Was ist Value Investing in Aktien? – Strategie erklärt

Was ist Value Investing in Aktien? – Strategie erklärt

Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Value Investing in Aktien? – Strategie erklärt

Die Grundidee am Value Investing ist einfach erklärt: der Anleger analysiert im Detail den inneren Wert einer Aktie durch die Fundamentalanalyse mit Hilfe von Kennzahlen wie dem Kurs-Buchwert-Verhältnis und dem Kurs-Gewinn-Verhältnis. Diese Parameter werden schließlich mit dem aktuellen Marktwert also dem Börsenkurs und seiner Entwicklung verglichen. Ist die Aktie unterbewertet, könnte es sich um ein interessantes Investment handeln.

Value

Dass die Bewertung einer Aktie nicht ihrem inneren Wert entspricht, kann viele Gründe haben. Beispielsweise sorgen börsenpsychologische Effekte dazu, dass der Aktienkurs aufgrund von negativen Nachrichten abstürzt und nicht dem eigentlichen Potenzial des Unternehmens entspricht. An diesem Punkt lohnt es sich zu investieren. Value Investoren nutzen den niedrigen Kurs, um günstig einzusteigen und langfristig eine außergewöhnlich hohe Rendite zu erzielen.

  • Value Investing basiert auf der Fundamentalanalyse
  • Value Investoren schauen sich den inneren Wert des Unternehmens anhand von Kennzahlen wie dem KGV und dem KBV an
  • Value Investing bedeutet den inneren Wert mit der Bewertung der Aktie am Markt zu vergleichen
  • Ziel ist es, unterbewertete Aktien zu finden und günstig in diese zu investieren
  • Bei der Value Strategie kauft man die Wertpapiere günstig und fährt langfristig nach dem Ausgleich der Unterbewertung einen hohen Gewinn ein

Benjamin Graham, Warren Buffett und das Value Investing – Was ist dran an dieser Strategie?

Die große Bibel des Value Investings ist das Buch „The Intelligent Investor“ von Benjamin Graham. Graham wurde zum Ende des 19. Jahrhundert geboren und hat als Wirtschaftswissenschaftler sowie Investor vor allen Dingen in der Zwischenkriegszeit und bis in die 50er/60er Jahre hineingewirkt.

Value
Benjamin Graham, der Entwickler der Value Strategie (Quelle: Wikipedia)

Schon früh ging Benjamin Graham an die Wall Street und fing damit an, sich der Fundamentalanalyse von Aktien zu widmen. Hierbei schaut man sich im Detail die einzelnen Kennzahlen von Umsatz und Gewinn bis zum Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) an und vergleicht diese mit dem äußeren Wert des Unternehmens – also seiner Bewertung an der Börse.

Grahams Leistung war es, Unterbewertungen überhaupt sichtbar zu machen. So konnte er bei seinen ersten Investitionen Aktien zu 65 US-Dollar pro Stück kaufen. Nur drei Jahre später hatten diese einen Wert von etwa 110 US-Dollar je Aktie – der Wert hatte sich fast verdoppelt.

Neben seinem Engagement als Investor an der Börse lehrte Benjamin Graham auch an der Columbia Universität sowie in Los Angeles. Bei ihm studierten einige der erfolgreichsten Anleger aller Zeiten, speziell legendäre Value Investoren wie William J. Ruana, Irving Kahn und Warren Buffett, der mit seiner Fonds-Gesellschaft Berkshire Hathaway einen Milliardengewinn gemacht hat.

Das Standardwerk des Value Investings: The Intelligent Investor

Das Buch „The Intelligent Investor“ kam 1949 auf den Markt und ist bis heute ein Bestseller für Anleger. Hierin erklärt Graham das Prinzip des Value Investings als gut durchdachtes Gegenstück zur wesentlich spekulativeren Chartanalyse, zum Growth Investing und zum Momentum Trading. Anstatt davon auszugehen, dass Aktien am Markt immer fair bewertet werden, empfiehlt er nach Unternehmen zu suchen, deren inneres Potenzial den Aktionären nicht bekannt ist und deren Preis daher nicht dem wirklichen Value entspricht.

  • Graham stellte sich gegen die damals vertretene Idee, dass die Aktien am Markt fair bewertet sind und alle Investoren Kenntnis über den wirklichen Wert eines Unternehmens haben
  • Er begann damit, durch eine gründliche Fundamentalanalyse der Kennzahlen unterbewertete Aktien zu finden
  • Von der Anlagestrategie Grahams lernten spätere Value Investoren wie Warren Buffett
  • Grahams Buch „The Intelligent Investor“ ist eines der Standardwerke des Value Investings

Vom professionellen Value Investoren profitieren: Warren Buffett und Berkshire Hathaway

Warren Buffett ist einer der bekanntesten Schüler von Graham und der renommierteste Value Investor weltweit. Der 1930 geborene Unternehmer begann sich bereits als Teenager für den Markt zu interessieren und gründete in den 50er Jahren seine erste Firma, über welche er auch zu der einstigen Textilfirma Berkshire Hathaway kam. Diese wandelte er in eine Holdinggesellschaft um, über die er seine Investitionen platzierte.

Warren Buffet Bild
Value Investor Warren Buffett

Mit der Übernahme von Berkshire Hathaway sowie den Investitionen in Firmen wie Coca-Cola, American Express und Gilette begann der jahrelange Aufstieg von Warren Buffett und seinem Vermögen. Heutzutage besitzt der Investor mehr als 85 Milliarden US-Dollar.

Auch Sie als kleiner Anleger können vom Erfolg von Warren Buffett und seiner Gesellschaft profitieren. So ist es möglich, die Anteile von Berkshire Hathaway einfach an der Börse zu kaufen. Allein seit den letzten 20 Jahren konnte das Wertpapier mehr als 400 Prozent Plus machen.

Diese Rendite ist im Vergleich zu Boom-Branchen wie E-Commerce, Wasserstoff, Cannabis und E-Mobilität vergleichsweise schmal. Angesichts des soliden Standings des Unternehmens darf die Aktie mittlerweile als Bluechip, also als besonders wertvolles Papier gelten. Durch das konstante, jedoch etwas langsamere Wachstum ist sie in Ihrem Portfolio in der Lage, den eigenen Aktienmix zu stabilisieren.

Bluechip Aktien

Bei Bluechip Aktien handelt es sich um besonders wertvolle Wertpapiere. Die dazugehörigen Unternehmen dürfen als mächtige Hochseetanker im Meer des Aktienmarktes gelten, die selbst in stürmischen Zeiten nicht ins Schwanken geraten. Anleger können eine solche Aktie kaufen, um das eigene Portfolio dauerhaft stabil zu halten. Beispiele für Bluechips sind Coca-Cola, Berkshire Hathaway und Apple.

Die A-Aktie von Berkshire Hathaway kostet mit mehr als 300.000 Euro extrem viel. Für die B-Aktie legen Sie im Moment ca. 235 Euro auf den Tisch. Wenn Ihnen das zu teuer ist, können Sie bei Brokern wie Markets.com auch Bruchstücke eines Wertpapiers in Form von CFDs kaufen. Hierbei handelt es sich um keine echten Aktien, sondern um einen virtuellen Kontrakt zwischen Anleger und Broker. Anhand des abgebildeten Aktienkurses bzw. der Differenz zwischen Underlying (Basiswert) und der Kursentwicklung werden schließlich Gewinne erzielt.

Hoher Preis, aber stabiles Wachstum: Berkshire Hathaway
  • Warren Buffett ist einer der bekanntesten Schüler Benjamin Grahams und gilt als legendärer Value Investor
  • Mit seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway besitzt er eines der wertvollsten Unternehmen weltweit
  • Berkshire Hathaway gilt heute als klassische Bluechip Aktie

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Warum sind Aktien überhaupt unterbewertet?

Um zu verstehen, warum Aktien unterbewertet sind und somit zur Value Anlage werden, muss man sich der Differenz zwischen dem inneren Wert eines Unternehmens und seiner Bewertung am Markt bewusst werden. Nicht alle Akteure an der Börse kennen sich im Detail mit den fundamentalen Kennzahlen aus.

Sie investieren anders als von Modellen wie dem CAPM angenommen emotional und somit nicht rational. Dadurch können kleine äußere Einwirkungen wie schlechte Nachrichten oder ein Hype über ein aussichtsreiches Produkt zu einer Unter- oder Überbewertung führen. Der Preis pro Aktie entspricht somit nicht ihrem tatsächlichen Wert.

Was ist der innere Wert eines Unternehmens vs. der äußeren Bewertung?

Beim inneren Wert des Unternehmens handelt es sich um das tatsächliche Potenzial einer Aktie bzw. des Unternehmens. Sie schauen sich hier als Value Investor vor allem die Kapitalstruktur an und erfahren mehr über den finanziellen Input und Output. Hierzu gehören u. a. Kennzahlen wie der Umsatz, Gewinn und der Buchwert je Aktie. In letzterem sind neben den liquiden Mitteln auch Sachmittel eingepreist. Die Werte können mit einfachen Schritten je Aktie berechnet werden.

Im Gegensatz zu diesen relativ rational messbaren Daten ist die äußere Bewertung pro Aktie an der Börse u. a. von börsenpsychologischen Effekten und einem emotionalen Verhältnis zu einem bestimmten Unternehmen abhängig. In den Preisen spiegeln sich so hohe Erwartungen an die Zukunft oder eventuelle pessimistische Aussichten wider.

Diese können durchaus realistisch sein, z. B. bei klassischen Autoherstellern, die sich vor dem Verbrennerverbot in den nächsten 15 Jahren noch nicht richtig platziert haben. Bei diesen Unternehmen ist die Unterbewertung meist gerechtfertigt. Ein niedriger Kurs kann aber auch unabhängig von den tatsächliche Wachstumsaussichten und des inneren Wertes entstehen, dann, wenn sich die Investoren noch nicht für das Geschäftsmodell des Unternehmens interessieren oder schlechte Nachrichten für einen Herdentrieb weg von der Aktie sorgen.

Typische Gründe für eine Unterbewertung sind:

  • Weniger Interesse als Potenzial: Große Unternehmen wie Amazon, Tesla, Nvidia oder auch Boom-Konzerne wie Square oder Ballard Power Systems aus der Wasserstoffindustrie sind in den Medien in aller Munde. Bei Nischenbranchen und Newcomern ist das oft nicht der Fall, selbst wenn das Geschäftsmodell gut ist und die Kennzahlen viel hergeben. Es ist daher möglich, dass die Anleger einfach noch nicht auf die Firma aufmerksam geworden sind und daher ihren Wert noch nicht erkannt haben. Die Aufgabe von einem Value Investor ist es, eine solche Aktie zu finden, bevor es der Rest der Anleger tut.
  • Negative Berichterstattung: Negative Nahrichten – ob gerechtfertigt oder nicht – wirken sich direkt auf den Aktienkurs aus. Wenn es beispielsweise zu großen Skandalen wie der Abgasaffäre bei Volkswagen oder den Flugzeugabstürzen der MAX Serie bei Boeing kommt, wird das von den Investoren wahrgenommen. Diese nehmen dann von einem Kauf Abstand bzw. verkaufen als bisherige Inhaber die Aktie. Hierdurch gibt es plötzlich mehr Angebot als Nachfrage und der Kurs geht deutlich in den Keller. Handelt es sich aber um einen temporären Skandal und liegt gleichzeitig eine gute Geschäftslage (Gewinn, Umsatz, Buchwert) vor, ist jetzt der Zeitpunkt für die Value Investoren gekommen, um in das Unternehmen zu investieren.
  • Herdentrieb/börsenpsychologische Effekte: Herdentrieb und Nachrichtenlage zu einem Unternehmen hängen unmittelbar miteinander zusammen. Wenn aufgrund von schlechten News die ersten Investoren abspringen, sinkt der Aktienkurs. Optisch sorgt dies für einen börsenpsychologischen Effekt: viele Anleger sehen ihre Investition in Gefahr und steigen aus dem Trade aus, bevor der Wert noch weiter abfällt. Dadurch werden die jeweiligen Aktien jedoch mehr und mehr entwertet. Was die Verkäufer womöglich nicht wissen ist, dass sich der Marktwert angesichts der hervorragenden Wirtschaftslage wieder stabilisieren wird. Für Value Investoren ist der Herdentrieb ein Einstiegspunkt in den Handel. Hier muss jedoch genau analysiert werden, ob der Herdentrieb temporär ist, welches tatsächliche Risiko vorliegt und wie es um die Zukunftsaussichten des Unternehmens bestellt ist.  

Value Aktien von einer Value Trap unterscheiden – legitime Gründe für die Unterbewertung

Eine Unterbewertung muss aber nicht zwangsläufig falsch sein. In vielen Fällen gibt es gute Gründe dafür, dass der Markt skeptisch gegenüber dem Unternehmen ist. Daher ist es wichtig, eine echte Value Aktie von einer Value Trap zu unterscheiden.

Bei einer Value Trap erscheint die Aktie auf den ersten Blick als unterbewertet im Vergleich zu ihrem tatsächlichen Potenzial. In Wirklichkeit haben die Investoren aber erkannt, dass etwas am Unternehmen bzw. am Geschäftsmodell nicht stimmt.

Läuft es z. B. bei Anbietern von Technologien, die in einigen Jahren veralten, nach den aktuellen Verkäufen relativ gut, wird der innere Wert deutlich besser wirken als der Aktienkurs. In den Kennzahlen bzw. in der Bilanz blickt man aber generell nur in die Vergangenheit. Hier sind keine Zukunftsaussichten, Entwicklungen in der Branche und Gewinnprognosen inbegriffen.

Beispielsweise dürfte ein Unternehmen aus der Autoindustrie, welches sich vor dem Verbot des Verbrennermotors noch nicht über E-Mobilität oder Brennstoffzellen Gedanken gemacht hat, zu Recht unterbewertet sein. Dasselbe war der Fall bei Nokia, welches in den 2000er Jahren der Marktführer bei den Handyverkäufen international war. Als das iPhone von Apple als erstes Smartphone auf den Markt kam, sahen die Zahlen ebenfalls positiv aus, selbst wenn das Geschäftsmodell des Unternehmens bereits zu diesem Zeitpunkt dem Untergang geweiht war.  

Den Anschluss verpasst: Der einstige Weltmarktführer Nokia konnte Apple kein massentaugliches Smartphone entgegensetzen

Beim Value Investing sollten Sie als Anleger also nicht nur auf den inneren Wert und dessen Verhältnis zum Kurs, sondern auch auf die gesamte Branche, die Gewinnprognosen und die Platzierung des Produkts achten. Wichtige Faktoren sind:

  • Zukunftsaussichten
  • Stabile Gewinnentwicklung über die letzten Jahre hinweg
  • Alleinstellungsmerkmal in der Branche
  • Hohe Bewertung durch Rating-Agenturen
  • Keine Skandale
  • Niedrige PEG-Ratio

PEG Ratio

Die PEG Ratio vergleicht den Kurs der Aktie, den Gewinn und das erwartete Wachstum miteinander. Zum KGV kommt hier also die Gewinnprognose für das nächste Jahr hinzu. Auf diese Weise lässt sich teils eine Aussage zur Zukunftsentwicklung machen. Berechnet wird die Kennzahl, indem man das KGV durch das prognostizierte Gewinnwachstum teilt. Relevant ist die PEG Ratio u. a. für die Growth-Strategie und als ergänzende Ziffer fürs Value Investing.

Immer mehr Kleinaktionäre sorgen für mehr Einstiegschancen zum Value Investing

Weil es immer mehr moderne Online Broker auf dem Markt gibt, haben auch immer mehr unerfahrene Investoren Zugang zum Markt. Während professionelle Trader Unternehmen detailliert analysieren und einschätzen können, ob es eine positive Entwicklung über die nächsten Jahre hinweg gibt, reagieren Newcomer an der Börse deutlich emotionaler.

Dadurch werden die Kaufentscheidungen am Markt zunehmend irrationaler und Aktien können wesentlich häufiger einen niedrigeren Kurs haben, als ihr eigentlicher Wert verspricht. Für die Value Strategie ist dieser Mechanismus nicht zwangsweise negativ. Es bieten sich dagegen kurzfristig immer mehr Chancen für den günstigen Kauf von Value Aktien.

Wie finde ich unterbewertete Aktien?

Um mit der Value Strategie richtig investieren zu können, müssen Sie zunächst die passenden Aktien finden. Hierfür benötigen Sie die wichtigsten Kennzahlen der jeweiligen Unternehmen. Über diese vergleichen Sie den inneren und den äußeren Wert der Aktie.

Die wichtigsten Ziffern, die Sie wissen sollten, sind dabei das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Diese Zahlen setzen den inneren Wert (Gewinn und Buchwert) in Beziehung zum Aktienkurs. Wenn man das Ganze in den Kontext der Branche stellt und richtig interpretiert, lassen sich schnell potenzielle Aktien für das Value Investing finden.

Die klassischen Kennzahlen für das Value Investing

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis

Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bzw. der PE Ratio wird wie der Name bereits andeutet der Gewinn aus dem letzten Jahr in Beziehung zum Aktienkurs gesetzt. Wenn der Preis je Aktie deutlich unter dem Gewinn je Aktie liegt, könnte es sich um eine Gelegenheit zum Value Investing handeln.

Für die Berechnung des KGVs benötigen Sie zunächst den Gewinn je Aktie, auch EPS (Earnings per Share) genannt. Zu diesem Wert gelangen Sie, indem Sie den Jahresgewinn durch die Anzahl der ausstehenden Aktien teilen.

Ausstehende Aktien

Der Begriff „ausstehende Aktien“ bedeutet nichts anderes als die Gesamtheit aller sich im Handel befindlichen Wertpapiere von einem Unternehmen. Diese müssen an der Börse verfügbar sein und sich nicht im Besitz der AG selbst befinden.

Die Formel für den Gewinn je Aktie lautet also:

Gewinn je Aktie (EPS) = Gewinn aus dem letzten Jahr ÷ Anzahl der ausstehenden Aktien

Um nun die Beziehung zum Aktienkurs herzustellen, wird dieser durch den Gewinn je Aktie geteilt. Alternativ kann man auch die gesamte Marktkapitalisierung des Unternehmens mit dem Gewinn nach Steuern dividieren. Hieraus ergibt sich ein Wert, der meist zwischen etwa 1 und 100 liegt.

Marktkapitalisierung

Bei der Marktkapitalisierung handelt es sich um den gesamten Marktwert des Unternehmens. Man multipliziert hierfür den aktuellen Aktienkurs mit der Anzahl der ausstehenden Aktien. Die Marktkapitalisierung ist dabei u. a. ein Faktor, anhand dessen ein Unternehmen in einen Index wie den DAX aufgenommen wird.

Die Berechnung des KGV kann auf zwei Wegen erfolgen:

  • KGV = aktueller Aktienkurs ÷ Gewinn je Aktie
  • KGV = Marktkapitalisierung ÷ Gewinn nach Steuern

Wie interpretiere ich nun das KGV in Hinsicht auf die Value Strategie?

Für die Interpretation des KGV muss man sich immer den Kontext innerhalb der entsprechenden Branche ansehen. Dabei ist es auch wichtig, die Vergleiche an demselben Markt anzustellen und nicht bspw. Unternehmen an der Deutschen Börse direkt mit Firmen aus dem amerikanischen NASDAQ in Beziehung zu setzen.

Ist das KGV eines Unternehmens im Vergleich zu den anderen Firmen aus der Branche außergewöhnlich niedrig, könnten Sie hier auf eine unterbewertete Value Aktie gestoßen sein. Wie ich bereits angemerkt habe, vergleicht das Kurs-Gewinn-Verhältnis aber nur die Profite aus dem letzten Jahr mit dem gegenwärtigen Marktwert.

Es handelt sich also stets um einen Blick in die Vergangenheit. Konjunkturschwankungen, negative Nachrichten, Innovationen und substituierende Konkurrenzprodukte sind hier nicht mit inbegriffen. Darüber hinaus kann die Höhe des Gewinns von der Geschäftsleitung durch bestimmte Maßnahmen manipuliert werden.

Das KGV sollte somit als erstes Indiz für eine potenzielle Value Aktie gelten. Sie finden diesen Wert bei vielen Brokern wie Markets.com direkt im Profil der jeweiligen Unternehmen unter dem Reiter „Wichtige Kennzahlen“. Passende Kandidaten kommen in die Watchlist und können anschließend weiter analysiert werden.


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Ein Blick in die Zukunft: Forward PE Ratio

Es gibt beim KGV durchaus eine Möglichkeit, auch etwas in die Zukunft zu blicken: die PE Ratio bzw. das KGV mit Gewinnprognose macht es zumindest zu einem gewissen Grad möglich. Anstelle des Jahresüberschusses aus der Bilanz wird dann die Gewinnprognose für das nächste Jahr zur Berechnung verwendet. Diese wird vom Unternehmen im Jahresbericht und von Analysten angegeben.

Die Prognose ist natürlich kein fester Wert und muss stets als Schätzung angesehen werden. Wenn die PE Forward Ratio ebenfalls sehr niedrig liegt und eine Unterbewertung andeutet, ist das zusätzlich zum Kurs-Gewinn-Verhältnis ein Argument zum Kauf dieser Aktie.

Der Buchwert je Aktie

Der Buchwert von einer Firma beschreibt deren komplettes Eigenkapital inklusive aller liquiden Mittel und Sachwerte wie Immobilien. Nicht inbegriffen in diesem Teil des Vermögens ist das Fremdkapital, bspw. laufende Kredite.

Auch dieser Wert kann mit einer einfachen Berechnung auf das einzelne Wertpapier heruntergebrochen werden. Beim Buchwert je Aktie wird der Betrag durch die Anzahl der ausstehenden Wertpapiere geteilt. Dadurch wird ersichtlich, wie viel Eigenkapital auf die einzelne Aktie entfällt.

Buchwert je Aktie = Buchwert des Unternehmens ÷ Anzahl der ausstehenden Aktien

Vom Buchwert je Aktie zum Kurs-Buchwert-Verhältnis

Um letztlich zum Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) zu gelangen, müssen Sie den aktuellen Kurs analog zur Berechnung des KGVs durch den Buchwert je Aktie teilen. Auch in diesem Fall ist die Formel mit der Marktkapitalisierung und dem gesamten Buchwert möglich.

KBV = aktueller Aktienkurs ÷Buchwert je Aktie

Als Ergebnis bekommen Sie einen Wert, der entweder über oder unter 1 liegt. Über 1 bedeutet in diesem Fall eine Überbewertung und unter 1 eine Unterbewertung, somit also auch das Potenzial für Value Investing. Bei einem niedrigen KBV handeln die Investoren die Aktie als für weniger als sie nach dem Eigenkapital aus der Bilanz wert ist.

Der Nachteil beim KBV ist derselbe wie beim Kurs-Gewinn-Verhältnis: es werden immer nur vergangene Rohdaten verwendet. Wachstumschancen oder negative Zukunftsaussichten sind im Buchwert noch nicht eingepreist. Daher ist es wichtig, die Kennzahl nicht im leeren Raum zu interpretieren, sondern vor einem Kauf deren Ursache zu ergründen.

Value Aktien kaufen beim Online Broker oder bei der Bank

Mittlerweile muss man nicht mehr zur Bank gehen und sich auf Umwegen die Rohdaten für die Berechnung von Kennzahlen besorgen. Moderne Online Broker wie Markets.com ermöglichen es Ihnen, alle wichtigen Informationen auf einem Blick einzusehen. Daneben werden Einschätzungen zu Risiko und Wachstum gegeben. Indem man die Aktien der Watchlist hinzufügt, kann man langfristig Vergleiche anstellen und die besten Value Aktien herausfinden.

Das Risiko ist beim Online Broker auch deshalb gering, weil die Gebühren faktisch abgeschafft worden sind. Eine moderne Plattform wie Markets.com funktioniert heutzutage weitgehend ohne Abgaben auf Trades und Depot. Somit haben Sie mehr Flexibilität und können das gesparte Geld besser investieren.

Value Investing beim Broker
Value Investing bei der Bank
Alle Kennzahlen werden bereitgestellt
Hohe Gebühren auf Order und Depot
Zusätzlich Chartanalyse möglich
Kein Handel in Echtzeit
Jederzeit vom Mobilgerät Zugriff auf den Markt
Keine aktuellen Marktpreise
Echtzeithandel zu aktuellen Preisen
Sie müssen dem Bankmanager vertrauen
Geringer Spread und keine Gebühren
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Spread

Beim Spread handelt es sich um die Differenz zwischen Brief- und Geldkurs. Beim Kauf von Aktien spiegelt sich dieser Wert im Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis wider.

So üben Sie Value Investing beim Online Broker aus – Schritt für Schritt

  1. Broker finden
  2. Anmeldung beim Broker per E-Mail
  3. Verifizierung durchführen
  4. Im Demokonto üben, Value Aktien zu finden und Geld aufladen
  5. Value Investing mit Hilfe von Analysetools beim Broker
  6. So können Sie beim Broker Aktien kaufen und Gewinne erzielen

Erster Schritt: Broker für Value Investing finden

Zunächst einmal müssen Sie sich einen passenden Broker aussuchen, bei dem Sie auf ein sicheres System, eine schnelle Software, viele internationale Märkte für den Kauf von Fonds und Aktien sowie auf diverse Analyseinstrumente für das Value Investing stoßen.

Wichtig ist zudem eine transparente Gebührenstruktur. Viele moderne Anbieter wie Markets.com bieten so unlängst kostenlose Trades und Depots. Einige Tradingplattform heben dagegen den Spread an und machen so verdeckt Profit. Daher ist es wichtig, dass die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis möglichst niedrig liegt, um nicht unnötig Gelder auszugeben.

Wichtige Faktoren, die für einen guten Broker sprechen sind:

  • Sichere und schnell laufende Software
  • Niedrige bis keine Gebühren und geringer Spread
  • Kauf von Aktien und Fonds in Euro oder Dollar möglich
  • Offizielle Lizenzierung und Kontrolle in Nordamerika oder Europa
  • Zugriff auf Analysetools und Briefings für das Value Investing
  • Einfache Einzahlungs- und Abhebemethoden

Zweiter Schritt: Anmeldung beim Broker per E-Mail

Wenn Sie sich für einen Broker entschieden haben, klicken Sie auf den Button „Konto einrichten“ und tragen Ihre E-Mail-Adresse zusammen mit einem Passwort ein. Daraufhin kommt ein Bestätigungslink in Ihr Postfach. Diesem folgen Sie und sind bereits Mitglied auf der Seite.

Anmeldung Markets.com
Einfache Einrichtung des Kontos bei Markets.com

Nun müssen noch einige weitere Details angegeben werden. Persönliche Informationen wie die Adresse, das Geburtsdatum und die Telefonnummer sind obligatorisch. Ebenfalls sollte man die Erfahrungen nennen, die im Trading bereits bestehen. Hieran wird eingeschätzt, wie hoch das Risiko bei den Investoren ist.

(67 % der Privatanlegerkonten verlieren beim CFD-Handel bei diesem Anbieter Geld. Sie sollten sich überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.)

Geben Sie weitere Informationen an

Viele Broker kooperieren direkt mit den deutschen Finanzbehörden. In diesem Fall werden die Steuern in Höhe von pauschal 25 Prozent direkt an den Fiskus abgeführt. Sollte sich Ihr tatsächlicher Jahressteuersatz auf weniger als 25 Prozent belaufen, können Sie diesen später in der Steuererklärung geltend machen. Zudem stehen Ihnen 801 Euro als Sparer-Pauschbetrag frei. Mehr zu Trading und Steuern lesen Sie hier.

Dritter Schritt: Verifizierung durchführen

Bevor Sie loslegen können, müssen Sie noch eine Verifizierung durchführen. Seit einiger Zeit ist es Pflicht, einen Wohnsitznachweis hochzuladen, z. B. in Form des Ausweises oder der Meldebescheinigung. Im Anschluss daran geht es daran, Kapital zu investieren und Rendite zu erwirtschaften.

Verifizierung Markets.com
Verifizierung bei Markets.com durchführen

Vierter Schritt: Im Demokonto üben, Value Aktien zu kaufen und Geld aufladen

Wenn Sie sich noch nicht so gut im Trading auskennen und noch Übung dabei brauchen, Value Aktien zu finden, nutzen Sie zunächst das Demokonto Ihres Brokers. Hier bekommen Sie ein virtuelles Kapital, welches Sie ohne Risiko einsetzen können. Sie trainieren dabei, mit den Kennzahlen und Charts umzugehen und ein optimales Portfolio aufzubauen.

Aktienkonto
Wählen Sie das Demokonto aus, um den Aktienhandel zu üben

Wer Geld investieren möchte, muss dieses zunächst einmal auf das Konto beim Broker laden. Das geht mit Methoden wie Kreditkarte, Sofortüberweisung, PayPal, Skrill und Neteller vonstatten. Oft gibt es einen Mindestbetrag, der bei seriösen Anbietern niedrig sein sollte. Bei Markets.com liegt dieser Wert aktuell bei 100 Euro.

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Laden Sie bei Markets.com Guthaben auf

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Fünfter Schritt: Value Investing mit Hilfe von Analysetools beim Broker

Beim Broker werden Ihnen alle Hilfsmittel bereitgestellt, um schnell und einfach die besten Value Aktien zu finden. Sie klicken auf das jeweilige Profil von einem Unternehmen und schauen sich den inneren Wert z. B. anhand von Gewinn, KGV, KBV und EPS an. Nun nehmen Sie die Aktie in Ihre Beobachtungsliste auf und verfolgen, wie sich der Kurs in Prozent entwickelt. Im Vergleich zwischen innerem Wert und Aktienkurs zeigt sich dann, welches Papier unterbewertet ist.

Kennzahlen von Aktien
Bei Markets.com sehen Sie die wichtigsten Kennzahlen einer Aktie wie das EPS ein

Sechster Schritt: So können Sie beim Broker Value Aktien kaufen und Gewinne erzielen

Um Aktien zu erwerben, geben Sie einen Betrag im entsprechenden Bereich ein und klicken auf „kaufen“. Daraufhin öffnet sich ein Fenster, in dem Sie die Höhe der Kaufsumme noch einmal konkretisieren können. Wenn das Wertpapier zu viel kostet, investieren Sie alternativ in CFDs. Hierbei handelt es sich um virtuelle Bruchstücke von der Aktie.

Aktien kaufen
Betrag eingeben und auf Kaufen klicken

Mit einem Hebel erhöhen Sie die möglichen Gewinne, die sich aus einer Value Aktie herausschlagen lassen können. Der Broker schießt Ihnen dann Geld zu. Bei einem Hebel von 1:3 bekommen Sie den dreifachen Betrag heraus. Gleichzeitig wirkt ein Hebel aber auch multiplizierend auf den Verlust. Daher sollten gerade Anfänger vorsichtig mit diesem Instrument umgehen.

kaufen-markets-com-Stop-loss
Aktien mit automatisierten Tradingfunktionen kaufen

Eine höhere Sicherheitsmarge haben Sie mit Hilfe von automatisierten Funktionen wie Stop Loss und Take Profit. Wenn Sie diese Optionen anklicken, können Sie einen Höchst- oder Minimalbetrag eingeben, bei dem der Trade ohne weitere Konsultation geschlossen werden soll. Sie verringern somit den möglichen Verlust bzw. nehmen den Profit ab einem gewissen Wert mit.

Welche Gebühren fallen beim Value Investing über den Broker an?

Seit es die Online Broker gibt, sind hohe Gebühren beim Investment in Aktien passé. Viele Anbieter wie Markets.com verzichten gänzlich auf die Abgaben für einzelne Orders und Depots. Lediglich beim Spread entstehen einige marginale Kosten. Hier ist es wichtig, sich einen Broker auszusuchen, der die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis möglichst geringhält.


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Das sind die Probleme bei der klassischen Analyse über KBV und KGV

Vorteilhaft an KGV und KBV ist natürlich, dass die beiden Zahlen praktische Indikatoren für die erste Auswertung und eine erweiterte Analyse sind. Da sie aber stets in die Vergangenheit blicken, sind sie für eine umfassende Value Strategie nicht ausreichend. Oft kann der Unterschied zwischen Buchwert/Gewinn und Marktwert nämlich durchaus aufgrund der schlechten Zukunftsaussichten begründet sein.

Zudem muss man sich immer bewusst sein, das Gewinn und Buchwert von dem Unternehmen selbst veröffentlicht werden und somit manipulierbar sind. Finanztechnische Werkzeuge wie der Aktienrückkauf und neue Investitionen verändern die Kapitalstruktur vor allem in Bezug auf den Gewinn.

Abgesehen davon ist auch ein Blick auf den Growth, also das Wachstum sinnvoll. Eine scheinbar momentane Überbewertung einer Aktie kann auch damit zusammenhängen, dass die Zukunftsaussichten eines neuen Produkts extrem positiv aussehen, sich aber angesichts hoher Investitionen in die Entwicklung noch nicht im Gewinn widerspiegeln.

Nachteile von KGV und KBV sind:

  • Sie bilden nur Kapitalstruktur der Vergangenheit ab
  • Es können keine Zukunftstrends, Erwartungen und Gewinnprognosen abgelesen werden
  • Aktien mit hohem KGV können ebenfalls aussichtsreich sein, werden beim Value Investing auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses aber oft ignoriert
  • Bei Verlusten nicht anwendbar

Diese Kennzahlen sollten Sie zusätzlich nutzen

Value Investoren wie Warren Buffett und andere konzentrieren sich längst nicht nur auf die Kennziffern KBV und KGV. Daneben beziehen sie viele weitere Parameter wie die PEG Ratio, die Eigenkapitalrendite und den Verschuldungsgrad ein. Ebenfalls ein wichtiger Faktor ist die Positionierung am Markt. Eine Firma wie Coca-Cola hat beispielsweise aufgrund ihres Markennamens und des weltweiten Vertriebsnetzwerks einen enormen Wettbewerbsvorteil, der sich langfristig in Rendite ummünzen lässt.

PEG Ratio

PEG Ratio steht für Price/Earnings to Growth Ratio, also für das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis. Zum KGV kommt hier also die erwartete Entwicklung im nächsten Jahr hinzu. Diese Gewinnprognose wird vom Unternehmen sowie von externen Agenturen bereitgestellt.

Wenn Sie die PEG Ratio berechnen möchten, müssen Sie das KGV durch das erwartete Gewinnwachstum teilen. Hierdurch ergibt sich ein Wert über oder unter 1. Ist der Wert niedrig (also unter 1), ist das ein weiterer Hinweis auf eine Unterbewertung der Aktie.

PEG Ratio = KGV ÷ erwartetes Gewinnwachstum

Eigenkapitalrendite (ROE)

Die Eigenkapitalrendite eines Unternehmens zeigt Ihnen an, in welchem Verhältnis der Gewinn zum Eigenkapital steht. Sie teilen dabei den Jahresüberschuss durch das Eigenkapital aus der Bilanz und multiplizieren das Ergebnis mit 100. Hieraus ergibt sich dann ein Wert in Prozent.

ROE = Gewinn ÷ Eigenkapital * 100

Wenn das Ergebnis über 50 Prozent liegt, weist das auf ein funktionierendes Geschäftsmodell und eine lukrative Rendite hin. Es spiegelt wider, dass das von Anlegern bereitgestellte Eigenkapital gewinnbringend investiert werden konnte. Sind Eigenkapitalrendite hoch und der Aktienpreis gleichzeitig niedrig, könnte hier Potenzial für Value Investing bestehen.

Verschuldungsgrad

Beim Verschuldungsgrad wirft man einen Blick auf das Fremdkapital eines Unternehmens. Dieser Wert sollte dabei möglichst ausgeglichen, also weder zu hoch noch zu niedrig sein. Errechnet wird diese Quote, indem man die kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten addiert und diese dann in ihrer Gesamtheit durch das Eigenkapital teilt. Das Ergebnis wird über den Faktor 100 in Prozent ausgedrückt.

Verschuldungsgrad = Verbindlichkeiten ÷ Eigenkapital * 100

Wenn der Verschuldungsgrad z. B. bei 40 Prozent liegt, dann hat das Unternehmen Schulden von 40 Prozent vom Eigenkapital. Liegt die Quote bei mehr als 100 Prozent, so sollten Anleger Obacht geben – es besteht hier ein höheres Risiko, falls die Rückzahlung eingefordert wird. Zudem müssen die Zinsen abgetragen werden.

Bei einem sehr niedrigen Verschuldungsgrad kann dagegen der frische finanzielle Wind im Unternehmen fehlen. Das Wachstum der Kurse wird somit abgedämpft. Üblicherweise steigt die Eigenkapitalrendite bei einem höheren Verschuldungsgrad.

Current Ratio

Als Current Ratio wird die Liquidität 3. Grades bezeichnet. An dieser Zahl erkennen Sie die Schuldentilgungsfähigkeit des Unternehmens – wie kurzfristig können also Verbindlichkeiten aus dem Umlaufvermögen abgebaut werden. Berechnet wird der Wert, indem man alle kurzfristig verfügbaren Vermögensgegenstände durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten teilt. Angegeben wird die Current Ratio in Prozent.

Current Ratio = Vermögensgegenstände ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten * 100

Bei finanziell gesunden Unternehmen liegt die Current Ratio bei mindestens 100 Prozent. Geht es jedoch auf die 200 Prozent zu, so dürfte zu viel Kapital im Konzern gebunden sein und das Umlaufvermögen nicht richtig genutzt werden. Rendite und Bewertung können darunter leiden.

Marktpositionierung und Wettbewerbsvorteil

Ein weiteres Argument für ein gesundes, wachsendes Unternehmen ist seine Marktstellung einschließlich eines Alleinstellungsmerkmals innerhalb der Branche. Ein wertvoller Markenname und ein gutes Vertriebsnetzwerk wie z. B. bei Coca-Cola sprechen dafür, dass es hier langfristig keine wirklich negativen Entwicklungen geben wird. Selbst wenn es mal mit dem Kurs nach unten geht, ist ein späterer Anstieg zu erwarten.

Risiko durch Margin of Safety (Sicherheitsmarge) senken

Um das Risiko zu mindern, können Investoren eine Sicherheitsmarge (Margin of Safety) einfügen. So steigt man nicht sofort in den Handel ein, wenn die Aktie für zwei bis drei Euro unter ihrem inneren Wert verkauft wird. Stattdessen investiert man beispielsweise erst ab einer Differenz von etwa zehn Prozent. Berechnen lässt sich die Sicherheitsmarge wie folgt:

Margin of Safety = innerer Wert – Marktwert

Margin of Safety in Prozent = 1 – (Marktpreis ÷ innerer Wert) * 100

Zu Hilfe kommen Ihnen beim Einstieg in das Value Investing die Broker mit ihren automatisierten Ordertypen. Sie können so einstellen, dass eine bestimmte Aktie beim Erreichen der Sicherheitsmarge gekauft werden soll. Das Wertpapier wird dann automatisch ins Depot aufgenommen.

Zukunftsaussichten im Auge behalten

Neben dem Blick über die Kennzahlen in die Vergangenheit und per Gewinnprognose in eine angenommene Zukunft, sind auch die realistischen Zukunfts- und Wachstumschancen relevant. Schauen Sie sich vor Ihrem Investment unbedingt die Struktur der Branche an und informieren Sie sich über Innovationen in dem Segment.

Es kann so z. B. sein, dass ein Unternehmen in einer Branche mit starkem Innovationsdruck derzeit Marktführer ist und sich daher über einen hohen Gewinn freuen kann. Gleichzeitig erscheinen womöglich neue Technologien anderer Firmen am Horizont, die eine bessere Aussicht auf eine langfristige Etablierung haben. In diesem Fall ist eine Unterbewertung des Marktführers eventuell genau mit diesen schlechten Wachstumschancen zu erklären. Ein Beispiel hierfür ist der Niedergang von Nokia mit dem Aufkommen der Smartphones.

Aussichtsreiche Firmen mit günstigen Aktien wie z. B. aus der mRNA-Technologie (Biotech) vor der erfolgreichen Impfstoffentwicklung in der Corona-Pandemie oder wie Amazon vor dem endgültigen Durchbruch des Onlinehandels bieten für Value Anleger die besten Chancen, um das eigene Kapital langfristig zu vermehren.


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Alternative Investment-Strategie: Growth

Das Value Investing grenzt sich dezidiert von der zur selben Zeit entwickelten Growth-Strategie ab. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Theorie gehörten Thomas Rowe Price Jr. und Phil Fisher mit seinem Buch „Common Stocks and Uncommon Pofits“.

Growth Investing lässt sich mit wachstumsorientiertem Anlegen übersetzen. Man sucht sich entsprechend Unternehmen heraus, die sich auf derzeit wenig erschlossenen Märkten etablieren möchten. In diesem Fall steckt das Potenzial zunächst nicht in der AG selbst, sondern in der Branche. Der Gewinn ist also niedrig, die Aussichten und damit die Bewertung an der Börse hoch.

Der Investor platziert sein Kapital taktisch klug in kleinen Unternehmen in ihrer frühen Entwicklungsphase. Teils sind nicht einmal Gewinne erwirtschaftet worden, so dass die Betrachtung innerer Werte zu keinem Ergebnis führen. Viel ausschlaggebender ist die PEG Ratio.

Anders als beim Value Investing ist die Growth Strategie deutlich spekulativer. Gerade in der Frühphase von neuen Technologien ist noch nicht klar, welches Start-up sich am Ende durchsetzen wird. Um die Jahrtausendwende konnte man so schwer vorausschauen, ob 20 Jahre später Google oder Yahoo, Amazon oder eBay die Nase vorn haben würden.

Wer auf das richtige Pferd setzt, darf natürlich mit immensen Gewinnen rechnen. Diese ist jedoch einerseits womöglich endlich und andererseits können sich Trendmärkte auch in eine Blase verwandeln. Als solche platzt sie spätestens dann, wenn sich das Geschäftsmodell auf Dauer nicht durchsetzt. Das könnte z. B. beim Wasserstoff als Autoantrieb, auf dem Kryptomarkt und bei der Cannabis-Industrie der Fall sein.

Von Seiten der Value-Anhänger wird diese Strategie mit dem reinen Fokus auf die PEG Ratio als viel zu riskant kritisiert. Der potenzielle Verlust kann deshalb so massiv ausfallen, weil das KGV aufgrund der Zukunftsaussichten besonders hoch ist. Anleger stecken ihr Geld nämlich unabhängig vom derzeitigen Gewinn in momentan überbewertete Aktien. Da es auf Wachstumsmärkten aber auch schnell zu Veränderungen kommt, sind starke Schwankungen und somit potenzielle Verluste keine Seltenheit.

  • Die Growth Strategie fokussiert eher auf die PEG Ratio, also das zu erwartende Wachstum des Unternehmens
  • Investoren suchen sich innovative Wachstumsmärkte aus
  • Man platziert sein Geld in Unternehmen während deren Frühphase
  • Growth Investing ist deutlich riskanter und spekulativer als Value Investing
  • Growth Investing wird meist scharf von Value-Anhängern kritisiert
  • Kurzfristig hohe Rendite möglich
  • Gefahr von Aktienblasen
  • Hohe Einstiegskosten, da Growth Aktien bei geringem Gewinn gleichzeitig überbewertet sind

Anlage absichern – mit Bluechip Aktien

Allgemein sollten Sie nicht all Ihr Kapital in eine Art von Aktien stecken. Auch wenn bei den Value Aktien ein solides Wachstum zu erwarten ist, lohnt es sich auch die ein oder andere Growth Aktie sowie Bluechips in das Portfolio aufzunehmen.

Die Growth Aktien sorgen dann für einen noch stärkeren Schub nach oben und die Bluechips, also Unternehmen mit einer sehr hohen Marktkapitalisierung sowie einem guten Standing am Markt, stabilisieren die Investition.

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Bluechip Aktien sind das Ass im Ärmel

Die Bluechips kommen aufgrund ihres großen Renommees einfacher durch Krisen und wachsen nach einem Kursabsturz schneller wieder auf ihr Normalniveau an. Die Rendite ist hier schmaler, dafür aber konstant im Aufschwung begriffen.

Diversifikation durch Fonds: Gibt es ETFs mit Value Aktien?

Was jeder Investor ganz am Anfang lernt, ist es zu diversifizieren. Das Kapital wird bei dieser Technik breit über mehrere Aktien, Branchen und Länder verteilt. Dadurch streut man das Risiko und ein plötzlicher Verlust bei einem Papier kann durch den Gewinn bei einer anderen Anlage ausgeglichen werden. Ziel ist es, einen soliden Aufwärtstrend des Gesamtportfolios zu erreichen.

Wer sich diese Arbeit sparen möchte, setzt dagegen auf einen ETF. Diese Fonds können frei an der Börse gehandelt werden und bestehen aus vielen verschiedenen Aktien. Diese werden anhand von einem Index abgebildet. Regelmäßig findet dabei ein Austausch in Anlehnung an die Performance statt. Dadurch wächst der ETF so gut wie immer und das Risiko tendiert gegen Null.

Mittlerweile gibt es auch eine Reihe an Value ETFs auf dem Markt. In diesem Fall nehmen die Fondsgesellschaften nur klassische Value Aktien in das Paket mit auf. Empfehlen kann ich Ihnen so z. B.:

iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF

Xtrackers MSCI World Value Factor UCITS ETF

Mein Fazit: kluge Anlagestrategie mit Hilfe von Fundamentalanalyse und Value Investing

Value Investing ist eine der bekanntesten Anlagestrategien der Welt und hat vor allem repräsentiert durch Warren Buffett international Berühmtheit erlangt. Das Ziel ist es, eine wertvolle Aktie zu einem fairen Preis zu ergattern. Hierzu vergleicht man den inneren Wert des Unternehmens und somit sein Potenzial mit der externen Bewertung durch den Markt.

Da der Markt nicht immer rational, sondern emotional auf die herausgegebenen Aktien reagiert, sind einige Wertpapiere eigentlich zu günstig im Vergleich zu ihrem Potenzial – andere sind dagegen überbewertet. Wer es schafft Aktien zu finden, die ungerechtfertigt unterbewertet sind und in diese investiert, darf sich langfristig auf eine hohe Rendite freuen.

Um die Value Aktien zu finden, schaut man sich bei Brokern wie Markets.com wichtige Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis an. Ergibt sich hieraus eine Unterbewertung, analysiert man darüber hinaus die Gewinnprognosen und das potenzielle Wachstum von Branche sowie Geschäftsmodell.

Ihr optimiertes Portfolio können Sie im Sinne des Value Investings sehr einfach bei Online Brokern zusammenstellen. Sie haben hier alle Rohdaten für die Fundamentalanalyse zur Verfügung, können brancheninterne Vergleiche anstellen und kaufen mit wenigen Klicks von Ihrem mobilen Gerät die entsprechende Anlage.

(67 % der Privatanlegerkonten verlieren beim CFD-Handel bei diesem Anbieter Geld. Sie sollten sich überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.)

FAQs zu Value Aktien

Wie funktioniert Value Investing?

Beim Value Investing suchen Sie nach Aktien, die im Vergleich zu ihrem inneren Wert an der Börse unterbewertet sind. Sie kaufen diese Wertpapiere günstig und dürfen langfristig auf eine hohe Rendite hoffen.

Wann ist eine Aktie unterbewertet?

Ein Hinweis darauf, dass es sich um eine unterbewertete Aktie handelt, sind ein niedriges KGV sowie ein KBV unter 1. Grund für die Unterbewertung können börsenpsychologische Prozesse oder Skepsis gegenüber einem neuen Produkt sein. Value Investoren nutzen die Gelegenheiten, um preiswert in den Trade einzusteigen und auf Dauer einen hohen Gewinn zu erwirtschaften.

Was ist eine Deep Value Aktie?

Beim Deep Value Investing investiert man in die günstigsten Aktien, auch wenn die inneren Werte hier keine positive Entwicklung vermuten lässt. Alle üblichen Qualitätsaspekte fehlen. Ziel ist es auch hier, auf Dauer einen Kurssprung mitzunehmen.

Welche Kennzahlen sind für Investoren wichtig?

Die Basis für das Value Investing sind die beiden Kennzahlen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Beim KGV werden der innere Wert und der externe Marktwert, also die Bewertung durch die Anleger, miteinander verglichen. Beim KBV schaut man sich die Beziehung zwischen Aktienkurs und dem Vermögen einschließlich der Sachmittel und Immobilien an.

Was unterscheidet Value Aktien von Growth Aktien?

Im Unterschied zum Value Investing schaut man sich beim Growth Investing das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis an und investiert in der Regel in junge Unternehmen mit niedrigem Gewinn und einem überbewerteten Kurs.

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