Kostenlose Robo-Advisor – Gibt es so etwas?

Zu allererst: Nein, gänzlich kostenlose Robo-Advisor gibt es derzeit nicht in Deutschland.

Eine Ausnahme stellt hier zum Teil das Angebot aus dem Haus Quirion dar (zum Artikel). In diesem Fall ist die Verwaltung der ersten 10.000 Euro für jede Kundin und jeden Kunden gratis – diesen Service nehmen wir von trading-fuer-anfaenger.de selbst in Anspruch. Auf dem Markt gibt es wegen des zunehmenden Wettbewerbs aber insgesamt Bestrebungen, die zu einem Rückgang der Verwaltungskosten führen.

Welche Gebühren fallen bei Robo-Advisors an?

Insbesondere bei Angeboten, die einen höheren Grad der Automatisierung anstreben, fallen Kosten und Gebühren inzwischen geringer aus. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Verwaltung der Depots bei solchen Offerten einen immer geringeren manuellen Arbeitsaufwand verlangt.

Zum aktuellen Zeitpunkt belaufen sich die üblichen Kosten für die Portfolio-Verwaltung durch einen Robo-Advisor in Deutschland im Bereich von 0,45 und 1,4 Prozent des jährlichen Anlagevermögens. Hinzu kommen Verwaltungskosten (auch Total Expense Ratio oder abgekürzt TER genannt) für die verwendeten Produkte (hier handelt es sich oftmals um börsengehandelte Fonds (ETFs)). Entgelte bewegen sich in diesem Bereich in aller Regel in einem Rahmen von 0,15 bis 0,4 Prozent. Wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen besagte Regel.

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Quirion überzeugt mit einem guten Einsteigerangebot

Wenn es um die Produkte geht, für deren Verwaltung ein Robo-Advisor verantwortlich zeichnet, kommen unter anderem die folgenden infrage:

  • iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF
  • iShares Euro Government Bond 1-3 UCITS ETF
  • iShares Dow Jones U.S. Select Dividend UCITS ETF

Richtig ist also: Robo-Advisor verdienen effektiv an Kosten für den Verwaltungs-Service mit, der von Anlegern nach einer bedarfsgerechten Analyse auch wirklich in Anspruch genommen wird. Die Kosten für die ETFs kann ein Robo-Advisor nicht beeinflussen. Eine mögliche Ausnahme sind dabei gesonderte Verträge, bei denen der Advisor-Anbieter Einfluss auf die speziellen Verträge mit Emittenten nehmen kann.

Im nächsten Schritt finden Sie eine Übersicht zu Kosten verschiedener bekannter und beliebter Robo-Advisor wie etwa Quirion, Scalable oder Easyfolio:

Anlagebetrag
bis 10.000€
Mindestanlage 10.000 €
0,95%
0,95%
0,95%
10.001€
0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,75%
0,95%
0,75%
35.001€
0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,75%
0,85%
0,75%
50.001€
0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,45%
0,75%
0,45%
150.001€
0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,45%
0,6%
0,45%
250.001€
0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,45%
0,45%
0,45%
Anlagebetrag
bis 10.000€
0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66%
Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
Mindestanlage 10.000 €
10.001€
0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66%
Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
0,75%
35.001€
0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66%
Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
0,75%
50.001€
0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66%
Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
0,75%
150.001€
0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66%
Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
0,75%
250.001€
0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66%
Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
0,75%
Anlagebetrag
bis 10.000€
0,99%
0,5%
0,99%
Mindestanlage: 100.000 €
10.001€
0,99%
0,5%
0,69%
Mindestanlage: 100.000 €
35.001€
0,79%
0,5%
0,69%
Mindestanlage: 100.000 €
50.001€
0,49%
0,5%
0,39%
Mindestanlage: 100.000 €
150.001€
0,49%
0,5%
0,39%
0,15% (Index)
0,5% (Global)
250.001€
0,49%
0,5%
0,39%
0,15% (Index)
0,45% (Global)
0,9% (Select)

Mein Tipp: Robo-Advisor Quirion aus Berlin. Persönliche Beratung und hohe Rendite!

(Risikohinweis: Ihr Kapital kann gefährdet sein)

Sind kostenlose Robo-Advisor irgendwann denkbar?

Mit Blick auf die vorangegangenen Informationen wird deutlich, dass Sie als Anwender einzig und allein die Kosten für den Service unterschiedlicher Robo-Advisor zu Ihren Gunsten beeinflussen lassen. Interessant ist an dieser Stelle unter anderem ein Aspekt: In Ländern wie den USA sind smarte Algorithmen zur Vermögensverwaltung schon länger akzeptierter als in Deutschland.

Beim US-amerikanischen Dienstleister Betterment etwa bewegen sich die Gebühren beim Einsteiger-Angebot mit einer Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent auf einem erfreulich guten Niveau. Zusätzliche Kosten darüber hinaus stellt der Dienstleister hingegen nicht in Rechnung. Wie bei Investitionen über einen aktiven Robo-Advisor üblich, nehmen die Systeme eine automatisierte Umschichtung des persönlichen Portfolios im Sinne der Anleger vor.

geldanlage

Stellen wir einmal eine Annahme im Hinblick auf künftige Entwicklungen des Marktes aus: Sollten die Kosten in der Sparte nach dem aktuellen Vorbild weiter sinken, könnte es dann nicht irgendwann auch einen kostenlosen Robo-Advisor geben? Was diesen Punkt betrifft, wissen unsere Experten eher von ernüchternden Daten zu berichten. Derzeit gibt es keinen kostenlosen Robo-Advisor. Dass dies auch in Zukunft wahrscheinlich eher nicht passieren wird, liegt vorrangig an einer Tatsache: Natürlich möchten und müssen auch Unternehmen, die einen Robo-Advisor auf den Markt bringen, Geld verdienen.

Gänzlich ausgeschlossen aber ist es dennoch nicht, dass Geschäftsmodelle neuer Dienstleister oder geänderte Bedingungen bereits etablierter Anbieter eine kostenlose Nutzung ermöglichen können. Werbe basierte Leistungen etwa könnten in diesem Kontext neue Wege eröffnen. Der Aufbau der zugrundeliegenden Technologie, der konstante Betrieb der Handelssysteme sowie die Wartung eines Robo-Advisors sind zwangsläufig mit Kosten verbunden. Schlicht und ergreifend, da hinter den Angeboten noch immer Menschen stehen. Und Mitarbeiter, die über fundierte Kenntnisse der Materie verfügen, müssen selbstverständlich entsprechend entlohnt werden müssen.

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Wie kann ich die Kosten für mein ETF-Portfolio senken?

Faire Bezahlung für Anbieter eines Robo-Advisor versteht sich letztlich von selbst, wenn dieser einen guten Job macht und Sie durch seine Unterstützung eine ordentliche Rendite erwirtschaften. Der einzige Weg, Ausgaben in diesen Bereichen zu umgehen, sind die Zusammenstellung und Verwaltung Ihres Portfolios in vollständiger Eigenarbeit.

Das große Aber dabei lautet: Ein Robo-Advisor funktioniert wesentlich intelligenter und ist in der Lage, weitaus mehr Daten als ein Mensch zu verarbeiten. Diesen Vorteil sollten Sie als Anleger niemals vergessen und sich zunutze machen. Zudem schläft ein Robo-Advisor nicht. Während Sie Ihre wohlverdiente Nachtruhe genießen, kann der Advisor in Ihrem Sinne auf einbrechende oder steigende Kurse in Asien oder den USA sowie auf die neuesten Tweets und politischen Entscheidungen – so arbeiten Robo-Advisor in der Theorie weitaus wachsamer.

Fehlen Ihnen die Zeit oder Muße, um sich als Anleger tief in die Materie und das Wissen echter Experten zu Märkten einzuarbeiten, kann Ihnen beispielsweise die Beratungsplattform JustETF.com weitreichende Hilfestellungen anbieten.

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Genau an diesem Punkt würde ein vollwertiger aktiver Robo-Advisor wie Scalable Capital oder LIQID jetzt ansetzen und dabei die Überwachung sowie Umschichtung Ihres Portfolios in selbstständiger Weise übernehmen. Das Unternehmen ways2wealth.ch hingegen schickte bis zu seiner Einstellung vor wenigen Jahren seinen Anlegern regelmäßig Updates zu einem zuvor erstellten Portfolio – zugleich versprach der Anbieter eine konstante Überwachung Ihrer Investitionen. Entscheidungen zu Einlagen mussten Sie als Anleger jedoch selbst treffen, um ETFs zu kaufen oder verkaufen oder ein bestimmtes Depot auszuwählen.

Um ein passendes Portfolio zu erstellen, diente ways2wealth.ch die Markowitz-Theorie als Grundlage. Ziel ist es in diesem Fall, anhand verschiedener ETFs das perfekte Verhältnis zwischen den beiden wesentlichen Polen Rendite und Risiko zu finden. Die Ausrichtung stellte ways2wealth.ch folgendermaßen dar:

Wer ein Profil anlegte, erhielt regelmäßig Updates und individualisierte Empfehlungen zum persönlichen Profil. Wohl gemerkt: Dieser Service war kostenlos. Sie zahlten einzig Gebühren für Ihre ausgewählten ETFs und das Depot bei für die Depotführung ausgewählten Bank.

Welche Robo-Advisor gibt es?

Auf dem Markt gibt es neben den bereits genannten Anbietern zahlreiche weitere, die mit einer digitalen Vermögensverwaltung private Kapitalgeber anlocken. Deren Angebote sind vielfältig – wir von trading-fuer-anfaenger.de haben über 40 Robo-Advisors getestet.

Inyova (folgt)
LAIC (folgt)
my-si (folgt)
Onvest (folgt)
Openbank (folgt)
Peaks (folgt)
Pixit (folgt)
VTB Invest (folgt)
RaisinInvest (folgt)

Fazit: Kostenlose Robo-Advisor?

Wer sich mit seinen Finanzen ausgiebig beschäftigt, kann mit eigenen ETF-Sparplänen bares Geld sparen. Die übliche Verwaltungsgebühr kann bei diesem solchen Ansatz eines Robo-Advisors vollständig entfallen. Je nach Anbieter sparen Anleger bis zu einem Prozent der sonst fälligen Gebühren.


ways2wealth.ch war ein guter Einstieg, um sich erstmals mit der Materie zu beschäftigen. Das Stichwort: Es war ein gutes Angebot. Der Robo-Advisor ohne Gebühren ist heute nicht mehr aktiv. Was bleibt also als Fazit?

Einen gänzlich kostenlosen Robo-Advisor gibt es nicht – beziehungsweise nur in Anführungszeichen. Einer unserer Testsieger – Quirion – bietet die ersten 10.000 Euro zur kostenlosen Anlage, andere Anbieter wiederum warten mit sehr niedrigen Verwaltungsgebühren auf. Gänzlich umsonst bei einem unlimitierten Anlagebetrag ist jedoch keiner der Anbieter.

Mein Tipp: Robo-Advisor Quirion aus Berlin. Persönliche Beratung und hohe Rendite!

(Risikohinweis: Ihr Kapital kann gefährdet sein)

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Zuletzt geupdated am 07/06/2022 von Andre Witzel

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