Costs of Carry

Was sind die Costs of Carry? – Definition und Erklärung 

Hinter dem englischen Begriff Costs of Carry versteckt sich das deutsche Wort für Haltekosten. Damit werden jene Kosten bezeichnet, die bei einem termindatierten Rohstoffkauf für die Haltung anfallen. Gold, Öl und andere Rohstoffe verursachen bei der Haltung Kosten durch Lager, Versicherung, Wartung und Zinsen. Die Costs of Carry erhöhen sich meist, wenn die Haltezeit höher ist.

Costs of Carry: Welche Haltekosten entstehen durch Futures?

Aktien-Futures sind in der Zukunft stattfindende Geschäfte, die bereits terminlich datiert sind. Ein Käufer hat zu einem festgelegten Tag X die Option, einen Kauf zu tätigen. Bis zu diesem Zeitpunkt muss ein Verkäufer den Wert halten, sodass ihm entsprechende Costs of Carry entstehen. Der Future-Preis liegt deshalb oft über dem Marktpreis, weil die Haltekosten auf den Käufer übertragen werden. Eine weitere Kostenlast sind die Opportunitätskosten, die Verkäufern entstehen. Hiermit werden entgangene Gewinne bezeichnet, falls das Termingeschäft nicht zustande kommt und der Anleger nicht kauft. 

Zusammen mit dem Basiswert sind die Costs of Carry der wichtigste preisbestimmende Faktor bei Futures. Nach folgender Formel wird der Preis des Futures berechnet, um dem Verkäufer eine faire Basis zu schaffen: 

Futurepreis = 

Kassapreis x 2,718 (eulersche Zahl)
((Costs of Carry + risikofreier Zins – Verfügbarkeitsprämie)
x Zeit bis Terminierung) 

Beispiel: Berechnung der Costs of Carry

Möchte beispielsweise ein weizenverarbeitendes Unternehmen im Januar seine Preise für August absichern, kauft es folglich Futures auf Weizen. Der Preis beträgt zum Zeitpunkt des Kaufs hypothetische 200 Euro pro Tonne Weizen. Als Futurepreis wird allerdings ein Betrag von 220 Euro je Tonne vorausgesetzt. Die Differenz basiert auf den Haltekosten. Der Weizen muss sechs Monate lang eingelagert werden. Darüber hinaus trägt der Eigentümer das Risiko der Verderblichkeit und verlangt folglich eine Risikoausgleichssumme von 20 Euro pro Tonne.

Zuletzt geupdated am 16/12/2022 von Timm Schaffner

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