Micro E-Mini Futures

Micro E-Mini Futures – Alternative zum CFD Trading?

Es gibt zahlreiche verschiedene Anlageklassen. Grundsätzlich haben Anleger die Möglichkeit in bestimmte Indizes wie unter anderem den DAX, S&P oder den Dow Jones mit sogenannten CFDs zu investieren, statt direkt mit Futures zu handeln. Während Investoren dabei hierzulande hauptsächlich von der guten Skalierbarkeit und niedrigen Margins profitieren, ist der Handel mit CFDs in den USA verboten.

Damit allerdings auch Trader in den USA am Handel mit Futures teilnehmen können, bietet die Chicago Mercantile Exchange sogenannte Micro E-Mini Futures. Diese gibt es für vier verschiedene US-Aktienindizes und zahlreiche weitere Anlageklassen. Doch was sind Micro E-Mini Futures überhaupt, welche Vorteile haben sie und wo können sie gehandelt werden? Diese und weitere Fragen beantwortet der folgende Artikel.

Was sind Micro E-Mini Futures?

Bei sogenannten Micro E-Mini Futures handelt es sich um elektronisch gehandelte Futures-Kontrakte. Diese repräsentieren nur einen Bruchteil der Standard- bzw. Full-Size-Futures. Somit haben sie viel geringere Margin-Anforderungen, was für die große Beliebtheit unter Marktteilnehmern sorgt. E-Mini Futures haben wiederum nur ein Zehntel der Größe eines klassischen E-Mini Futures.

Das Finanzprodukt ist noch relativ jung und der Handel findet hauptsächlich über die Chicago Mercantile Exchange (CME) statt. Während es E-Mini Futures auf nahezu alle namhaften Finanzprodukte – darunter US-Aktienindizes, Rohstoffe und Währungen – gibt, gibt es bisher lediglich vier Micro E-Mini Futures, die in folgender Übersicht gegenübergestellt werden:

 
Micro E-Mini S&P 500
Micro E-Mini Dow Jones Industrial Average
Micro E-Mini Nasdaq 100
Micro E-Mini Russell 2000
Kürzel
MES
MYM
MNQ
M2K
Kontaktgröße
$5 x S&P 500 Index
$0,5 x DJIA-Index
$2 x Nasdaq 100 Index
$5 x Russell 2000 Index
Minimaler Tick
0,25 Punkte
1 Punkt
0,25 Punkte
0,10 Punkte
Tickwert
$1,25 pro Kontrakt
$0,50 pro Kontrakt
$0,50 pro Kontrakt
$0,50 pro Kontrakt

Wie funktionieren Micro E-Mini Futures? – Unterschied zu CFDs

Futures sind standardisierte Finanzprodukte, die den Trader zum Kauf bzw. Verkauf des jeweiligen Vermögenswerts berechtigen. Dazu gehören unter anderem Rohstoffe oder Aktien. Details wie das Lieferdatum, der Preis, zu dem der Kauf bzw. Verkauf abgewickelt wird, sowie die Menge und Art der Abwicklung, sind bereits vor Abschluss des Geschäfts fest definiert.

Die Standardisierung gilt für E-Mini Futures genauso wie für die herkömmlichen Futures-Kontrakte. Auch die Abrechnungspreise sind in der Regel dieselben. Allerdings sind E-Mini Futures von Sonntag bis Freitag fast rund um die Uhr handelbar. Außerdem sind die Margin-Anforderungen an Trader geringer, wodurch mehr Marktteilnehmer am Handel mit den Terminprodukten teilnehmen können. Das führt zu einer höheren Liquidität am Markt.

Welche Vor- und Nachteile haben Micro E-Mini Futures?

Genauso wie alles andere, haben auch Micro E-Mini Futures sowohl Vorteile als auch Nachteile. Um welche es sich dabei handelt, kann folgender Übersicht entnommen werden. Die einzelnen Punkte werden in den nachfolgenden Abschnitten genauer dargelegt.

vorteile
nachteile
Praktisch für jeden nahezu 24 Stunden handelbar
Anleger können im schlimmsten Fall den Großteil ihres Einsatzes verlieren
Geringere Margin-Anforderungen und höhere Liquidität
Eher nicht geeignet für langfristige Investments
Anleger können mit kleinen Einsätzen große Gewinne erzielen (Hebel)
 

Vorteile

Micro E-Minis sind in den USA auch als „Mom&Pops“-Futures bekannt. Grund dafür ist, dass die wichtigsten US-Indizes dadurch praktisch für jeden handelbar sind. Sie haben dieselben Vorteile gegenüber klassischen CFDs wie E-Mini Futures. Diese gehören zu den liquidesten aktiv gehandelten Aktienindexkontrakten und sind nahezu 24 Stunden handelbar.

Micro E-Mini Futures haben nur 10 Prozent der Kontraktgröße von E-Mini Futures. Dementsprechend betragen auch die Margin-Anforderungen nur 10 Prozent und der Tickwert reduziert sich ebenso. Somit ist eine Skalierung des Handels auch für private Trader möglich. Mit Micro E-Mini Futures sind hochgradig gehebelte Investitionen möglich. Dadurch können Anleger auch mit kleinen Einsätzen große Gewinne erzielen.

Nachteile

Gleichzeitig ist der eben erwähnte Hebel allerdings nicht nur eine große Chance für Trader, sondern auch eine Gefahr. Sobald sich der Kurs des Basiswertes in eine andere Richtung als gewünscht bewegt, sind die Verluste aufgrund des Hebels deutlich größer als bei herkömmlichen Investitionen in den Basiswert. So kann es zu großen Verlusten kommen und Anleger können im schlimmsten Fall den Großteil ihres Einsatzes verlieren.

Zudem eignen sich Micro E-Mini Futures eher weniger als Langfristinvestments. Dabei sollten Anleger die Kursentwicklung stets im Blick haben. Der Emittent nimmt laufend Anpassungen an Basispreis und Stop-Loss vor. Umso länger das Produkt also läuft, umso mehr sinkt der innere Wert des Futures. Auch wenn sich der Kurs nur minimal verändert, sinkt der Wert ständig, da die Stop-Loss-Schwelle kontinuierlich näher rückt.

Wo können Micro E-Mini Futures gehandelt werden?

Wie bereits erwähnt, findet der Handel von Micro E-Mini Futures hauptsächlich über die Chicago Mercantile Exchange statt. Dabei handelt es sich um eine der größten und gleichzeitig ältesten Börsen der Welt. Sie wurde 1898 gegründet, hat ihren Sitz in Chicago und brachte zahlreiche Tochtergesellschaften hervor – darunter die New York Mercantile Exchange und die Commodity Exchange Inc.

Dennoch können Micro E-Mini Futures darüber hinaus sowohl bei deutschen Brokern als auch im Ausland gehandelt werden. Die Vorteile eines deutschen Brokers sind der deutschsprachige Support, die Kontrolle durch die Bafin und die Vereinfachung der steuerlichen Handhabung von Gewinnen. Es gibt einige deutsche Online-Broker, die den Handel mit Micro E-Mini Futures ermöglichen. Dazu gehören Folgende:

  • BANX Broker
  • Lynx Broker
  • Sino AG
  • Captrader

Broker außerhalb von Deutschland oder sogar außerhalb der EU können in Hinsicht auf die Steuern aber auch von Vorteil sein. Das ist der Fall, wenn Trader ihre Gewinne selbst versteuern bzw. geleistete Steuerzahlungen im Ausland zurückfordern können. Dabei spielen allerdings auch die Handelskosten sowie die Margin-Anforderungen eine wichtige Rolle.

Welche Kosten fallen für den Handel mit Micro E-Mini Futures an?

Für den Handel von Micro E-Mini Futures fallen Kontrakt-Kosten an. Diese unterscheiden sich je nach Broker. Daher lohnt es sich für Trader die jeweiligen Konditionen im Voraus genau unter die Lupe zu nehmen. Während der BANX Broker 3,50 Euro pro Kontrakt berechnet, zahlen Trader beim Lynx Broker 4,00 Euro je Kontrakt.

Die Sino AG bietet noch attraktivere Konditionen. Hier zahlen Anleger für einen Kontrakt lediglich 2,60 Euro für CME Futures. Dieser Preis gilt für 1 bis 800 Stück. Ab 800 Kontrakten sind jeweils nur 1,60 Euro zu zahlen. Allerdings beträgt die Mindesteinzahlung hier 25.000 Euro.

Beim Captrader liegen die Gebühren je Kontrakt bei nur 1,25 Euro. Somit ist er im Vergleich der günstigste Broker für Micro E-Mini Futures. Das Unternehmen hat seinen Sitz zwar in Deutschland, allerdings wird das Konto in Großbritannien geführt.

Fazit: CFD-Alternative für jedermann

Bei Micro E-Mini Futures handelt es sich um elektronisch gehandelte Futures-Kontrakte, die allerdings nur einen Bruchteil der Standard Futures und sogar nur ein Zehntel der E-Mini Futures repräsentieren. Das bedeutet die Margin-Anforderungen an den Trader betragen auch nur einen Bruchteil, wodurch es sich mehr Trader – auch private Kleinanleger – leisten können diese Art von Futures zu handeln. Die erhöhte Teilnahme von Marktteilnehmern am Handel sorgt für eine höhere Liquidität am Markt. Außerdem sind Micro E-Mini Futures nahezu rund um die Uhr handelbar und Anleger können durch den Hebeleffekt auch mit kleinen Einsätzen große Gewinne erwirtschaften.

Dennoch ist beim Handel Vorsicht geboten, da es ebenso gut zu hohen Verlusten durch den Hebel kommen kann. Außerdem gibt es aktuell lediglich vier verschiedene Micro E-Mini Futures, in die Trader investieren können. Die Auswahl ist also nicht besonders groß und für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie auch weniger geeignet. Allerdings ist diese Anlageklasse durch ihre vielen Vorteile für Trader von herkömmlichen CFDs trotzdem eine attraktive Alternative.

Meist gestellte Fragen:

Was sind Micro E-Mini Futures?

Micro E-Mini Futures sind elektronisch gehandelte Futures, die nur ein Zehntel der Größe eines E-Mini Futures haben und somit viel kleiner sind als herkömmliche Full-Size Futures. Dementsprechend betragen auch die Margin-Anforderungen nur einen Bruchteil der Anforderungen bei einem klassischen Future. Der Handel findet in erster Linie über die Chicago Mercantile Exchange (CME) statt.

Welche Vorteile haben Micro E-Mini Futures?

Diese Anlageklasse bringt einige Vorteile mit sich. Zum einen haben Micro E-Mini Futures dieselbe Standardisierung und in der Regel auch denselben Abrechnungspreis wie Standard-Futures-Kontrakte. Allerdings können Trader sie nahezu rund um die Uhr handeln und die Margin-Anforderungen sind geringer, wodurch mehr Anleger am Handel teilnehmen. Das führt wiederum zu einer höheren Liquidität am Markt. Sie werden in den USA auch als „Mom&Pops“-Futures bezeichnet, da sie praktisch für jeden handelbar sind. Außerdem können Trader durch den Hebel auch mit kleinen Einsätzen große Gewinne erzielen.

Welche Micro E-Mini Futures gibt es?

Der Handel von Micro E-Mini Futures findet hauptsächlich über die Chicago Mercantile Exchange (CME) statt. Bisher gibt es aber nur Micro E-Minis auf vier verschiedene Finanzprodukte: auf den S&P 500, den Dow Jones Industrial Average, den Nasdaq 100 und den Russell 2000.

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