Der Kauf von Aktien liegt heutzutage voll im Trend. Die Börse hat sich als eine sinnvolle Alternative zum Sparen oder zu einer anderen Geldanlage wie Immobilien entwickelt. Insgesamt kann der Anleger hier vom stetigen Wachstum der Wirtschaft profitieren und sogar die derzeit stark steigende Inflation ausgleichen.
Key Facts: Aktien verkaufen
- Um Rendite zu erzielen, kommt es auf das richtige Timing beim Aktienverkauf an
- Prinzipiell ist der Verkauf über Banken oder Online-Broker möglich
- Der Verkauf über einen Online-Broker ist besonders unkompliziert
- Bei einem Verkauf von Aktien fallen Steuern und Gebühren an
Die wichtigsten Gründe dafür, dass sich das Sparen nicht mehr lohnt ist, dass die Preise immer weiter steigen. Bleibt das Geld also bei ausfallenden Zinsen auf dem Konto liegen, so schmilzt der Wert über die Jahre hinweg dahin.
Andererseits ist es aber auch keine Lösung, die Aktien für immer im Depot zu behalten. Solange man die Geldanlage in Wertpapieren gebunden hat, können die Kurse steigen und fallen. Somit haben Sie keine komplette Sicherheit und fahren den Gewinn erst vollständig ein, wenn Sie die Aktien verkaufen.
Zugegeben: Die Schwankungen an der Börse können dem Anleger ein unsicheres Gefühl geben und selbst Experten wissen nicht immer wie sich die Kurse in den nächsten Monaten entwickeln werden. Mit einer richtigen Diversifikation lässt sich das Risiko aber senken und Sie erhalten eine sicherere Geldanlage als auf der Bank.
Ein weiterer Faktor ist natürlich das richtige Timing beim Verkauf von Aktien. Hier lohnt es sich, z. B. auf die technische Analyse zu achten, wenn man kurzfristig Gewinn machen möchte. Aktionäre, die langfristig Rendite erzielen möchten, nutzen dagegen den fundamentalen Ansatz.
Aktien verkaufen: Gründe für diese Entscheidung
- Sie haben seit vielen Jahren Aktien im Online Depot und planen diese nach einem konkreten Investment-Plan nach einiger Zeit zu verkaufen. Sie schauen sich von vornherein die Rendite an und nehmen am Ende der geplanten Laufzeit durch einen Verkauf der Wertpapiere den Gewinn mit.
- Sie widmen sich dem Daytrading oder Swing Trading und spielen hier im Tages- und Wochenrhythmus mit der Richtung der Kurse. Sobald sich der Trend dreht, investieren Sie nach oben oder unten. Bei einer attraktiven Gewinnspanne leiten Sie den Verkauf von Aktien an der Börse ein und erzielen Profit.
- Beim Scalping nehmen Sie immer kleine Gewinne durch den schnellen und häufigen Verkauf einer Aktie mit. Es fallen hier nur kleine Profite an, diese summieren sich aber Schritt für Schritt.
- Es kommt zu einer veränderten Situation an der Börse und die Kurse der Unternehmen befinden sich aufgrund von Skandalen im freien Fall. Eine Trendwende bzw. ein Rebound scheint nicht mehr realistisch und Sie müssen die Aktien verkaufen, um die Verluste einzugrenzen.
- Sie haben in einen Hype investiert, der sich nun als Aktienblase herausstellt. Wenn diese platzt oder kurz vor dem Kollabieren steht, sollten Sie möglichst schnell die Aktien verkaufen, bevor Sie einen hohen Verlust machen.
In der unteren Tabelle finden Sie empfehlenswerte Anbieter mit einer kostengünstigen Gebührenstruktur. Testen Sie auch ein kostenloses Aktien Demokonto:
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Wie kann ich meine Aktien verkaufen: bei der Bank oder beim Online Broker?
Wo Sie Ihre Aktien verkaufen, hängt davon ab, wo Sie gerade verwahrt werden. In der Realität liegen sie natürlich auf der Verwahrstelle, für welche gewisse Kosten von Seiten von Banken und Brokern erhoben werden.
Wenn Sie bei der Bank in Aktien investiert sind, kontaktieren Sie Ihren Manager telefonisch oder per Mail. Sie geben hier eine Order für den Verkauf von Aktien auf und mit einiger Verzögerung werden die Wertpapiere dann an der Börse veräußert.
Heute sind Online Broker und Online Depots wesentlich beliebter, um ein Portfolio aufzubauen. Auf der Seite des Anbieters können Sie mit wenigen Klicks die Aktie verkaufen. Dabei hat man die komplette Kontrolle über den Vorgang und kann den Verkauf mit Orderzusätzen erweitern.
Bei Banken fallen auf den Aktienverkauf als Order meist weitere Kosten an. Diese sind im Vergleich zum Broker ausgesprochen hoch. Bei einer Online-Plattform spart der Aktionär dagegen diese Gebühr bei der Order ein.
So funktioniert der Verkauf von Aktien beim Online Broker
Der Broker bietet Ihnen die komplette selbstständige Kontrolle über Ihr Portfolio. Sie können sich einfach über die Seite des Anbieters oder über die App einwählen und haben dann den Zugriff auf Ihr Depot.
Wenn Sie nun eine Aktie verkaufen möchten, wählen Sie diese innerhalb Ihres Portfolios aus und klicken auf die Option „verkaufen“ oder „traden“. Mit wenigen Klicks lässt sich der Verkauf dieser Positionen nun einleiten.
Veräußern Sie Ihre Aktien mit wenigen Klicks
Die Aktien zu verkaufen, ist beim Broker mit wenigen Klicks möglich. Wählen Sie die gewünschte Position aus und klicken Sie hier auf „verkaufen“ oder „traden“. Als Nächstes öffnet sich ein Fenster, in dem Sie weitere Angaben zu Ihrem geplanten Verkauf der Aktie machen können. Sie erfahren hier auch mehr zu den möglichen Kosten dieser Order.
Geben Sie im nächsten Schritt die Anzahl an Aktien an, die Sie verkaufen möchten. Dazu wird der derzeitige Aktienkurs angegeben und Sie erkennen somit, wie hoch die Gewinne bei diesem Vorgang sind.
Schließen Sie den Verkauf nun mit einem weiteren Klick ab. Die Gutschrift landet dann auf Ihrem Depot und Sie können das Geld nun auf Ihr Konto abheben. Einige Broker verlangen für das Abheben eine kleine Gebühr.
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Verkauf von Aktien oder CFDs: Was ist der Unterschied?
CFDs sind eigentlich keine echten Aktien. Es handelt sich dagegen um ein Derivat oder einen Vertrag, der den Kurs einer Aktie an den Börsen nachbildet. Sie wetten hier in jedwede Richtung – long oder short – und betreiben den Handel ausschließlich mit dem Broker.
Der Vorteil an den CFD Aktien ist, dass Sie mit weniger Kapital anteilig ein- und aussteigen können. Sie setzen z. B. 10 Euro auf eine Aktie, die am Markt 100 Euro kostet. Wenn sich der Wert an der Börse nun verdoppelt, haben Sie 10 Euro gut gemacht.
Wenn Sie nun im Depot den Aktien CFD verkaufen möchten, geben Sie eine Summe an, die Sie der Position entziehen möchten. Diese wird dann Ihrem Konto beim Broker gutgeschrieben.
Achten Sie darauf, dass die Gebühren bei CFDs im Vergleich zu einer Aktie oft höher sind. So erheben die Broker Swap Fees, also Haltegebühren für die Zeiten nach Börsenschluss – also über Nacht und am Wochenende. Entsprechend werden CFDs meist wesentlich kürzer im Portfolio gehalten als echte Aktien. Sie sollten hier wesentlich schneller die Verkaufsorder einleiten, um die Gewinnspanne stabil zu halten und keinen Verlust zu machen.
Wie finde ich den richtigen Broker zum Aktien verkaufen?
Wenn Sie Aktien kaufen und verkaufen möchten, sollten Sie sich einen passenden Broker aussuchen. Dieser muss seriös sein und Ihnen einen einfachen Zugang zu den Börsen gewähren. Die Anleger sollten zudem auf die Software und die angebotenen Analysetools achten. Letztere sind besonders wichtig in der Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Aktienverkauf gekommen ist.
Relevante Faktoren, die für einen Broker sprechen, sind:
- Broker bietet sehr viele Analysetools u. a. Charts, Zeicheninstrumente und fundamentale Kennzahlen an
- Der Broker wird durch staatliche Behörden überprüft
- Der Broker ist in einem westlichen Staat lizensiert
- Der Broker verwendet eine schnelle und sichere Software
- Du kannst den Aktienverkauf auch über automatisierte Tradingfunktionen bzw. Limit Orders einleiten
- Neben Aktien werden CFDs offeriert
Anmeldung beim Online Broker
Zunächst müssen Sie natürlich ein Konto beim Online Broker eröffnen. Gehen Sie zunächst auf die Seite oder App und klicken Sie auf „Konto einrichten“. Nun können Sie weitere Angaben zu Ihrem Namen und Ihrem Wohnsitz machen. Wichtig ist in diesem Schritt die E-Mail-Adresse. Über diese wird die erste Verifizierung durchgeführt.
Nach der Bestätigungs-Mail sind Sie bereits Mitglied beim Broker. Nun müssen noch einiges zu Erfahrungen, Wissen und persönlichen Details gesagt werden.
Erfahrungen angeben und Verifizierung durchführen
Die Broker sind dazu verpflichtet, einige Erfahrungen von Ihnen abzufragen. So müssen Sie dem Anbieter mitteilen, wie oft Sie in der Vergangenheit an der Börse gehandelt haben und wie viel Geld dabei umgesetzt wurde.
Zu guter Letzt beantworten Sie ein kleines Quiz, bei dem Sie Ihr Wissen zum Thema Aktien unter Beweis stellen. Wenn Sie Frage für Frage richtig beantworten, können Sie bald schon mit Aktien handeln.
Bevor es richtig losgehen kann, müssen Sie sich noch verifizieren. Sie laden hierzu ein Dokument hoch, das Ihren Wohnsitz nachweist. Nach der Überprüfung werden Sie für den Handel als Anleger freigeschaltet.
So der Broker mit dem Fiskus kooperiert, werden letztlich auch die Steuern abgeführt. In diesem Fall geben Sie bei der Verifizierung Ihre Steuernummer an. Über diese können Sie keine Wertpapiere kaufen und keine Aktien verkaufen.
Geld auf das Konto aufladen
Für den Handel mit Aktien müssen Sie Geld auf das Konto beim Broker aufladen. Sie nutzen hierfür verschiedene Methoden wie Kreditkarte, Banküberweisung, PayPal & Co.
Verschiedene Broker haben Mindesteinlagen eingeführt. Bei Capital.com liegen diese bei etwa 20 Euro, bei eToro bei knapp 50 USD und bei IG.com bei 0 Euro.
Eventuell im Demokonto den Handel an der Börse üben
Sie sind relativ neu im Trading und kennen sich noch nicht mit allen Analysetools aus? Dann sollten Sie zunächst ein Etoro Demokonto eröffnen. Hier können Sie freiheraus und ohne Risiko Aktien ins Portfolio aufnehmen und diese wieder verkaufen. Wenn Sie sich nun sicher fühlen, wechseln Sie als Anleger ins Echtgeldkonto.
Aktien ins Online-Depot aufnehmen: kaufen oder übertragen
Um Aktien verkaufen zu können, muss man sie natürlich erst einmal besitzen. Das ist zum einem über direkte Investments im Depot möglich. Mit wenigen Klicks können Sie bei Ihrem Broker Aktien kaufen und Sie in Ihr Portfolio legen. Nun sind Sie für den Aktienhandel offen und Sie können zum richtigen Zeitpunkt Positionen zum besten Kurs verkaufen.
Wenn Sie bereits Aktien bei der Bank besitzen und zum Broker wechseln möchten, entscheiden Sie sich dafür, das Aktiendepot zu übertragen. Einen solchen Antrag können Sie innerhalb weniger Wochen abwickeln und meist ist dieser Vorgang kostenlos.
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Steuern und Gebühren beim Aktien verkaufen
Sind die Positionen in Ihren Aktiendepots angekommen, haben Sie die Möglichkeit, mit den Papieren weiter zu handeln. Wie bereits oben beschrieben, ist der Verkauf von Aktien innerhalb weniger Minuten über den Broker möglich. Bei einem Gewinn müssen Sie jedoch gewisse Steuern von pauschal 25 Prozent einplanen.
Welche Gebühren fallen beim Verkauf von Aktien an?
Wenn du Aktien verkaufen möchtest, klickst du auf den entsprechenden Button und gibst die gewünschte Anzahl an. Im nächsten Schritt zeigt man dir auch, wie stark die Wertpapiere gestiegen sind und welche Rendite du erzielt hast. Bei der Abrechnung zeigt dir der Online Broker zudem die einbehaltenen Gebühren und Steuern an. Letztere belaufen sich auf aktuell 25 Prozent und werden in Deutschland pauschal ab Quelle an den Staat abgeführt.
Investoren wird aber stets ein Sparer-Pauschbetrag gewährt, der im Jahr 2022 bei 801 Euro, ab 2023 bei 1.000 Euro liegt. Diesen kann man in der Steuererklärung geltend machen. Wie das geht, erfahren Sie in meinem Beitrag zu Steuern und Aktien.
Weitere Kosten fallen bei Brokern an, die von den Investoren Ordergebühren verlangen. In diesem Fall musst du beim Kauf und Verkauf von Aktien einen gewissen Prozentsatz entrichten. Diese Handhabung ist in den letzten Jahren aber eher selten geworden.
Stärker achtgeben musst du beim Verkauf von Aktien auf die Spreads. Es handelt sich um den Unterschied zwischen dem Ankaufs- und Verkaufspreis an der Börse. Letzterer liegt in der Regel um einige Punkte niedriger. Einige unseriöse Online Broker haben hier Fallstricke auf dem Weg zu Ihrem Gewinn angebracht und erhöhen künstlich die Schwelle, die Sie für Ihren Profit überwinden müssen.
Das richtige Timing: vermeiden Sie Aktien Panikverkäufe
Unsere Emotionen drängen uns geradezu dazu, die Aktien zu verkaufen, wenn der Kurs stark abstürzt. Die Anleger geraten nun in Panik und wollen das Investment so schnell wie möglich loswerden.
Im Nachhinein kann ein solcher Verkauf aber ein immenser Fehler sein. So kommt es an der Börse immer zu bestimmten Schwankungen nach oben und unten. Falls Sie Ihre Aktien verkaufen, wenn sie sich gerade im Tal befinden, die Kurse aber kurz danach wieder deutlich ansteigen, dürften Sie Ihre Order also bereuen.
Wichtig ist es daher, zunächst den Gründen für den Preisverfall nachzugehen. Handelt es sich um eine temporäre Delle, die z. B. wegen negativer Nachrichten entstanden ist oder befindet sich das Unternehmen in einer fundamentalen Krise, aus der es nicht mehr herausfinden wird?
Bei unberechtigten Kursabstürzen eventuell noch mehr investieren
Ist der Grund für den Kursverfall das reine Gefühl von Panik an den Börsen, das jedoch keine wirkliche Basis in den Fundamentaldaten hat, so kann der Verkauf der Aktien für hohe Verluste sorgen.
Der niedrige Wert des Aktienkurses dürfte in diesem Fall nur temporär sein und er sollte sich innerhalb kurzer Zeit regenerieren. Für einen solchen Rebound sprechen vor allem Unterbewertungen in der fundamentalen Analyse. Hierbei vergleicht man den Börsenwert mit dem inneren Wert der Aktie. Den Kursen stellt man also die Gewinne je Aktie gegenüber.
Anstatt die Aktie zu verkaufen, könnte es nun sinnvoller sind, weitere Papiere in das Portfolio aufzunehmen. Sie legen hier zu einem sehr günstigen Preis nach und nehmen dann den kommenden Aufschwung mit.
Ein gutes Beispiel dafür, dass Sie nicht sofort bei einem Absinken von Kursen Aktien verkaufen sollten, ist die Corona-Pandemie 2020. Im Frühjahr dieses Jahres gab es starke Verluste bei fast allen Unternehmen an der Börse. Selbst Unternehmen, die von der Krise profitieren durften, mussten zunächst Einbußen hinnehmen. Hierzu gehörten u. a. Firmen wie Amazon und eBay.
Wer zum Zeitpunkt der Talfahrt neue Aktien erworben hatte, anstatt sie zu verkaufen, konnte einige Monate später Gewinne auf Rekordniveau mitnehmen. Die Differenz zwischen dem extremen Minus und dem Allzeithoch bot die Chance auf sonst selten mögliche Profite.
Fundamentale Analyse hilft dabei, die richtige Verkaufsentscheidung zu treffen
Die momentanen Kurse sind nicht immer ein guter Berater wenn es darum geht, Aktien zu verkaufen. Durch börsenpsychologische Effekte können sie auch nur aufgrund eines Tweets rasant abstürzen. Trader, die dann aber die Höhe des Aktienkurses mit dem tatsächlichen Potenzial im Inneren vergleichen, werden eventuell vor einem hastigen Verkauf zurückschrecken.
Hier kann es sein, dass Sie eher hohe Verluste einfahren, als diese zu begrenzen. Nehmen wir einmal an, dass das Unternehmen eigentlich gut dasteht und in den kommenden Monaten Aufstiegspotenzial hat. Durch eine Falschmeldung sinkt der Kurs aber ab und Sie leiten aufgrund dessen fälschlicherweise den Verkauf ein. Sie gehen somit ins Minus und können das zukünftige Hoch nicht mehr mitnehmen.
Bevor Sie verkaufen, stimmen Sie Ihre Entscheidung also mit den Aktien-Kennzahlen ab. Diese finden Sie bei den Brokern im Profil der jeweiligen Aktie. Sie lesen hier bspw. ab, wie hoch der Gewinn je Aktie (EPS) im vergangenen Jahr war und setzen diesen über das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Beziehung zum Marktwert.
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Ist der Marktwert nun deutlich niedriger als der innere Wert, so kann man von einer Unterbewertung ausgehen. Die Aktie wird also von den Investoren an der Börse zu Unrecht niedrig bewertet. In diesem Fall sollten Sie Ihre Positionen entsprechend halten und abwarten.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) berechnen Sie einfach, indem Sie den aktuellen Kurs durch den Gewinn je Aktie teilen. Bei Werten unter 15 liegt eine Unterbewertung nahe. Es kann aber auch sein, dass es tatsächliche Marktveränderungen gegeben hat und die niedrige Bewertung damit zu Recht erfolgt. Das müssen Sie im Zusammenhang Ihrer Analyse abklären.
KGV = Aktienkurs / Gewinn je Aktie (EPS)
Weiterhin hängt die Interpretation der Zahlen immer von der Branche ab. In einigen Segmenten mit vielen Investitionen können deutlich höhere KGVs für eine Unterbewertung stehen.
Kommen Sie auf eine Überbewertung, ist aus Sicherheitsgründen dagegen ein Verkauf anzuraten. Die Vermutung liegt nahe, dass sich diese Position zu einer Aktienblase entwickeln könnte. Sind Sie früh eingestiegen und verkaufen vor dem Platzen, nehmen Sie die Gewinne aus dem Hype mit. Hier ist das Timing besonders wichtig und ich würde gerade bei riskanten Papieren den Ausstieg besser früher als zu spät wagen.
Kurzfristig mit Daytrading Geld machen: Entscheidung nach technischer Herangehensweise treffen
Eine andere Methode, um den richtigen Zeitpunkt zum Verkauf von Aktien zu finden und damit Gewinn zu erzielen, ist die technische Analyse. Dabei blickt man einzig und allein auf die Charts. Anhand von bestimmten Formationen, Preisschwellen und Indikatoren kann man das Timing perfektionieren. Manche Daytrader steigen sogar erst am Anfang des Börsentags in einen Trade ein und werden am Abend gewinnbringend die Aktien verkaufen.
Einige wichtige Tools, die in der Frage nach dem richtigen Timing entgegen dem reinen Gefühl helfen, habe ich Ihnen hier zusammengefasst:
Beispiel Pivot Points
Die Pivot Points können als Kipppunkte bezeichnet werden und basieren auf Erfahrungswerten der vorherigen Handelszeiträume. In einem ganz einfachen Beispiel nimmt man sich den Höchst- und Tiefstkurs sowie den Schlusskurs des Vortages. Hieraus bildet man das arithmetische Mittel und zeichnet es als Linie in den Chart für den aktuellen Handelstag ein.
Im einfachsten Modell, wird der Kurs bei Passieren der Linie nach oben an diesem Tag eher steigen. Da die Börsenregel aber ist, dass sich alles immer ziemlich schnell ändern kann, haben professionelle Händler diverse Ebenen mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten aufgebaut.
Von der Pivot Point Linie weg lassen sich dann nach oben und unten meist drei Ebenen berechnen. Diese Barrieren werden unterhalb des Pivot Points als Unterstützung und oberhalb als Widerstand bezeichnet. Wird eine Ebene nach der anderen gebrochen, so kann das ein deutliches Zeichen eines Richtungswechsels oder eines Trends sein.
Ist der Kurs nun den gesamten Tag gestiegen und fällt plötzlich unter den Widerstand 3, sollte man bei Erreichen des zweiten Widerstands die Aktien verkaufen. So kann man verhindern, dass der generierte Gewinn des Tages verloren geht.
Ist der Kurs dagegen etwas rückläufig, dürften Leerverkäufe eine spannende Idee sein. Über die CFD-Konstruktionen können Sie in diesem Fall auf Aktien mit fallenden Kursen wetten. Einen hilfreichen Ratgeber zu dem Thema, habe ich Ihnen im Beitrag zum Leerverkauf (Short-Selling) verfasst.
Beispiel Elliottwellen
Die Kurse steigen und fallen regelmäßig, der größere Trend ist aber erst erkennbar, wenn man weiter hinauszoomt. Hier werden dann bestimmte Wellenbewegungen sichtbar, die nach dem US-Amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Ralph Nelson Elliott benannt worden sind.
Sie sind in gewisser Hinsicht eine grafische Übertragung der Fibonacci-Retracements auf den Chartverlauf. Generell geht man hier von einem Zweikampf zwischen den Käufern und Verkäufern aus. Wenn der Kurs nun steigt und ein erstes Hoch erreicht, folgt daraufhin meist ein Absturz um etwa die Hälfte des Anstiegs.
Hier ruht sich der Kurs auf einer neuen Unterstützung aus, bevor er wieder nach oben schießt und ein höheres Hoch erreicht. Diese Folge kann mehrere Male auftreten und bietet an zahlreichen Stellen die Chance zum Ein- oder Ausstieg. Wichtig für den Verkauf ist es letztlich, das Ende des Trends rechtzeitig zu bemerken. In diesem Fall achtet man vor allem auf die Formationen und Indikatoren.
Beispiel Chart-Muster
Gewisse Chartmuster kündigen Ihnen an, wann sich der Trend bei einer Aktie ändert. Das Ziel einer solchen Analyse ist es also, rechtzeitig einen Wechsel zu erkennen und an dieser Stelle dann die Aktien zu verkaufen.
Sehr häufig werden Sie so in Kombination mit den Elliottwellen auf Hammer- und Shooting-Star Candles treffen. Bei diesen Körpern ist die Kerze selbst eher schmal, der Ausschlag des Kerzendochts aber extrem lang. Hier gab es allem Anschein nach Preisanfragen, die sofort abgelehnt wurden. Wenn Sie auf dem Chart eine solche Formation sehen, wird der Trend vermutlich danach in die Gegenrichtung laufen.
Sind Sie in einen Long-Trade eingestiegen und die Kurse sind in Wellen stetig gewachsen, Sie erblicken aber nun die Shooting Star Position im oberen Teil des Charts, sollten Sie darüber nachdenken, die Aktien zu verkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Trend an dieser Stelle wandelt, ist schlicht und ergreifend sehr wahrscheinlich.
Ein ebenfalls auffälliges Muster ist in diesem Zusammenhang die Schulter Kopf Schulter Formation. Hier bildet sich zunächst ein erstes Hoch, das kurz abfällt, bevor ein höheres Hoch in Form der Kopfposition erreicht wird. Als nächstes geht es wieder auf die Schulter-Linie zurück und je nach Kerzendocht kann man nun einen Absturz oder einen Anstieg antizipieren.
Ihnen brennt noch die ein oder andere Frage zur technischen Analyse unter den Nägeln? Dann lesen Sie mehr in meinem Artikel über die technische Analyse von Aktien nach.
Hilfreiches Tool: Aktien-Scanner
Um die passende Aktie für ein Investment zu finden, reicht nicht nur die normale Chartanalyse. Auch Kennzahlen der Unternehmen sollten analysiert werden. Beispielsweise spielen die Dividendenrendite oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis eine große Rolle für die Aktienbewertung. Im unteren Bild sehen Sie den Aktien-Scanner von XTB mit dem Sie Aktien nach über 15 verschiedenen Kennzahlen filtern können.
Somit können Sie europäische, amerikanische oder auch asiatische Aktien kinderleicht sortieren und filtern. Finden Sie die besten Aktien für Ihr Investment. Die Software ist komplett kostenfrei und befindet sich in der Handelsplattform von XTB unter „Marktanalyse“.
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Automatisierte Verkaufs- und Limit Order beim Broker
Die Nutzung von Orderzusätzen haben den Zweck, die Verkäufe etwas automatischer einzuleiten und sie damit von zu emotionalen Entscheidungen zu entkoppeln. Gerade um den möglichen Verlust einzuschränken, können solche Funktionen bei Brokern wie eToro, Capital.com und IG.com sehr hilfreich sein. Sie setzen hier ein gewisses Limit, bei dem die Position automatisch abgetreten wird.
Stop Loss, um Verluste zu reduzieren
Eine der wichtigsten Funktionen bei den Brokern sind die Limit-Orders Stop Loss. Sie fügen hier eine untere Grenze ein, an der es automatisch zum Verkauf kommt. Setzen Sie einfach einen Wert ein, auf den der Kurs maximal fallen darf. Danach möchten Sie keinen weiteren Verlust machen und der Broker steigt für Sie aus dem Trade aus.
Den Zusatz legen Sie einfach während des Kaufes der Aktien beim Broker fest. Stellen Sie alles innerhalb weniger Sekunden ein und nehmen Sie die Aktie in Ihr Portfolio auf.
Verkaufsorder mit Take Profit
Alternativ oder ergänzend können Sie auch nach oben ein Limit einfügen. Dieses wird als Take Profit bezeichnet und stellt eine Gewinnmitnahme ab einem bestimmten Wert dar. Wenn Sie sich dagegen für einen Leerverkauf entschieden haben, funktioniert Take Profit hier wie Stop Loss.
Die Einstellung konfigurieren Sie einfach im Prozess des Aktienkaufes. Sie können den Orderzusatz aber auch nachher in der App hinzufügen.
Wenn zu viele Anleger verkaufen: die Gefahr, dass der Markt kollabiert
In der Vergangenheit kam es zu zahlreichen, berüchtigten Aktienblasen, die nach einem irrealen Anstieg der Kurse auf einen Schlag in sich zusammen fielen. Zu solchen Effekten kommt es, wenn bereits am Anfang viel Hoffnung auf eine Firma oder eine Branche gesetzt wird. Zuletzt war das bspw. bei Cannabis in Nordamerika, beim Wasserstoff und bei den frühen Internetunternehmen der Fall.
Die Investoren gaben den AGs hier Vorschusslorbeeren in Form von immer mehr Fremdkapital. Dies löste aufgrund der hohen Nachfrage ein starkes Wachstum und eine Überbewertung aus. Die tatsächlichen Kennzahlen konnten hier nicht mehr mithalten – der von den Aktionären erwartete Gewinn und Umsatz stellte sich als viel zu hoch gegriffen heraus.
Mit einem Signal, dass die AGs oder die Branchen die Erwartungen nicht bedienen werden können, zerbricht schließlich ein solcher Markt. Er erreicht ein oberes Limit und die Kurse fallen dann sehr steil nach unten ab.
Die Frage, die sich Investoren auf einem zu stark gehypten Markt stellen sollten ist also: „Wann steige ich aus?“ Besser noch: „Zu welchem Zeitpunkt sollte ich meine Haben-Positionen verkaufen und dafür per Leerverkauf auf negative Trends setzen?“
Die Grundregel an der Börse ist es, zu investieren, wenn die Kanonen schießen und zu verkaufen, wenn die Violinen spielen. In dem Moment, in dem alle begeistert auf eine Anlage springen und fasziniert vom Wachstum sind, werden kluge Investoren eher ihre Aktien verkaufen. Sie sichern sich somit einem soliden Gewinn und können diesen über die Leerverkäufe vor dem zu erwartenden Crash noch erhöhen.
Fazit: der Verkauf von Aktien ist immer eine Frage des richtigen Timings
Aktien verkaufen ist heutzutage generell sehr einfach. Sie gehen einfach per App oder Website in Ihr Portfolio beim Broker und veräußern die Positionen mit wenigen Klicks. Nun wird Ihnen der Erlös gut geschrieben und im besten Fall liegt der Kurs der Aktien zum Zeitpunkt des Verkaufs über dem während des Kaufs.
Wichtig ist es natürlich, das richtige Timing zu finden. Wenn Sie bei einem Wachstum von 100 Prozent verkaufen, der Kurs aber nachher um noch weitere 500 Prozent steigt, werden Sie sich vermutlich über den frühen Verkauf ärgern. Andererseits ist das immer noch besser, als zu lange zu warten und einen Totalschaden zu erleiden.
Einige Analysetools können Ihnen bei der richtigen Einschätzung helfen. So erkennen Sie über die technische Betrachtung der Kursverläufe mögliche Trendwechsel frühzeitig und Sie kriegen über die fundamentale Herangehensweise heraus, ob ein bestimmter Trend nur temporär oder langanhaltend sein wird.
Broker wie eToro, Capital.com und IG.com helfen Ihnen dabei, die Analyse detailgenau durchzuführen und sich einen Investitionsplan zurechtzulegen. Zudem ist es mit diesen Handelsplattformen einfacher denn je, Aktien zu kaufen und zu verkaufen.
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FAQ: Meistgestellte Fragen zum Thema Aktien verkaufen
Was kostet es Aktien zu verkaufen?
Bei den meisten Brokern kostet es nichts, Aktien zu verkaufen. Handelsplattformen wie eToro, Capital.com und IG.com erheben so keine Gebühren auf die einzelnen Orders. Meist liegt aufgrund des Aktien Spreads der Verkaufspreis aber unter dem Ankaufspreis. Diese Schwelle müssen Sie auf dem Weg zum Gewinn also überschreiten.
Wann lohnt es sich, Aktien zu verkaufen?
Sobald der Verkaufspreis über dem Ankaufspreis und den einzuberechnenden Nebenkosten (Gebühren, Spread) liegt, lohnt es sich prinzipiell immer Aktien zu verkaufen. Sie sollten aber einplanen, dass es zu weiteren Kurssteigerungen kommt. In diesem Fall ist es möglicherweise sinnvoll, die Aktien zu halten und sie erst später zu veräußern. Die Ausstiegsmomente kann man am besten über diverse Analysemethoden technischer und fundamentaler Art erkennen.
Wie schnell kann ich Aktien verkaufen?
Sie können Ihre Aktien relativ schnell verkaufen. Beim Daytrading kann man ein Wertpapier sogar mit Börsenstart aufnehmen und kurz vor Ende des Tages wieder abgeben. In diesem Fall verzichtet man aber möglicherweise auf die Renditen, die sich bei einem langfristigen Investment ergeben. Wenn Sie auf Dauer hohe Gewinne für Ihre Rente erzielen möchten, sollten Sie mit einem diversifizierten Portfolio über mehrere Jahre dabei bleiben. Daneben können Sie natürlich kurzfristige Spekulationen anstellen und somit spontan Profit machen.
Wann sollte man Gewinne mitnehmen?
Es gibt zwei grundsätzliche Methoden, mit denen man Gewinne mitnehmen kann. Die eine Variante ist es, im Day- und Swing Trading sehr kurzfristig Profit zu machen. Das ist über die technische Analyse am besten zu verwirklichen. Wenn Sie die Gewinne erst nach mehreren Jahren realisieren möchten, verwenden Sie fundamentale Herangehensweisen und vergleichen die Kurse mit dem inneren Wert der Aktie. Prinzipiell ist es eine gute Idee, die Take Profit Option beim Broker zu nutzen und damit eine automatische Gewinnmitnahme einzustellen.
Wie funktioniert der Verkauf von Aktien?
Bei den Brokern klicken Sie einfach auf das Profil der jeweiligen Position in Ihrem Portfolio. Nun können Sie auf „traden“ oder „verkaufen“ klicken. Geben Sie nun die Anzahl an Aktien an, die Sie verkaufen möchten. Schließlich klicken Sie auf „Order einleiten“ und nach wenigen Sekunden wird Ihnen der Erlös aus dem Aktienverkauf gutgeschrieben.
Was muss ich versteuern, wenn ich Aktien verkaufe?
Wenn Sie Aktien verkaufen, machen Sie im besten Fall Gewinn. Von diesem Profit müssen Sie in Deutschland 25 Prozent pauschal an den Staat abgeben. Das erfolgt automatisch durch den Broker ab Quelle – so dieser mit dem Fiskus kooperiert. Sie haben aber auch stets Freibeträge, so die etwa 10.000 Euro Grundfreibetrag auf Ihr gesamtes Jahreseinkommen und die zusätzlichen 801 Euro (Stand: 2022) Sparer-Pauschbetrag auf Kapitalerträge.