Fidelity Erfahrungen und Test – Wie gut ist der Robo-Advisor?

Fidelity Erfahrungen und Test – Wie gut ist der Robo-Advisor?

Keine ETFs, sondern aktiv gemanagte Fonds: Fidelity ist ein Robo-Advisor, der sich von der Konkurrenz mit seinen Produkten etwas abhebt. Das hat seine Kosten, bringt aber auch eine vorzeigbare Rendite mit sich.

Wir werfen im Trading für Anfänger-Test einen genauen Blick auf den digitalen Vermögensverwalter. Wie schlägt sich Fidelity Wealth Expert im Hinblick auf die Performance, die Kosten & Co. im Vergleich mit anderen Robo-Advisors?

Bewertung
Regulierung
Mindestkapital
Sparplan
Potenzielle Rendite
Anlagestrategien
3.9 out of 5 stars (3,9 / 5)
BaFin
5.000 Euro
Ja, ab 100 Euro monatlich
zwischen 3,0 und 9,6 Prozent p.a. (historisch)
Sieben
Die Startseite von Fidelity Wealth Expert

Der Anbieter hinter Fidelity Wealth Expert

Die Firmengruppe Fidelity bietet mit dem Robo-Advisor Fidelity Wealth Expert nicht nur eine digitale Vermögensverwaltung, sondern weitere zahlreiche Leistungen für private und institutionelle Anleger.

Wir konzentrieren uns im Test auf den Robo-Advisor des Anbieters, der bereits seit über 50 Jahren auf dem Kapitalmarkt aktiv ist. Die Depotverwaltung liegt bei der FIL Fondsbank GmbH, die mit ihrem Hauptsitz in der Nähe von Frankfurt ebenfalls zur Unternehmensgruppe zählt.

In Deutschland ist Fidelity seit 1992 aktiv. Die digitale Vermögensverwaltung Fidelity Wealth Expert ist deutlich jünger: Seit 2018 können Sie mit diesem Dienst Ihr Kapital vermehren.

Was bietet Fidelity Wealth Expert an?

Der Fokus bei Fidelity liegt auf aktiven Fonds, die entsprechenden Portfolios werden von einem Pool an Anlageexperten zusammengestellt und überwacht.

Sie können das Angebot von Fidelity Wealth Expert nicht über eine App, sondern lediglich über die Homepage nutzen. Dort finden Sie alle Angebote von Fidelity, nicht nur das des Robo-Advisors. Stellenweise führt das zu leichten Orientierungsschwierigkeiten. Wer sich aber kurz durchklickt, findet nach leichten Anlaufschwierigkeiten alle Informationen auf der eher klassischen Homepage.

Der Investitionsprozess bei Fidelity funktioniert in einem mehrstufigen Prozess, wie die folgende Grafik veranschaulicht.

Der Anlageprozess von Fidelity

In Zusammenarbeit mit 29 Anlageexperten aus 17 Ländern entstehen so die Kundenportfolios bestehend aus Aktien, Anleihen und alternativen Anlagen. Dabei kommen Fonds bekannter Gesellschaften wie Amundi oder BlackRock zum Einsatz.

Neben einer klassischen Einmalinvestition sind auch Sparpläne möglich. Ab 100 Euro können Sie monatlich investieren – eine einmalige Anlagesumme von 5.000 Euro ist aber Pflicht. Spezielle nachhaltige Portfolios bietet Fidelity nicht an.

Wie sieht der Service bei Fidelity Wealth Expert aus?

Wer sich genauer mit dem Angebot und Investitionsprozess auseinandersetzen will, findet ausführliche FAQ und Serviceinhalte auf der Homepage von Fidelity.

Das Serviceangebot ist in dieser Hinsicht sehr gut, neben den statischen Inhalten wird auch ein kostenloses Webseminar zur Beratung angeboten.

In einem Punkt verliert der Anbieter jedoch gegenüber seiner Konkurrenz: Die Suche nach Fidelity bei Instagram, Facebook & Co. ist nutzlos. Der Robo-Advisor ist nicht auf Social Media vertreten.

Erreichbar ist der digitale Vermögensverwalter klassisch per E-Mail und Telefon, zudem können Termine für Anrufe separat vereinbart werden.

Zwischenfazit

Fidelity Wealth Expert hat mit seinem Serviceangebot noch Luft nach oben. Die Informationen auf der Homepage von News über Blog bis Webseminar sind gut, jedoch fehlt die persönliche Komponente über soziale Kanäle oder beispielsweise einen Live-Chat.

Das Onboarding bei Fidelity Wealth Expert

Sieben Anlagestrategien und ausschließlich aktiv gemanagte Fonds – ein spannendes Angebot. Wir nehmen im nächsten Schritt das rund 20-minütige Onboarding im Trading für Anfänger-Test unter die Lupe: Hält der Robo-Advisor, was er verspricht?

Die Startseite des Onboardings bei Fidelity

Die Datenabfrage

Bevor die Abfrage Ihrer Daten beginnt, zeigt Fidelity den Weg auf, der in einen vierstufigen Prozess gegliedert ist:

  1. Beantwortung eines Fragenkatalogs
  2. Prüfung der Anlageempfehlung
  3. Identifizierung
  4. Investitionsbestätigung

Mit einem immer gleichen Fragebogen erfasst der Robo-Advisor Ihre Daten, Präferenzen und Investitionsgrundlagen. So ermittelt er daraus später den passenden Anlagevorschlag. Auf folgende Fragen können Sie sich vorbereiten:

  • Wie viel Geld möchten Sie wie lange investieren?
  • Möchten Sie einen Sparplan anlegen?
  • Wie alt sind Sie und was ist Ihr Investitionsziel?
  • Wie ist Ihre aktuelle finanzielle Situation, also Ihr Einkommen, Ihre Ausgaben und Ihre liquiden Mittel bzw. Schulden?
  • Wie ist Ihre Toleranz in Bezug auf Verlustbereitschaft?
  • Haben Sie berufliche Erfahrungen im Investmentsektor?
  • Haben Sie in den letzten fünf Jahren Erfahrungen in diesen Bereichen gesammelt und wie sind Sie mit Verlusten und negativen Einflüssen umgegangen?
  • Wie hoch ist Ihre Risikobereitschaft?
Die Datenabfrage erfolgt über einen intuitiven Prozess

Wenn Sie den gesamten Fragenkatalog abgeschlossen haben, präsentiert Fidelity die aus seiner Sicht passende Anlagestrategie.

Alle Angaben können während des gesamten Prozesses intuitiv nochmals geändert werden.

Wie wird die Anlagestrategie präsentiert?

Die erste Grafik in diesem Schritt des Onboardings zeigt die erwartbare Rendite bzw. Kapitalentwicklung. Dafür geht Fidelity von einem schlechten, realistischen und optimistischen Szenario aus.

Fidelity präsentiert im ersten Schritt die erwartbare Wertentwicklung

Per Klick auf „Jetzt Anlagevorschlag“ anschauen gelangen Sie zur eigentlichen Strategie. Dort wird eine der sieben verfügbaren Strategien dargestellt und mit ausreichend Informationen und Hintergründen erläutert. Auch die Verteilung der eingesetzten Anlageklassen ist direkt aufgeführt.

Im zweiten Schritt gibt der Robo-Advisor seinen Anlagevorschlag ab

Erst jetzt gelangen Sie zur eigentlichen Depoteröffnung. Nach Angabe persönlicher Daten und einer Bestätigung per Mail steht dem Investieren bei Fidelity nichts mehr im Wege.

Ein kleiner Negativpunkt im Onboarding-Prozess: Die Kosten des Robo-Advisors werden erst am Ende transparent dargestellt – zuvor ist davon nie die Rede.

Hinweis

Für den erfolgreichen Abschluss und die Eröffnung des Depots müssen Sie sich legitimieren. Dafür benötigen Sie ein Ausweisdokument.

Das Anlagekonzept von Fidelity Wealth Expert

Nachdem wir das Onboarding im Trading für Anfänger-Test unter die Lupe genommen haben, widmen wir uns dem Anlagekonzept von Fidelity Wealth Expert. Welche Anlageklassen, Anlagestrategien und Anlagephilosophien kommen zum Einsatz?

Welche Anlageklassen werden eingesetzt?

Die eingesetzten Fonds setzen sich aus folgenden Anlageklassen zusammen:

  • Geldmarkt
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Investment-Grade-Anleihen
  • Hochzinsanleihen
  • Aktien Industrieländer
  • Aktien Schwellenländer

Jeder Kundenportfolio enthält bis zu zehn Fonds. Eine Übersicht aller eingesetzten Anlageklassen bzw. Produkte gibt Fidelity in folgendem Schema.

Fidelity setzt seine Portfolios aus verschiedenen Fonds zusammen

Welche Anlagestrategien sind verfügbar?

Wie bereits eingangs erwähnt, bietet der digitale Vermögensverwalter sieben verschiedene Anlagestrategien an, die sich in ihrer Risikoneigung unterscheiden. Je höher die Zahl der Strategie, desto riskanter.

Portfolios gemäß Strategie 1 enthalten beispielsweise 75% risikoarme Anleihen, während dieser Anteil bei Portfolio 5 nur 15% beträgt und beim risikoreichsten Portfolio 7 sogar 0%. Die Darstellung der Allokationen innerhalb der einzelnen Portfolios hilft, um einen Eindruck zu gewinnen, wie die Strukturen der einzelnen Strategien sind.

Fidelity bietet sieben Strategien mit unterschiedlicher Allokation der Assets an

Wie hoch ist die Mindestanlage?

Wenn Sie bei Fidelity Wealth Expert investieren möchten, müssen Sie mindestens 5.000 Euro mitbringen. Die Summe scheint, gerade im Vergleich mit Anbietern wie EVERGREEN, hoch – ist aber im fairen Wettbewerbsvergleich (Anbieter, die nicht auf ETFs und aktives Management setzen) niedrig.

Investmentstrategie von Fidelity Wealth Expert

Die Strategie von Fidelity ist schnell erklärt. Entgegen vieler Wettbewerber wie beispielsweise bevestor oder Cominvest, investiert der Robo-Advisor ausschließlich in aktive Produkte.

Konsequenterweise werden die Portfolios also langfristig ausgerichtet und regelmäßig überprüft. Die Experten des Anbieters prüfen täglich unter Mithilfe des „Drift Detection Algorithmus“, ob die ausgewählte Strategie noch passt und nehmen im Zweifel Änderungen vor.

Außerdem wird einmal monatlich ein Rebalancing durchgeführt, sollte die ursprüngliche Allokation nicht mehr den Ausgangswerten entsprechen.

Fidelity Wealth Expert im Konkurrenzvergleich

Wenn Sie unseren Testbericht bis hier aufmerksam gelesen haben, werden Sie gemerkt haben: Zur Rendite und den Kosten bei Fidelity Wealth Expert haben wir uns bisher kein Urteil erlaubt. Die ausführliche Einschätzung inklusive Wettbewerbsvergleich erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Kosten bei Fidelity Wealth Expert

Die Kosten von Fidelity sind auf der Homepage klar ersichtlich und setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen – zum einen wird eine Servicepauschale in Höhe von 0,55% erhoben, zum anderen fallen Fremdkosten für die eingesetzten Fonds von durchschnittlich 0,66% an.

Die Kosten bei Fidelity setzen sich aus zwei Komponenten zusammen

In der Pauschale sind alle Kosten, losgelöst von der Höhe des Anlagebetrags, für Depotführung, Ein- und Auszahlungen, Verwaltung & Co. enthalten. Die externen Fondskosten variieren je nach eingesetzten Produkten.

Performancegebühren gibt es keine.

Zwischenfazit

Mit im Durchschnitt 1,21% an Gebühren ist Fidelity ein auf den ersten Blick teurer Robo-Advisor. In der reinen Betrachtung der Anbieter, die aktiv gemanagte Portfolios anbieten, ist die Kostenstruktur jedoch angemessen.

Sicherheit bei Fidelity Wealth Expert

Als depotführende Bank agiert bei Fidelity die FIL Fondsbank – es bleibt also alles „inhouse“. Einlagen sind bis 100.000 Euro gesetzlich gesichert, zudem wird die FIL von der BaFin beaufsichtigt.

Auch im Hinblick auf die Datensicherheit gibt es keine Auffälligkeiten oder Besonderheiten gegenüber anderen Anbietern.

Zwischenfazit

Kurzum: Sie müssen sich um die Sicherheit Ihrer Daten und Ihres Kapital bei Fidelity Wealth Expert keine Sorgen machen.

Rendite bei Fidelity Wealth Expert

In puncto Rendite ist Fidelity sehr transparent. Direkt auf der „Startseite“ der Homepage sind die Renditen der sieben Strategien seit dem Start des Robo-Advisors im September 2018 dargestellt.

Die Renditen zweier Strategien können miteinander verglichen werden

Über die Ansicht lassen sich zwei beliebige Strategien miteinander vergleichen. Zu jeder Strategie sind zudem noch tiefergehende Informationen und Erläuterungen aufgeführt.

Die Performance der Strategien seit Auflegung und im Durchschnitt pro Jahr:

  • Strategie 1: 9,57% – p.a. entspricht das 3,02%
  • Strategie 2: 10,87% – p.a. entspricht das 3,43%
  • Strategie 3: 13,26% – p.a. entspricht das 4,19%
  • Strategie 4: 18,55% – p.a. entspricht das 5,86%
  • Strategie 5: 24,25% – p.a. entspricht das 7,66%
  • Strategie 6: 27,63% – p.a. entspricht das 8,73%
  • Strategie 7: 30,46%- p.a. entspricht das 9,62%

Um einen objektiveren Eindruck der Rendite zu erhalten, werfen wir einen Blick auf unabhängige Vergleichstests. Wir ziehen dazu gerne die Vergleiche von brokervergleich.de und Biallo für eine Renditeprüfung heran.

brokervergleich.de (zum Test)

  • Strategie: klassisch
  • Zeitraum: ein Jahr
  • Platzierung: 2 von 21

Biallo (zum Test)

  • Strategie: defensiv
  • Zeitraum: drei Jahre
  • Platzierung: 14 von 21

Zwischenfazit

Auch wenn der Biallo-Test für eine defensive Strategie ein anderes Bild liefert – die Rendite bei Fidelity stimmt. Sowohl die historische Betrachtung als auch aktuelle Entwicklungen und Vergleichstests unterstreichen das.

Das Fazit zum Robo-Advisor Fidelity Wealth Expert

Mit einer Mindestanlage von 5.000 Euro und Gebühren deutlich über einem Prozent wirkt Fidelity Wealth Expert auf den ersten Blick etwas abschreckend.

Alles in allem jedoch liefert der Robo-Advisor eine ordentliche Performance ab – nicht nur mit Blick auf die Rendite, auch beim Service und Onboarding.

Es reicht allerdings in keiner Kategorie für Höchstwerte. Fidelity bietet mit seinem Robo-Advisor eine solide Option auf dem immer stärker wachsenden Markt der digitalen Vermögensverwalter. Es gibt allerdings auch Konkurrenten, die besser abschneiden.

Pluspunkte

  • smartes Onboarding
  • ordentliche Rendite
  • transparenter Umgang mit historischer Rendite
  • aktives Portfoliomanagement
  • guter Service

Minuspunkte

  • vergleichsweise hohe Gebühren
  • hohe Mindestanlagesumme
  • hoher Sparplaneinstieg
  • Service ausbaufähig
  • Look & Feel auf der Homepage nicht extrem benutzerfreundlich

Das Testergebnis lautet daher: 3,9 von 5 Punkten.

Fidelity Wealth Expert Test

Erfahrungen und Test des Robo-Advisors Fidelity Wealth Expert.

Andre Witzel

Sicherheit
Rendite
Kundenservice
Angebot
Onboarding
Kosten

Summary

Ordentlicher Robo-Advisor mit ordentlicher Rendite.

3.9

Wir beantworten Ihre Fragen zu Fidelity Wealth Expert:

Wer steckt hinter dem Angebot von Fidelity Wealth Expert?

Das breit aufgestellte Finanzdienstleistungsinstitut Fidelity International bietet mit Fidelity Wealth Expert seit 2018 seinen eigenen Robo-Advisor an.

Wie hoch ist die Mindestanlage bei Fidelity Wealth Expert?

Die Mindestanlagesumme beträgt 5.000 Euro und ist auch Grundvoraussetzung für einen Sparplan.

Gibt es die Möglichkeit eines Sparplans bei Fidelity Wealth Expert?

Ja. Bereits ab 100 Euro kann monatlich bei Fidelity bespart werden.

Wie hoch sind die Kosten bei Fidelity Wealth Expert?

Fidelity erhebt eine Verwaltungsgebühr von 0,55%. Dazu kommen flexible Fremdkosten für die eingesetzten Fonds, die durchschnittlich bei 0,66% liegen.

Wie ist die Performance von Fidelity Wealth Expert?

Der Robo-Advisor geht transparent mit der historischen Rendite um und erzielt beachtliche Performances mit seinen sieben Strategien. Mehr dazu finden Sie im entsprechenden Abschnitt.

Welche Produkte werden bei EVERGREEN eingesetzt?

Fidelity setzt ausschließlich auf Fonds. Passive Produkte wie ETFs oder ETCs kommen nicht zum Einsatz.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.