Aktiengewinne versteuern: Einfach erklärt

Aktien werden in erster Linie aus der Motivation heraus gekauft, einen Gewinn mit der Investition erzielen zu können. Viele vergessen jedoch, dass Gewinne, die aus dem Handel mit Aktien stammen, versteuert werden müssen. Bereits seit 2009 wird eine eigens dafür geschaffene Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zzgl. ggf. Solidaritätszuschlag (5,5 % der Abgeltungssteuer) erhoben. 

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer? 

Die seit dem 1.1.2009 geltende Abgeltungssteuer wird pauschal in Höhe von 25 % zzgl. Soli erhoben. Damit sichern sich vor allem diejenigen Vorteile, die aufgrund ihres Einkommens normalerweise einen höheren Steuersatz zahlen müssten. 

Auch Personen mit vergleichsweise geringem Einkommen können sich einiger Tricks bedienen: Durch Beantragung einer Freistellung kann ein Freibetrag von aktuell 801 € (ab 2023: 1000 €) eingefordert werden. Aktiengewinne, welche diesen Betrag nicht übersteigen, bleiben steuerfrei. Bei Paaren kann der Freibetrag verdoppelt werden.

Wer ist für das Zahlen der Steuern von Aktiengewinnen verantwortlich?

Wer seine Aktien über ein deutsches Kreditinstitut oder einen hierzulande ansässigen Broker erwirbt, ist in der Regel nicht für die Steuerzahlung verantwortlich. Hier werden die Abgaben von 25 % zzgl. Soli in diesem Fall direkt durch den Anbieter abgeführt. Beim Aktienhandel über einen Partner im Ausland ist es erforderlich, die erzielten Gewinne eigenständig in der Steuererklärung anzugeben. 

Wie wurden Aktiengewinne vor 2009 versteuert?

Vor der Einführung der Abgeltungssteuer zum 1.1.2009 wurden Aktiengewinne nur dann steuerpflichtig, wenn zwischen dem Kauf und Verkauf eines Wertpapiers weniger als ein Jahr verstrichen ist. Wurde eine Aktie länger gehalten, so konnte sie gewinnbringend verkauften werden, ohne dass im Anschluss Steuern gezahlt werden mussten. Wer heute noch Aktien besitzt, die vor 2009 gekauft wurden, kann diese noch immer steuerfrei verkaufen.


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Zuletzt geupdated am 05/07/2022 von Andre Witzel

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