Long Risk Reversal Optionsstrategie

Long Risk Reversal Optionsstrategie erklärt – Beispiele & Definition

Die Risk Reversal Optionsstrategien beschreibt einen Komplex an Strategien im Wertpapierhandel, mit denen Anleger auf Gewinne spekulieren oder ihre bestehenden Positionen absichern können. Durch das sogenannte Hedging können Optionshändler mögliche Verluste bei unerwünschten Kursentwicklungen (fallende Kurse bei einer Long-Position; steigende Kurse bei einer Short-Position) vermeiden. Im folgenden Beitrag geht es um die Long Risk Reversal Strategie, bei der eine Put Option verkauft und eine Call Option gekauft wird.

Die Long Risk Reversal Strategie

Die Long Risk Reversal Strategie gehört zu den sogenannten Risk Reversal Strategien (Long & Short). Beim Long Risk Reversal verkaufen Optionshändler eine Put Option (Short Put) und kaufen eine Call Option (Long Call). Durch die Prämie der Put Option lässt sich die Call Option vollständig oder zumindest teilweise finanzieren. Der Optionshändler kann die Risk Reversal Strategie mit einem Prämienüberschuss oder einer gezahlten Prämie eröffnen. Dies ist von den gewählten Strikes der Put und Call Option abhängig.

Normalerweise werden die Put Option und die Call Option out of the Money eröffnet. Der Optionshändler setzt darauf, dass der Kurs des Basiswertes in den nächsten Wochen maximal ansteigt. Dies würde zu einem steigenden Wert beim Long Call führen, der dann am Verfallstag in the Money notiert. Folglich würde der Short Put am Verfallstag wertlos werden, sodass dieser nur die Finanzierung der Call Option bezweckt.

Die Long Risk Reversal Strategie ist bei erfahrenen Optionshändlern sehr beliebt, da das Gewinnpotenzial theoretisch unbegrenzt ist. Der Basiswert der Call Option kann schließlich unbegrenzt steigen. Demgegenüber ist das Verlustrisiko bei fallenden Kursen begrenzt. Der Kurs der verkauften Put Option ist für den maximalen Verlust entscheidend. Dies kann bei der Anwendung dennoch zu enormen Verlusten führen. Allerdings sollte man bedenken, dass die Long Risk Reversal Strategie oft zum Hedging eingesetzt wird. Dann kommen natürlich noch die Kursverluste der Basiswerte hinzu, die mit dieser Optionsstrategie gerade abgesichert werden sollen.

Setup der Long Risk Reversal Strategie

Das Setup der Long Risk Reversal Strategie sieht wie folgt aus:

  • Put Option (Short Put) wird verkauft
  • Call Option (Long Call) wird gekauft
  • Kurs des Basiswertes liegt zwischen den Strikes der Put und Call Option
  • Underlying und Verfallstag stimmen bei Put und Call Option überein
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Der Break-Event-Point

Der Break-Even-Point hängt bei der Long Risk Reversal Strategie von unterschiedlichen Faktoren ab. Insbesondere ist es wichtig, ob eine Prämie gezahlt oder erhalten wurde. Schließlich verschiebt sich dadurch die Gewinnschwelle. Wenn Optionshändler eine Prämie erhalten haben, beginnen die Verluste am Ende der Laufzeit der Optionen beim Strike der Put Option abzüglich der enthaltenen Optionsprämie.

Wenn Optionshändler eine Prämie gezahlt haben, beginnen die Gewinne am Ende der Laufzeit der Optionen, wenn der Basiswert mit seinem Kurs über dem Strike der Call Option zuzüglich der Prämienzahlung liegt.

Maximaler Gewinn und Verlust

Bei der Anwendung einer Long Risk Reversal Strategie sind die Gewinne potenziell unbegrenzt. Diese ergeben sich aus dem Kurs des Basiswerts, wenn die Optionen fällig werden, minus dem Strike der Call Option plus/minus der gezahlten/erhaltenen Prämie. Der Verlust beschränkt sich bei dieser Optionsstrategie auf das Underlying. Dies berechnet sich konkret aus dem Strike der Put Option abzüglich dem Kurs des jeweiligen Basiswertes am Tage der Fälligkeit. Erhaltene/gezahlte Prämien werden abzogen bzw. hinzuaddiert.

Für den Optionshändler ist folgende Entwicklung positiv. Bei der Long Risk Reversal Strategie sollte der Basiswert weiter steigen, damit die Gewinne ebenfalls wachsen. Für das optimale Ergebnis der Optionsstrategie sollte der Kurs des Basiswerts den Strike der Call Option (Long Call) deutlich übertreffen.

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Für wen geeignet?

Die Long Risk Reversal Optionsstrategie eignet sich vornehmlich für erfahrene Marktteilnehmer. Schließlich besteht ein beträchtliches Verlustrisiko. Zugleich sollten die Optionshändler den zugrunde liegenden Basiswert sorgfältig analysieren, um die Erfolgsaussichten der Risk Reversal Strategie zu evaluieren.

Für wann geeignet?

Die Long Risk Reversal Strategie eignet sich für alle Marktteilnehmer, die auf steigende Kurse setzen. Bei einer bullishen Marktmeinung kann man Positionen dementsprechend absichern und zugleich spekulative Gewinne erzielen. Die grundsätzliche Einstellung zum zukünftigen Marktgeschehen ist positiv. Dennoch sind sich Anleger unsicher über die Volatilität.

Implizite Volatilität

Die implizite Volatilität (also die für die Zukunft erwartete Volatilität) kann sich bei der Long Risk Reversal Strategie unterschiedlich auswirken.

  • Steigende Volatilität: Wenn der Kurs des Basiswerts volatiler wird, steigt der Wert beider Optionen. Teilweise kann der Short Put stärker ansteigen, sodass eine rasant steigende Volatilität für den Optionshändler nicht wünschenswert ist.
  • Sinkende Volatilität: Wenn der Kurs des Basiswerts weniger volatil ist, sinkt der Wert beider Optionen. Gegebenenfalls kann der Optionshändler den Short Put zu einem günstigeren Preis zurückkaufen und den Long Call dennoch halten. Dann profitiert der Optionshändler von einer sinkenden Volatilität.

Handlungsempfehlung für die Praxis

Erfahrene Optionshändler können die Long Risk Reversal Strategie einsetzen, um Short-Positionen abzusichern. Dies ist sinnvoll, wenn die kurz- bis mittelfristige Markteinschätzung eher bullish ist. Dennoch wollen die Anleger ihre Short-Positionen nicht auflösen. Allerdings lassen sich die erwarteten Verluste mit der Long Risk Reversal Strategie reduzieren.

Zudem können Optionshändler mit dem Long Risk Reversal eine Long-Position synthetisch aufbauen, ohne dass der Basiswert gekauft werden muss. Für eine geringe Prämie können Optionshändler auf steigende Kurse bei bestimmten Basiswerten setzen. Der Kapitaleinsatz ist überschaubar, obgleich die Gewinnchancen hoch sind.

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Beispiel für die Long Risk Reversal Strategie

Ein Investor hat 100 Tesla Aktien leerverkauft, da er langfristig von fallenden Kursen ausgeht. Allerdings deuten jüngste Entwicklungen daraufhin, dass der Tesla Aktienkurs seine Aufwärtsrallye fortsetzt. Bei steigenden Kursen der Tesla Aktie würde der Investor einen Verlust erleiden. Folglich setzt er einen Long Risk Reversal zur Absicherung seiner Position ein. Nun kauft der Investor eine Call Option auf die Tesla Aktie und verkauft gleichzeitig eine Put Option. Wenn der Aktienkurs von Tesla nun ansteigt, gewinnt die Call Option an Wert. Zwar würde der verkaufte Put an Wert verlieren. Allerdings mindert dieser ausschließlich den Preis des Long Calls. Folglich erzielt der Investor mit seiner Long Risk Reversal Optionsstrategie bei steigenden Kursen Gewinne. Seine langfristige Short-Position auf Tesla hat er erfolgreich gehedget.

Fazit: Zweischneidiges Schwert

Die Long Risk Reversal Strategie wird in zwei unterschiedlichen Situationen eingesetzt. Zum einen wollen die Optionshändler ihre bestehenden Positionen absichern und Verluste vermeiden. Zum anderen eignet sich die Optionsstrategie für den spekulativen Einsatz, um mit wenig Kapital Long-Positionen synthetisch aufzubauen. Letztendlich eignen sich Risk Reversal Strategien insbesondere für erfahrene Optionshändler, da hohe Verluste möglich sind. Wer neu mit dem Optionshandel beginnt, sollte sich zunächst das erforderliche Know-how aneignen und mit einfacheren Strategien beginnen, um langfristig profitabel zu handeln.

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