Hexensabbat

Hexensabbat: Das Börsenereignis im Überblick

Am Hexensabbat tanzen metaphorisch die Hexen durch das Börsenparkett. Warum? Die Entwicklungen der Kurse wirken an diesen Tagen im Jahr wie verhext, denn sie verhalten sich oftmals nicht analog zu den Wirtschaftsnachrichten und Analysen. Die Kurse wirken am Hexensabbat somit geradezu willkürlich. Tatsächlich steckt hinter dem Hexensabbat aber ein vierteljährliches Börsenereignis, welches die Kursveränderungen begründet. Was sich genau hinter dem Hexensabbat verbirgt, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist der Hexensabbat?

Ein Spuk hängt auch am Hexensabbat nicht über den Börsen der Welt. Wer den Hexensabbat kennt, kann an diesem vierteljährlichen Ereignis die schwankenden Kurse sogar für das eigene Trading nutzen. Damit dies gelingt, muss jedoch zunächst verstanden werden, was am Hexensabbat passiert.

Der Hexensabbat markiert die Quartalsabschlüsse für verschiedene derivative Produkte. Es ist somit ein großer Verfallstag, da die Derivate großer Indizes auslaufen. Am vierteljährlichen Verfallstag laufen folgende Derivate bzw. Terminkontrakte aus:

  • Futures und Optionen aus Eurostoxx
  • Optionen auf Einzelaktien
  • Futures und Optionen auf den DAX
  • Futures und Optionen auf den TecDAX
  • Futures und Optionen auf den MDax

Definition Terminkontrakte:

Die Terminkontrakte einzeln gehaltener Aktien, Futures und Devisen sind an eine bestimmte Laufzeit gebunden. Der Tag an dem die Terminkontrakte auslaufen, nennt sich auch Verfallstag.

Aufgrund dessen, dass die Terminkontrakte von namhaften Terminbörsen alle auf einen Zeitpunkt an dem die Kontrakte verfallen, sind die Auswirkungen für Anleger gravierend. Der Hexensabbat findet jährlich zu den Quartalsabschlüssen der derivaten Produkte statt und kann demnach prognostiziert und in die eigene Trading-Strategie implementiert werden.

Wann findet der Hexensabbat statt?

Auch, wenn die Auswirkungen auf den Kurs des Hexensabbats für viele Anleger unerwartet kommen, ist der Hexensabbat eigentlich sehr berechenbar. Viermal im Jahr findet der Hexensabbat zum Verfallstag der Futures auf und sorgt für erhebliche Kursschwankungen weltweit in den Märkten. Der Hexensabbat findet somit jährlich in den Monaten März, Juni, September und Dezember statt.

Für das Jahr 2021 ergeben sich daher folgende Verfallstage:

  • 19.03.2021
  • 18.06.2021
  • 17.09.2021
  • 17.12.2021

Als Anleger ist es jedoch nicht nur wichtig, wann die Verfallstage sind, sondern auch um wie viel Uhr die Terminkontrakte verfallen. Die Uhrzeit unterscheidet sich am Tag, nämlich zwischen den jeweiligen Indizes sowie Anlageklassen. Beispielsweise verfallen die Einzelaktien am Hexensabbat um 17:30 Uhr, während alle Termine an den Terminbörsen DAX und TecDAX um 13:00 Uhr verfallen. Folgende Uhrzeiten sind daher am Hexensabbat von Bedeutung:

  • 12: 00 Uhr – STOXX-Familie
  • 13:00 Uhr – DAX und TecDAX
  • 13:05 Uhr – MDAX
  • 17:30 Uhr – Einzelaktien XETRA

In den Minuten des Verfalls geschehen meist die größten Schwankungen im Markt. Dass sich die Kurse anders als erwartet bewegen, hängt am Hexensabbat somit letztlich nur davon ab, wie sich die Termine entwickelt haben. Welche Auswirkungen der Verfall auf den Markt hat, zeige ich Ihnen nun.

Was geschieht am Hexensabbat?

Wer Terminkontrakte, wie beispielsweise Optionen auf Aktien kauft, sieht zur Preisfeststellung, ob das Investment erfolgreich war. Dies wird auch als Settlement bezeichnet und findet unter anderem Quartalsabschluss der obengenannten Terminbörsen statt.

Die Kursbewegungen werden letztlich aber nicht durch den Quartalsabschluss und dem Ende der Laufzeit der Positionen begründet, sondern vielmehr auf die Reaktion der einzelnen Anleger und Spekulanten.

Dass am Hexensabbat so viele Terminkontrakte auf einmal enden, sorgt für ein Ungleichgewicht an den Börsen, welches zu einem Multiplikatoreffekt führt. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass ein Anleger eine Option auf den DAX erworben hat und dieser zum Ende der Laufzeit sich positiv verhält, wird der Anleger long gehen und weitere Index Optionen kaufen. Sollte am Tag der Auslaufzeit der Kurs sich jedoch entgegen der Gunsten des Traders entwickeln, wird dieser Leerverkäufe tätigen und somit short gehen.

Sie müssen sich vorstellen, dass dies am Hexensabbat viele Trader machen und sich dementsprechend die Kurse volatil zeigen, da alle Trader versuchen, die eigene Anlage zu retten.

Auswirkungen vom Hexensabbat auf das Trading

Am Hexensabbat spielt das Angebot und die Nachfrage am Markt eine entscheidende Rolle. An diesem Tag profitieren die Hedgefonds und Broker nämlich besonders, da diese bei großen Mengen an derivativen Produkten stark von fallenden, aber auch steigenden Kursen profitieren. Darüber hinaus müssen sie versuchen, verfallende Produkte wieder mit neuen zu ersetzen. Um diese Verfallstage im Jahr auch gut auszunutzen, erhöhen die Hedgefonds an diesen Tagen daher künstlich die Nachfrage und erzeugen so weltweit Schwankungen in den Kursen. Diese Vorgehensweise nennt sich im Trading auch Rollen.

Anleger sollten jedoch wissen, dass diese Schwankungen nur kurzweilig ist und sich auch das Angebot und die Nachfrage schnell wieder neutralisiert. Für kurzfristige Anleger, wie Daytrader, stellen diese großen Schwankungen in den Kursen jedoch hohe Risiken dar. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, wie der Hexensabbat zu traden ist.

Den Hexensabbat traden: Das gilt es zu beachten

Nur weil Hexensabbat ist, bedeutet es sich nicht, dass jeder Kurs hohen Schwankungen unterlegen ist. Anleger sollten sich jedoch auf die potenzielle Möglichkeit des Eintritts der Schwankungen einstellen und vorbereiten. Während langfristige Anleger sich am Hexensabbat eher zurücklegen können und das Spektakel betrachten können, sind Spekulanten an diesem Tag in Aufruhr. Sie können entweder vom Hexensabbat profitieren oder an diesem Tag verlieren. Mit einer passenden Strategie können Sie dafür sorgen, dass Sie als Daytrader stets zu den Gewinnern zählen.

Trading Strategie am Hexensabbat: So gehen Sie vor

Die Trading Strategie am Hexensabbat hängt von dem zu handelnden Derivat ab. Aktien, Futures oder Optionen sind in Form von derivativen Produkten denkbar. Zu beachten gilt es in diesem Sinne, dass es zum einen den dreifachen Hexensabbat gibt und zum anderen den kleinen Hexensabbat.

Was bedeutet das genau? Im Volksmund wird der Hexensabbat immer auf die vier Termine im Jahr zum Quartalsabschluss festgesetzt. Diese Termine betreten die Anlageklassen Futures und Optionen sowie weitere derivative Produkte, die an einer Terminbörse handelbar sind. Dieser Tag wird auch dreifacher Hexensabbat genannt. An diesem Tag gibt es zum Zeitpunkt des Verfalls teilweise große Ausschläge an den Terminbörsen der Welt.

Neben dem dreifachen Hexensabbat gibt es jedoch noch den kleinen Hexensabbat. Dieser findet immer dann statt, wenn Optionen auf Aktien und Indizes verfallen. Da Future-Kontrakte an diesem Tag nicht verfallen, wird dieser Tag in der Berichterstattung zum Hexensabbat meist nicht erwähnt. Tatsächlich handelt es sich an diesem Termin aber auch um einen Hexensabbat. Die Ausschläge mögen über den Tag nicht so volatil sein wie am dreifachen Hexensabbat. Fakt ist jedoch, dass jede einzelne Kursschwankung, die vorherzusehen ist, eine Chance für das eigene Trading darstellt.

Die Zeitpunkte des Hexensabbats sollten daher bei jedem Trader im Kalender vermerkt sein. Der kleine Hexensabbat findet an jedem dritten Freitag eines Monats statt und wird auch als kleiner Verfallstag bezeichnet.

Optionen am Hexensabbat handeln

Wer Optionen am Hexensabbat handelt, sollte den Open Interest als Indikator für das eigene Trading heranziehen. Unter den Open Interest fallen alle Optionen und Futures als derivative Produkte, die zum Schlusskurs eines Handelstages noch offen sind. Sollte sich diese Anzahl um den Hexensabbat herum drastisch nach oben oder unten bewegen, signalisiert dies eine Veränderung im Kapitalfluss.

Kurzfristig haben Anleger in dieser Situation zwei Handlungsmöglichkeiten:

  1. Füße stillhalten, Positionen aber mit einem Stop-Loss absichern, um ein Knock-Out zu vermeiden.
  2. Den Kurs durch Käufe und Verkäufe mit anderen Tradern so bewegen, dass sich der Kurs des Basiswerts positiv auf die eigene Strategie auswirkt.

Future Swing Trading

Swing Trading ist eine beliebte Strategie von Tradern am Hexensabbat. Da es am Hexensabbat keine ultimative Strategie gibt, können Anleger – je nach aktueller Situation – zwischen zwei Varianten wählen:

  • Position rollen
  • In Zukunft liegende Kontrakte kaufen

Während das Rollen einer Position eine gute Möglichkeit ist, um am Hexensabbat direkt aktiv zu werden, ist Weitsicht durch den Kauf in der Zukunft liegender Kontrakte eine Variante, die Trader ggf. am Hexensabbat entlastet. Bei dieser Strategie werden bereits zwei bis drei Tage vor dem Hexensabbat neue Kontrakte gekauft, deren Verfallsdatum in der Zukunft liegen. So können sich die Kontrakte gegenseitig ausgleichen und Verluste im Depot verringert werden.

Kleinanleger: Was müssen sie beachten?

Für Kleinanleger gilt der Hexensabbat nicht als Genickbruch. Sollten Sie eine mittel- bis langfristige Strategie verfolgen, gilt es am Hexensabbat abzuwarten bis der Spuk vorbei ist. Wer den Hexensabbat im Kalender eingetragen hat, verfällt an diesem Tag auch nicht in Panik. Sie verstehen so warum es zu den Kursschwankungen kommt. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Kurse sich binnen 24 Stunden bereits wieder erholt haben.

Sollten Sie als Kleinanleger zum Zeitpunkt des Hexensabbats aber eine kurzfristige Strategie verfolgen, ist es wichtig die eigenen Positionen mit einem Stop-Loss abzusichern. So vermeiden Sie eine Nachschusspflicht sowie einen Totalausfall und verringern so das eigene Risiko.

Mit am Hexensabbat zu partizipieren, wird für Kleinanleger jedoch schwer, da deren Aktionen kaum etwas an den Kursen verändern. Da die Liquidität der größte Treiber der Kurse an diesem Tag ist, bedarf es hier schon höhere Summen, um eine profitable Strategie zu fahren. Abwarten ist für Kleinanleger daher an dieser Stelle die beste Strategie.

Fazit: Hexensabbat traden ist nur etwas für Profis

Die Unberechenbarkeit des Hexensabbats sorgt dafür, dass Kleinanleger den Schwankungen des Marktes ausgeliefert sind. Lediglich ein Stop-Loss kann die Anleger kurzfristig absichern. An diesem Tag benötigen Kleinanleger somit ein gutes Nervengerüst, um keine Paniktransaktionen zu tätigen. Profi- und Daytrader können jedoch von den Ausschlägen an den Märkten an den vier Tagen des Hexensabbats im Jahr profitieren und lukrative Gewinne in kürzester Zeit erwirtschaften.

Für beide Anlegertypen ist es ratsam, den Hexensabbat im Kalender zu markieren, um die Kursschwankungen auch einordnen zu können. Wer den Hexensabbat nicht im Kopf hat, kann die Kursveränderungen mit seinem Verstand nicht erklären und hält sie für verhext. Wie wir gelernt haben, handelt es sich bei dem Hexensabbat aber lediglich um die Quartalsabschlüsse großer Terminbörsen.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.