Bezugsverhältnis bei Optionen und Optionsscheinen

Das Bezugsverhältnis bei Optionen und Optionsscheinen erklärt

Das Bezugsverhältnis ist bei Optionen und Optionsscheinen ein wichtiger Fachbegriff. Häufig verwandte Synonyme sind das Optionsverhältnis, die Contract Size oder die Kontraktgröße. Mit dem Bezugsverhältnis können Optionshändler angeben, auf wie viele Anteile des jeweiligen Basiswerts sich der vorliegende Optionskontrakt bezieht. Schließlich bilden Kontrakte den Basiswert meistens nicht 1:1 ab. Die Bezugsverhältnisse unterscheiden sich je nachdem, ob es sich um Optionen, Futures oder Optionsscheine handelt. 

Was sind Optionen? 

Bei einer Option handelt es sich um das Recht, einen Basiswert zu einem vereinbarten Preis und an einem festgelegten Tag zu verkaufen oder zu kaufen. 

Der Basiswert wird auch als Underyling bezeichnet. Der vereinbarte Preis ist der Basispreis oder Strike, während das jeweilige Datum den Verfallstag meint. Folglich handelt es sich bei jeder Option um ein verbrieftes Recht. Für dieses Recht bezahlt der Käufer eine Optionsprämie an den Verkäufer. Im Anschluss übernimmt der Verkäufer der Option die Rolle des Stillhalters. Dies bedeutet, dass er keinen Einfluss mehr auf das weitere Vorgehen hat. Der Käufer kann eigenständig entscheiden, ob er die Option ausüben will oder nicht. Diese Entscheidung befindet sich außerhalb der Sphäre des Verkäufers. 

Optionen gibt es auf verschiedene Basiswerte. Dies können beispielsweise Aktien, Aktien-Indizes oder Futures sein. Für die Praxis wäre es wenig tauglich, wenn ein einziger Optionskontrakt lediglich einen einzigen Anteil des Basiswerts betrifft. Da häufig mit höheren Summen gehandelt wird, geht es um Vielfache des Basiswerts. Die Aktienoptionen beziehen sich regelmäßig auf 100 Aktien. 

Was ist das Bezugsverhältnis von Optionen? 

Das Bezugsverhältnis von Optionen gibt genau an, wie viele Anteile des Basiswerts im konkreten Optionskontrakt (Besuchen Sie auch https://www.cmegroup.com/trading/options.html für genauere Informationen zu den Konrakten) verbrieft sind. Der Basispreis einer Option bezieht sich nicht auf das Bezugsverhältnis. Der Strike-Preis beziffert immer den Preis eines einzelnen Anteils. Folglich ist es erforderlich, die Gesamtzahl aller Anteile des Kontrakts mit dem Basispreis eines Anteils zu multiplizieren. Das Optionsverhältnis ist somit notwendig, um den Gesamtwert aller Anteile bei einer Ausübung der Option zu ermitteln. 

Wie erfolgt die Berechnung des Bezugsverhältnisses? 

Die Berechnung des Bezugsverhältnisses ermöglicht die Berechnung des Gesamtwert des jeweilige Optionsvertrags Zugleich kann das Bezugsverhältnis Aufschluss über die Hebelwirkung der Option geben. Die Formel zur Berechnung des Bezugsverhältnisses ist einfach. Jeder Käufer und Verkäufer von Optionen kann die Berechnung schnell vornehmen: 


Gesamtvolumen\thinspace Optionskontrakt = Basiswert * Bezugsverhältnis

Beispiel: Der Strike der Apple-Aktie liegt bei der vorliegenden Aktien-Option bei 120 Euro. Der Käufer überlegt nun, was passieren würde, wenn er seinen Optionskontrakt verkauft. Das Gesamtvolumen liegt jedoch deutlich höher. Da es sich beim Optionsverhältnis von Aktienoptionen meist um 100 Anteile handelt, liegt das Gesamtvolumen des Optionskontraktes bei 12.000 Euro. 

Zugleich können Bezugsverhältnisse den Wert von Option oder Optionsschein verfälschen. Hohe Bezugsverhältnisse lassen den Preis für den Kontrakt optisch niedrig erscheinen. Dies täuscht jedoch den Anleger. Um den wirklichen Wert der Transaktion zu ermitteln, führt kein Weg an der Berücksichtigung der Bezugsverhältnisse vorbei. 

Wie wird das Bezugsverhältnis dargestellt? 

Die Darstellung des Bezugsverhältnisses ist auf unterschiedliche Arten möglich. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei den meisten Optionen auf Aktien um 100 Anteile pro Kontrakt. Verbreitet ist beispielsweise die folgende Darstellung: 


1:100 - 100\thinspace Anteile\thinspace des\thinspace Basiswerts

0,01 - 100\thinspace Anteile\thinspace des\thinspace Basiswerts

Was sind die klassischen Bezugsverhältnisse? 

Beide Angaben des Bezugsverhältnisses meinen das Gleiche. Das klassische Optionsverhältnis von Aktien-Optionen beträgt somit 1:100 oder 0,01.

Allerdings sind auch Mini-Optionen erhältlich, die ein Bezugsverhältnis von 1:10 oder 0,1 haben. Die Bezugsverhältnisse anderer Derivate werden auf die gleiche Art und Weise dargestellt. Allerdings unterscheiden sich die Bezugsverhältnisse mitunter deutlich. 

Beispiel: Bei der Amazon-Aktie würde ein Bezugsverhältnis von 1:100 zu einem Handelsvolumen von über 300.000 US-Dollar führen. Folglich haben sich die Optionshändler für ein kleineres Optionsverhältnis entschieden. 

Unterscheiden sich Bezugsverhältnisse im Ausland? 

Wer mit Optionen handelt, sollte vor dem Kauf immer das jeweilige Verhältnis überprüfen. Schließlich gibt es länderspezifische Unterschiede beim Bezugsverhältnis. In Großbritannien gibt es Kontrakte mit einem Verhältnis von 1:1000. Dies bedeutet, dass sogar 1000 Anteile pro Optionskontrakt für die Vertragsparteien möglich sind. 

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Was sind Optionsscheine? 

Immer wieder bezeichnen Investoren die Option und den Optionsschein als ein und dasselbe. Beides sind Derivate, die jedoch teilweise erheblich Unterschiede aufweisen. Optionsscheine beziehen sich ebenfalls auf einen Basiswert. Diese sind im Gegensatz zu den Optionen nicht standardisiert. Dafür können nur Banken als Stillhalter auftreten, während bei Optionen jeder Marktteilnehmer der Emittent einer Option sein kann. Die Preise der Optionsscheine sind teilweise intransparenter als bei einem gängigen Optionskontrakt. 

Was ist das Bezugsverhältnis von Optionsscheinen? 

Bei Optionsscheinen ist auch das Bezugsverhältnis gegenüber Optionen unterschiedlich. Da es an einer Standardisierung fehlt, können die Emittenten unterschiedliche Bezugsverhältnisse vereinbaren. Häufig handelt es sich um ein Bezugsverhältnis von 1:1. Dies bedeutet, dass es pro Optionskontrakt nur einen Anteil gibt. Der Optionsschein bezieht sich auf einen Bruchteil des Basiswerts. Demgegenüber sind auch Optionen mit einem Verhältnis von 2:1 oder höher möglich. Dann werden lediglich 0,5 Anteile eines Basiswerts pro Optionsschein gehandelt. 

Beispiel: Die Bank ABC bringt einen Optionsschein auf die Amazon-Aktie heraus. Dabei wählt diese ein Bezugsverhältnis von 5:1. Dies bedeutet, dass sich ein Optionskontrakt nur auf 0,2 Bruchteile der Amazon-Aktie bezieht. Anstelle von ca. 3000 US-Dollar wären dies folglich nur 600 US-Dollar. 

Was sind Futures? 

Bei Futures handelt es sich um Terminkontrakte, die keiner Bedingung unterliegen. Dies führt dazu, dass es keine Option zur Ausübung des Terminkontrakts gibt. Am sogenannten Fälligkeitstag erfolgt die Ausführung – unabhängig davon, für wen die Ausübung vorteilhaft ist. Die Futures kommen häufig zum Einsatz, um den Handel von Rohstoffen und Währungen zu ermöglichen. 

Was ist das Bezugsverhältnis von Futures? 

Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Futures unterscheiden sich die Bezugsverhältnisse deutlich. Schließlich macht es erhebliche Unterschiede, ob es um den chinesischen Yuan oder den Rohstoff Gold geht. Vor dem Kauf von Futures sollten die Anleger das Bezugsverhältnis prüfen. Die Berechnung und Angabe erfolgt in Übereinstimmung zu den Optionen und Optionsscheinen. 

Notwendigkeit mehrerer Optionsscheine 

Je nach Bezugsverhältnis können mehrere Optionsscheine erforderlich werden, wenn Anleger den Basiswert kaufen oder verkaufen wollen. Das Bezugsverhältnis gibt über die konkrete Menge Aufschluss. Sofern der Käufer eines Optionsscheins bei einem Bezugsverhältnis von 10:1 das Kaufrecht ausüben möchte, benötigt er 10 Optionsscheine. Ein Optionsschein verbrieft lediglich den Anspruch auf einen Bruchteil von 0,1 des Basiswerts.

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