Markttechnik

Wie funktioniert die Markttechnik im Trading? – Beispiele

Die Markttechnik im Trading zählt zur technischen Analyse im Trading. Basierend auf einer Trading Strategie ist es für Anleger deutlich einfacher von Kursentwicklungen zu profitieren und zu verstehen, wann ein Einstieg und der Ausstieg im Trading sinnvoll erscheinen. Was genau hinter der Markttechnik steckt und wie der Handel mit der Markttechnik funktioniert, zeige ich Ihnen in diesem Artikel.

Aufwärtstrendlinien Beispiel

Was ist die Markttechnik? 

Strategische Trader bedienen sich beim Handel an den Börsen der Welt verschiedener Analysemöglichkeiten. Die bekanntesten Oberkategorien der Analysemöglichkeiten sind fundamentale Analysen, technische Analysen sowie Chartanalyse. Wie eingangs erwähnt, zählt die Markttechnik zu der Technischen Analyse

Die Abgrenzung ist hier logisch zu erklären. In der technischen Analyse geht es darum, die Trends im Markt zu erkennen und entlang der Trends Trading Entscheidungen zu fällen, um von den Kursentwicklungen zu partizipieren. Das ist natürlich auch bei den anderen Analysen der Fall. Der Unterschied liegt daher nicht im Was, sondern im Wie. 

Schauen Sie dazu auch mein Video zum Einstieg in die Markttechnik an:

Während in der Fundamentanalyse Trading Entscheidungen basierend auf News im Markt fallen, richtet sich das Augenmerk bei der technischen Analyse auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Markt. Wie viele Trader sind im Markt und gibt es einen Angebots- oder Nachfrageüberhang? Das sind entscheidende Fragen in der Markttechnik. Auch die Charttechnik ist einfach von der technischen Analyse abzugrenzen. Während sich in der Chartanalyse auf vergangene Marktereignisse konzentriert wird, traden die Anleger bei der Markttechnik nach der Verhaltensweise der anderen Markteilnehmer. 

Short Squeeze Kampf zwischen Bullen und Bären

Somit ist das spannende beim Trading mit der Markttechnik, das folgende Fragen im Fokus des Tradings stehen: 

  • Wer kauft am Markt? 
  • Wie verhalten sich die Marktteilnehmer? 

Die Entscheidung eines Handels ist somit nicht in Daten begründet. Es geht hier um das Verhalten der anderen Marktteilnehmer und dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Markt. Als Anleger müssen Sie sich bei der Markttechnik somit in die anderen Teilnehmer am Markt hineindenken. Aber wer sind die anderen Marktteilnehmer überhaupt? 

Marktteilnehmer im Überblick

In einem typischen Handelsmarkt gibt es vier verschiedene Marktteilnehmer, die sich in ihrem Verhalten beim Markttechnik Trading unterscheiden. Die folgenden Marktteilnehmer sind zu unterscheiden:

  • Arbitrageur
  • Stratege
  • Spekulant 
  • Hedger 

Möchten Sie die anderen Marktteilnehmer verstehen, um zu sehen ob ein Trend besteht und wie Sie die aktuelle Bewegung des Kurses für sich nutzen können, müssen Sie zunächst die Merkmale eines jeden Marktteilnehmers kennen. Nur wenn Sie die Bedingungen kennen, können Sie auch strategische Entscheidungen treffen und sich in die anderen Teilnehmer hineindenken. 

Teilnehmer:
Merkmale:
Arbitrageur
Ein Arbitrageur setzt auf den gleichzeitigen Kauf- und Verkauf eines Wertpapiers oder Handelsinstrumentes an der Börse. Damit dies gelingt und Profit erzielt wird, nutzt der Arbitrageur Unterschiede der Kurse, Preise oder Zinsdifferenzen auf verschiedenen Märkten für den eigenen Handel aus. 
Stratege
Ein Stratege weiß genau, was dieser kaufen möchte und basiert die eigenen Entscheidungen nicht auf einer Charttechnik oder anderen Analyseform. Stattdessen entscheidet dieser investorisch mit Unternehmergeist. 
Spekulant 
Als Spekulant gelten die Marktteilnehmer, die anhand von Analysemethoden, wie einer Charttechnik oder Markttechnik Trading Entscheidungen treffen. Der Trend ist unter anderem ein Auslöser für eine Order. Spekulanten wissen daher genau wann sie den Einstieg in einen Markt wagen und wann sie wieder aussteigen möchten. 
Hedger
Zuletzt gibt es noch die Hedger. Hinter diesem Marktteilnehmer stehen Unternehmen, die eine Risikoabsicherung über den Börsenhandel gewährleisten möchten. 

Als Markttechniker bzw. Spekulant haben Sie somit einen entscheidenden Vorteil gegenüber der anderen Marktteilnehmer: Sie wissen wie die anderen ticken und können anhand von Analysen und Trends Trading Entscheidungen treffen, die es ermöglichen, an Kursentwicklungen zu partizipieren. 

Es sei an dieser Stelle noch darauf hinzuweisen, dass sich die Teilnehmer am Markt nicht nur in ihren Zielen unterscheiden, sondern auch im Verhalten. Für eine Position an der Börse gibt es schließlich drei Möglichkeiten. 

Die Anleger können Long gehen und somit auf steigende Kurse mit einem Kauf setzen. Ebenso ist es möglich, dass diese Short gehen und somit verkaufen, da sie mit einem Abwärtstrend der Kurse rechnen. Weiterhin gibt es noch die Flat Position bei der keine Änderung im Handeln stattfindet. 

Wie funktioniert die Markttechnik?

Bei der Markttechnik geht es immer um den Trend. Ein Anleger versucht zu verstehen, wann ein Trend entsteht, um diesen anschließend ausnutzen zu können. Es stehen daher bei der Markttechnik immer zwei Fragen im Vordergrund: 

  • Wer kauft nach mir?
  • Wer verkauft nach mir? 

Ob ein Trend vorhanden ist und in welchem Stadium der Trend sich befindet, kann über die Markttechnik herausgefunden werden. Wichtig ist zudem die Identifikation, ob es sich um einen Aufwärtstrend oder Abwärtstrend handelt. Dieser Punkt ist ganz entscheidend, um als Trader zu wissen, ob man Short oder Long gehen sollte. 

Merke!

Fassen wir zusammen: Bei der Markttechnik stehen die Bewegung bzw. eine Korrektur vom Markt im Fokus. Schwankungen werden durch Teilnehmer am Markt ausgelöst und können zu Trends führen, von denen Markttechniker partizipieren können. 

Mit der Markttechnik traden lernen

Nachdem wir uns gemeinsam die Theorie hinter der Markttechnik angeschaut haben, gehen wir fortfolgend in die Praxis. Hier greift der Trendfolgeansatz. Ein Anleger schaut sich also an, was die anderen Teilnehmer machen und wagt anschließend den Einstieg in den Markt. Hierfür ist es notwendig zu erkennen, an welcher Position sich die Kurse gerade befinden. Handelt es sich um einen Aufwärtstrend, Abwärtstrend, eine Bewegung oder eine Korrektur?

Auskunft hierüber gibt die Punktzählung von einem Chart. Ein typischer Trend verfügt über die folgenden Phasen in der Punktzählung:

  • Punkt 1: Startet bei der ersten Bewegung und ist zugleich als erstes Tief charakterisiert
  • Punkt 2: Steht am Ende der Bewegung und ist als Hoch charakterisiert
  • Punkt 3: Ist ein weiterer Tiefpunkt, der jedoch über dem ersten Tief stehen muss

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Trends im Markt erkennen 

Um die Punktzählung anzuwenden, ist es zunächst nötig, den jeweiligen Trend zu erkennen. Das ist relativ simpel in der Theorie erklärt. Trends stellen eine bestimmte Richtung eines Kurses dar. Steigen die Kurse oder sinken sie? Trends können durch kleine Schwankungen unterbrochen werden. Das ist sogar normal. Sie sollten jedoch eine klare Richtung aufweisen und sich schnell von Schwankungen wieder erholen. Ein Trend kann generell zwei Richtungen haben: Entweder der Kurs fällt, oder der Kurs steigt

Die kleinen Schwankungen innerhalb einer Bewegung werden auch Korrektur genannt. Ein Trend besteht somit immer aus Hochs und Tiefs bzw. einer Bewegung und einer Korrektur. 

Sobald der Trend erkannt ist, kann der Handel auf den Trend ausgerichtet werden. Dies ist möglich über die Betrachtung der Großwetterlage und der Signallage eines Trends. Während die Großwetterlage für die Richtung der Trendgröße steht, kann aus der Signallage der Einstieg in den Handel hervorgerhen. 

Großwetterlage

Betrachten wir dir Großwetterlage buchstäblich, zeigt die Richtung des Kurses das Wetter an. Ist es sonnig oder gewittert es heftig im Markt? Beide Extrema sind möglich und stehen für einen Aufwärtstrend und Abwärtstrends. Erklärt man es rein theoretisch, kann die Großwetterlage auch als „Wo“ bezeichnet werden, da Trader schauen, in welcher Wetterlage bzw. Kurslage sich das Handelsinstrument gerade befindet. Lohnt sich der Einstieg? Ob auf diese Frage ein Ja oder Nein folgt, ist abhängig von dem Wo. Befindet sich der Kurs in einer Korrektur, lohnt sich ein Trade. Befindet sich der Kurs hingegen in einer Bewegung, wurde ein Einstiegszeitpunkt verpasst. 

Signallage

Als Trader warten wir immer auf ein Signal, dass uns den perfekten Eintritt für das Trading zeigt. Das ist beim Trading mit der Markttechnik nicht anders. Auch hier bedienen sich Anleger an Signalen. Während die Großwetterlage also das „Wo“ definiert, zeigt uns die Signallage „Wie“ der Handel durchgeführt werden sollte

Eine gute Methode hierfür ist die 1-2-3 Markttechnik von Michael Voigt. Schauen wir sie uns noch einmal genauer an. 

1-2-3 Markttechnik

Die 1-2-3 Markttechnik wurde bereits zu Beginn dieses Abschnitts kurz angerissen. Nun gehen wir ins Details und schauen uns an, wie innerhalb der 1-2-3 Markttechnik gehandelt werden kann. Führen wir uns hierfür noch einmal die unterschiedlichen Phasen vom Trend vor Augen: 

  • Punkt 1: Definiert den Startpunkt der Bewegung und das Tief
  • Punkt 2: Definiert das erste Hoch der Bewegung
  • Punkt 3: Definiert eine Korrektur und ein Tief, dass aber höher als Punkt 1 liegt

Diese Punkte wiederholen sich so oft, bis der Trend vorbei ist. Was bedeutet das für Trader? Wir haben bereits festgestellt, dass es sinnvoll ist, innerhalb einer Korrektur den Einstieg zu tätigen. Punktbezogen funktioniert das in der Realität aber natürlich nicht immer. Stattdessen kann die Markttechnik dabei helfen einen geeigneten Einstieg zu finden. Hierfür vergegenwertigen wir uns noch einmal die 3 Punkte der 1-2-3 Markttechnik:

Punkt 2 zeigt immer einen Hochpunkt des Kurses und vom Trend an. Wenn nach einem neuen Punkt 3 die Prognosen wieder so stehen, dass ein neuer Durchbruch des Kurses und somit ein erneuter Punkt 2 entsteht, ist der Zeitpunkt für den Einstieg gekommen. So nehmen Anleger die Korrektur mit und können schnelle Renditen machen. Einstiege sind somit bestenfalls an Punkt 3 oder kurz danach sinnvoll. 

Wie sieht es mit dem Ausstieg aus? Dieser erfolg analog. Punkt 3 definiert das Tief vom einem Kurs. Bei einem Trend sollte der Punkt 3 aber immer höher liegen als der vorherige Punkt 3. Sobald dies nicht mehr der Fall, ist ein Ausstieg wichtig, um kein Risiko einzugehen. Dies definiert in der Regel das Ende vom Trend. 

Bitte beachten Sie:

Ein Trend kann sich in beide Richtungen entwickeln. Das obere Beispiel bezieht sich auf einen Aufwärtstrend, indem ein Anleger Long geht. Analog dazu können auch Abwärtstrends gehandelt werden. Hier ist ein Einstieg bei Punkt 3 und ein Ausstieg bei Punkt 2 sinnvoll, da Punkt 3 ein Hoch definiert und Punkt 2 ein Tief. 

4 Arten von Trades in der Markttechnik: Qualitätsunterschiede

Eine Strategie ist auch für Spekulanten im Trading, die auf Risiko setzen entscheidend. Nur mit einer Strategie sind auch langfristig Renditen zu erwirtschaften. Das spielt auch in der Markttechnik eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund wird zwischen fachlich korrekten und fachlich nicht korrekten Trades unterschieden. Während sich ein Trader bei einem fachlich korrekten Trade an die eigenen Strategien und Regeln hält, weicht dieser bei einem fachlich nicht korrekten Trade von den eigenen Bedingungen beim Traden ab und könnte dadurch ein erhöhtes Risiko eingehen. 

Die Trades werden in Plus Trades und Minus Trades unterschieden. Beim Trading von einem Plus Trade sprechen wir, wenn ein Aufwärtstrend zu verzeichnen ist. Gegenteilig verhält es sich bei einem Minus Trade. Dieser entsteht bei einem Abwärtstrend. Beide Trades können fachlich korrekt oder fachlich nicht korrekt ausgeführt werden. 

Stopregeln der Markttechnik

In Kombination zu den Regeln, die sich ein Trader für den Handel basierend auf einer Markttechnik auferlegt, gibt es auch Stopregeln. Diese kommen immer bei einem Stop-Loss zum Einsatz. Ein Stop-Loss ist eine bewährte und nützliche Absicherung beim Handel von spekulativen Kursen. Bei einem Stop-Loss definieren Trader eine Schwelle beim Trading bei der spätestens der Ausstieg erfolgt. So kann das Risiko geschmälert und hohe Verluste zugleich vermieden werden. 

Das ist auch beim Handeln von einem Trend innerhalb der Markttechnik relevant. Regeln für ein Stop-Loss gibt es darüber hinaus. Welche das sind, zeige ich Ihnen kurz und knapp. 

Generell kann ein Stop auf zweierlei Art auftreten:

  • Verlustbegrenzungsstop
  • Gewinnahmestop
Parabolic SAR Stop Loss Strategie

Bei einem Verlustbegrenzungsstop, legt der Anleger den maximal zu verzeichnenden Verlust fest. Sobald diese Schwelle erreicht wurde, wird verkauft und der Ausstieg aus dem Markt erfolgt. Anders sieht das bei einem Gewinnmitnahmestop aus. Dieser wird immer auf den Punkt gesetzt, an dem der Break Even Point von einem Kurs liegt. Die Break-Even-Theorie kennt manch einer aus der BWL. Die Theorie ist auch auf den Börsenhandel anwendbar. Am Break-Even-Point von einem Handelsinstrument, ist der Punkt, an dem die Position ohne Risiko vorliegt. Die Definierung dieses Punktes ist wichtig, um beim Handeln auch die Gewinne mitzunehmen und die anschließende Vorgehensweise weiter auszubauen. 

In der Markttechnik gehen Anleger genauso vor. Wann der Stop gesetzt wird, entscheidet aber der Markt. An der Großwetterlage und dem Signaltrend können Stops identifiziert werden. 

Vor-und Nachteile der Markttechnik

Die Markttechnik bietet somit Vor- und Nachteile für den Handel. Ein trend ermöglicht einem Trader mehrere Einstiegschancen in einen Markt, da ein Trend keiner linearen Linie entspricht. Immer wieder führt eine Korrektur zu einer Gegenbewegung im Trend. Exakt an solchen Punkten müssen Anleger Einstiege wagen. Auch das Risiko von einem Verlustkann minimiert werden, indem bei einer anschließenden Gegenbewegung direkt ein Verkauf stattfindet. Daher eignet sich die Markttechnik sowohl für Einstieger als auch Profis. 

Nachteilig ist jedoch, dass ein eingerichter Stop-Loss zu Gewinnverlusten führen könnte. Zudem muss ein Trend vorherrschen, um die Markttechnik anzuwenden. 

Mein Fazit zur Markttechnik

Als Markttechniker lassen Sie den Markt bestimmen, wann Sie in diesen einsteigen. Hochs und Tiefs der Kurse geben Ihnen die Richtung an und zeigen, ob Sie Long oder Short gehen sollten. Anhand von einem Chart können Sie Trendbewegungen für sich identifizieren und nutzen. Die 1-2-3 Markttechnik hilft Ihnen zudem bei einer einfachen und schnellen Analyse der Handelsbedingungen. Sollten Sie ein sicherheitsbewusster Trader sein, empfiehlt sich ein Stop-Loss, um Verluste zu vermeiden und/oder Gewinne abzusichern. Die Markttechnik ist somit eine hilfreiche Analysemethode der technischen Analyse, für die Bewertung von Märkten und der Partizipation an Trends. 

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