Was ist ein Abschlussprüfer? – Definition und Erklärung

Ein Abschlussprüfer führt die Jahresabschlussprüfung und Konzernabschlussprüfung für Unternehmen und Konzerne nach § 316 I, II HGB durch. Diese Abschlussprüfung ist bei mittelgroßen und großen Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder mittelgroßen und großen Personengesellschaften vorgeschrieben.

Bei den Abschlussprüfern kann es sich um natürliche Personen oder Personengruppen handeln. Wirtschaftsprüfer beziehungsweise Wirtschaftsprüfungsgesellschaften werden auch als Abschlussprüfer bezeichnet. Die eigentliche Prüfung erfolgt bezüglich der formellen Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung

Was wird durch den Abschlussprüfer geprüft?

Der Abschlussprüfer hinterfragt bei seiner Tätigkeit keine unternehmerischen Entscheidungen. Vielmehr achtet er darauf, ob die Buchführung korrekt durchgeführt ist, ordnungsgemäß bilanziert wird und ob die Gewinn- und Verlustrechnung vollständig aufgestellt sind. Die sachliche Richtigkeit sowie die Vollständigkeit des Geschäftsberichts werden ebenso gründlich geprüft.

Wer darf sich Abschlussprüfer nennen? 

Nach § 319 Abs. 1 HGB können Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Abschlussprüfer sein. Ein Prüfer muss über eine Bescheinigung über die Teilnahme an der Qualitätskontrolle gemäß § 57a der Wirtschaftsprüfungsordnung verfügen. Sobald Buchführer oder Buchführergesellschaften vereidigt wurden, können diese als Abschlussprüfer für mittelgroße Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder von mittelgroßen Personengesellschaften fungieren. Hierfür müssen die Buchführer über einen Auszug aus dem Berufsregister verfügen. Wenn ein Abschlussprüfer das erste Mal eine vorgeschriebene Abschlussprüfung nach § 316 des Handelsgesetzbuches durchführt, muss dieser innerhalb von 6 Wochen über den Auszug aus dem Berufsregister verfügen. Falls es sich bei der Abschlussprüfung um eine Prüfung auf freiwilliger Basis handelt, so kann dies von einem beliebigen Abschlussprüfer durchgeführt werden.

Nach § 319 Abs. 2 HBG darf eine Person nicht als Abschlussprüfer fungieren, wenn diese als befangen gilt. Von einer Befangenheit spricht man immer dann, wenn Beziehungen geschäftlicher, finanzieller oder persönlicher Art vorliegen. Weitere Ausschlussgründe für eine Prüfung ist eine fehlende Qualitätskontrolle gemäß der Wirtschaftsprüfungsordnung oder wenn der gewählte Prüfende selbst Anteile an der von ihm zu prüfenden Gesellschaft besitzt.


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Zuletzt geupdated am 22/08/2022 von Andre Witzel

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