Was ist der Volatilitätsindex (VIX) und wie benutzt man ihn?

Während Daytrader bei einer hohen Volatilität Chancen wittern, treiben rapide Kursverluste Börsenneulingen häufig den Angstschweiß auf die Stirn. Kursschwankungen liegen in der Natur der Börse und sind etwas, mit dem jeder Anleger zurechtkommen muss, der sein Geld in Aktien investiert.

Chart: Der Volatilitätsindex VIX (auch CBOE Volatility Index) mit Monatskerzen

Auch wenn niemand eine Glaskugel besitzt, mit der die Zukunft der Börse vorhergesehen werden kann, existiert mit dem Volatilitätsindex VIX ein äußerst interessanter Indikator für die aktuelle Stimmung an der Börse. Herrscht Panik an den Märkten, schießt der VIX in der Regel in die Höhe.

Erfahren Sie jetzt, was sich genau hinter dem VIX Index verbirgt und wie Sie ihn für Ihre Performance nutzen können!

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Was ist der VIX Index? – Definition

Unter dem Kürzel VIX verbirgt sich der Volatilitätsindex, der offiziell als „Chicago Board Options Exchange (CBOE) Volatility Index“ bezeichnet wird. Unter dem Begriff Volatilität wird die Schwankungsbreite einer Geldanlage verstanden.

Bei dem VIX handelt es sich um einen guten Indikator für die zu erwartende Marktvolatilität in den nächsten 30 Tagen. Investoren nutzen den VIX, um ein Gefühl für die aktuelle Marksituation und die Stimmung an der Börse zu bekommen.  Steigt die Volatilität in rauen Marktphasen an, wird der VIX häufig auch als „Angstbarometer“ bezeichnet.

Gebildet wird der VIX aus den Preisen für Indexoptionen auf den S&P 500-Index (Standard and Poors). Beim S&P 500-Index handelt es sich um einen amerikanischen Börsenindex, der 500 Large-Cap Aktien enthält. Die Optionen werden deshalb zur Berechnung des VIX herangezogen, weil Optionspreise Aufschluss darüber geben, welche Erwartungen Anleger an die zukünftige Kursbewegungen haben. Hierbei handelt es sich um die implizierte Volatilität.

Berechnung von VIX Optionen

Anzumerken ist, dass Standard-SPX-Optionen am dritten Freitag eines jeden Monats verfallen, während wöchentliche S&P 500-Optionen nur an jedem zweiten Freitag verfallen. Zur Berechnung des VIX-Index werden nur SPX-Optionen herangezogen, die freitags verfallen. Außerdem werden sie gewichtet, damit ein Maß für die in den nächsten 30 Tagen zu erwartende Volatilität entsteht.

Der VIX basiert also auf den Prämien, die Investoren bereit sind, für Optionen auf den S&P 500 zu zahlen. Wichtig: Es ist eine Annahme, die nicht zwingend eintreten muss. Die Optionsprämien können als Risikoprämien bezeichnet werden. Grundsätzlich gilt: je größer das Risiko, desto höher die Prämien – und umgekehrt! Fällt die Optionsprämie, fällt auch der VIX. Umgekehrt steigt der VIX, wenn die Optionsprämien steigen.

s&p 500
Der S&P 500 (aufgelegt von S&P Global) ist wichtig für das Verständnis des VIX Index

Der CBOE Volatility Index entsteht aus Millionen von Transaktionen auf der ganzen Welt. Verkäufer und Käufer beeinflussen die Optionspreise. Finden sich mehr Käufer, steigen die Prämien. Hingegen sinken die Prämien, wenn die Verkäufer mehrheitlich auftreten. Über den VIX wird ein gewichteter Durchschnitt aller Optionspreise im S&P 500-Index abgebildet. Diese Kennzahl wird schlussendlich als VIX bezeichnet und gibt an, ob Investoren mehr oder weniger für das Recht zahlen, den S&P 500-Index zu kaufen (Put) oder zu verkaufen (Call).

Seine Geburtsstunde feierte der VIX im Jahr 1993. Zur damaligen Zeit wurde der VIX über den S&P 100 berechnet. Eine Aktualisierung erfolgte dann im Jahr 2003. Ab diesem Zeitpunkt waren die Optionen auf den S&P 500 Grundlage für den VIX-Wert.

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Wie lässt sich der VIX Index interpretieren?

Mit Blick in die Historie bedeutet ein VIX unter 20, dass die Marktteilnehmer ein risikoarmes Börsenumfeld erwarten. Ein zu tiefer VIX ist jedoch alles andere als beruhigend, denn auch zu viel Optimismus schadet der Börse. Denken Sie hierfür nur an das Beispiel des „Shoe Shine Boy“: Sind alle bullish, fehlen die Käufer und der Markt kollabiert.

Formel zur Berechnung des VIX Index

Steigt der VIX Kurs auf einen Wert über 20, beherrscht zunehmend die Angst den Markt (Markterwartungen werden negativ) und es wird ein risikoreiches Umfeld erwartet. Blicken wir zurück auf die Immobilien-Krise in den Jahren 2008 und 2009. Auf dem Höhepunkt dieser Krise schoss der VIX auf einen Wert von weit über 50. In der Spitze wurden sogar Werte von 85 erreicht. Zum besseren Verständnis: Ein VIX Wert von 85 bedeutet die Erwartungshaltung, dass der S&P 500 im Rahmen von 85 % über oder unter dem aktuellen Niveau schwanken wird! Diese extremen Zustände können nicht lange anhalten. In Folge dessen fiel der VIX rapide ab und sank auf einen Wert von unter 15. Inmitten einer Krise erweckte der VIX somit den Eindruck eines risikoarmen und ruhigen Börsenumfelds. Erneut lag der VIX falsch und zog erneut an.

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Wie zuverlässig ist der VIX Index?

Das letzte Kapitel wirft die Frage auf, wie zuverlässig und aussagekräftig der VIX ist. Aus meiner persönlichen Sicht: Ich denke, die Volatilität des VIX zeigt die Unfähigkeit des Menschen, Risiken richtig einzuordnen und dem Unbekannten einen Wert zu verleihen. 2008 stand der VIX in einem niedrigen 20-er Bereich, obwohl sich alle des damals problematischen Umfelds bewusst waren. Kurz darauf stieg der VIX in schwindelerregende Höhen, die weit über die Realität hinausgingen. Als er fiel, überkompensierte er erneut. Auch zwischen 2009 und 2011 gelang es ihm nicht, realistische Niveaus zu finden.

Mehrere große Gebäude von großen Banken
In der Banken- und Finanzkrise rückte der VIX Index in den Vordergrund

Der VIX unterliegt also dem gleichen Wahrnehmungsfehler wie die Menschen an den Aktienmärkten. Die Folge sind Aktienkurse, die häufig deutlich zu hoch oder deutlich zu niedrig taxieren. Anstatt von Gier und Angst getrieben zu sein, wäre es sinnvoller, sich auf die Mathematik und fundamentale Daten zu konzentrieren. Denn es ist ein Leichtes, in den Abgrund einer sozialen Idiotie hineingezogen zu werden. Schließlich versagen Logik, Vernunft und Weisheit, wenn irrationale Gier oder Angst das Steuer übernehmen.

„Versteckte Volatilität“ – Was ist das?

Als „versteckte Volatilität“ wird ein Zustand bezeichnet, wenn die Marktprämie [Optionsprämie] Verträge abschließt, während die Aktienmärkte beginnen, sich zu konsolidieren. Es ist bekannt, dass der Markt nicht unendlich konsolidieren kann. Erfolgt ein Ausbruch nach oben oder unten, kann eine brachiale Bewegung die Folge sein. Für mich lässt sich der Begriff „versteckte Volatilität“ gut sinnbildlich darstellen, indem man sich eine zusammengedrückte Feder vorstellt.

feder
Die Feder hilft beim Verständnis der versteckten Volatilität

Die Energie der Feder ist nicht ersichtlich, aber dennoch gegenwärtig. Wird die Energie freigesetzt, sind schnelle und heftige Bewegungen die Folge. Die Physik beantwortet im Falle der Feder, wie viel Energie benötigt wird und wie lange diese Energie ausreicht, um die Feder auf Spannung zu halten. Am Aktienmarkt wird diese Gleichung durch die Faktoren Angebot und Nachfrage bestimmt. Häufig handelt es sich um eine katalytisches Ereignis. Die Freisetzung der Kraft erfolgt, sobald eine Seite einknickt und die Gegenseite zur völligen Kapitulation zwingt.

Versteckte Volatilität ist gegeben, sobald die Volatilität bei Aktien- und Optionsprämienkontrakten im Kurs in Echtzeit auftritt. Die Medien stellen dies manchmal als „Gier“ oder „Selbstzufriedenheit“ dar. Die Realität ist aber, dass die Optionsprämie unter dem Soll-Mittelwert liegt und weiter absinkt. Diese Einschätzung ist subjektiv, kann aber sicherlich in der Praxis gesehen und erlebt werden. Aus meiner Sicht handelt es sich dabei um ein Warnsignal, dass dem Markt eine große und heftige Korrektur bevorsteht.

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So handeln Sie den CBOE Volatility Index

Bei dem VIX handelt es sich nicht nur um einen barbasierten Options-Index, sondern auch um einen Futures-Index. Zu den VIX-Optionen und Futures-Produkten zählen: UVXY, VXX, VIIX.

Verwendet werden können die VIX-Optionen entweder zur Absicherung eines Long-Portfolios oder aber zur Eröffnung einer Position im VIX.

Handel mit dem VIX per CFD
Handel mit dem VIX per CFD (Chart mit Kurs im Hintergrund)

Handeln Sie VIX-Produkte, sollten Sie sich der inversen Beziehung zu den Aktienmärkten bewusst sein. Im Regelfall wird der VIX Kurs in Echtzeit an Wert zunehmen, wenn der Aktienmarkt fällt. In erster Linie der amerikanische S&P 500, auf den der VIX unmittelbar reagiert.

Möchten Sie ein Long-Portfolio absichern, können Sie Call-Optionen erwerben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine Long VIX-Future-Position einzugehen. Die Strategie dahinter besteht in der Annahme, dass bei einem starken Wertverlust des Long-Portfolios der VIX-Wert ansteigen wird. Demzufolge gewinnen auch die Call-Optionen an Wert. Hierbei handelt es sich um eine typische Absicherungsmaßnahme für große Long-Positionen.

In manchen Fällen ist es leichter, den Kurs von VIX-Optionen zu handeln als Optionen auf den S&P 500. Nehmen Sie an, dass der S&P 500 eklatant an Wert verliert, profitieren Sie über den Kauf von VIX-Call-Optionen. Denken Sie hingegen, dass der S&P 500 drastisch ansteigt, befinden Sie sich mit VIX-Put-Optionen auf der Siegesstraße.

Nochmals zur Erinnerung: Denken Sie an die inverse Beziehung zwischen VIX und dem Aktienmarkt. Hierbei handelt es sich um das häufigste Problem, dass neue Trader am Erfolg hindert.

Fazit: Der VIX Index – ein handelbares Stimmungsbarometer

Bei dem VIX handelt es sich um ein hilfreiches Instrument, um die zukünftige Volatilität zu prognostizieren. Der VIX hilft Investoren dabei, vor ihren Investmententscheidungen das Marktrisiko einzuschätzen. Er fungiert als Stimmungsbarometer für die nahe Zukunft und gibt den Durchschnitt der Prämien für Kauf- und Verkaufsoptionen auf den S&P 500 an. Wichtig zu wissen ist, dass die aktuelle Angabe der Volatilität weder richtig noch falsch liegt. Er dient lediglich als Indikator dafür, wie die Marktteilnehmer die zukünftige Volatilität im S&P 500 sehen. Der VIX wird durch Angst und Gier angetrieben.

vix index
Der VIX Index: Wichtig für alle Trader

Eine niedrige Volatilität kann ein Anzeichen dafür sein, dass ein zu großer Optimismus herrscht. Viele Börsianer sehen das als Warnsignal und können sich dazu veranlasst sehen, Positionen zu verkaufen. Hingegen ist eine hohe Volatilität ein Zeichen für Angst im Markt. Starke durch Angst getriebene Übertreibungen können gute Chancen eröffnen, neue Positionen einzugehen. Auch der direkte Handel mit dem VIX ist möglich. Wichtig ist, dass Sie sich der gegensätzlichen Beziehung zwischen Aktienmarkt und VIX bewusst sind.

FAQ: Meist gestellte Fragen zum VIX Index

Was ist der VIX Index?

Der VIX Index wird eingesetzt, um die Marktstimmung der Anleger zu messen. Er basiert auf dem S&P 500 und wurde vom Chicago Board Options Exchange (CBOE) geschaffen. Er zeigt die implizite Volatilität, also die Schwankungsbreite, der nächsten 30 Tage an.

Kann man in den VIX Index investieren?

Der VIX ist kein klassisches Produkt wie eine Aktie, in das Sie investieren können. Sie können allerdings Derivate – beispielsweise CFDs – nutzen, um in den VIX Index zu investieren.

Was sagt der VIX Index aus?

Der VIX Index bezieht sich in der Theorie nur auf den S&P 500. Er wird jedoch grundsätzlich für den Aktienmarkt herangezogen und gibt Hinweise auf die Volatilität.

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Zuletzt geupdated am 03/11/2022 von Andre Witzel

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