Ratio für Ihr Investment

Das KGV können Anleger vor allen Dingen für die Ersteinschätzung eines Unternehmens verwenden. Sie berechnen damit, ob das Wertpapier im Vergleich zu seinem Potenzial günstig oder teuer zu haben ist. Dabei müssen Sie unbedingt auch Bezüge zu anderen Unternehmen in der Branche ziehen. Die Kennzahl sollte also eher kontextualisiert bewertet werden. Erst nachdem Sie den Mittelwert innerhalb des Segments kennen, können Sie einschätzen, ob das Firmen-KGV hoch oder niedrig ist.

Höheres KGV – was bedeutet das?

Fällt das KGV im Vergleich zu anderen Unternehmen in der Branche höher aus, ist die Aktie relativ teuer. Hier kann es sein, dass die Anleger bereits hohe Chancen in der Zukunft sehen, beispielsweise weil die Technologie, die hergestellt wird, so fortschrittlich und innovativ ist.

Möglicherweise waren  Umsatz und Gewinne des letzten Jahres z. B. auch aufgrund von hohen Investitionen noch gering, die Aktien werden von den Akteuren an der Börse aber bereits höher bewertet.

Bei einem hohen KGV signalisiert die Kennzahl also nicht nur eine eventuelle Überbewertung, sondern u. U. die Aussicht auf hohe Gewinne in der Branche. Es ist somit in jedem Fall wichtig, die Gründe für die Zahlen zu lüften, um eine korrekte Analyse erstellen und richtig handeln zu können.

Niedrigeres KGV – gut oder schlecht?

Ein niedriges KGV signalisiert, dass die Aktie trotz eines hohen inneren Potenzials (starke Gewinne und Umsatz des Unternehmens) eher günstig zu haben ist. Anleger haben hier mit ihrer Berechnung womöglich eine Value Aktie entdeckt, also ein Wertpapier, das man preiswert kauft und damit in den nächsten Jahren ein immenses Wachstum erzielt.

Auch hier sollte man jedoch die Gründe für die niedrige Bewertung am Markt kennen. Wenn das Unternehmen etwa mit einer bestimmten Technologie im letzten Jahr erfolgreich war und somit einen hohen Umsatz erzielt hat, diese in der nahen Zukunft aber vermutlich von einer Alternative abgelöst wird, werden Anleger weniger interessiert daran sein.

Die Aktienkurse sinken trotz guter Zahlen in der Vergangenheit. Dasselbe könnte passieren, wenn schlechte Nachrichten zum Unternehmen kursieren. Hier fällt der Kurs kurzzeitig ab und repräsentiert nicht mehr die eigentliche Stärke der Aktie. Eine solche Konstellation bietet immerhin Chancen für ein schnelles, preiswertes Investment vor dem Comeback des Kurses.  

Welche Szenarien gibt es beim KGV?

Aussichtsreiche Szenarien beim KGV

  • Sinken des Kurs-Gewinn-Verhältnisses bei steigenden Gewinnen und konstantem Kurs: Bei diesem Szenario ist zu vermuten, dass das Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt gebracht hat, welches die Anleger noch skeptisch betrachten. Weil die Investoren vorsichtig agieren, bleibt der Kurs daher konstant und das KGV sinkt. Bei einer solchen Konstellation bestehen Aussichten auf hohe Gewinne.
  • KGV wächst bei konstantem Gewinn und steigenden Kursen: Bei einem hohen KGV kann es sein, dass die jeweiligen Branchen stark entwickelt sind und eine Steigerung der Gewinne kaum noch möglich ist. Vermutlich hat das Unternehmen auch höhere Investitionen im vergangenen Geschäftsjahr getätigt, um neue Produkte zu entwickeln. An der Börse wird der Konzern dennoch als sehr positiv bewertet und die Aktien sind entsprechend teuer.

Negative Szenarien beim Kurs-Gewinn-Verhältnis

  • Steigendes KGV bei sinkendem Gewinn und konstantem Kurs: Bei diesem Szenario kaufen weniger Kunden beim Unternehmen ein und durch die steigenden Kosten sinken die Gewinne. Noch haben die Investoren aber die Hoffnung auf ein Comeback nicht verloren und setzen die Aktien auf „Hold“. Hier gilt es kritisch auf die Unternehmenspolitik zu blicken. Gibt es interessante Zukunftskonzepte und Strategien, könnte es sich lohnen, die Anlage zu halten. Eine aktive Investition dürfte jedoch riskant sein, da die Aktie am Markt viel zu hoch bewertet ist.
  • Sinkendes KGV bei konstantem Gewinn und sinkendem Kurs: In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass das Unternehmen in seiner Entwicklung stagniert und eventuell bereits aussichtsreichere Konkurrenzprodukte auf dem Markt sind. Durch den Vertrauensverlust auf Seite der Anleger ist vorerst nicht mehr mit einem wachsenden Kurs zu rechnen.

Wie ist bei Aktien das Kurs-Gewinn-Verhältnis richtig zu bewerten?

Wie Sie gesehen haben, kann die Kennzahl des KGVs nicht so einfach ohne weiteres Wissen über die Entwicklung des Unternehmens und der Branche verwendet werden. Es gilt das KGV immer in den Kontext zu stellen und sich zu fragen, warum es relativ hoch oder relativ niedrig ist.

Ein hohes KGV muss nicht immer negativ sein. Bei einem plötzlichen starken Wachstum der Gewinne, geht oftmals auch der Kurs explosionsartig in die Höhe. Gerade dann, wenn die Zukunftserwartungen extrem hoch sind und damit in den Aktienpreisen beinhaltet sind, kann der Gewinn der letzten Jahre stark abweichen. Das war in der Vergangenheit bei stark gehypten Branchen wie E-Commerce, Wasserstoff und Cannabis der Fall. Sind die Erwartungen erfüllbar, ziehen die Gewinne später nach und die Kurse werden nochmals wachsen.

Mein Tipp: Sammeln Sie zunächst einmal alle relevanten Unternehmen einer Branche und berechnen Sie deren KGV. Nun können Sie einen Durchschnitt bilden und picken sich die Abweichler heraus. Auf diese Weise können Sie eventuelle Value Aktien mit niedrigen KGV entdecken. Wichtig ist auch ein Blick auf die Zeitachse und die vergangenen KGVs sowie das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG Ratio) zu Rate zu ziehen. Hieraus ergibt sich womöglich, dass die Gewinne zwar kontinuierlich oder sogar stark waktachsen, der Aktienmarkt aber noch vorsichtig darauf reagiert.

  • Schauen Sie sich das KGV immer in Bezug zum Gesamtmarkt und zur Entwicklung des Unternehmens an
  • Versuchen Sie die Gründe für ein hohes oder niedriges KGV herauszubekommen
  • Im Aktienkurs sind die positiven oder negativen Erwartungen der Anleger eingepreist
  • Indem man Abweichler vom Mittelwert des KGVs in der Branche aussondiert, lassen sich eventuelle Value Aktien entdecken

Wo finde ich das KGV bei modernen Online Brokern?

Bei modernen Online Brokern müssen Sie oftmals das KGV nicht mehr selbst berechnen oder es werden Ihnen alle notwendigen Berechnungsgrundlagen bereitgestellt. Sie klicken einfach auf die Aktie, die Sie interessiert und haben hier Zugriff auf die Charts sowie Kennzahlen. Je nach Anbieter werden dabei der Gewinn je Aktie, der Betafaktor, das KGV, die Dividende und das KBV angezeigt.

Klicken Sie z. B. bei Markets.com auf den Reiter für “wichtige Kennzahlen”

Sie können nun selbstständig eine gründliche Analyse durchführen, aber auch auf die professionellen Bewertungen von Rating-Agenturen setzen. Diese werden von Brokern wie Markets.com u. a. als PDF-Dokument beigefügt. Zudem gibt man Ihnen oft sogar eine Handlungsempfehlung von Sell über Hold bis hin zu Buy.

Markets.com stellt Ihnen auch umfassende Analysen zum Download bereit

Unterschiede vom Broker zur Bank

Im Gegensatz zur Bank bieten die Broker einen sehr tiefgründigeren Einblick in den Aktienmarkt und seine Dynamiken. Die Plattformen stellen Ihnen alle Analysetools und Kennzahlen zur Verfügung und helfen Ihnen aktiv bei Ihrem Investmentplan. Darüber hinaus sind die Gebühren bei den Brokern weitaus niedriger, Sie können jederzeit Trades lancieren und die Aktien zum aktuellen Preis in Echtzeit kaufen.

Aktien kaufen beim Broker
Aktien kaufen bei der Bank
Niedrige Gebühren und geringer Spread
Hohe Kosten für Depot und Offers
Traden in Echtzeit
Kein Zugriff auf Analysetools
Kaufen Sie Aktien zum aktuellen Marktpreis
Kein Aktienhandel in Echtzeit
Nutzen Sie umfassende Analysetools
Keine aktuellen Marktpreise
Optionen zu Copy Trades
Keine Leerverkäufe
Leerverkäufe möglich
Keine Copy Trades

Spread

Beim Spread handelt es sich um die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis bzw. Geld- und Briefkurs. Sie sollten sich einen Broker suchen, der einen möglichst kleinen Spread anbietet, beispielsweise Markets.com.

Schritt für Schritt zur Aktie: so melden Sie sich bei Online Brokern an

Erster Schritt: finden Sie den passenden Broker

Suchen Sie sich anhand von bestimmten Kriterien den richtigen Broker aus. Dieser sollte staatlich kontrolliert, in einem europäischen oder nordamerikanischen Land lizensiert sein und eine transparente Gebührenstruktur haben. Entscheiden Sie sich so für Anbieter wie Markets.com, die mit gebührenfreien Trades, kostenlosen Depots und geringem Spread überzeugen.

Zweiter Schritt: Anmeldung beim Broker

Klicken Sie auf Konto einrichten

Klicken Sie auf der Startseite des Online Brokers auf „Konto einrichten“. Daraufhin öffnet sich ein Fenster, in dem Sie Ihre persönlichen Daten wie Namen, E-Mail-Adresse, Telefon, Wohnsitz und Ihr Erfahrungslevel eingeben. Meist müssen Sie sich noch mit dem Telefon und der E-Mail verifizieren. Nun sind Sie kostenlos Mitglied und können Aktien oder CFDs kaufen.

Geben Sie bei Markets.com E-Mail und Passwort zur Anmeldung ein

Dritter Schritt: Verifizierung durchführen

Die Broker sind dazu verpflichtet, Ihre Identität zu überprüfen. So sollten Sie ein Ausweisdokument per Mail einreichen. Des Weiteren wird häufig die nationale Steuernummer verlangt. Hierüber führt der Broker die Abgeltungssteuer auf Kapitalgewinne ab.

Geben Sie Ihre pesönlichen Daten an

Vierter Schritt: Geld aufladen

Geld aufzuladen ist denkbar einfach. Sie klicken auf das entsprechende Symbol und entscheiden sich für eine Zahlungsmethode. Oft werden Kreditkarten, Banküberweisung, PayPal, Neteller und andere Micro-Payment-Dienste offeriert. Der Mindesteinzahlungswert sollte möglichst niedrig bei etwa 50 Euro oder 100 Euro liegen. Markets.com verlangt nur 100 Euro für den Einstieg.

Entscheiden Sie sich bei Markets.com für eine Zahlungsmethode und laden Sie mindestens 100 Euro auf

Fünfter Schritt: Aktien mit KGV analysieren und kaufen

Bei Online Brokern haben Sie Zugriff auf alle wichtigen Finanzdaten vom Umsatz über den Gewinn bis hin zu KGV, KBV, Gewinn je Aktie und Betafaktor. Zusammen mit den Handlungsempfehlungen, professionellen Analysen und Charts fällen Sie Ihre Entscheidung für eine bestimmte Aktie.

Bei Makrets.com klicken Sie auf Buy oder Kaufen, um Aktien zu erwerben

Sie geben einfach einen Betrag in das entsprechende Feld ein und klicken auf Buy oder Kaufen. Nun können Sie Ihre Order platzieren und die Aktie Ihrem Portfolio hinzufügen. Um beim Traden erfolgreich zu sein, sollten Sie möglichst gut diversifizieren, z. B. nach den Vorgaben des CAPM.

Fallen Gebühren beim Traden an?

Ganz klassisch verlangen die Händler Gebühren für die Führung des Depots ebenso wie für die einzelnen Offers. Moderne Online Broker gehen aber mittlerweile andere Wege. Bei Markets.com kaufen Sie Aktien z. B. gebührenfrei und müssen auch nicht für das Depot zahlen. Selbst der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, ist extrem gering.

Price Earnings Growth Ratio (PEG Ratio) einfach erklärt: was hier betrachtet wird

Neben dem KGV ist es wichtig, sich bei der Analyse von Unternehmen auf eine weitere Kennzahl zu beziehen: die Price Earnings Growth Ratio (PEG Ratio) bzw. das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis. Hierfür nehmen Sie sich das KGV und teilen es durch das zu erwartende Gewinnwachstum in Prozent. Auf diese Weise lässt sich eine bessere Einschätzung über die zukünftige Entwicklung machen. Die Formel lautet:

PEG Ratio = KGV ÷ erwartetes prozentuales Gewinnwachstum

Haben wir z. B. ein KGV von 12 und ein zu erwartendes Gewinnwachstum von 20 Prozent, erhalten wir eine Kennzahl von 0,6. Dieser Wert bedeutet, wie bei allen Ergebnissen unter 1, dass die Aktie vermutlich unterbewertet ist und somit gute Investitionschancen bietet. Bei einer PEG Ratio von über 1 handelt es sich um überbewertete Aktien.

Bei der PEG Ratio sollten Sie in jedem Fall hinterfragen, ob es sich um ein dauerhaftes Wachstum handelt, das hier beschrieben wird. Bei jungen Unternehmen kann es zu Beginn zu explosionsartigen Steigerungen kommen, die sich aber irgendwann konsolidieren. Ebenso ist die PEG Ratio nur schwer bei zyklisch funktionierenden Branchen anwendbar.

  • Die PEG Ratio setzt das zu erwartende Gewinnwachstum eines Unternehmens mit seinem KGV ins Verhältnis
  • Eine PEG Ratio von unter 1 deutet auf unterbewertete, von über 1 auf überbewertete Aktien hin
  • Nicht anwendbar auf zyklischen Märkten
  • Vorsicht gilt bei jungen, stark aufstrebenden Unternehmen

Alternative Shiller-KGV – die inflationsbereinigte Variante des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Das Shiller-KGV (CAPE Ratio) geht auf den amerikanischen Ökonomen Robert James Shiller zurück, der das Modell erstmals 1988 anwendete. Sein Ziel war es dabei, die Kennzahl unabhängig von positiven oder negativen Ausreißerjahren sowie eventuellen Wirtschaftszyklen zu machen. Hierzu verglich er den aktuellen Aktienkurs mit den durchschnittlichen Unternehmensgewinnen.

Entwickler der CAPE Ratio Robert James Shiller (Quelle: Wikipedia, Bengt Nyman, CC BY 2.0)

Anstelle des Gewinns wird also ein inflationsbereinigter Mittelwert aus den letzten zehn Jahren gebildet. Ebenso muss die Inflationsrate vom aktuellen Aktienkurs abgezogen werden. Um nun zum Shiller-KGV zu kommen, gehen Sie folgendermaßen vor:

Shiller KGV = inflationsbereinigter Aktienkurs ÷ Durchschnitt der inflationsbereinigten Gewinne der letzten zehn Jahre

Beim Shiller-KGV kann man etwas präziser einschätzen, wohin die Reise einer Aktie geht. Man lässt sich so nicht von einem möglichen Rekordjahr oder einer temporären Rezension blenden, sondern schaut auf die langfristige Entwicklung. Bei einem Shiller KGV über dem Mittelwert, kann von einer strukturellen Überbewertung ausgegangen werden. Liegt er dagegen darunter, eröffnen sich womöglich Chancen für die Anleger.

Blick in die Zukunft: das Forward KGV

Während das KGV und das Shiller-KGV immer nur die vergangenen Werte im Blick haben, richtet sich das Forward KGV komplett in die Zukunft. Berechnet wird es, indem man den Aktienkurs durch den prognostizierten Gewinn teilt.

Rückschlüsse auf die Kursentwicklung ziehen Sie hier im Vergleich von Forward PE Ratio mit der PE Ratio. Sind diese in etwa gleich, bleibt die Gewinnerwartung konstant. Wenn die Forward PE Ratio größer ist als die PE Ratio, sink die Gewinnerwartung, während sie im umgekehrten Fall steigt.

Nachteilig ist, dass Sie nicht wissen wie die Gewinnprognosen erstellt worden sind und es sich dabei stets um Schätzungen handelt. Bestimmte Ereignisse – Gesetzesänderungen, Skandale, schlechte Nachrichten – können die Gewinnprognose schnell zunichtemachen.

Vorteile und Nachteile der Nutzung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Der Vorteil des KGV liegt ganz klar in seiner einfachen Berechnung und Nutzbarkeit. Selbst wenn man sich weiterer Kennzahlen und vor allem des Kontextes bedienen muss, gibt der Wert einen ersten Eindruck zur Entwicklung des jeweiligen Unternehmens und seines Aktienkurses. Vor allem im internen Branchenvergleich lassen sich daraus viele Schlüsse ziehen.

Verwendet wird das KGV sehr gerne bei der Strategie des Value Investings, bei dem gezielt nach unterbewerteten Aktien gesucht wird. Da man mit der Kennzahl aber zunächst einmal in die Vergangenheit blickt, ist immer Vorsicht geboten. Eine niedrige Bewertung durch den Markt kann nämlich auch gute Gründe haben, z. B. eine Gesetzesänderung, welche den Verkauf eines bestimmten Produkts verbietet. Auf der anderen Seite werden eventuelle positive Zukunftserwartungen der Aktionäre nicht einbezogen.

Die Frage ist des Weiteren, wie der Gewinn eigentlich berechnet wurde. Dieser wird vom Unternehmen herausgegeben und kann mit Hilfe von finanztechnischen Werkzeugen gesenkt worden sein. Hierzu gehören z. B. der Rückkauf von Aktien und Investitionen in neue Fertigungsanlagen. Insofern kann die Aussagekraft auch hier begrenzt sein.

Oft wird empfohlen, sich auf die Wertpapiere mit niedrigem KGV zu konzentrieren. In vielen Fällen ist ein solches Vorgehen durchaus lukrativ. Es gibt aber auch Momente, in denen eine hohe PE Ratio attraktive Investmentaussichten verspricht. Manchmal steigen die Kurse nämlich bereits aufgrund einer Zukunftsvision und nicht wegen des eigentlichen Gewinnes.

Pro und Contra im Überblick

Vorteile des KGV
Nachteile des KGV
Gute Kennzahl für die Ersteinschätzung
Immer Blick in die Vergangenheit
Leicht zu berechnen
Zukunftstrends und Erwartungen werden nicht einbezogen
Lässt sich nutzen, um unterbewertete Aktien zu finden
Oft zu starker Fokus auf Aktien mit niedrigem KGV
 
Nicht anwendbar bei Verlusten

Nutzung des KGV, wenn es Verluste gibt

Bei Verlusten, also negativen Gewinnen, können Sie das KGV nicht anwenden. Die Kennzahl würde auf unter 0 sinken und damit eine falsche Unterbewertung anzeigen. De facto ist der Konzern in diesem Moment aber vermutlich richtig vom Markt bewertet und kostet daher an der Börse entsprechend wenig.

Welche anderen Kennzahlen gibt es?

EBIT

EBIT ist die Abkürzung für Earnings before Interest and Taxes, also für den Gewinn vor Zinsen und Steuern. Er wird manchmal alternativ zum Gewinn je Aktie für die Berechnung des KGVs mit genutzt, um sich ein noch umfassenderes Bild zu verschaffen. Üblicherweise fokussiert sich die Analyse aber auf die Nettobeträge, also den Jahresüberschuss, der dem Unternehmen tatsächlich zur Verfügung steht.

EBITDA

Anstelle des EBIT können Sie auch einen Blick auf das EBITDA werfen. Dieses beschreibt den operativen Cashflow vor Steuern. In diesem Fall kommen die Abschreibungen auf Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögensgegenstände hinzu.

KBV

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ähnelt stark dem KGV. Anstelle des Gewinns wird hier der offiziell festgelegte Buchwert einer Aktie zum Teilen des Kurses verwendet. Hierdurch soll die Differenz zwischen innerem Wert und Marktbewertung des Papiers ausgemacht werden. Ziel ist es, unterbewertete Aktien zu finden.

Mein Fazit: das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als einen Teil der fundamentalen Analyse nutzen

Trotz einiger Schwächen ist das KGV für die Analyse von Unternehmen auf dem Aktienmarkt eine der wichtigsten Kennzahlen. Indem Sie den Aktienkurs durch den Gewinn des letzten Jahres teilen, erhalten Sie eine erste Aussage über Unter- oder Überbewertung. Ist das KGV niedrig, werden die meisten Analysten zu einer Investition raten.

Bei niedrigem KGV deutet vieles darauf hin, dass die Aktie eigentlich mehr Wert ist, als für was sie an der Börse gehandelt wird. Entsprechend könnte man hier mit wenig Geld einsteigen und hohe Gewinne erzielen. Dabei sollte man aber auch immer Branche und Kontext heranziehen. Was hoch und was niedrig ist, lässt sich nur im Vergleich mit den Konkurrenten richtig bemessen.

Zudem können die Unterbewertungen auch gute Gründe haben, z. B. eine veraltete Technologie, die auf Dauer nicht mehr gebraucht wird. Was in der Aussagekraft des KGV im Endeffekt fehlt, ist die Zukunftsprognose.

Es bezieht so keine Erwartungen an ein bestimmtes Produkt und keine Bewertung der zukünftigen Entwicklung durch die Aktionäre mit ein. Dieser Teil der Nachfrage am Markt ist aber essentiell für die Entwicklung der Preise.

Am praktischsten ist das KGV vermutlich auf der Suche nach Aktien, die temporär aufgrund einer negativen Nachrichtenlage unterbewertet sind. Das A und O ist letztlich, über den Tellerrand der einzelnen Kennzahl hinauszublicken und veritable Erklärungen für die Höhe des KGVs zu finden.

Moderne Online Broker wie Markets.com bieten Ihnen übrigens einen umfassenden Zugriff auf die Kennzahlen und Finanzdaten. So wird es Ihnen spielend leicht gemacht, den Markt zu analysieren und ein erstklassiges Portfolio aufzubauen.

Meist gestellte Fragen zum KGV (FAQs)

Was ist der Gewinn pro Aktie?

Beim Gewinn je Aktie wird der Gewinn des Unternehmens im vergangenen Jahr auf die einzelne Aktie heruntergebrochen. Dadurch wissen Sie wie viel des Gewinns auf das einzelne Wertpapier entfällt und ob dieses überhaupt einen Ertrag erzielt. Der Gewinn je Aktie bzw. das EPS ist zudem Berechnungsgrundlage für das KGV.

Was sagt das KGV aus?

Mit Hilfe des KGV finden Sie heraus, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist. Die Kennzahl setzt so den Gewinn bzw. den inneren Wert einer Aktie ins Verhältnis mit ihrer Bewertung am Markt. Oft gibt es Wertpapiere, die strukturell viel Potenzial aufweisen, von den Anlegern aber nur zögerlich gekauft werden. Diese Anlagen nennt man aufgrund der guten Erfolgsaussichten Value Aktien.

Wie hoch sollte das KGV sein?

Die Höhe des KGVs hängt vom Bezug zur Branche ab. Bilden Sie am besten den Mittelwert aller KGVs eines Sektors und schauen Sie sich dann an, welche Unternehmen deutlich davon abweichen. Bei niedrigen KGVs unterhalb des Mittelwerts handelt es sich oft um unterbewertete Aktien. Aber auch hohe KGVs können u. U. gute Investitionsziele sein, dann z. B., wenn die Anleger bereits das große Zukunftspotenzial einer Innovation erkannt haben, der Gewinn aus dem vergangenen Jahr aber noch relativ niedrig war.

Was ist ein gutes KGV?

In der Regel wird ein niedriges KGV als positiv eingeschätzt, da es auf eine Unterbewertung der Aktie hinweist. Nichtsdestotrotz sollten Sie nach den Gründen dieser Unterbewertung fragen. Manchmal ist es reine Skepsis der Anleger, manchmal aber auch das Wissen um Skandale, Gesetzesänderungen, auslaufende Technologien etc. U. U. können aber auch hohe KGVs für eine Investition sprechen. Was hoch und was niedrig ist ergibt sich aus dem Vergleich mit dem Mittelwert des Branchen-KGVs.

Wie wird das KGV berechnet?

Um das KGV zu berechnen benötigen Sie zunächst den Gewinn je Aktie. Diesen erhalten Sie, indem Sie den aktuellen Gewinn durch die Anzahl aller ausstehenden Aktien teilen. Den derzeitigen Aktienkurs dividieren Sie nun durch das Ergebnis dieser Rechnung.

Was ist der Unterschied zwischen KGV und KBV?

Während man beim KGV den Aktienkurs durch den Gewinn teilt, wird beim KBV der Buchwert verwendet. Es handelt sich um den Wert, mit dem eine bestimmte Kapitalposition in der Bilanz zum Stichtag festgeschrieben wird. Mittlerweile wird eher selten auf diese Kennzahl in der professionellen Fundamentalanalyse von Aktien zurückgegriffen.

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