Wie traden Banken überhaupt? – Einblicke in den Handel

In diesem Beitrag steht der Begriff Banken für die international führenden Geldhäuser. Zu denen zählen unter anderem Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley und die Bank of America Merrill Lynch. Natürlich halten diese Häuser ihre Handelsgewohnheiten geheim und sind auch beim Veröffentlichen von Zahlen sehr zurückhaltend. Gleichwohl sind mitunter Blicke hinter die Kulissen möglich und sinnvoll. In der BRD gibt es auch namhafte Investmentbanken, allerdings mit begrenztem Einfluss auf die Kursentwicklung der meisten Vermögenswerte.

Banken versus private Trader

Der wesentliche Unterschied zwischen einer Bank und einem Privathändler ist einfach zu beschreiben:

  • Der private Marktteilnehmer muss dem aktuellen Trend folgen, um profitabel zu sein
  • Die Bank schert sich nicht um die Entwicklung, denn sie macht den Trend

Damit ist eigentlich schon alles erklärt, aber die Situation wird einfacher verständlich, wenn praktische Beispiele den Prozess bildlich in Szene setzen. Investmentbanken sind in allen Anlageklassen aktiv, besonders aber im Devisenhandel. An der Gesamtzahl der Trader gemessen, nehmen die Händler der Banken nur etwa 5 % der Akteure insgesamt ein. Diese 5 % bewegen aber rund 92 % der täglichen Handelsvolumen. Kein Wunder also, dass der Trader einer Bank aus völlig anderem Blickwinkel auf den Chart eines Währungspaares schaut als der private Akteur.

Der private Trader muss mittels der technischen Analyse vorhersagen, wohin sich der Kurs seines Währungspaares in den kommenden Stunden bewegt. Ein Akteur einer Bank bewegt den Kurs im Auftrag möglichst profitabel und unvorhersehbar. Sehr oft handeln Banken Trader im Auftrag von externen Kunden, ebenso häufig mit eigenem Kapital auf Rechnung des Hauses. Banken mit Volllizenz haben direkten Marktzugang, sie sind an keine Volumen-Beschränkungen gebunden, zahlen keinen Spread oder sonstige Handelsgebühren.

Kauft beispielsweise ein europäischer Konzern für 1 Milliarde Euro USD, verdient die Bank an dem Deal eine vereinbarte Provision, sagen wir 1 Pips. Die vereinnahmten Euro werden bei Gelegenheit gegen den USD auf den Markt gebracht und sorgen aufgrund des temporären Überangebots für einen Anstieg des Dollarkurses um 3 oder mehr Pips. Bei einem aktuellen Kurs von 1,1342 USD für einen Euro resultiert der Deal in einem Millionen-Geschäft für die Bank.

Der Kurs von USD/EUR:

Identische Ziele

Private Trader und die Händler der Banken haben völlig identische Ziele. Es geht ihnen ungeachtet oft abgegebener Erklärungen um maximalen Profit. Darüber hinaus bestehen jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Marktteilnehmern.

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Private Akteure

Diese zwar zahlenmäßig größte Gruppe hat absolut keinen Einfluss auf die Entwicklung der Kurse. Der durchschnittliche Privattrader agiert mit 1.000 Euro auf dem Handelskonto und setzt nur einen Teil des Geldes für eine Position ein. 

Er handelt auf Margin. Das bedeutet, er hinterlegt einen Sicherheitsbetrag entsprechend des gewählten Hebels, und finanziert den Rest der Position.

Beispiel:

  • Sie möchten mit einem Lot (100.000 Währungseinheiten) handeln und nutzen einen 500er Hebel
  • Ihre Margin beträgt dementsprechend 100.000 geteilt durch 500 gleich 200 Euro, zuzüglich Gebühren

Den Rest der Position finanziert eine Partnerbank des Brokers, welche in der Regel eine Investmentbank ist. Aufgrund der Informationen zur Kreditaufnahme über den Broker weiß die Investmentbank jederzeit, wie die Trader positioniert sind. Im digitalen Zeitalter wird daraus mit wenigen Mausklicks ein globales Bild. Dieses befähigt die Investmentbanken, starke Positionen gegenüber den kreditnehmenden Tradern einzugehen. Besonders spannend für Trader und lukrativ für Banken wird die Situation anlässlich der Veröffentlichung von relevanten Wirtschaftsdaten. Viele Trader kennen die Hektik im Vorfeld der NFP (Non Farm Payrolls) und positionieren sich rechtzeitig vor der Bekanntgabe.

Hin und wieder passieren sogenannte Flash-Trades, bei welchen der Kurs blitzartig 30 Pips in die Höhe springt und anschließend um 40 Pips fällt. Insider behaupten, dass große Banken mit mehrstelligen Milliardensummen die Positionen abfischen. Dies ist aufgrund der Anonymität des Marktes zwar nicht zu beweisen, aber technisch jederzeit möglich. Und zeigen Sie mir bitte ein Geschäftsfeld, auf dem die technischen Möglichkeiten ungenutzt bleiben.

Mann im Anzug am Schreibtisch, vor ihm steht ein geöffneter Laptop, der ein Chart anzeigt und daneben liegen mehrere Blätter Papier, die ebenfalls Charts abbilden

Aus 10 Milliarden werden durch 30 positive Pips 10.030.000.000. In die entgegengesetzte Richtung eingesetzt, machen die 10 Milliarden noch einmal 40 Millionen dazu. Das Ganze dauert vielleicht 1 Minute und resultiert für involvierte Banken in 70.000.000 Dollar Profit.

Nicht vergessen, Flash-Trades passieren meist vor der Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten. Nach der Bekanntgabe geht das Spiel weiter:

  • Entweder wird das Ergebnis vollkommen ignoriert
  • Erst später durch Transaktionen gewürdigt
  • Oder führt zu gegenteiligen Reaktionen

Hinter jedem Szenario stecken Banken, denn sie allein können mit ihren Positionen die Kurse beeinflussen. 

Technische Analysen, die manchmal nicht zutreffen

Wer mit technischen Analysen tradet, vertraut den Zahlen und den Mechanismen des Marktes. Dem ist nichts entgegenzusetzen, außer, die Banken sehen eine lukrative Chance. Ungeachtet jeder technischen Analyse wird der Kurs einer Währung durch manipuliertes Angebot beeinflusst.

Beispiel:

Angenommen, der Euro ist gegenüber dem USD im Aufwind und wird durch die Positionen durchschnittlicher Marktteilnehmer beflügelt. Die Banken nehmen die Entwicklung wahr und erkennen ihre Chance. In einer ruhigen Marktphase werden 10 Milliarden Euro auf den Markt gebracht. Dieses momentane Überangebot kann der Markt nicht aufnehmen, der Kurs gibt gegenüber dem Dollar um 40 bis 50 Pips nach:

  • Durch den Wertzuwachs beim USD haben die Banken an der Transaktion 50 Millionen verdient
  • Der Profit wird durch eine gegenteilige Positionierung verdoppelt
  • Beide Trades sind innerhalb einer Stunde abgeschlossen und den meisten Privattradern bleibt die Kursentwicklung ein Rätsel

(Risikohinweis: 79,17% der privaten CFD Konten verlieren Geld)

Traden wie Banken?

Das Handeln der Banken kann von Ihnen nicht nachgeahmt werden, dazu fehlt es einfach am Volumen. Sie können ein Lot in den Handel schicken oder auch 10 Lot, der Kurs bleibt davon unbeeindruckt. Ab 1 Milliarde sind daraus resultierende Kursbewegungen auf dem Chart ersichtlich. Gemeinsame Aktionen mehrerer Banken resultieren in Kursveränderungen von mehr als 50 Pips, oft mehr als das Doppelte.

Dass für Sie das Traden wie Banken unmöglich ist, liegt nicht am professionellen Equipment der Häuser oder an der Professionalität der Akteure. Es ist meist dem Volumen dieser Trades geschuldet, welches Sie auch in Kooperation mit 10.000 privaten Marktteilnehmern nicht erreichen.

Daraus ergibt sich, dass Banken mit ihren Aktionen den Trend vorgeben, welchem Sie in jedem Fall folgen müssen. Sie können, zwar in anderen Dimensionen, ebenso erfolgreich wie die großen Banken sein. Voraussetzungen sind:

  • Den Trend möglichst früh erkennen und einsteigen
  • Bis zur nächsten Trendwende dabeibleiben

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Zuletzt geupdated am 04/02/2022 von Andre Witzel

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