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Was ist Insider Trading? – Definition Deutsch

Als Insider Trading wird der Handel eines Wertpapiers basierend auf nicht-öffentlichen Informationen bezeichnet. Das können Informationen aus den inneren Kreisen eines Unternehmens oder von Beteiligten sein, die unerlaubterweise nach außen dringen beziehungsweise für den Insiderhandel genutzt werden.

Bestechungen und Insider Trading – leider keine seltene Kombination

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff Insiderhandel (Insider Trading) mit illegalen Orders gleichgesetzt. Oft liegen auch kriminelle Machenschaften zugrunde, die das Vertrauen in die Kapitalmärkte und handelnden Personen und Unternehmen schwächen.

Dabei ist Insider Trading nicht immer illegal – ganz im Gegenteil: Es gibt offizielles Insider Trading. Die Grenze ist jedoch meist etwas vage und umstritten. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel auf unserer Website verschiedene Beispiele vor und zeigen auf, was legal und illegal ist.

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Definitionen: Insider und Information

In der Praxis gibt es verschiedene Gesetze und Vorschriften, die den Insiderhandel und das Insider Trading regeln sollen. Alle drehen sich um die beiden Begriffe „Insider“ und „Information“. Wer ist Insider, welche Information ist relevant?

Es ist normal, dass Mitarbeiter eines Unternehmens Aktien besitzen. Der US-Konzern Amazon beispielsweise wirbt offensiv mit Mitarbeiteraktien als Benefit auf seiner Recruitingseite. Auf Vorstands- und Führungseben werden zudem Aktienpakete als Vergütung neben einem fixen und / oder variablen Gehalt eingesetzt.

Dementsprechend ist es ganz normal, dass Mitarbeiter und Führungskräfte eines Unternehmens mit den Aktien ihres Arbeitgebers handeln – das ist auch nicht verboten, „insider trading violations“, wie es in den United States genannt wird, sind hier noch weit weg. Es gibt allerdings eine Grenze in der Behandlung der Unternehmensinformationen. Haben Beschäftigte eines Unternehmens Zugang zu Informationen, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und von relevantem Interesse sind – oder sind es ausschließlich Informationen, die ihre Handelsentscheidungen nicht beeinflussen? Das ist die große Kernfrage im Insider Trading.

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Offizieller und gemeldetes Insider Trading auf einer Website – gerade CEOs (Chief Executive Officer) schlagen gerne zu

Aufsichtsbehörden wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erleben die abenteuerlichsten Fälle von Insider Trading. Dabei gibt es immer wieder den Fall, dass Mitarbeiter mit klarer Absicht zum Betrug und unter der Verwendung nicht-öffentlicher Informationen handeln – oder diese an Dritte weitergeben, die darauf basierend ihre Investmententscheidungen treffen.

So ein Handel wird dann als Insiderhandel eingestuft, wenn die entsprechenden Informationen den Kurs des Wertpapiers wesentlich beeinflussen würde. Die zweite Maßgabe ist, dass ausschließlich Insider Zugang zu genau diesen Informationen haben.

In der Praxis sind diese Regeln nicht als schwarz und weiß zu betrachten, was die Einschätzung schwierig macht, ob es sich bei einem Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers um Insider Trading handelt oder nicht. Die meisten Entscheidungen werden daher einzeln untersucht, bevor entschlossen wird, ob zivil- oder strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet werden.

Insiderhandel: Beispiele

Sie merken: Die genaue Abgrenzung, was Insider Trading und was nicht ist, ist nicht einfach. Um ein Gefühl zu vermitteln, wo die Grenze gezogen wird, stellen wir Ihnen einige Beispiele vor, wie sie in der Praxis in Bezug auf Insidergeschäfte, Insiderkäufe und Insiderverkäufe immer wieder vorkommen.

Schock für den Aktienmarkt – Insider Trading oder nicht?

Im ersten Beispiel für Insider Trading betrachten wir ein Unternehmen, das eine sehr vielversprechende neue Produktlinie ausgiebig testet. Was in der Außenbetrachtung bekannt ist: Die Produktlinie wird als bahnbrechend angesehen, Analysten und Brancheninsider sind sich einig, dass der Aktienkurs des Unternehmens mit einer erfolgreichen Einführung der Produktlinie entsprechend ansteigt.

Stellen Sie sich nun folgendes Szenario vor: Ein in der Entwicklung der Produktlinie beteiligter Wissenschaftler entdeckt, dass einige wichtige Details bei den Produkten in der Produktion nicht realisierbar sind. Ohne diese Details ist die gesamte Produktlinie nicht realisierbar und eine Veränderung der Produktionsprozesse würde für eine Kostenexplosion sorgen, die die geplanten Erlöse um ein Vielfaches übersteigt.

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Böse Überraschung – den Vorteil ausnutzen? Oder ist das Insider Trading?

Der Wissenschaftler, der aufgrund der großen Erwartung bereits ein Aktienpaket des Unternehmens besitzt, verkauft nun sein gesamtes Paket, bevor er seine Ergebnisse der Öffentlichkeit und dem CEO (Chief Executive Officer) präsentiert. So kann er von dem erwartbaren Kurseinbruch „profitieren“, beziehungsweise zum besten Zeitpunkt am Aktienmarkt verkaufen.

In diesem Beispiel ist der Wissenschaftler ein Insider. Er hat Zugang zu privilegierten Informationen, die wesentlicher Natur sind. Sie nehmen Einfluss auf den Kurs der Aktien und die Öffentlichkeit weiß nichts davon. Dieses Beispiel ist ein klarer Fall von Insider Trading, da beide Grundvoraussetzungen (sehr eindeutig) erfüllt sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Beispiel in Deutschland oder den United States stattfindet. In beiden Nationen gelten die in etwa gleichen Regeln für Insider Trading.

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Mitarbeiterinformationen und ein Gefühl – Sind die Trades Insiderhandel oder nicht?

Stellen Sie sich für das zweite Beispiel für Insider Trading vor, dass ein Mitarbeiter in den zurückliegenden Monaten im Unternehmen spürt, dass die Arbeitsmoral nachlässt, nicht mehr so genau gearbeitet wird und der allgemeine Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft auseinanderbricht. Es gibt zahlreiche Konflikte und Meinungsverschiedenheiten, Termine werden nicht mehr gehalten und Projekte verzögern sich, da sie nicht mehr „in time“ erledigt werden können.

Aufgrund dieser Gemengelage ist der Mitarbeiter der Ansicht, dass dem Unternehmen turbulente Zeiten bevorstehen – seiner Meinung nach wird der Aktienkurs des Unternehmens in den nächsten Monaten leiden und entsprechend korrigieren. Er verkauft alle Aktien des Unternehmens, die er besitzt.

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Nicht jeder Aktienkauf oder -verkauf eines „Insiders“ ist illegal – Insider Trading ist eine Grauzone

Handelt es sich hier um Insider Trading? Nein: Obwohl der Mitarbeiter nominell ein Insider ist und den Zugang zu internen Informationen hat, sind diese in diesem Beispiel nicht ausreichend genug, um die Kriterien für Insiderhandel zu erfüllen. Auch wenn diese Information nicht in einer Pressemitteilung, auf der Website oder einem Blogbeitrag veröffentlicht wurde und die Öffentlichkeit damit nicht darüber verfügt, ist sie nicht „stark genug“.

Der Informationszugang des Mitarbeiters ist nicht exklusiv genug – vielmehr handelt es sich um seine subjektive Einschätzung einer Gesamtsituation des Unternehmens. Zudem sind die Informationen lediglich eine Ansammlung von Fakten und Eindrücken und keine einzelne Information, die sich direkt und unmittelbar auf die Entwicklung des Aktienkurses auswirkt.

Fazit: Insider Trading ist oft krimineller Natur

Das zweite Beispiel zeigt: Nicht jeder Trade und jede Investition oder jeder Verkauf ist direkt Insider Trading. Die Gesetze und Vorschriften rund um Insider Trading sind komplex, oft wird jeweils im Einzelfall entschieden. Diese Grauzone wird allerdings oft ausgenutzt – der Begriff Insider Trading wird daher oft direkt mit Illegalem assoziiert.

Gerade die illegalen Aktivitäten nehmen großen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung des Kapitalmarkts. Gerade in Deutschland sind Anleger eher skeptisch – in den United States of America (USA) hingegen ist die Bevölkerung aufgeschlossener. Für beide Länder gilt jedoch gleich: Illegaler Insiderhandel wird von Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden („insider trading violations“) intensiv verfolgt.

FAQ – Meistgestellte Fragen

Ist Insider Trading illegal?

Ja – wenn die entsprechenden Regeln verletzt werden. Wer Insider ist und exklusive Informationen hat, darf diese nicht zu seinem Vorteil und Insider Trading nutzen.

Wann dürfen Insider handeln?

Als „Insiderkäufe“ werden Trades von Mitarbeitern und Führungskräften (z.B. CEO) bezeichnet, die offiziell abgewickelt und bei den Behörden angezeigt werden.

Warum ist Insider Trading verboten?

Insider Trading benachteiligt alle Marktteilnehmer, die die entsprechenden Informationen nicht haben. Zudem wirkt es sich negativ auf das Vertrauen in den Kapitalmarkt aus.

Was sind Beispiele für Insiderinformationen?

Ein Insider hat Insiderinformationen – also Information, die die Öffentlichkeit nicht hat und die sich beim Bekanntwerden maßgeblich auf den Aktienkurs auswirkt.

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Zuletzt geupdated am 24/08/2022 von Andre Witzel

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