Keltner Channel Breakout Strategie

Mit dem Keltner Channel verfolgte Chester W. Keltner ursprünglich eine reine Breakout Strategie. Ein Durchbruch und Schlusskurs über dem oberen Band signalisierte ein Kaufsignal. Ein entsprechender Kursverlauf unter dem unteren Band folglich ein Verkaufssignal. 

Die offene Position wird so lange gehalten, bis ein entsprechendes Gegensignal kommt. Die Position wird dann gedreht. 

Breakout Systeme traden

Für die Periodenlänge nutze Chester W. Keltner die Einstellung von 10 und den Multiplikationsfaktor für die Volatilität (ATR) *1. Leider lassen sich aus diesem Breakout System dauerhaft keine systematischen Gewinne generieren.  Breakoutstrategien funktionieren in Märkten, die stark tendieren, grundsätzlich sehr gut. Leider tun uns die Märkte diesen Gefallen nicht immer. In Seitwärtsphasen generiert das System sehr viele Fehlsignale.  
 
Auch das Halten der Position bis zum nächsten Signal zeigt sich als nicht praktikabel. Sicherlich auch ein Grund, warum nachfolgende Trader diesen Indikator immer wieder modifiziert haben.  In der heutigen Literatur wird häufig empfohlen den ATR mit 1.5 zu multiplizieren und einen 20-exponentiellen Moving Average (EMA) einzusetzen. Fehlsignale sollen damit reduziert werden.  

Beispiel mit Keltner Channel Einstellungen

Gelb markiert die Einstiege mit einem 10 EMA und ATR Faktor *1. Die neuen Signale mit einem 20 EMA und einen ATR*1.5 Die Signale kommen nun wesentlich später. Die Ergebnisse sind trotz perfekter Bedingungen aber negativ. Letztendlich reicht der Indikator alleine nicht aus, erfolgreiche Breakoutstrategien zu entwickeln, denen man blindlings folgen kann. Nur weil der Markt erhöhte Volatilität zeigt und in eine Richtung tendiert, bedeutet das nicht, dass daraus ein dauerhafter Trend resultiert. 

Dennoch sind diese Faktoren häufig Voraussetzung für einen neuen Trend. Ich sprach eingangs im Artikel von einem Alarmsystem. Genau das ist der Keltner Channel. Ein Alarmsystem, das potenzielle Trendwendungen anzeigt. Als Frühwarnsystem eignet sich der Keltner Channel hervorragend. Daraus lässt sich auch ein robustes Breakoutsystem generieren, indem man den Durchbruch über das Hoch handelt. 

Wichtig ist aber immer das Marktumfeld. Breakoutstrategien haben immer den Nachteil, dass beim Einstieg der Position an einem aktuellen Hoch gekauft wird. Der Stop entsprechend immer weit entfernt ist.  

Wie können wir die Wahrscheinlichkeit eines positiven Trades erhöhen? Schauen wir uns den Keltner Channel im Zusammenspiel mit den Bollinger Bands an… 

Keltner Channel Breakout Strategie mit den Bollinger Bands

Wir sprachen davon, dass nach niedriger Volatilität hohe Volatilität folgt. 
Häufig nach langanhaltenden Seitwärtsbewegungen kommt es zu explosiven Trends.  

Damit wir solche Situationen rechtzeitig erkennen, nutzen wir den Keltner Channel in Kombination mit den Bollinger Bands. 
Hierzu nehmen wir die Standard Einstellungen des Keltner Channels mit einem 10 EMA und einem Multiplikationsfaktor für den ATR von *1. Zusätzlich verwenden wir die Bollinger Bands mit einer Periodeneinstellung eines einfachen MA von 10 und einer Standardabweichung von 2. 

Wichtig bei den Bollinger Bands: Die Einstellung für die Periode sollte bei maximal 10 liegen für dieses Breakout Handelssystem. 

Beispiel zu den Bollinger Bändern in der Breakout Strategie

Wenn sich die Bänder der Bollinger Bands innerhalb der Bänder des Keltner Channel bewegen, sprechen wir von einem sogenannten „Squeeze“ Bereich. 

Nach einem Ausbruch aus diesem „Squeeze“ Bereich sehen wir eine starke Indikation für eine Verstärkung des gegenwärtigen Trends, der sich nachhaltig entwickeln kann. Die Kombination beider Indikatoren erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Breakout Strategie um über 56% im Gegensatz zur alleinigen Nutzung des Keltner Channels. 

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Zuletzt geupdated am 09/02/2022 von Andre Witzel

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