Alex Abate Autorin bei trading-fuer-anfaenger.de
Geschrieben von: Alex Abate
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Die Frage, wie hoch die Trefferquote sein muss, um Gewinne zu erzielen, stellt sich immer wieder im Trading. Vor allem für Einsteiger ist die Trefferquote eine wichtige Kennzahl, um die eigene Trading-Strategie zu beurteilen. Ziel ist es, möglichst viele Trades mit einem Gewinn abzuschließen.

Es gibt allerdings unzählige verschiedene Strategien und jeder Trader verfolgt eine andere Strategie. Dementsprechend gibt es nicht die perfekte Formel, die die erforderliche Trefferquote verrät. Stattdessen gibt es eine weitere wichtige Größe, anhand der sich die Trading-Strategie bewerten lässt. Um welche es sich dabei handelt, was überhaupt ein Treffer im Trading ist und wie Händler die Trefferquote berechnen können, wird im folgenden Artikel ausführlich dargelegt.

Trading Trefferquote: Zwischen Gewinnen und Verlusten

  • Die Trefferquote im Trading beschreibt den prozentualen Anteil der Gewinn im Verhältnis zu den Verlusten.
  • Während das Chance-Risiko-Verhältnis Prognosen liefert, beschreibt die Trefferquote den tatsächlichen Erfolg.
  • Ein ausgefeiltes Risikomanagement erhöht die Trefferquote.
Trefferquote im Trading

Was gilt als „Treffer“ im Trading und was ist die Trefferquote?

Als sogenannter Treffer gilt im Trading ein abgeschlossener Trade, der Gewinn bringt. Endet der Trade mit Verlust hat der Händler hingegen keinen Treffer gemacht. Dementsprechend gibt die Trefferquote an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Gewinn eintritt. So bedeutet beispielsweise eine Trefferquote von 50 Prozent, dass die Hälfte der Trades Gewinn bringen. Bei einer Trefferquote von 20 Prozent ist es jeder fünfte Trade, bei dem ein Gewinn verbucht wird. Die Trefferquote ist eine von zwei grundlegenden Größen zur Beurteilung einer Trading-Strategie.

Insbesondere Einsteiger im Trading könnten die Annahme haben, dass eine Trefferquote von unter 50 Prozent schlecht sei. Allerdings kann auch diese Trefferquote profitabel sein. Denn obwohl bei den meisten Trades Verluste auftreten, besteht die Möglichkeit, dass die Gewinne der erfolgreichen Trades die Verluste übersteigen. Grundsätzlich kann man anhand der Trefferquote allein keine Aussagen über den Erfolg des Händlers und seiner Strategie treffen. So können auch Trader mit einer Trefferquote in Höhe von 30 Prozent Erfolg haben, solange das Verhältnis zwischen Risiko und Gewinn stimmt. Dazu später mehr. Doch wie wird die Trefferquote überhaupt berechnet?

Wie wird die Trefferquote berechnet?

Wenn Händler die Trefferquote berechnen wollen, müssen sie das Verhältnis zwischen gewinn- und verlustbringenden Trades berücksichtigen. Dieses wird mittels folgender Formel ermittelt:

Trefferquote = Anzahl Gewinntrades / Anzahl Verlusttrades

Die Anzahl der gewinnbringenden Trades wird also durch die Anzahl der verlustbringenden Trades geteilt. Erzielt ein Händler zum Beispiel 10 Gewinntrades und 5 Verlusttrades, liegt die Trefferquote bei 2. Das heißt auf zwei Gewinntrades folgt durchschnittlich ein Verlusttrade. Die jeweiligen Geldbeträge werden dabei nicht berücksichtigt. Daher bedeutet auch eine niedrige Trefferquote nicht automatisch, dass der Trader keinen Erfolg hat.

Um nun die Trefferquote des obigen Beispiels in Prozent zu berechnen, wird folgende Formel eingesetzt:

Trefferquote in Prozent = (Anzahl Gewinntrades / Gesamtanzahl Trades) * 100

Für unser Beispiel bedeutet das:

(10 / 15) * 100 = 66,67 Prozent

Dementsprechend bringen 66,67 Prozent, das heißt zwei Drittel der getätigten Trades einen Gewinn mit sich. Damit aus dieser Trefferquote der Erfolg der jeweiligen Tradigstrategie bewertet werden kann, muss der Trader zusätzlich das sogenannte Chance-Risiko-Verhältnis berücksichtigen. Wobei es sich dabei handelt und welchen Einfluss es hat, wird im folgenden Abschnitt dargelegt.

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Chance-Risiko-Verhältnis: Was ist es und welchen Einfluss hat es auf die Trefferquote?

Die Trefferquote allein ermöglicht keine Aussagen über den Erfolg einer Strategie. Daher kommt die zweite grundlegende Größe zur Beurteilung der Trading-Strategie zum Einsatz: Das Chance-Risiko Verhältnis, kurz CRV. Das CRV gibt das Verhältnis von Chance und Risiko, das bedeutet möglichem Gewinn und möglichem Verlust, an. Es beantwortet die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit der geplante Trade das Ziel erreicht.

Das CRV zählt zu den Grundlagen des Risiko- und Money-Managements, welches das Fundament für den langfristigen Börsenerfolg ist. Um langfristig beim Forex Trading Erfolg zu haben, ist ein gutes CRV bei jedem Trade von hoher Bedeutung. Dabei stehen CRV und Trefferquote in einem stark negativen Verhältnis zueinander. Eine niedrige Trefferquote geht mit einem hohen CRV und eine hohe Trefferquote mit einem niedrigen CRV einher.

Mehrere Würfel liegen auf einer Zeitung. Die Würfel haben Buchstaben auf sich und ergeben die Worte Profit, Loss und Risk.
CRV vs. Trefferquote im Trading
Das Chance-Risiko-Verhältnis kann im Gegensatz zur Trefferquote bereits vor Abschluss des Trades ermittelt werden. Dementsprechend kann der Trader sehen, wie gut seine Chancen stehen, mit diesem Trade Gewinne zu erwirtschaften. Das hilft ihm dabei, sinnvolle Trading-Entscheidungen zu treffen. Doch wie wird das CRV berechnet?

Wie wird das CRV berechnet?

Das CRV setzt, wie bereits erwähnt, potenzielle Chancen mit potenziellen Risiken ins Verhältnis zueinander. Dabei stellt das potenzielle Risiko die Differenz zwischen dem Einstiegskurs und dem Stop-Loss dar, während die potenzielle Chance sich als die Differenz zwischen dem Einstiegskurs und dem Take Profit ergibt. Teilt man den möglichen Gewinn durch den möglichen Verlust ergibt sich das Chance-Risiko-Verhältnis. Demnach lautet die Formel zur Berechnung des CRV wie folgt:

CRV = potenzieller Gewinn / potenzieller Verlust

Für die Ermittlung des Chance-Risiko-Verhältnisses werden also drei Werte benötigt:

  • Einstiegskurs
  • Stop Loss
  • Take Profit

Das CRV lässt sich allerdings nur bei Trades berechnen, die tatsächlich durchgeführt wurden. Hier ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Händler möchte ein Trade durchführen. Er hat die Chance 50 Euro Gewinn zu machen, geht allerdings das Risiko ein, 100 Euro zu verlieren. Somit liegt das CRV bei 0,50. Das bedeutet der Gewinn ist im Erfolgsfall halb so groß wie der potenzielle Verlust. Mit einem CRV von 1 sind der potenzielle Gewinn und der potenzielle Verlust gleich groß. Ein CRV von 2 hingegen bedeutet, dass der Gewinn im Erfolgsfall doppelt so groß ist wie der mögliche Verlust.

Zwei Blätter liegen auf einem Tisch, darauf ein Notizbuch und ein Taschenrechner. Eine Person tippt mit einer Hand in den Taschenrechner und die andere Hand liegt auf dem Papier.

Um mit einem CRV von 0,50 dennoch ein positives Ergebnis zu erzielen, benötigt der Trader eine Trefferquote von mindestens 2. Eine Trefferquote von 2 bedeutet, dass auf zwei Gewinne (2 * 50 Euro) ein Verlust (100 Euro) folgt. Damit wäre der Trader wieder bei 0 Euro. Trefferquote und CRV sollten also immer zusammen betrachtet werden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht darüber, welche Trefferquote bei welchem Chance-Risiko-Verhältnis erforderlich ist, um keine Verluste zu machen.

Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)Trefferquote
0,502
1,001
1,502/3 = 0,667
2,001/2 = 0,50

Dementsprechend sind bei einem CRV von 0,50 mindestens 2 Gewinntrades notwendig, um einen Verlusttrade auszugleichen. Bei einem CRV von 1 ist mindestens ein Gewinntrade notwendig, um ein Verlusttrade auszugleichen. Entsprechend verhält es sich bei den weiteren Werten. Um langfristig beim Forex Trading erfolgreich zu sein, müssen die eigene Trefferquote und das Chance-Risiko-Verhältnis also in einem gesunden Verhältnis stehen.

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Welche Trefferquote genügt nun?

Entgegen der Annahme die Trefferquote muss möglichst hoch sein, um Gewinne zu erzielen, kommt es tatsächlich auf das richtige Gleichgewicht zwischen Trefferquote und Chance-Risiko-Verhältnis an. So können beispielsweise auch hohe Gewinne mit einer vergleichsweise niedrigen Trefferquote erzielt werden, wenn das CRV stimmt. Dementsprechend macht es aus charttechnischer Sicht keinen Sinn, bei jedem Trade das gleiche CRV anzuwenden. Hier gibt es nicht die perfekte Formel, die immer funktioniert. Stattdessen muss die Trading-Strategie in sich stimmig sein. Wie genau die Trefferquote zum CRV stehen muss, um in die Gewinnzone zu kommen oder zumindest keine Verluste zu erleiden, zeigt die folgende Übersicht:

Trefferquote:
CRV ↓ :
20 %30 %40 %50 %60 %
1Kein GewinnKein GewinnKein GewinnBreak-EvenGewinn
2Kein GewinnKein GewinnGewinnGewinnGewinn
3Kein GewinnGewinnGewinnGewinnGewinn
4Break-EvenGewinnGewinnGewinnGewinn
5GewinnGewinnGewinnGewinnGewinn

Fazit: Das Verhältnis zwischen Trefferquote und CRV muss stimmen

Ein Treffer im Trading beschreibt einen abgeschlossenen Trade, der Gewinn bringt. Die Trefferquote gibt dementsprechend Auskunft darüber, wie viele der insgesamt getätigten Trades auch tatsächlich Treffer sind und Gewinn erzielen. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass die Trefferquote allein keine aussagekräftige Größe zur Beurteilung einer Trading-Strategie ist. Stattdessen hat auch das sogenannte Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) einen großen Einfluss auf die Trefferquote. Beide Werte zusammen lassen eine Bewertung der jeweiligen Trading-Strategie zu. Denn auch wenn nur jeder dritte Trade ein Treffer ist, kann dieser einen Gewinn erwirtschaften, der die Verluste der beiden anderen Trades übertrifft. Somit hat der Trader auch bei einer Trefferquote von nur 33 Prozent Gewinn gemacht.

Mental sind allerdings nur wenige Händler in der Lage mehrere Verlusttrades zu verkraften und geduldig auf einen Gewinntrade zu warten. Für verlässliche Aussagen zu treffen, muss der Trader zum einen beide Indikatoren gleichzeitig betrachten. Zum anderen muss er auch eine ausreichende Anzahl an Trades ausgeführt haben. Es ist empfehlenswert für Trader, ihre Trades in regelmäßigen Abständen zu analysieren. So kann er seine Strategie bei Fehlern oder Potenzialen optimieren. Wichtig ist auch, zu verstehen, dass es verschiedene Marktphasen gibt. Dadurch erzielt die eigene Strategie mal bessere und mal schlechtere Ergebnisse. Es lohnt sich langfristig zu denken und die nötige Ruhe zu bewahren.

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Meist gestellte Fragen:

Was ist die Trefferquote?

Die Trefferquote gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der ein Gewinn eintritt. Um die Trefferquote berechnen zu können, muss der Händler die Anzahl der Gewinntrades durch die Anzahl der Verlusttrades teilen. Damit haben wir das Verhältnis zwischen gewinn- und verlustbringenden Trades festgestellt. Die Trefferquote in Prozent ergibt sich, indem der Händler die Anzahl der Gewinntrades durch die Anzahl insgesamt ausgeführter Trades teilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Eine Trefferquote in Höhe von 70 Prozent bedeutet zum Beispiel, dass 7 von 10 Trades Gewinn erzielen. Bei einer Trefferquote von 20 Prozent hingegen erwirtschaftet nur jeder fünfte Trade einen Gewinn.

Was ist das Chance-Risiko-Verhältnis?

Da die Trefferquote allein noch keine Aussagen über die Strategie rechtfertigt, kommt eine zweite Größe ins Spiel: das Chance-Risiko-Verhältnis, kurz CRV. Das CRV gibt das Verhältnis von Chance und Risiko an. Dabei steht die Chance für den potenziellen Gewinn und das Risiko für den potenziellen Verlust. Es ist die Antwort auf die Frage: Mit welcher Wahrscheinlichkeit erreicht der geplante Trade das Ziel. Anders als die Trefferquote, kann das CRV bereits vor Abschluss des Trades ermittelt werden. Dafür wird die Höhe des möglichen Gewinns sowie die Höhe des möglichen Verlusts errechnet und ins Verhältnis gesetzt. Während sich der mögliche Gewinn als Differenz zwischen dem Einstiegskurs und dem Take Profit ergibt, stellt das potenzielle Risiko die Differenz zwischen dem Einstiegskurs und dem Stop-Loss dar. Anschließend wird der mögliche Gewinn durch das mögliche Risiko dividiert und der Trader erhält das Chance-Risiko-Verhältnis.

Wie hoch muss die Trefferquote sein?

Insbesondere Einsteiger haben die Befürchtung, dass die Trefferquote möglichst hoch sein muss, um überhaupt Gewinn zu erzielen. Es ist allerdings wichtig zu verstehen, dass der Handel auch mit einer niedrigen Trefferquote profitabel sein kann. Das ist der Fall, wenn das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) hoch genug ist. Wichtig ist also die richtige Balance zwischen Trefferquote und CRV. Beträgt zum Beispiel die Trefferquote 33 Prozent, folgt auf zwei Verlusttrades ein Gewinntrade. Stimmt dabei allerdings das CRV, kann der Gewinntrade einen Gewinn erzielen, der beide Verlusttrades übersteigt.

Wie hängen Trefferquote und CRV zusammen?

Die Trefferquote und der CRV verhalten sich umgekehrt proportional zueinander. Das bedeutet, dass eine höhere Trefferquote mit einem niedrigeren CRV einhergeht. In einem solchen Szenario ist die Anzahl profitabler Trades zwar höher, dafür ist der Gewinn pro Trade kleiner. Umgekehrt sinkt die Trefferquote, wenn das CRV erhöht wird, dafür wirft jeder erfolgreiche Trade einen höheren Profit ab. Ziel einer erfolgreichen Trading-Strategie sollte es sein, das optimale Verhältnis zwischen Trefferquote und CRV zu ermitteln, um den größtmöglichen Profit aus seiner Strategie abzuschöpfen.

Was sagt die Trefferquote aus?

Die Trefferquote sagt lediglich aus, wie viele Trades einer bestimmten Strategie im Gewinn abgeschlossen werden. Sie sagt nichts über die Gesamtperformance einer Strategie aus, denn dazu müssen Trefferquote und CRV in Kombination betrachtet werden.

Wie ermittle ich das optimale Verhältnis zwischen Trefferquote und CRV?

Um das optimale Verhältnis zwischen Trefferquote und CRV zu ermitteln, empfiehlt es sich, mit verschiedenen CRV-Werten zu arbeiten und am Ende zu überprüfen, mit welchem Verhältnis Sie den höchsten Profit erzielen. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie Ihre Strategie mit unterschiedlichen CRV-Werten über einen längeren Zeitraum testen. Zudem sollten Sie zu diesem Zweck unbedingt mit einem Demokonto arbeiten, um kein echtes Geld für eine Strategie zu riskieren, deren Profitabilität noch ungewiss ist.

Alex Abate Autorin bei trading-fuer-anfaenger.de
Alex Abate
Autorin und Investorin
Über den Autor: Erfahrene Investorin seit 2017 im Bereich Aktien und ETFs. Spezialisierung auf Short-Selling und den Einsatz von Derivaten. Sie besitzt einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften.
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Erfahrene Investorin seit 2017 im Bereich Aktien und ETFs. Spezialisierung auf Short-Selling und den Einsatz von Derivaten. Sie besitzt einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften.
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Maren ist aktiv im Finanzbereich und redaktioniert bei Trading für Anfänger Themenbereiche wie Portfoliomanagement, Betrug im Anlagensektor und klassische Investitionsmöglichkeiten.
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