Trader Andre Witzel
Geschrieben von: Andre Witzel
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Finanzierung

Amerikanische Optionen geben dem Inhaber der Option das Recht, die Option während der gesamten Laufzeit auszuüben. Der Käufer der Option kann somit frei entscheiden, wann er die Option ausübt. Er muss damit nicht bis zur Fälligkeit warten.

Durch den Kauf von amerikanischen Optionen erhöht sich der Handlungsspielraum der Rechteinhaber. Dies korrespondiert jedoch auch mit einer höheren Prämie. Insbesondere bei Einzelwerten dominieren am Markt die amerikanischen Optionen. Demgegenüber sind bei einem Index als Basiswert die europäischen Optionen weiter verbreitet.

Mehr Informationen über die amerikanischen Optionen, ihre Besonderheiten und Unterschiede gibt es im folgenden Beitrag.

Amerikanische Optionen Visual

Die wichtigsten Infos zum Handel mit amerikanischen Optionen:

  • Mit amerikanischen Optionen üben Händler die Option über die gesamte Laufzeit aus.
  • Eine Ausübung der Option ist vor dem Fälligkeitstag möglich.
  • So gewähren amerikanische Optionen mehr Handlungsspielraum im Vergleich zu europäischen Optionen.

Welche Ausprägungen von amerikanischen Optionen gibt es?

Call Optionen (amerikanische)

Bei einer amerikanischen Call Option hat der Käufer das Recht, den Basiswert zu jedem Zeitpunkt zu kaufen. Maßgeblich ist hierfür der anfangs festgelegte Strike Preis, der sich auch während der Laufzeit im Regelfall nicht verändert. Ausnahmen gibt es nur bei einem Aktiensplit oder Kapitalerhöhungen. An jedem Tag kann der Inhaber der Rechte die Option ausüben. Dies schließt den Tag der Fälligkeit ein. Im Anschluss verfällt die Option, sodass der Rechteinhaber die Option nicht mehr ausüben und den Basiswert nicht mehr kaufen kann.

Put Optionen (amerikanische)

Bei einer amerikanischen Put Option hat der Käufer im Gegensatz zum Call das Recht, den jeweiligen Basiswert zu verkaufen. Erneut kann der Rechteinhaber sein Recht jederzeit ausüben. Dies schließt auch den Fälligkeitstag ein. Erst nach dem Fälligkeitstag verfällt die Option und der Käufer kann den Basiswert nicht mehr verkaufen.

Die amerikanische Option kommt in der Praxis als Put insbesondere für einen Leerverkauf oder beim Hedging zum Einsatz. Hier wollen die Optionshändler die vorhandenen Basiswerte im Depot gegen eine negative Kursentwicklung absichern. Wenn die Kurse des Basiswerts dann sinken, verliert dieser an Wert.

Dafür steigt jedoch der Preis der Put Option und der Kursverlust wird zumindest teilweise kompensiert. Die Option kann dann vom Käufer verkauft werden, wenn der Basiswert konsolidiert. Dann könnten die Kurse erneut wieder steigen, sodass die vorhandenen Basiswerte Kursgewinne bringen. Hier bieten amerikanische Put Optionen bei richtigem Einsatz die Chance auf eine höhere Rendite, die zusätzlich zum Kurspotential im Depot erzielt wird.

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Amerikanische Optionen ausüben: Wie sich der Zeitpunkt auswirkt

Amerikanische Optionen werden in seltenen Fällen vorzeitig ausgeübt, obgleich diese den Käufern das Recht einräumen. Dies lässt sich einfach begründen. Denn die Käufer der Option müssten dann in der Regel eine Art Aufschlag für den Zeitwert auf den inneren Wert der Option zahlen.

Amerikanische Optionen frühzeitig ausüben

Der Zeitwert sinkt mit dem Verstreichen der Zeit immer deutlicher, bis er bei Fälligkeit vollkommen verschwindet. Die frühzeitige Ausübung würde nur den inneren Wert berücksichtigen, sodass der Zeitwert der Option schlichtweg verschwindet. Folglich ist es in vielen Fällen für den Käufer der Option die bessere Wahl, seine Position am Markt glattzustellen, anstatt eine vorzeitige Ausübung zu wählen. Dann bekommt der Besitzer der Option eine Prämie, die sich am aktuell inneren Wert und dem Zeitwert orientiert. Hier wird der Zeitwert sodann berücksichtigt. Der Gewinn bei einer vorzeitigen Ausübung ergibt sich aus der Differenz zwischen der gezahlten und erhaltenen Prämie sowie den Handelsgebühren.

Amerikanische Optionen verspätet ausüben

Nichtsdestotrotz kommt es auch immer mal wieder vor, dass amerikanische Optionen vor ihrer Fälligkeit ausgeübt werden. Dies ist meistens der Fall, wenn die Optionen wirklich tief im Geld liegen. Dafür muss der Kurs des Basiswerts bei einer Call Option deutlich über dem Strike Preis liegen. Bei einer Put Option würde der Kurs des Basiswerts deutlich darunter notieren.

Dann ist der Gewinn einer frühzeitigen Ausübung der Option so hoch, dass der Zeitwert zu vernachlässigen ist. Zugleich ist die Liquidität eingeschränkt, was das Glattstellen am freien Markt erschwert. Der Verkauf der Option wäre nicht ohne Weiteres möglich. Somit wählen die Käufer die frühzeitige Ausübung, um dennoch die Gewinne zu realisieren.

Dividenden mit amerikanischen Optionen sichern: So geht es

Mit amerikanischen Optionen ist es möglich, die Dividenden vom zugrundeliegenden Basiswert zu erhalten. Dafür muss sich der Ex-Dividende-Tag innerhalb der Laufzeit der Option befinden. Beim Ex-Datum handelt es sich um den Tag, an welchem der Kurs des Basiswerts mit Dividendenabschlag gehandelt wird. Sofern sich die Option an diesem Tag im Geld befindet, muss sie lediglich zum Ex-Stichtag ausgeübt werden.

Der Inhaber tauscht dann die Option gegen die festgelegte Menge an Aktien. Diese befinden sich dann im Depot des Käufers, sodass dieser zur Dividende berechtigt ist. Dann profitieren die Optionshändler von den teilweise beträchtlichen Gewinnausschüttungen. Insbesondere bei Unternehmen, die jährlich ihre Dividende ausschütten, sind amerikanische Optionen spannend.

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Das sind die Unterschiede zu europäischen Optionen

Amerikanische Optionen unterscheiden sich grundlegend von europäischen Optionen. Nicht umsonst gibt es diese unterschiedlichen Bezeichnungen. Europäische Optionen haben ein festes Datum für die Ausführung. Es gibt keine Möglichkeit, den Fälligkeitstag zu verändern. Zugleich ist die Ausübung der Option nur an diesem Tag möglich. Eine frühzeitige Ausübung gibt es nur bei den amerikanischen Optionen.

Damit sind europäische Optionen deutlich inflexibler. Allerdings geht dies mit einem regelmäßig günstigeren Preis einher, da sich die Verkäufer der Option das höhere Risiko bei den amerikanischen Optionen in Form der vorzeitigen Ausübung mit einer höheren Prämie vergüten lassen. Trader müssen im Einzelfall entscheiden, welche Option besser geeignet ist. Dabei ist die individuelle Optionsstrategie entscheidend. Allerdings stehen bei den amerikanischen Optionen mehr Basiswerte zum Handel zur Verfügung. Europäische Optionen sind deutlich begrenzter.

Fazit: Amerikanische Optionen sind weit verbreitet

Amerikanische Optionen sind die Art von Optionen, die am weitesten verbreitet sind. Die Auswahl ist hier deutlich größer als bei den europäischen Optionen. Zudem bieten die amerikanischen Optionen eine größtmögliche Flexibilität und eignen sich perfekt für Einzelwerte als Basiswerte.

Die frühzeitige Ausübung ist zu jedem Zeitpunkt der Laufzeit möglich. Bis zum Fälligkeitstag können sich die Rechteinhaber immer entscheiden, ob sie die Option ausüben wollen oder nicht. Daraus resultiert ein immenser Handlungsspielraum, der die Chancen für die Käufer erhöht.

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Meist gestellte Fragen zu amerikanischen Optionen:

Wodurch zeichnen sich amerikanische Optionen aus?

Amerikanische Optionen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie innerhalb ihres Gültigkeitszeitraums zu einem beliebigen Zeitpunkt ausgeübt werden können. Dies bietet dInvestoren eine größere Flexibilität, weshalb amerikanische Optionen häufig etwas teurer sind als ihre europäischen Gegenstücke.

Wie unterscheiden sich amerikanische Optionen von europäischen Optionen?

Amerikanische Optionen unterscheiden sich insofern von europäischen Optionen, als dass sie innerhalb ihres Gültigkeitszeitraums zu einem beliebigen Zeitpunkt ausgeübt werden können. Im Gegensatz dazu können europäische Optionen nur am Verfallsdatum, also am Ende ihres Laufzeitraums, ausgeübt werden.

Sind amerikanische Optionen für den Inhaber besser als europäische Optionen?

Nein, amerikanische Optionen sind nicht immer besser für den Inhaber als europäische Optionen. Zwar verleihen amerikanische Optionen dem Inhaber eine höhere Flexibilität, da sie zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb des Gültigkeitszeitraums ausgeübt werden können. Allerdings zahlt der Käufer für diese Flexibilität auch eine höhere Prämie und je näher der Verfallstag ist, umso weniger Nutzen hat diese Flexibilität.

Trader Andre Witzel
Andre Witzel
Gründer & Chefredakteur
Über den Autor: Erfahrener Trader im Bereich Forex, CFDs, Aktien und Futures seit 2013. Über 21.000 Abonnenten auf Youtube und 500 veröffentlichte Trading Videos.
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Reviewed by: Maren Dinges Autorin und Brokerexpertin
Maren ist aktiv im Finanzbereich und redaktioniert bei Trading für Anfänger Themenbereiche wie Portfoliomanagement, Betrug im Anlagensektor und klassische Investitionsmöglichkeiten.
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