Was ist eine Abschreibung? – Definition und Erklärung

Die Erfassung und Verrechnung von Wertminderungen, die bei Anlage- oder Umlaufvermögensgegenständen auftreten, bezeichnet man im Rechnungswesen als Abschreibung.

Ihre Bestimmungen und Vorgehensweisen sind in § 253 Handelsgesetzbuch festgehalten.

Aus Sicht der Kosten- und Leistungsabrechnung gehören Abschreibungen zu den Fixkosten. Der Grund hierfür ist, weil Abschreibungen konstant und abhängig von Auftrags- oder Beschäftigungslage auftreten.  

Wann kommt es zu Abschreibungen?  

Zu Abschreibungen kommt es, wenn das Vermögen eines Unternehmens gemindert wird. Typische Abschreibungsgründe können sein: 

  • Technische Ursachen, wie Verschleiß (gewöhnlicher Verschleiß) oder außergewöhnlicher Verschleiß. Außergewöhnlicher Verschleiß kommt durch höhere Gewalt oder Straftaten zustande. 
  • Wirtschaftliche Ursachen, wie Nachfrageverschiebungen und Fehlinvestitionen 
  • Rechtliche Ursachen, wie der Ablauf von Verträgen oder Schutzrechte

Welche Abschreibungsart und welche Berechnungsmethode gewählt wird, ist davon abhängig, wie und auf welche Art der Wertverlust eintritt. Dabei ist das Ziel einer jeden Abschreibung gewinnmindernd zu wirken. Hierfür wird der Wert des abzuschreibenden Wirtschaftsgutes entweder auf 0 oder auf einen Restwert reduziert. Somit wirkt sich die Abschreibung steuermindernd aus.

Welche Abschreibungsarten gibt es?  

1. Abschreibung nach Zeit: Bei dieser Art der Abschreibung ist die Minderung des Werts durch das Alter entscheidend über die Höhe der Abschreibung. 

2. Abschreibung nach Leistung: Diese Art der Abschreibung richtet sich nach der verrichteten Leistung. Diese wird meistens in Betriebsstunden oder Fahrtstrecke gemessen. 

3. Abschreibung nach Substanz: Von einer Substanzabschreibung wird dann gesprochen, wenn die Substanz eines Wirtschaftsgutes abnimmt. Hiervon betroffen kann zum Beispiel eine Kohlemine sein, da es nach und nach zu einem verminderten Vorkommen kommt. 

Welche Abschreibungsmethoden gibt es und wo sind diese geregelt? 

Ein Unternehmen wählt die beste Abschreibungsmethode anhand der zuvor genannten Abschreibungsarten aus. Welche Methode für welche Güter zulässig ist, wird in § 7 Abs. 1-5 EstG geregelt. Dabei sind insgesamt sechs unterschiedliche Optionen möglich: 

1. Lineare Abschreibung

2. Geometrisch-degressive Abschreibung

3. Arithmetisch-degressive Abschreibung

4. Gebrochene Abschreibung

5. Progressive Abschreibung

6. Leistungsabschreibung


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Zuletzt geupdated am 22/08/2022 von Andre Witzel

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